{"id":1712,"date":"2018-03-20T20:11:58","date_gmt":"2018-03-20T19:11:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1712"},"modified":"2018-03-20T20:11:58","modified_gmt":"2018-03-20T19:11:58","slug":"kaiserpfalzmuseum-teil-2-grabbeigaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/03\/20\/kaiserpfalzmuseum-teil-2-grabbeigaben\/","title":{"rendered":"Kaiserpfalzmuseum, Teil 2: Grabbeigaben!"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1712 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1712')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1712').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Derartige Objekte haben meist zweierlei gemeinsam.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1726\" aria-describedby=\"caption-attachment-1726\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1726 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1995-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1995-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1995-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1995-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1995.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1726\" class=\"wp-caption-text\">Die Schatten der Vergangenheit, deren materielle Kultur nur\u00a0bruchst\u00fcckhaft erhalten geblieben ist.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erstens: Sie wurden aus unorganischen Materialien hergestellt, die \u00fcber Jahrtausende im feuchten Boden nicht verfault sind. Zwar ist \u00fcberaus wahrscheinlich, dass die Bauernkinder zu Zeiten Karls des Gro\u00dfen mit Strohpuppen gespielt haben, sich kleine Boote aus Zweigen bastelten und diese in die Pader tauchten. Arch\u00e4ologische Hinterlassenschaften dieses Treibens k\u00f6nnen wir aber nicht erwarten. Vielmehr sind es Perlen und T\u00f6pfe aus gebranntem Ton, eiserne Werkzeuge und Waffen sowie M\u00fcnzen, die der Spaten der Ausgr\u00e4ber ans Tageslicht und in die Museumsvitrine bef\u00f6rdert hat. Auch sehen diese Objekte keinesfalls mehr aus wie fr\u00fcher. Farben sind verblasst und metallene Oberfl\u00e4chen korrodiert. Wir sprechen von einer \u201ePatina\u201c, die aus mehreren Schichten besteht und je nach Bodenverh\u00e4ltnissen eine unterschiedliche F\u00e4rbung aufweisen kann. Lediglich im Falle der M\u00fcnzen aus Edelmetall k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass sie ihr Erscheinungsbild weitgehend gewahrt haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1730\" aria-describedby=\"caption-attachment-1730\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1730\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1994-300x185.jpg\" width=\"200\" height=\"123\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1994-300x185.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1994-768x474.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1994-1024x632.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1994.jpg 1192w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 85vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1730\" class=\"wp-caption-text\">Nicht nur am Kaiserhofe legten Damen auf eine elegante Erscheinung wert, wie diese fr\u00fchmittelalterlichen Perlen belegen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zweitens: Die besterhaltenen Objekte stammen aus Gr\u00e4bern.\u00a0Dort hinein\u00a0wurden die seinerzeit sch\u00f6nsten T\u00f6pferwerke und Schmuckst\u00fccke gelegt und damit aus dem t\u00e4glichen Verkehr genommen, ehe sie abgenutzt und besch\u00e4digt waren. Waffen und Werkzeuge w\u00e4ren ferner nach dem Ende ihrer N\u00fctzlichkeit immer wieder eingeschmolzen worden. Zu kostbar war Eisen, als dass man sie einfach entsorgt h\u00e4tte. So hat nur \u00fcberdauert, was dem Schmelzofen durch Verlorengehen entrinnen konnte, oder weil es in ein sicheres Grab gelegt wurde.<\/p>\n<p>Bleibt nur die Frage, warum die Menschen der Region ihren Verstorbenen diese Dinge mit ins Grab legten. Eine oft geh\u00f6rte Antwort lautet: Es handelt sich um Ausr\u00fcstung f\u00fcr ein Leben nach dem Tode. Doch das ist reine Spekulation! Uns liegen n\u00e4mlich keine \u201egermanischen\u201c Glaubensbekenntnisse aus der Zeit vor. Lediglich aus den Federn christlicher Autoren\u00a0stammen einige Ausf\u00fchrungen, die wir allerdings mit gro\u00dfer\u00a0Vorsicht\u00a0genie\u00dfen m\u00fcssen. Sie\u00a0geben n\u00e4mlich\u00a0in keiner Weise\u00a0die\u00a0religi\u00f6sen Vorstellungen\u00a0der\u00a0Beschriebenen wieder, sondern lediglich die christliche Sicht auf diese. Wie sehr letztere durch das Alte Testament\u00a0bestimmt war, zeigt die\u00a0immer wiederkehrende\u00a0Behauptung, die &#8222;Heiden&#8220; w\u00fcrden selbstgemachte &#8222;G\u00f6tzen&#8220; verehren. Ihren Ursprung hat dieses Klischee beim Goldenen Kalb.