{"id":1581,"date":"2018-02-19T16:47:22","date_gmt":"2018-02-19T15:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/?p=1581"},"modified":"2018-02-19T16:47:22","modified_gmt":"2018-02-19T15:47:22","slug":"die-venus-vom-kamp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/2018\/02\/19\/die-venus-vom-kamp\/","title":{"rendered":"Die Venus vom Kamp"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1581 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1581')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1581').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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Dass sie nicht der Erregung \u00f6ffentlichen \u00c4rgernisses bezichtigt wird, verdankt sie vor allem ihrer Ber\u00fchmtheit. Man kennt ihre Erscheinung aus dem Geschichtsbuch und aus Reisef\u00fchrern. Vergleichbare Standbilder zieren die Eingangsr\u00e4ume von K\u00fcnstlerateliers und mediterranen Restaurants. L\u00e4ngst haben sie die F\u00e4higkeit verloren\u00a0selbst den konservativsten Zeitgenossen zu emp\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ebenso vertraut sind die Identit\u00e4t der Abgebildeten und die Geschichten, die man sich seit Jahrtausenden \u00fcber sie erz\u00e4hlt: Ihr Sieg in einem Sch\u00f6nheitswettbewerb soll zum Krieg um Troja gef\u00fchrt haben und ihr Sohn ist angeblich Stammvater der R\u00f6mer. Es handelt sich, wie dem Leser l\u00e4ngst bewusst ist, um die antike Liebesg\u00f6ttin: Aphrodite bei den alten Griechen genannt und\u00a0Venus bei den R\u00f6mern.<\/p>\n<p>Darstellungen der G\u00f6ttin mit sp\u00e4rlicher oder \u00fcberhaupt keiner Bekleidung finden sich in der antiken Kunst ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. Auch Skandale sind \u00fcberliefert: Dem Bildhauer Praxiteles soll es gelungen sein, eine Marmorstatue von solcher Sch\u00f6nheit anzufertigen, dass Menschen von nah und fern ihren Tempel auf der Insel Knidos besuchten. Ein junger Mann konnte nicht widerstehen! Er versteckte sich und lie\u00df sich eine Nacht mit der Statue einschlie\u00dfen. Ob er sich am n\u00e4chsten Morgen vor Schande selbst von den Klippen st\u00fcrzte, oder ob ihm von den erz\u00fcrnten Inselbewohnern dabei geholfen wurde, ist nicht bekannt&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1585 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/DSC_1316-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/DSC_1316-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/DSC_1316-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/DSC_1316-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/stadtschreiber\/files\/2018\/02\/DSC_1316.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Konkretes Vorbild f\u00fcr die \u201eVenus vom Kamp\u201c ist die \u201eVenus von Milo\u201c, so benannt nach der \u00e4g\u00e4ischen Insel Melos, auf der sie im Jahre 1820 von einem Bauern entdeckt wurde. In einem Handgemenge zwischen osmanischen und franz\u00f6sischen Soldaten konnten sich letztere durchsetzen: So fand die G\u00f6ttin ihren Weg in den Pariser Louvre. Dessen Galerien hatten sich nach der Niederlage Napoleons 1815 deutlich geleert, da die Siegerm\u00e4chte ihre nach Frankreich verbrachten Kunstwerke ins eigene Land zur\u00fcckholen konnten. Unter diesen befand sich die ber\u00fchmte \u201eMedici-Venus\u201c aus Italien, die bis dahin am meisten gelobte Vertreterin ihrer Art. F\u00fcr ihren Verlust war man in Paris\u00a0mit der \u201eVenus von Milo\u201c mehr als entsch\u00e4digt. Heute ist sie sogar die deutlich Ber\u00fchmtere der beiden Statuen! Selbst f\u00fcr die eiligsten Besucher des Louvre geh\u00f6rt\u00a0sie zum Pflichtprogramm, wie sonst nur die \u201eMona Lisa\u201c. Kunsthistoriker datieren ihre Entstehung auf das sp\u00e4te 2. Jahrhundert v. Chr.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit, die die \u201eVenus vom Kamp\u201c von der \u201eVenus von Milo\u201c geerbt hat, sind die fehlenden Arme. Was hielt die G\u00f6ttin einst in ihren H\u00e4nden? Ein Zepter? Einen Schild? Einen Spiegel? Oder etwa den Apfel, den der trojanische Prinz Paris ihr \u00fcberreicht haben soll? Geh\u00f6rte die \u201eVenus von Milo\u201c vielleicht sogar zu einer Statuengruppe? Hatte sie ihre Arme z\u00e4rtlich um die Schultern ihres mythischen Liebhabers geschlungen, den Kriegsgott Mars? All diese Theorien sind ebenso plausibel wie nicht beweisbar!<\/p>\n<p>Zwar handelt es sich bei der \u201eVenus vom Kamp\u201c um eine Kopie. Doch auch diese haben bei antiken Statuen eine lange Tradition. So dienen derartige St\u00fccke aus Gips den Sch\u00fclern der K\u00fcnste seit Jahrhunderten als Zeichenvorlage. In M\u00fcnchen f\u00fcllen sie beispielsweise ein ganzes Museum: Eintritt frei, gleich neben der Glyptothek!<\/p>\n<p>Prim\u00e4re Aufgabe der \u201eVenus vom Kamp\u201c scheint es, die Aufmerksamkeit des Passanten auf die Angebote eines Bademode-Gesch\u00e4fts zu lenken. Unabh\u00e4ngig davon tr\u00e4gt sie einen Hauch von klassischer Kunst und mediterraner Eleganz in die Paderborner Innenstadt. Hoffen wir, dass sie dort noch lange steht!<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe und bis bald,<\/p>\n<p>Paul Duschner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man begegnet ihr, wenn man in der Paderborner Innenstadt den Kamp entlang in Richtung Marktkirche spaziert: die Statue einer Dame auf einem quadratischen Sockel, mit einer f\u00fcr die kalte Jahreszeit ganz ungen\u00fcgenden Bekleidung. Dass sie nicht der Erregung \u00f6ffentlichen \u00c4rgernisses bezichtigt wird, verdankt sie vor allem ihrer Ber\u00fchmtheit. 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