{"id":139,"date":"2022-07-06T21:32:04","date_gmt":"2022-07-06T19:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sounding-environments\/?page_id=139"},"modified":"2022-07-08T10:27:24","modified_gmt":"2022-07-08T08:27:24","slug":"das-pader-projekt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sounding-environments\/das-pader-projekt\/","title":{"rendered":"Das Pader-Projekt"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_139 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_139')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_139').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Red.] Interesse wurde durch die Exkursion zur Ausstellung <em>Seaphony<\/em><sup>1<\/sup> in Berlin\u00a0und Unterwasseraufnahmen von Jana Winderen<sup>2<\/sup>\u00a0auf das Thema gelenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die unmittelbare N\u00e4he zur Pader hat es sich f\u00fcr uns angeboten, diese zun\u00e4chst als Versuchsobjekt zu mikrophonieren. Bei weiterer Besch\u00e4ftigung kamen wir \u00fcber die Seite\u00a0<em>Geoportal Paderborn<\/em><sup>3<\/sup>\u00a0schlie\u00dflich dazu, dass die Pader auf den wenigen Kilometern bis zum Pader-Lippe-Zusammenfluss verschiedene Soundscapes durchl\u00e4uft (Innenstadt, Erholungsorte, Industriegebiet, Naturschutzgebiete). Aus dieser Idee ist schnell der Plan gewachsen, menschliche Einfl\u00fcsse auf die Unterwasser Soundscape der Pader herauszufinden und diese in einer akustischen Karte des Flusses festzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierf\u00fcr haben wir die Pader zun\u00e4chst in drei f\u00fcr uns sinnvolle Abschnitte unterteilt. Teil 1: Von der Quelle unter bzw. neben dem Paderborner Dom, bis zum M\u00fchlencaf\u00e9. Teil 2: Vom M\u00fchlencaf\u00e9 bis zum ersten Wehr hinter dem Pader See.<br>Teil 3: Vom Wehr hinter dem Pader See bis zum Pader-Lippe-Zusammenfluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Teil 1 und 3 haben wir zu Fu\u00df bestritten und an allen Orten, wo es uns m\u00f6glich war, oder aber alle 50-100 Meter die Str\u00f6mung, interessante Ger\u00e4uschquellen und -gegebenheiten akustisch festgehalten. Im ersten Teil befanden wir uns noch in der Innenstadt. Hier sind selbst Unterwasser teilweise die schreienden Kinder der nahen Schule oder aber Martinsh\u00f6rner zu h\u00f6ren. Au\u00dferdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass man beim Aufnehmen&nbsp;oft mit dem Satz \u201eWas machen Sie da?\u201c angesprochen wird. Darum hat sich bei uns die Arbeitsweise etabliert, dass in Regionen, wo viele Leute unterwegs sind,&nbsp;nur einer aufnimmt und der andere \u201ewachesteht\u201c, um Fragen zu&nbsp;beantworten und abzufangen, die ansonsten auf der Aufnahme zu h\u00f6ren w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im dritten Teil sind wir \u00e4hnlich vorgegangen. Hier war allerdings weniger los und parallel zu den Aufnahmen mit dem Hydrophon&nbsp;\u201eCjossul\u201c der Marke <em>Organic Audio<\/em>&nbsp;konnte noch angenehm mit&nbsp;dem Zoom H3 Mikrophon aufgenommen werden. Ein Mikrophon, dass sich besonders gut zum Einfangen von so genannten \u201eAtmo-Sounds\u201c, also Soundscapes \u00dcberwasser, eignet.&nbsp;Diese&nbsp;Aufnahmen haben wir sp\u00e4ter zum \u201eUnterf\u00fcttern\u201c benutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Teil 2 war der f\u00fcr uns spannendste Teil, da wir hier auf dem Wasser selbst aufgenommen haben und somit noch mehr Teil der Soundscape Unterwasser wurden. Wir haben f\u00fcr diesen Teil des Projektes&nbsp;eng mit dem <em>Kanu Club Paderborn<\/em> zusammengearbeitet und von ihnen ein \u201eZwei-Mann-Kanu\u201c&nbsp;gestellt bekommen. An dieser Stelle m\u00f6chten wir uns ausdr\u00fccklich bei allen Beteiligten bedanken! Mit diesem Kanu war es nun m\u00f6glich, dass einer im Boot mikrophoniert, w\u00e4hrend der andere sich ganz auf das Steuern konzentrieren konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Aufgabenteilung hat sich allerdings als schwieriger herausgestellt, als wir erwartet hatten. Obwohl unsere Leistung sp\u00e4ter von unserem erfahreneren Begleiter als \u201estabil\u201c eingestuft wurde,&nbsp;f\u00fchlten wir uns an vielen Stellen der Str\u00f6mung mehr schlecht als recht Untertan.