{"id":1678,"date":"2018-03-13T08:16:17","date_gmt":"2018-03-13T07:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1678"},"modified":"2018-03-13T08:16:17","modified_gmt":"2018-03-13T07:16:17","slug":"die-zukunft-staedtischer-museen-einblicke-in-eine-diskussion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/03\/13\/die-zukunft-staedtischer-museen-einblicke-in-eine-diskussion\/","title":{"rendered":"Die Zukunft st\u00e4dtischer Museen: Einblicke in eine Diskussion"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1678 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1678')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1678').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Museen sind deshalb gleicherma\u00dfen Orte des Sammelns, des Bewahrens, des Ausstellens, Publizierens und Forschens. Ihre Entstehung seit dem 18.Jh. ist meist eng mit dem Aufkommen einer b\u00fcrgerlichen \u00d6ffentlichkeit und der Fachwissenschaften verkn\u00fcpft: das Kunstmuseum entsteht mit der Kunstgeschichte, das ethnologische Museum mit der V\u00f6lkerkunde etc.<\/p>\n<p>Die ersten st\u00e4dtischen Museen sind ein Ph\u00e4nomen des sp\u00e4ten 19. Jh. Auf Initiative b\u00fcrgerlicher Intellektueller und K\u00fcnstler gegr\u00fcndet erf\u00fcllen sie deren Wunsch nach Bewahrung st\u00e4dtischer Altert\u00fcmer und Geschichtstraditionen. Einer von Reichsgr\u00fcndung, Industrialisierung und neuen sozialen Konflikten gepr\u00e4gten Realit\u00e4t stellten diese H\u00e4user eine romantisch verkl\u00e4rte Vergangenheit gegen\u00fcber, bestehend aus st\u00e4dtischer Unabh\u00e4ngigkeit, z\u00fcnftigem Handwerk, christlicher N\u00e4chstenliebe und tugendbewusstem Adel.<\/p>\n<p>In der Tat erw\u00e4chst das Bed\u00fcrfnis nach erinnernder Bewahrung stets dort, wo sich ein erkennbar irreversibler Wandel vollzieht. Das gilt bis heute, wie ich aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen kann. Ein fr\u00fches Museumspraktikum habe ich an einem st\u00e4dtischen Museum in Nordengland absolviert, dort gelegen, wo der sch\u00f6ne Fluss Tyne in die Nordsee m\u00fcndet. Auch dieses Museum hatte eine gewisse nostalgische Note. Thema war die Geschichte der Hafenregion, unter besonderer Gewichtung der \u201egood old days\u201c: Damals, als der Industriehafen noch boomte (vor Thatcher), ebenso wie der Fischfang (vor der Einf\u00fchrung von EU-Fangquoten)\u2026<\/p>\n<p>Liest man die aktuelle Fachliteratur zu st\u00e4dtischen Museen, st\u00f6\u00dft man schnell auf eine von Museologen und Kulturpolitikern gef\u00fchrte Diskussion \u00fcber deren k\u00fcnftige Rolle in der Gesellschaft. Einige der strittigen Fragen lauten:<\/p>\n<ol>\n<li>Ist es noch zeitgem\u00e4\u00df, eine chronologisch gegliederte Geschichte der Stadt zu bieten, vielleicht begleitet mit illustrierenden Objekten? (z.B. die echten Stiefel die Hauptmann X bei der Verhaftung von Y trug) Falls ja: Wer entscheidet dar\u00fcber, welche Ereignisse der Stadtgeschichte wichtig sind und welche nicht? Bedarf es einer \u201eMeistererz\u00e4hlung\u201c?<\/li>\n<li>Wie k\u00f6nnen neben Ausstellungsmachern und Kommunalpolitikern auch Angeh\u00f6rige der \u00d6ffentlichkeit in die Arbeit \u201eihres\u201c Museums einbezogen werden? Sollte ein Museum neben einer Ausstellungsfl\u00e4che auch eine Diskussionsfl\u00e4che f\u00fcr aktuelle Fragen der Stadtentwicklung und -identit\u00e4t sein?<\/li>\n<li>Ist es die Aufgabe des Museums, der einheimischen Bev\u00f6lkerung als Ort der Erinnerung, der Begegnung und der Diskussion zu dienen? Oder soll das Museum vor allem nach \u00fcberregionaler Bedeutung streben, sich durch \u201eAlleinstellungsmerkmale\u201c auszeichnen und Touristen anlocken? Ist das Museum Teil der \u00f6rtlichen \u201eTourismusindustrie\u201c?<\/li>\n<li>Bedarf es \u00fcberhaupt einer musealen Dauerausstellung? Argument: Sie einzurichten ist eine teure Angelegenheit. Mit bis zu 2.500 Euro muss man rechnen, pro Quadratmeter! Dem entsprechend lange muss die einmal fertiggestellte Ausstellung bestehen bleiben. Ihre Konzeption muss also von vorne herein m\u00f6glichst zeitlos angelegt sein. Doch ist eine zeitlose Ausstellung bei unserem raschen gesellschaftlichen Wandel \u00fcberhaupt m\u00f6glich oder w\u00fcnschenswert? Gegenargument: Nur eine dauerhaft best\u00e4ndige Ausstellung bietet die M\u00f6glichkeit zur l\u00e4ngerfristigen Auseinandersetzung mit ihren Objekten und Inhalten. Ohne Stabilit\u00e4t lassen sich auch keine l\u00e4ngerfristig angelegten und sorgsam erprobten museumsp\u00e4dagogischen Programme entwickeln.<\/li>\n<li>Finanzierung: Wie kann das Versiegen der Zuwendungen aus \u00f6ffentlicher Hand kompensiert werden, ohne in die Abh\u00e4ngigkeit privater Spender zu geraten? Und ohne prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse zu schaffen! M\u00fcssen Museen sich und ihre Ausstellungen besser \u201evermarkten\u201c lernen und lassen sich die aggressiven Methoden der Privatwirtschaft auch im Kulturbetrieb anwenden? Wollen wir das \u00fcberhaupt?<\/li>\n<\/ol>\n<p>Museen existieren nicht abseits der Gesellschaft, sondern in ihr. Sie spiegeln deren kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung, ihre Interessen und Machtverh\u00e4ltnisse wider. Wie uns allen stehen ihnen im 21. Jh. interessante Entwicklungen bevor.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe und bis bald!<\/p>\n<p>Paul Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wichtigste Aufgabe eines jeden Museums ist es, Objekte zu sammeln und unter dem Schutz eines Kurators f\u00fcr die Ewigkeit zu bewahren. Dies geschieht nicht zum Selbstzweck, sondern mit Blick auf die Interessen der Wissenschaft und der breiten \u00d6ffentlichkeit. Letzteren begegnen die Objekte vor allem als Exponate in musealen Ausstellungen. 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