Außerschulische Aktivitäten und Nicht-Pisa-Fächer wie Kunst oder Musik als positive Faktoren für emotionale und soziale Entwicklung

Immer wieder wird diskutiert, ob Schulfächer wie Kunst, Sport oder Musik an Schulen unterrichtet werden sollten oder nicht. Sind diese Fächer überhaupt wichtig für die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder oder kann man diese auch aus dem Stundenplan streichen? Schließlich werden diese Schulfächer auch als Nicht-Pisa-Fächer bezeichnet, da sie bei den im dreijährigen Rhythmus durchgeführten Pisa-Studien (Programme for International Student Assessment), welche das Schulwissen in den vermeintlich relevantesten Schulfächern überprüfen, nicht berücksichtigt werden.

Mittlerweile beschäftigen sich auch die Pisa-Erfinder mit der Wichtigkeit dieser Fächer und stellen ihren hohen Wert fest. Dass diese Fächer nicht weniger wichtig als beispielsweise Deutsch oder Mathe sind, zeigt sich daran, dass sie für die Ausbildung von emotionaler Widerstandskraft, von Selbstvertrauen, einer positiven Weltsicht und eines aktiven und einfallsreichen Umgangs mit Herausforderungen relevant sind.

Während Pisa-Fächer wie Deutsch oder Mathematik eher mit Hard Skills oder messbarem Wissen in Verbindung stehen, zielen die Nicht-Pisa-Fächer eher auf Soft Skills ab. Dass diese sogenannten Soft-Skills sehr wichtig sind, zeigt sich darin, dass sie eine große Stütze in Bezug auf die mentale und physische Gesundheit, das eigene Wohlbefinden und die Resilienz sind. Folglich ist es beispielsweise leichter mit der aktuellen Corona-Pandemie gut umgehen zu können.

Generell sind sowohl Sport als auch Kunst oder Musik wichtige Fächer oder Hobbys, die dabei helfen, Werte wie Kreativität, Toleranz oder Mitgefühl sowie die emotionale und soziale Intelligenz auszubilden. Zu dieser Feststellung kam die im September 2021 erschienene OECD-Studie „Beyond Academic Learning: First Results from the Survey of Social and Emotional Skills“ (https://www.oecd-ilibrary.org/education/beyond-academic-learning_92a11084-en). Einige dieser Werte, wie beispielsweise Kreativität und Neugier, sind laut der OECD auch grundlegende Fähigkeiten für Arbeitnehmer*innen, um auf das Ausführen von sinnvollen und erfolgreichen Jobs in einer globalisierten Welt bestmöglich vorbereitet zu sein.

Positive Faktoren für emotionale und soziale Entwicklung sind jedoch nicht nur die Nicht-Pisa-Fächer. Auch außerschulische Aktivitäten sind sinnvoll und müssen auch nicht zwingend außerhalb der Schule stattfinden, sondern können beispielsweise in den Ganztag der Schule integriert werden.
Den wirklich interessanten und lesenswerten Artikel findet Ihr unter diesem Link: Von Pisa nach Palermo: Wir brauchen eine neue Bildungsbewegung (berliner-zeitung.de).

Anna Christina Schmidt (Von Studierenden für Studierende)