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann war da noch der Schwan. Vor dem Antritt unserer Fahrt wurden wir vor dem aggressiven Verhalten dieser Tiere gewarnt, vor allem da sie zu dieser Zeit K\u00fcken hatten. Was im ersten Moment lustig klang, hat uns im Nachhinein doch zu denken gegeben. Uns geh\u00f6rt dieser Fluss nicht. Wir sind dort weder zuhause noch besonders geschickt unterwegs und wenn man zu zweit mit technischem Equipment auf einem wackeligen Kanu unterwegs ist, \u00fcberlegt man sich zweimal, ob man sich wirklich mit einem w\u00fctenden 13 Kilo Vogel und seiner Familie anlegen m\u00f6chte. Wir haben uns dagegen entschieden, sind bei Sichtkontakt sofort gelandet und haben eingepackt und die R\u00fccktour angetreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab noch mehr unvorhergesehene Schwierigkeiten wie Sandb\u00e4nke, auf denen wir pl\u00f6tzlich feststeckten oder Orientierungsschwierigkeiten, aber alles in allem waren besonders drei Dinge zu erw\u00e4hnen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Das Kanu an sich macht Ger\u00e4usche, wenn man paddelt, oder mit dem Plastik des Bootes oder der Au\u00dfenh\u00fclle des Hydrophons Unterwasser irgendetwas streift.<\/li><li>Wenn man sich in der gleichen Geschwindigkeit mit der Str\u00f6mung bewegt, ist diese auf dem Hydrophon nicht zu h\u00f6ren (gleiches Prinzip wie Geschwindigkeit, die nicht wahrgenommen wird, wenn man sich mit ihr bewegt).<\/li><li>Die Pader flie\u00dft teilweise so langsam, dass sie von sich aus Unterwasser f\u00fcr das Hydrophon v\u00f6llig ger\u00e4uschlos ist.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Mit all diesen Aspekten muss man bei der Arbeit umgehen. Man kann sie entweder integrieren, umgehen\/ausschneiden oder ver\u00e4ndern.<br>Da unser Projekt das vorhandene Klangbild komprimiert und nicht in voller L\u00e4nge darstellen soll, war&nbsp;uns zuvor schon klar, dass die \u201eklanglosen\u201c Teile der Pader von uns ausgeschnitten, bzw. drastisch&nbsp;gek\u00fcrzt werden w\u00fcrden. Zus\u00e4tzlich haben wir uns entschieden, die \u201eklanglosen\u201c, l\u00e4ngeren&nbsp;Unterwasser-Passagen mit den Aufnahmen des \u201eZoom H3\u201c zu&nbsp;unterf\u00fcttern, um den Zuh\u00f6renden etwas zu geben, woran sich das Ohr orientieren kann.<br>An dieser Stelle steigen wir auch in die Frage zum k\u00fcnstlerischen Aspekt ein.<br>Urspr\u00fcnglich war von meiner [Emil Riesners, Anm. d. Red.] Seite aus noch geplant, dem ganzen Projekt einen k\u00fcnstlerischen Touch zu geben, indem die vorhandenen Strukturen (Str\u00f6mungsgeschwindigkeit, Tiefe, Verlauf des Wassers) durch Synthesizer Sounds interpretiert werden. Ich habe mich allerdings aus Zeitgr\u00fcnden dagegen entschieden, zumal auch die Ver\u00e4nderung der vorhandenen Aufnahmen durch uns einen eindeutig k\u00fcnstlerischen Aspekt pr\u00e4sentiert.<br>So ist unser Ein- und Ausstieg zum Beispiel durch die jeweiligen Glockenschl\u00e4ge des Paderborner Doms und der, am Pader-Lippe-Zusammenfluss befindlichen,&nbsp;St. Heinrich und Kunigunde-Kirche in Schloss Neuhaus umklammert. Zus\u00e4tzlich wurde noch ein Chor aus einer vorher vorhandenen Soundbibliothek eingef\u00fcgt, um die Reise durch das Kirchenschiff hinunter zur Quelle unter dem Dom zu verdeutlichen.&nbsp;Zur Verbildlichung der \u201eInnenstadt\u201c&nbsp;am Anfang des Projektes ist au\u00dferdem eine von uns aufgenommene Prozession zu h\u00f6ren, die nat\u00fcrlich in dieser Form ein einmaliges Event darstellt und nicht zur Standard-Soundscape der Innenstadt geh\u00f6rt.<br>Das Pader-Projekt ist somit im&nbsp;Fahrwasser von Projekten wie der <em>Seaphony<\/em>&nbsp;von Chris Watson et al.&nbsp;oder Jana Winderens \u201eAquaculture\u201c zu&nbsp;h\u00f6ren und stellt eine bewusst erstellte Komposition von tats\u00e4chlichen Klangereignissen dar, die den H\u00f6rer*innen kommentarlos zum Interpretieren und Wahrnehmen \u00fcberlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Fu\u00dfnoten<\/p><cite>1   Website zur Ausstellung <em>Seaphony<\/em>:&nbsp;https:\/\/www.oceans21.org\/de\/projekte\/seaphony\/&nbsp;zuletzt  aufgerufen am 04.07.2022, 14:33 Uhr.<br>2   Jana Winderen: &#8222;Aquaculture&#8220;, auf: Energy Field, EP, Touch (https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YNAcRveixNI), zuletzt aufgerufen am 04.07.2022, 14:37 Uhr.<br>3  Karte \u201eSchutzgebiete (gesamt)\u201c, <em>Geoportal Paderborn<\/em>, https:\/\/kreispaderborn.maps.arcgis.com\/apps\/webappviewer\/index.html?id=248babee773240589fc318071edb704e, zuletzt aufgerufen am 04.07.2022, 13:37 Uhr.<\/cite><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Niklas Hanewacker und Emil Riesner Unser Projekt hat sich f\u00fcr uns teils aus bereits bestehenden pers\u00f6nlichen Interessensbereichen, teils aus neu entstandenen Eindr\u00fccken und Anregungen ergeben.Niklas hatte bereits seit l\u00e4ngerem das Ziel, Aufnahmen mit einem Hydrophon f\u00fcr seine private Soundbibliothek zu machen und mein [Emil Riesners, Anm. d. 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