{"id":1750,"date":"2018-04-01T13:43:39","date_gmt":"2018-04-01T11:43:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1750"},"modified":"2018-04-01T19:51:29","modified_gmt":"2018-04-01T17:51:29","slug":"die-medusen-aus-der-paderquelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/04\/01\/die-medusen-aus-der-paderquelle\/","title":{"rendered":"Die Medusen aus der Paderquelle"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1750 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1750')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1750').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Zwei besonders herausragende Exponate sind die runden, gr\u00fcn patinierten <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1754\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/f.jpg\" width=\"306\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/f.jpg 423w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/f-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 85vw, 306px\" \/>Bronzebleche.\u00a0 Gefunden wurden sie im Jahre 1934, angeblich im Paderquellgebiet. Sie lassen sich auf das 7. oder 6. vorchristliche Jahrhundert datieren, wurden im etruskischen Norditalien hergestellt und erst nach langer Reise in der Paderquelle versenkt. Vielleicht dienten sie zuletzt als Opfergaben, als Geschenk f\u00fcr eine uns nicht bekannte Gottheit der Quelle.<\/p>\n<p>Wertgegenst\u00e4nde in Gew\u00e4ssern zu versenken, war im vorchristlichen Europa jedenfalls eine weit verbreitete religi\u00f6se Praxis. Vielleicht bildet sie den historischen Kern von so mancher Sage aus sp\u00e4teren Jahrhunderten. Bekommt nicht der legend\u00e4re K\u00f6nig Artus sein Schwert gereicht von einer mysteri\u00f6sen Frau aus einem See und muss dieses Schwert nicht nach seinem Tode zur\u00fcck ins Wasser geworfen werden! Auch der skandinavische Held Beowulf findet ein altes Schwert auf dem Grund eines Sees, gerade rechtzeitig um damit ein menschenfressendes Unget\u00fcm zu enthaupten.<\/p>\n<p>Hergestellt wurden die beiden Bronzebleche um den Schild oder Brustpanzer eines etruskischen Soldaten zu zieren. Wie genau sie ihren Weg in die Region Paderborn gefunden haben, k\u00f6nnen wir nicht mehr rekonstruieren. Wurden sie von einem H\u00e4ndler \u00fcber die Alpen gekarrt und verkauft? Oder waren sie Teil einen Gabentauschs unter Reichen und Sch\u00f6nen? Gut bekannt ist n\u00e4mlich, dass die einheimischen Eliten der fr\u00fchen Eisenzeit gro\u00dfe Fans mediterraner Produkte waren. Neben gro\u00dfen Mengen Wein fand so manch Meisterwerk des antiken Kunsthandwerks den Weg nach Norden. Ein besonders ber\u00fchmtes Beispiel ist der \u201eKrater von Vix\u201c, ein etwa 1,60m hohes Bronzegef\u00e4\u00df, gefunden im Grab einer keltischen Aristokratin im n\u00f6rdlichen Frankreich.<\/p>\n<p>Noch etwas haben der \u201eKrater von Vix\u201c und die beiden Bronzebleche im Pfalzmuseum gemeinsam:\u00a0 Auf beiden k\u00f6nnen wir ein rundliches Gesicht mit gro\u00dfen Glubschaugen erkennen und einem breiten Mund mit spitzen <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1756 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/dT1hSFIwY0Rvdkx6TmpMV2R0ZUMxc2F-300x241.jpg\" width=\"300\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/dT1hSFIwY0Rvdkx6TmpMV2R0ZUMxc2F-300x241.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/04\/dT1hSFIwY0Rvdkx6TmpMV2R0ZUMxc2F.jpg 571w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/>Z\u00e4hnen. Dargestellt ist Medusa, eines der bekanntesten Ungeheuer der klassischen Mythologie. Ihr Angesicht finden wir auch auf zahlreichen antiken M\u00fcnzen.