{"id":882,"date":"2012-05-27T15:02:43","date_gmt":"2012-05-27T15:02:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sbernd\/?page_id=882"},"modified":"2012-05-27T15:02:43","modified_gmt":"2012-05-27T15:02:43","slug":"charlotte-krug-aufgabe-zu-block-5","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sbernd\/charlotte-krug-aufgabe-zu-block-5\/","title":{"rendered":"Charlotte Krug Aufgabe zu Block 5"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_882 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_882')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_882').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Sie selbst beschreibt Klaus als einen Sch\u00fcler der schnell aufgibt, sich ungern misst und sich eigentlich schon v\u00f6llig aufgegeben hat, weshalb er sich in der Schule Nichts mehr zutraut.<br \/>\nDiese Erkenntnisse gewinnt sie durch ihre eigenen Beobachtungen im Unterricht,<br \/>\nden Aussagen von Klaus und indem sie sein Verhalten mit ihrem Vorwissen<br \/>\nvergleicht. So handeln Menschen meist, das hei\u00dft wir suchen st\u00e4ndig nach<br \/>\nSchemata, Skripten, Strukturen, Konsistenzen und Erkl\u00e4rungen mit denen wir<br \/>\nNeues einordnen k\u00f6nnen, um Orientierung zu erlangen, unsere Erinnerungen<br \/>\nrekonstruieren und ggf. aufgekommene Dissonanzen beheben zu k\u00f6nnen. All dies<br \/>\nl\u00e4sst uns aber oft nur eine sehr verzerrte Sicht auf die Wirklichkeit, indem<br \/>\nwir dadurch \u201eTatsachen\u201c falsch beurteilen oder nur eingeschr\u00e4nkt wahrnehmen. In<br \/>\nder Fallbeschreibung beachtet Frau Lingen zum Bespiel kaum Klaus private Lage.<br \/>\nSie bezieht in ihre Deutungen nicht mit ein, ob sein unmotiviertes und<br \/>\nabwertendes Verhalten ggf. auch daher f\u00fchren kann, dass er zu Hause Probleme<br \/>\nhat oder seine alten Freunde vermisst.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang spricht Kelley von Attribution, das hei\u00dft<br \/>\neiner Zusprechung von Faktoren, die bestimmtes Verhalten hervorrufen sollen. Er<br \/>\nunterscheidet dabei zwischen internalen und externalen, sowie zwischen stabilen<br \/>\nund variablen Faktoren. Menschen sollen laut Kelley schnell dazu neigen andere<br \/>\nin diesem \u201eF\u00e4chersystem\u201c einzuordnen und ihnen so ein Attribut zuschreiben. So<br \/>\nkann ein Versagen bei einer Mathematikarbeit beispielsweise, durch einen<br \/>\nstrengen Lehrer (= stabil ,externaler Faktor = Stimulusattribution) oder aber<br \/>\ndurch einen schlechten Tag des jeweilige Sch\u00fcler \u00a0(= variabel, internaler Faktor =<br \/>\nUmstandsattribution auf Person bezogen) gerechtfertigt werden. Kelley<br \/>\nbeschreibt, dass wir automatisch immer versuchen unser eigenes oder fremdes<br \/>\nVerhalten mit diesem Cluster zu legimentieren. Dabei warnt er vor dem<br \/>\nfundamentalem Attributionsfehler, welcher das voreilige Einordnen des<br \/>\nVerhaltens der Anderen zu der Personenattribution, also der stabil, internalen<br \/>\nFaktoren und das unseren eigenen Verhaltens zu der situationsbezogenen Umstandsattribution (= variabel, externaler Faktor) beschreibt. Solch einen Wahrnehmungsfehler sehe ich auch bei Frau Lingen, da sie Klaus eine grunds\u00e4tzliche Lernschw\u00e4che zuschreibt und nicht zul\u00e4sst die Ursachen bei dem Umfeld, der allgemeinen neuen Situation oder ggf. einfach einer kurzweiligen schwierigen Phase in Klaus\u00b4 Leben zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>b)\u00a0<\/strong><strong>Analysiert die Probleme, die bei Klaus auftreten. Erkl\u00e4rt diese aufgrund von<br \/>\nMotivationstheorien.