{"id":1775,"date":"2018-04-06T20:41:30","date_gmt":"2018-04-06T18:41:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1775"},"modified":"2018-04-06T20:42:53","modified_gmt":"2018-04-06T18:42:53","slug":"eindruecke-aus-der-groessten-aegyptensammlung-des-ruhrgebiets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/04\/06\/eindruecke-aus-der-groessten-aegyptensammlung-des-ruhrgebiets\/","title":{"rendered":"Eindr\u00fccke aus der gr\u00f6\u00dften \u00c4gyptensammlung des Ruhrgebiets"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1775 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1775')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1775').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Jh. hatten sich die dortigen B\u00fcrger eine eigene Mumie gew\u00fcnscht. So gr\u00fcndete man 1886 einen entsprechenden Verein, sammelte Geld durch die Ausgabe von Anteilsscheinen und schritt noch im selben Jahr zur Tat. Die gekaufte \u201eHammer Mumie\u201c steht zwar am Anfang der st\u00e4dtischen \u00c4gyptensammlung. Erhalten geblieben ist sie uns aber leider nicht. Wie unz\u00e4hlige weitere Kulturg\u00fcter hat sie die Zerst\u00f6rungen des 2. Weltkriegs nicht \u00fcberlebt und ist daher nur als Photo in der heutigen Ausstellung vertreten. Was im Gustav-L\u00fcbcke-Museum im Original zu sehen ist, stammt vor allem aus dem Besitz des Mannes, nach dem das Haus benannt wurde: der Kunstsammler, Freimaurer und erste Museumsdirektor Gustav L\u00fcbcke (1868-1925).<\/p>\n<figure id=\"attachment_1779\" aria-describedby=\"caption-attachment-1779\" style=\"width: 303px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1779\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Sarg-e1523038520152-225x300.jpg\" width=\"303\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Sarg-e1523038520152-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Sarg-e1523038520152-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Sarg-e1523038520152-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 303px) 85vw, 303px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1779\" class=\"wp-caption-text\">Schwer beeindruckend: Steinsarkophag eines \u00e4gyptischen W\u00fcrdentr\u00e4gers. Davor stehen zwei Kanopen, die Gef\u00e4\u00dfe in denen die Innerein des Verstorbenen nach dessen Mumifizierung aufbewahrt wurden.<\/figcaption><\/figure>\n<p>In ihrer Gesamtheit bieten die Objekte einen Einblick in die materielle Kultur und Kunst des alten \u00c4gypten, von der Zeit des Alten Reichs bis ins fr\u00fche Mittelalter. Ferner spiegeln sie auch die Interessen und M\u00f6glichkeiten der Sammler des sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20 Jh. wider. Damals war es f\u00fcr wohlhabende Europ\u00e4er noch ohne Weiteres m\u00f6glich, Altert\u00fcmer in gro\u00dfer Menge aus dem Land des Nils zu beziehen bzw. als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Erst im Jahre 1981 sollte die \u00e4gyptische Regierung diesen Aktivit\u00e4ten mit einem allgemeinen Ausfuhrverbot den Riegel vorschieben.<\/p>\n<p>Viele der Objekte sind daher entweder von sich aus klein, oder auf ein Format zugeschnitten, das Mobilit\u00e4t erm\u00f6glicht. Prominente Ausnahme stellt im Hammer Museum ein massiver steinerner Sarg eines \u00e4gyptischen W\u00fcrdentr\u00e4gers dar. Dieser h\u00e4tte zu keiner Zeit in eine Reisetasche gepasst! Doch er zeugt, wie die ehemalige \u201eHammer Mumie\u201c, vom besonderen Interesse der Europ\u00e4er an den Bestattungsriten der alten \u00c4gypter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1777\" aria-describedby=\"caption-attachment-1777\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1777 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Uschabti-e1523038735697-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Uschabti-e1523038735697-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Uschabti-e1523038735697-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Uschabti-e1523038735697-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1777\" class=\"wp-caption-text\">Kleiner Helfer f\u00fcr das Jenseits: Blauer Fayence-Uschabti neben seinem Uschabti-Kasten.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu meinen Lieblingsobjekten in jeder derartigen Ausstellung geh\u00f6ren die Uschabtis: kleine mumienf\u00f6rmige Skulpturen aus Stein, Ton, Holz oder Fayence, die den Verstorbenen seit dem sp\u00e4ten 3. Jahrtausend v. Chr. ins Grab gelegt wurden. Meist handelt es sich um Darstellungen von M\u00e4nnern mit typisch \u00e4gyptischer Frisur und Kinnbart. Ihre Arme sind vor der Brust gekreuzt und in ihren H\u00e4nden halten sie kleine, aufgemalte Werkzeuge. Diese sollten sie benutzen, um f\u00fcr den Verstorbenen in der Totenwelt zu arbeiten. In den Gr\u00e4bern der Reichen und Sch\u00f6nen finden sie sich daher zu Hunderten. F\u00fcr einen Pharao konnten es \u00fcber tausend Uschabtis werden. Zu ihrer Aufbewahrung dienten spezielle Uschabti-K\u00e4sten, von denen einer im Hammer Museum bewundert werden kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1781\" aria-describedby=\"caption-attachment-1781\" style=\"width: 292px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1781\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Relief-e1523038844920-225x300.jpg\" width=\"292\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Relief-e1523038844920-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Relief-e1523038844920-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Relief-e1523038844920-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/Relief-e1523038844920.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 292px) 85vw, 292px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1781\" class=\"wp-caption-text\">Macht macht sch\u00f6n: \u00c4gyptische Herrscherin im Relief.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Anhand einiger Kalksteinreliefs k\u00f6nnen die Besonderheiten der \u00e4gyptischen Bildhauerkunst nachvollzogen werden. So ging es bei der Darstellung einer K\u00f6nigin nicht darum, ein naturgetreues Portr\u00e4t anzufertigen. Vielmehr erscheint die Monarchin unabh\u00e4ngig von ihrem tats\u00e4chlichen Alter und ihrer k\u00f6rperlichen Verfassung als junge, athletische Frau. Jeder Bestandteil ihres K\u00f6rpers ist aus der Perspektive abgebildet, die dessen Wesen und makellosen Zustand am besten verdeutlicht. So sieht man den Kopf von der Seite &#8211; das Auge blickt uns aber frontal entgegen. Der Oberk\u00f6rper mit seinen kr\u00e4ftigen Schultern ist uns gleicherma\u00dfen zugewandt, w\u00e4hrend wir die weibliche Rundung von der Seite sehen etc.<\/p>\n<p>Noch viel mehr k\u00f6nnte an dieser Stelle geschrieben werden, sei es \u00fcber einzelne Objekte, sei es \u00fcber die Ausstellung, die ihren Besuchern einen sehr anschaulichen Gang durch die \u00e4gyptische Geschichte bietet. Sie zu besuchen, kann ich jedem Paderborner sehr empfehlen, sofern er oder sie es nicht ohnehin schon l\u00e4ngst getan haben.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe und bis bald!<\/p>\n<p>Ihr Paul Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gr\u00f6\u00dfte Sammlung \u00e4gyptischer Altert\u00fcmer im Ruhrgebiet gibt es zwar nicht in Paderborn. Doch gl\u00fccklicherweise befindet sie sich im Museum einer Stadt, die mit dem Zug in unter einer Stunde und ohne l\u00e4stiges Umsteigen zu erreichen ist: im Gustav-L\u00fcbcke-Museum im sch\u00f6nen Hamm. Bereits im sp\u00e4ten 19. 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