<\/p>\n<p>Einst soll Medusa eine Frau von besonderer Sch\u00f6nheit gewesen sein. Der Meeresgott Poseidon stellte ihr nach und fiel ausgerechnet im Tempel der Athena, der G\u00f6ttin der Weisheit, \u00fcber sie her. Das erz\u00fcrnte die G\u00f6ttin, deren Rache f\u00fcr die Ruhest\u00f6rung sich wohlgemerkt nicht gegen den m\u00e4chtigen T\u00e4ter, sondern gegen sein Opfer richtete: Athena verwandelte Medusa in eine Kreatur von h\u00e4sslichem Antlitz. Wer es erblickte, musste sich vor Schreck auf der Stelle in einen Stein verwandeln. Anstelle der Haare trug die Ungl\u00fcckliche fortan ein B\u00fcschel lebender Schlangen auf dem Kopf. Letzteren abzuschlagen oblag dem griechischem Helden Perseus!<\/p>\n<p>Angeblich wuchs Perseus auf einer Insel in der \u00c4g\u00e4is auf, in der sicheren Obhut seiner alleinerziehenden Mutter. Deren Zuneigung wollte er mit keinem Schwiegervater teilen. Sogar den Avancen des K\u00f6nigs stellte er sich entgegen. Letzterer wusste sich allerdings zu helfen: Er schickte Perseus einfach auf ein gef\u00e4hrliches Abenteuer, von dem er hoffte, dass er nie zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Der Junge sollte die Medusa finden, ihr den Kopf abschlagen und diesen als Geschenk f\u00fcr den K\u00f6nig zur\u00fcckbringen!<\/p>\n<p>Allein w\u00e4re Perseus an dieser Aufgabe mit Sicherheit gescheitert. Schlie\u00dflich h\u00e4tte bereits ein einziger Blick in das Angesicht des Monsters gereicht, um den J\u00fcngling mit \u00d6dipus-Komplex in einen leblosen Felsklotz zu verwandeln. Doch er bekam g\u00f6ttliche Hilfe. Athena, die ihren Hass auf Medusa immer noch nicht \u00fcberwunden hatte, schenkte dem angehenden Helden ein scharfes Schwert, ein Paar gefl\u00fcgelter Sandalen mit denen er zum Versteck der Medusa fliegen konnte und einen Spiegel. Letzterer war entscheidend. Dank ihm musste Perseus sein gef\u00e4hrliches Opfer n\u00e4mlich nicht direkt ansehen. Er beobachtete Medusa nur im Spiegel, n\u00e4herte sich im R\u00fcckw\u00e4rtsgang und \u2026 zack. Kopf ab und schnell in einen Lederbeutel!<\/p>\n<p>Gl\u00fccklich wurde der K\u00f6nig, der von Perseus den Kopf der Medusa gefordert hatte, \u00fcbrigens nicht. Sobald er seinem Geschenk n\u00e4mlich ins Gesicht sah, verwandelte er sich in einen Stein. T\u00f6dlich war Medusas Blick auch \u00fcber ihren Tod hinaus\u2026<\/p>\n<p>Der Trick mit dem Spiegel wurde aber wenige Jahrtausende sp\u00e4ter wieder versucht, als die britische Zauberschule Hogwarts ebenfalls von einem Monster mit fatalem Blick heimgesucht wurde. Allerdings war das Ergebnis diesmal durchwachsen: Hermine wurde durch den Anblick des Basilisken im Spiegel zwar nicht g\u00e4nzlich versteinert. Doch musste sie den Rest des zweiten Harry Potter-Bands im Koma verbringen.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zu den Medusen auf unseren Bronzeblechen. Auf den Schilden und R\u00fcstungen etruskischer Krieger sollten sie potenziellen Feinden einen Schrecken einjagen: sie ebenfalls, zumindest im \u00fcbertragenen Sinne, in Stein verwandeln! Wer glaubt dem standhalten zu k\u00f6nnen, kann sich im Pfalzmuseum selbst auf die Probe stellen. Wer nicht in Panik aus dem Museum rennt, ist dann herzlich eingeladen, sich im Foyer an einer meiner kleinen Stadtschreiber-Umfragen zu beteiligen.<\/p>\n<p>Frohe Ostern und bis bald!<\/p>\n<p>Ihr Paul Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch die fr\u00fche Siedlungsgeschichte Paderborns, bzw. des Gebiets auf dem Paderborn heute steht, wird im Museum in der Kaiserpfalz behandelt. 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