{"id":1598,"date":"2018-02-24T18:46:40","date_gmt":"2018-02-24T17:46:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1598"},"modified":"2018-02-24T18:46:40","modified_gmt":"2018-02-24T17:46:40","slug":"zur-ausstellung-was-haben-huehner-kinderbuecher-maeuse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/02\/24\/zur-ausstellung-was-haben-huehner-kinderbuecher-maeuse\/","title":{"rendered":"Zur Ausstellung \u201eWas haben H\u00fchner, Kinderb\u00fccher, M\u00e4use \u2026\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1598 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1598')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1598').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Thema ihrer f\u00fcnf Wandplakate ist nicht die institutionell verankerte Erinnerungskultur, wie sie in Mahnm\u00e4lern, Jahrestagen und in offiziellen Gedenkveranstaltungen zum Ausdruck kommt: Unter Bezug auf einschl\u00e4gige Forschungsarbeiten haben sich die Macher der Erinnerung im Privaten, Allt\u00e4glichen und in verschiedenen Medien gewidmet. Behandelt wird beispielsweise der Umgang mit dem Geschehenen in den Familien der \u00dcberlebenden, wobei auch Vertreter der zweiten und dritten Generationen zu Wort kommen:<\/p>\n<p><em>\u201eIch musste Deutschland kennenlernen. Ich konnte die Geschichten nicht glauben. Ich musste es mit eigenen Augen sehen. Meine Eltern verboten uns nach Deutschland zu gehen. Wir durften nicht einmal den Namen aussprechen oder Sachen aus Deutschland kaufen\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein inhaltlich und gestalterisch besonders gelungenes Plakat tr\u00e4gt den einpr\u00e4gsam alliterierenden Titel \u201eH\u00fchner und der Holocaust\u201c. Mit den H\u00fchnern sind jene aus dem\u00a0animierten Trickfilm \u201e<strong>Chicken Run<\/strong>\u201c gemeint, einem Kinohit aus dem Jahre 2000. Er erz\u00e4hlt die Geschichte sprechender Legehennen, denen die Verarbeitung zu H\u00fchnerpastete droht, was im Netz als \u201eallusion to the Holocaust\u201c interpretiert wurde. Konkret parodiert \u201eChicken Run\u201c allerdings einen Film der 1960er Jahre, der nur im weitesten Sinne mit dem Holocaust zu tun hat: den Film \u201e<strong>Gesprengte Ketten<\/strong>\u201c. Dieser handelt von den Ausbruchsversuchen britischer Soldaten aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager. Seither, so die These der Ausstellungsmacher, hat sich der Holocaust allerdings international \u201eals vorherrschendes Narrativ des 2. Weltkriegs\u201c etabliert und die nationalen Narrative mit ihrem Fokus auf den Heldentaten der eigenen Soldaten und Zivilisten abgel\u00f6st. An ihn erinnern uns auch aktuell wahrgenommene Akte der Unmenschlichkeit. So sei es naheliegend, dass ein Film wie \u201eChicken Run\u201c heute prim\u00e4r Assoziationen an den Holocaust wecke und nicht wie sein Vorg\u00e4nger \u201eGesprenge Ketten\u201c an Heroismus und Widerstand.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich die einzelnen Plakate betrachte, bemerke ich einen \u00e4lteren Herrn mit Schal und Schirmm\u00fctze neben mir. Unter dem linken Arm tr\u00e4gt er einen d\u00fcnnen Stapel B\u00fccher. Mit interessierter Miene mustert er die Plakate und nickt dabei immer wieder. Dann wendet er sich pl\u00f6tzlich mir zu und deutet mit ausgestrecktem Finger auf den Schriftzug: \u201eIlse Koch lie\u00df Lampenschirme aus Menschenhaut anfertigen.\u201c \u201eDas ist wirklich so <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1600 alignright\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/IMG_9518-1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/IMG_9518-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/IMG_9518-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/IMG_9518-1-1200x1600.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/>gewesen\u201c, versichert er mir in engagierten Ton. \u201eAls Jugendlicher habe ich ein Buch dar\u00fcber gelesen.\u201c Ich m\u00f6chte mehr erfahren. Ich frage ihn: \u201eSind Sie gekommen um die Ausstellung zu sehen oder sind Sie zuf\u00e4llig hier?\u201c Er sei zuf\u00e4llig hier, lautet die Antwort. In wenigen Augenblicken hat er sich bereits abgewandt und in Richtung Bibliotheksausgang entfernt, noch ehe ich ihn in ein Gespr\u00e4ch verwickeln kann.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist noch bis <strong>4. M\u00e4rz<\/strong> zu sehen. Wer in den n\u00e4chsten Tagen an der Universit\u00e4t zu tun hat, sollte deshalb 20 Extra-Minuten einplanen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Rezeption des Holocausts befasst sich eine aktuell in der Universit\u00e4tsbibliothek gezeigte Ausstellung. 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