Hinweisschilder mit Hindernissen

Für Deutschland gelten seit dem 29. April die bundesweiten Bestimmungen einer allgemeinen Maskenpflicht. Diese fordert das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr sowie im Einzelhandel. Durch das verpflichtende Tragen der Maske soll die weitere Ausbreitung des Covid-19- Virus eingedämmt werden (vgl. https://maskenpflicht.org/). Doch was ist, wenn du darauf angewiesen bist, den Mund deines Gegenübers zu sehen. Und was ist, wenn du die wichtigen Hinweisschilder vor dem Supermarkt nicht sehen kannst und so nicht weißt, wie du dich zu Corona-Zeiten verhalten musst?

Über viele Hindernisse, die für blinde, sehbehinderte und gehörlose Menschen nun zum Alltag gehören, machen sich die meisten Menschen keine Gedanken. So steht die Inklusion besonders in dieser Zeit vor einer besonderen Herausforderung.

Pauline Brockamp (Von Studierenden für Studierende)

In Deutschland gibt es ca. 150.000 blinde und 500.000 sehbehinderte Menschen, die in Zeiten von Corona immer wieder auf Hindernisse und Herausforderungen stoßen. Es fängt schon bei den Hinweisschildern vor den Geschäften an. Diese stehen oft mitten auf dem Gehweg, sodass blinde und sehbehinderte Menschen nicht mit ihnen rechnen und vor sie laufen. Doch das viel größere Problem mit genau diesen Schildern stellt das Lesen dar. Ein Blinder oder Sehbehinderter kann die Hinweise auf den Schildern nicht lesen und kennt so die Maßnahmen nicht, die eingehalten werden müssen. Zwar können sie sich ungefähr denken, was auf den Schildern steht, doch genau wissen sie nicht, was in dem bestimmten Geschäft vorgeschrieben ist. Auch der Mindestabstand stellt ein Hindernis dar. Sie können sich oft nicht daranhalten, sie sehen ihre Mitmenschen ja nicht. Ebenso ist es zu Zeiten von Corona schwierig, Hilfe von Mitmenschen anzunehmen, da diese oft mit Körperkontakt verbunden ist und so der Mindestabstand von 1,5m nicht gewährleistet werden kann (vgl. Süthoff, Klieme, Knobloch, 2020: Wenn stört, was schützen soll. MDR https://www.tagesschau.de/inland/coronakrise-blinde-hoergeschaedigte-101.html.).

Doch nicht nur für blinden Menschen stellt der Ausbruch von Corona eine Herausforderung dar. Auch für die etwa 80.000 gehörlosen Menschen in Deutschland ist es nicht einfacher geworden. Gehörlose können oft die Worte des Gesprächspartners verstehen, indem sie die Bewegung des Mundes und die Mimik ablesen. Doch das Tragen von Masken macht das Lippenlesen unmöglich. Die Kommunikation ist deutlich erschwert. Dabei könnten transparente Visiere, Schutzmasken mit Sichtfenster oder auch Schutzwände aus Plexiglas, die das Tragen der Maske nicht mehr notwendig machen, die Kommunikation für gehörlose Menschen stark vereinfachen. So würden sowohl das Lippenlesen als auch die Mimik und damit verbunden auch ein aufmunterndes Lächeln sichtbar werden (vgl. Süthoff, Klieme, Knobloch, 2020: Wenn stört, was schützen soll. MDR https://www.tagesschau.de/inland/coronakrise-blinde-hoergeschaedigte-101.html.).

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