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1720\" aria-describedby=\"caption-attachment-1720\" style=\"width: 311px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1720 \" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/Graburne-Bronzezeit-225x300.jpg\" width=\"311\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/Graburne-Bronzezeit-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/Graburne-Bronzezeit-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/Graburne-Bronzezeit-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/Graburne-Bronzezeit.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 85vw, 311px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1720\" class=\"wp-caption-text\">Deutlich \u00e4lter als Homer: Eine bronzezeitliche Graburne aus dem Gebiet der heutigen Innenstadt.<\/figcaption><\/figure>\n<p>So wissen wir nicht, wie sich die Menschen der Region\u00a0vor Ankunft des Christentums\u00a0ihr Jenseits vorstellten, was man dorthin mitbringen musste und was bei Vers\u00e4umnis drohte. Dass selbst die reichsten Grabbeigaben aber keinesfalls dem Verstorbenen zu Gute kommen m\u00fcssen, verr\u00e4t uns der griechische Dichter Homer aus dem 7. Jh. v. Chr., dem wir die Geschichte vom Trojanischen Krieg verdanken. Er l\u00e4sst seinen prominentesten Helden, den listigen Griechenk\u00f6nig Odysseus, zum Besuch bei den Toten in die Unterwelt hinabsteigen. Diese existieren allerdings nur als \u201eSchatten\u201c ihrer fr\u00fcheren selbst, ohne jede Lebenskraft und Freude. So teilt der vor Troja gefallene Achilles seinem fr\u00fcheren Kampfgef\u00e4hrten in bitterer Klage mit, dass er jetzt lieber ein Tagel\u00f6hner unter den Lebenden w\u00e4re als ein K\u00f6nig unter den Toten. Die \u00fcppigen Grabbeigaben, mit denen Odysseus und die anderen Griechen das Grab des Achilles gef\u00fcllt hatten, haben letzterem folglich absolut nichts genutzt!<\/p>\n<figure id=\"attachment_1722\" aria-describedby=\"caption-attachment-1722\" style=\"width: 245px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1722\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1993-1-225x300.jpg\" width=\"245\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1993-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1993-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1993-1-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/03\/DSC_1993-1.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 245px) 85vw, 245px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1722\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fchmittelalterliche Graburne.<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr die Existenz reicher Grabbeigaben gibt es allerdings auch eine andere, nicht-religi\u00f6se Erkl\u00e4rung. Demnach dienen sie vor allem der Selbstdarstellung der Hinterbliebenen. Durch das \u00f6ffentliche Versenken einiger Wertst\u00fccke an der Seite des Toten wurde der eigene Wohlstand demonstriert. Ferner konnte man den Anschein vermeiden, \u00fcberm\u00e4\u00dfig vom Ableben eines anderen Menschen profitieren zu wollen. So und durch deutliches Zuschaustellen der eigenen Betroffenheit wurde der Verdacht vermieden, wom\u00f6glich seine H\u00e4nde im Spiel gehabt zu haben. Bis heute wird bekanntlich \u00f6ffentlich getrauert und ein Teil des Erbes in Todesanzeigen, Begr\u00e4bnisfeiern und edle S\u00e4rge investiert! Auch letzterer ist, wenn man es Recht sieht, eine teure Grabbeigabe. Un\u00e4hnlich sind unsere Sitten denen der Vorfahren also nicht.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe und bis bald!<\/p>\n<p>Paul Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die Pracht des Herrscherhofs, bzw. deren \u00dcberreste, folgen Objekte aus dem Leben der \u201eeinfachen Menschen\u201c der Region. Einen allumfassenden Einblick in die materielle Kultur der Sp\u00e4tantike und des fr\u00fchen Mittelalters kann man allerdings nicht erwarten. Der Grund: Es kann nur ausgestellt werden, was sich \u00fcber Jahrtausende erhalten hat. 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