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach den Beschreibungen seiner Lehrerin Frau Lingen fehlt es Klaus an Motivation. Er scheint v\u00f6llig desillusioniert von Mathematik zu sein, hat sich aufgegeben und glaubt nicht mehr daran, dass er das Gymnasium und \u00fcberhaupt einen Abschluss schafft. Ihm fehlt es sowohl an Lern-, als auch an Leistungsmotivation, das hei\u00dft er ist weder motiviert, weil ihm die Thematik interessiert und er etwas Neues lernen m\u00f6chte, noch weil er gute Noten m\u00f6chte und sich anstrengt um beispielsweise seine Eltern zu beeindrucken. Mit anderen Worten ausgedr\u00fcckt, fehlt es ihm an intrinsischer und extrinsischer Motivation,bzw. ist diese kaum noch vorhanden, nachdem er in der letzten Zeit verschiedene \u201eNiederlagen\u201c erleben musste und daraus resultierend das Gef\u00fchl hat ein Versager zu sein (vgl. Selbstbestimmungstheorie nach Deci &amp; Ryan 1993).<\/p>\n<p>Nach Kelleys Attributionstheorie hat Klaus seinem schulisches Verhalten schon fest einer Ursache zugeschrieben, n\u00e4mlich der, dass es an seinen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten liegt, dass er in Mathe nicht mehr mitkommt und dies auch stabil so bleiben wird.\u00a0 Er beschreibt sich selbst als nicht begabt. Spricht desweiteren seinen vorherigen guten Matheleistungen Gl\u00fcck zu, das hei\u00dft den variablen, externalen Faktoren.<br \/>\nSolch ein Verhalten ist keinesfalls geeignet, um sein Selbstbewusstsein oder<br \/>\nseine intrinsische Motivation zu heben. Er redet sich also quasi selbst ein<br \/>\neine Niete in Mathe zu sein, ist daher von Beginn an nicht motiviert dem<br \/>\nUnterricht zu folgen oder sich bei Tests anzustrengen und wird daher auch von<br \/>\nanderen, also in diesem Fall seiner Klasse und im speziellem von seiner Lehrerin<br \/>\nals Leistungsschwach angesehen, was wiederrum zur Folge hat, dass sein Selbstvertrauen und seine Motivation noch weiter sinkt. Klaus befindet sich also am Anfang eines fatalen Teufelskreises. Man kann sein Verhalten im Unterricht erg\u00e4nzend auch mit der Flow-Theorie von 1975 erl\u00e4utern. Danach befindet sich Klaus in einer Situation in der er kaum Motivation, allerdings Angst, bzw. Frust<br \/>\nempfindet, weil die gestellten Aufgaben seinen pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten nicht<br \/>\nentsprechen und er sich so nicht im \u201eFlow\u201c befinden kann. Er f\u00fchlt sich also<br \/>\nentweder von den Matheaufgaben \u00fcber- oder vielleicht auch unterfordert, was ihn<br \/>\ndazu bringt am Unterrichtsgeschehen nicht teilzunehmen, Leistungen nicht zu<br \/>\nerbringen und sich mehr oder weniger schulisch v\u00f6llig aufzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>c)\u00a0\u00a0\u00a0G<\/strong><strong>ebt an, welche Handlungsm\u00f6glichkeiten sich aufgrund der Theorie f\u00fcr Frau Lingen ergeben.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zuerst einmal ist es notwendig, dass Frau Lingen und auch Klaus ihre verzerrte<br \/>\nWahrnehmung aufgeben. Dies kann nur dadurch geschehen, dass sich beide dieser<br \/>\nMechanismen bewusst werden und dann aktiv versuchen, nicht in ihren alten<br \/>\nSchemata und Strukturen zu kategorisieren. Vor allem Klaus darf nicht weiter<br \/>\ndarin best\u00e4rkt werden, zu denken er sei in Mathematik nicht begabt und fr\u00fchere<br \/>\nLeistungen seien nur Gl\u00fcckssache gewesen.<\/p>\n<p>Da Klaus ja eigentlich schon sehr an Mathematik interessiert war und Informatiker werden wollte, ist es eigentlich offensichtlich, dass er fr\u00fcher eine hohe intrinsische<br \/>\nMotivation hatte, Mathematik zu lernen und darin auch notwendige Leistungen zu<br \/>\nerbringen. Seine Lehrerin muss genau daran ansetzten, um sein Interesse zur\u00fcckzugewinnen.<br \/>\nDenn eine intrinsische Motivation bei einem Sch\u00fcler ist das Beste was man<br \/>\nerreichen kann. Ihre Bem\u00fchungen sollten sich folglich alle darauf ausrichten.