{"id":2416,"date":"2022-08-25T10:25:18","date_gmt":"2022-08-25T08:25:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=2416"},"modified":"2022-08-25T10:25:18","modified_gmt":"2022-08-25T08:25:18","slug":"die-70er-als-museales-objekt-ein-kleiner-exkurs-nach-daenemark-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2022\/08\/25\/die-70er-als-museales-objekt-ein-kleiner-exkurs-nach-daenemark-teil-ii\/","title":{"rendered":"Die 70er als museales Objekt \u2013 ein kleiner Exkurs nach D\u00e4nemark: Teil II"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_2416 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_2416')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_2416').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Das Besondere an den R\u00e4umen ist nicht nur die Ausstattung, sondern auch die verschiedenen Details, die den Zimmern hinzugef\u00fcgt wurden. So befinden sich auf den Tischen Gegenst\u00e4nde, die den Eindruck erwecken, die Bewohner w\u00fcrden hier noch stets leben: Teetassen, Tageszeitungen und sogar Imitationen von Lebensmitteln, wie unechter Babybrei, angeschnittenes Brot und Margarine im K\u00fchlschrank. Die Produkte sind von Marken, die 1974 verwendet wurden. Dies und die Verwendung einer Puppe, die, als \u00e4lterer Herr ausstaffiert, in einer der Wohnungen \u201eschlafend\u201d auf dem Sofa liegt, w\u00fcrde in vielen deutschen Museen sicherlich auf Kritik sto\u00dfen, ist doch dieser Eindruck, man k\u00f6nne die Vergangenheit wieder zum Leben erwecken, ein tr\u00fcgerischer. Eine Gefahr, die ich in der Inszenierung solcher Wohn- und Lebensrealit\u00e4ten sehe, ist die der Stereotypisierung. So wurden in der Kommune mehrere leere Bierflaschen verteilt, die ein bestimmtes Bild einer Wohngemeinschaft verst\u00e4rken sollen. In einigen Wohnungen werden au\u00dferdem Projektionen gezeigt, die Umrisse von Bewohnern darstellen sollen, teilweise werden auch fiktive Dialoge, wie ein Gespr\u00e4ch am Fr\u00fchst\u00fcckstisch einer Familie, abgespielt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2408\" width=\"384\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-1200x1600.jpeg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/image2-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 85vw, 384px\" \/><figcaption>Blick in einen mit k\u00fcnstlichen Lebensmitteln ausgestatteten K\u00fchlschrank in einer Wohnung von 1974.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig werden die Einrichtungen der Wohnungen durch museale Erg\u00e4nzungen verfremdet. Dazu geh\u00f6ren neben den Beschriftungstafeln auch Absperrungen vor einigen Betten und Sofas und Glasplatten vor einigen Objekten. Diese Begrenzungen sind notwendig, denn die beinahe lebendige Atmosph\u00e4re der Wohnungen l\u00e4dt einige Besucher dazu ein, auf den Sitzfl\u00e4chen zu verweilen. Auch durch die verschiedenen interaktiven Stationen wirken die Einrichtungsgegenst\u00e4nde kaum wie Exponate eines Museums. So steht in jeder Wohnung ein Telefon, mit welchem die Besucher sich gegenseitig anrufen k\u00f6nnen. In der Kommune steht ein Plattenspieler, auf dem selbstst\u00e4ndig verschiedene Titel aufgelegt werden k\u00f6nnen. Neben den Beschriftungen, die an den W\u00e4nden h\u00e4ngen, werden auch erkl\u00e4rende Videos in einzelnen R\u00e4umen abgespielt. Diese zeigen Interviews mit den ehemaligen Bewohnern der Wohnungen und geben interessante Hintergrundinformationen zum Alltag in den Siebziger Jahren. Besondere Einrichtungen stellen neben den Wohnungen eine gyn\u00e4kologische Praxis und ein erst k\u00fcrzlich eingebauter Kindergarten von 1974 dar. Auch die Toiletten, die sich zu der Zeit auf dem Gang befanden und von den Bewohnern der jeweiligen Wohnungen geteilt werden mussten und die Kellerr\u00e4ume wurden originalgetreu eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video height=\"320\" style=\"aspect-ratio: 568 \/ 320;\" width=\"568\" controls src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2022\/08\/Video.mov\"><\/video><figcaption>Blick auf den Esstisch in der Wohnung des Hippie-Paares. Im Hintergrund ist ein Interview mit dem ehemaligen Bewohner zu h\u00f6ren.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die Period Rooms in Den Gamle By er\u00f6ffnen hinsichtlich ihrer Konzeption neue \u00dcberlegungen. So kann insbesondere die Einbeziehung von Interviews mit den ehemaligen Bewohnern eine sinnvolle M\u00f6glichkeit sein, die jeweiligen Interieurs einordnen zu k\u00f6nnen. Jedoch erzeugen einige der vom Museum hinzugef\u00fcgten Aspekte eine zu starke Inszenierung und f\u00fchren zur Erschaffung eines k\u00fcnstlichen Bildes. Gleichzeitig entwickeln gerade diese Aspekte eine gro\u00dfe Wirkung auf die Besucher und k\u00f6nnen gro\u00dfe Vorteile hinsichtlich der Geschichtsvermittlung bringen. In jedem Fall ist Den Gamle By einen Besuch wert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem ich im ersten Teil meines Berichts zum Den Gamle By bereits ein wenig zu den Wohnungen von 1974 erz\u00e4hlt habe, m\u00f6chte ich nun genauer auf die Konzeption eingehen. Das Besondere an den R\u00e4umen ist nicht nur die Ausstattung, sondern auch die verschiedenen Details, die den Zimmern hinzugef\u00fcgt wurden. 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