<br \/>\nDazu k\u00f6nnte sie beispielsweise:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0Praktische Anwendungsm\u00f6glichkeiten der Mathematik auf die Informatik hervorheben<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Ihn in seinen fr\u00fcheren Lernzielen bekr\u00e4ftigen, die Vorteile verdeutlichen -&gt;ihm einen Sinn im Lernen von Mathematik geben<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Beim Erkl\u00e4ren und Lehren ihr pers\u00f6nliches Interesse und ihren Spa\u00df an Mathe zum Ausdruck bringen<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0Immer Neuheiten und Variationen in den Unterricht einbinden<\/p>\n<p>All dies f\u00fchrt zu einer Erh\u00f6hung des subjektiven Wertes der Mathematik f\u00fcr die SuS,<br \/>\nl\u00e4sst diese den Unterricht mit positiven Gef\u00fchlen und Freude verbinden und<br \/>\nsteigert ihre intrinsische Motivation, das hei\u00dft f\u00f6rdert ihre selbstbestimmte und von Innen kommende Veranlassung zu lernen.<\/p>\n<p>Des Weiteren kann die Lehrerin daf\u00fcr sorgen, dass sie eine Lernumgebung schafft, in der Klaus psychologischen Bed\u00fcrfnisse nach Kompetenz, Selbstbestimmung und<br \/>\nsozialer Eingebundenheit gef\u00f6rdert werden. Sie sollte, anstatt ihn immer weiter<br \/>\neinzuschr\u00e4nken und zu kontrollieren, lieber das Gef\u00fchl vermitteln, selbst zu<br \/>\nw\u00e4hlen, was er l\u00f6sen oder lernen m\u00f6chte. Auch sollte sie den Kontakt zu seinen<br \/>\nneuen Mitsch\u00fclern f\u00f6rdern, anstelle ihn immer mehr von diesen zu isolieren,<br \/>\ndenn dies w\u00fcrde nur noch mehr dazu f\u00fchren, das Klaus die Lust an Schule<br \/>\nverliert und schlie\u00dflich alles verweigert. Wichtig ist dar\u00fcber hinaus auch,<br \/>\ndass sie, so auch in der Flow-Theorie beschrieben, ein optimales Anforderungsniveau f\u00fcr Klaus schafft. Hierzu ist es ggf. n\u00f6tig einen Diagnostischen Test zu machen, um eine Lernschw\u00e4che oder sogar eine mathematische Hochbegabung auszuschlie\u00dfen. Denn nur so kann sie sicher gehen das Aufgabenniveau und Klaus F\u00e4higkeitsniveau optimal aufeinander abzustimmen,<br \/>\ndamit er letztendlich in einen Flow-Zustand gelangen kann. Dort wird ihm das<br \/>\nLernen dann einfach und m\u00fchelos erscheinen. Klaus wird ein Gef\u00fchl von einem<br \/>\nfl\u00fcssigen Handlungsablauf bekommen und sich problemlos auf die mathematischen<br \/>\nProbleme konzentrieren k\u00f6nnen. Anders ausgedr\u00fcckt, wird ihm das Lernen nicht<br \/>\nals Lernen vorkommen. Dazu ist es aber auch n\u00f6tig, dass klare Ziele vereinbart<br \/>\nwerden und es eine kontinuierliche R\u00fcckmeldung gibt.<\/p>\n<p>Dabei ist zu erw\u00e4hnen, dass R\u00fcckmeldungen nicht immer positiv sein m\u00fcssen, um die Motivation zu f\u00f6rdern. Auch kritische Kommentare k\u00f6nnen die Lernbereitschaft<br \/>\nund Leistungsmotivation steigern.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass es wichtig ist, dass Frau Lingen Klaus zu neuem<br \/>\nSelbstvertrauen verhilft, indem sie ihn bei seinen Aufgaben unterst\u00fctzt und sie<br \/>\ngemeinsam erarbeitete Ziele erreichen. Nie sollte Klaus das Gef\u00fchl gegeben<br \/>\nwerden, dass ihm seine Autonomie genommen wird. Vielmehr muss er bef\u00e4higt<br \/>\nwerden, seinen Interessen folgen zu k\u00f6nnen. Denn ein intrinsisches Interesse an<br \/>\nMathematik besteht allemal bei Klaus. Man sollte mit kleinen Zielen anfangen<br \/>\nund kann am Anfang auch ruhig \u00fcber extrinsische Motivation, das hei\u00dft mit<br \/>\nbeispielsweise Belohnung, arbeiten. Letztendlich sollte es aber das Ziel sein,<br \/>\nseine von innen kommende Motivation zu verst\u00e4rken und ihm das Gef\u00fchl zu geben,<br \/>\nein wertiger Teil der Klassengemeinschaft zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a)\u00a0\u00a0Lest den Bericht von Frau Lingen. 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