{"id":1361,"date":"2012-07-08T16:18:37","date_gmt":"2012-07-08T16:18:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sbernd\/?page_id=1361"},"modified":"2012-07-08T16:18:37","modified_gmt":"2012-07-08T16:18:37","slug":"aufgabe-zu-block-8-charlotte-krug","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/sbernd\/aufgabe-zu-block-8-charlotte-krug\/","title":{"rendered":"Aufgabe zu Block 8- Charlotte Krug"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1361 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1361')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1361').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Welche<br \/>\nDifferentialdiagnosen sind zu beachten?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut den diagnostischen Kriterien nach ICD-10 leidet Timo aus dem angef\u00fchrten Fallbeispiel an einer <strong>Isolierten Rechtschreibst\u00f6rung<\/strong>.<br \/>\nDas bedeutet, dass sein Niveau im Bezug auf das Schreiben unter dem seines<br \/>\nAlters typischen und seiner Intelligenz und Beschulung zu Erwartenden \u00a0liegt. Wie sein Deutschlehrer Herr Karasek deutlich macht, begr\u00fcnden sich Timos Fehlerquellen in Diktaten und Aufs\u00e4tzen meist in Reversionen, das hei\u00dft einer \u00a0Verdrehungen von Buchstaben im Wort, in Reihenfolge- oder Sukzessionsfehlern (Umstellungen von Buchstaben im Wort (die-dei)), durch Auslassungen<br \/>\nvon Buchstaben, \u00a0Einf\u00fcgungen falscher Buchstaben (z.B. \u201eHende\u201c statt \u201eH\u00e4nde\u201c), Regelfehlern, wie verdrehter Gro\u00df- und Kleinschreibung oder in Wahrnehmungsfehlern (t statt d). Laut seines Lehrers schreibt Timo weder so wie man spricht, noch zeigt er ein orthographisches Regelverst\u00e4ndnis auf. Desweiteren beschreibt Herr Karasek, dass Timo seine Fehler meist ohne fremde Hilfe noch nicht einmal identifizieren kann, geschweige denn in der Lage ist diese eigenst\u00e4ndig zu berichtigen. Vielmehr w\u00fcrde er beim Korrekturlesen zuvor richtig geschriebene W\u00f6rter nachtr\u00e4glich verf\u00e4lschen. Nach dem Bericht des Lehrers \u00fcber Timos Lese- und Sprechkompetenzen ist allerdings von einer Lese- Rechtschreibst\u00f6rung abzusehen. Denn er sei zwar ein langsamer Leser, k\u00f6nne das Gelesene aber anschlie\u00dfend richtig und in eigenen Worten widergeben. Man sollte deshalb von einer schweren Leseschw\u00e4che, wie in den diagnostischen Kriterien beschrieben, Abstand nehmen, auch wenn Timo sicherlich einige Schwierigkeiten beim Lesen aufweist, die ihm besonders in mathematischen Textverst\u00e4ndnisaufgaben behindert. Dennoch kann auch von einer Rechenst\u00f6rung nicht die Rede sein. Sein Mathematiklehrer bescheinigt ihm ein gutes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr mathematische Operationen und Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Wichtig bei einer differenzierten Diagnose ist au\u00dferdem, dass man Timos (Lese-)Rechtschreibst\u00f6rung abgrenzt zu einer Schw\u00e4che auf Grund einer Hirnsch\u00e4digung oder einer Seh- bzw. H\u00f6rst\u00f6rung. Dies geschieht im Fallbeispiel durch Timos Mutter, die Nichts von solchen k\u00f6rperlichen Behinderungen oder Sch\u00e4digungen berichtet. Auch kann man von einer Intelligenzminderung absehen, da ihm beispielsweise vom Mathematiklehrer eine mathematische Begabung zu gesprochen wird und auch Timos Mutter in f\u00fcr begabt h\u00e4lt. Differenzieren muss man desweiteren zu einer LSS, die infolge emotionaler St\u00f6rungen oder anderer psychischer Erkrankungen entstanden ist. Infolge fehlenden oder angemessenen Unterrichts entstandener Schwierigkeiten, wie zum Beispiel eines Analphabetismus fallen bei seiner Diagnose auch weg. Denn \u00fcber solche Umst\u00e4nde berichtet die Mutter Nichts. Im Gegenteil spricht Timos Grundschulausbildung und seine Empfehlung zu einer Realschule gegen eine, auf solche Art und Weise entstandener Lesest\u00f6rung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>b)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Welche diagnostischen Schritte sind als n\u00e4chstes sinnvoll?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wichtig ist erst einmal, dass nun, nachdem der Deutschlehrer<br \/>\neinen Verdacht auf eine Rechtschreibschw\u00e4che bei Timo ge\u00e4u\u00dfert hat, so schnell<br \/>\nwie m\u00f6glich eine differenzierte und wissenschaftlich anerkannte Diagnose erstellt<br \/>\nwird, um Timo anschlie\u00dfend optimal und schnellstm\u00f6glich zu f\u00f6rdern. Denn wenn<br \/>\nsich erst einmal ein gr\u00f6\u00dferer R\u00fcckstand im Schreiben aufgestaut hat, sind<br \/>\nInterventionsma\u00dfnahmen sehr m\u00fchsam und zeitaufwendig.<\/p>\n<p>In diesem beschrieben Fall ist eine Anamnese und Exploration einer Rechtschreibschw\u00e4che ja bereits zu mindestens grob erfolgt, in dem dem\u00a0 Deutschlehrer bewusst geworden ist, dass Timo Schwierigkeiten beim Schreiben hat und dies auch im Bezug auf seine Kollegen und Timos Mutter \u00e4u\u00dferte. Desweiteren erfolgte auch schon eine erste Befragung zu seiner Lebensgeschichte, bzw. seiner bisherigen Schullaufbahn. Trotzdem nach den Schilderungen der Mutter k\u00f6rperliche<br \/>\nBehinderungen oder Probleme auszuschlie\u00dfen sind, ist eine internistische und<br \/>\nneurologische Untersuchung von Timo im Folgenden dennoch n\u00f6tig, um solch<br \/>\nbeschriebenen Ursachenquellen mit v\u00f6lliger Gewissheit ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDiesen Untersuchungen w\u00fcrde dann im n\u00e4chsten Schritt eine Testdiagnose folgen,<br \/>\nin der ein zertifizierter Intelligenztest, bzw. ein Standardisierte Lese- und<br \/>\nRechtschreibtest mit Timo durchgef\u00fchrt w\u00fcrde. Bei solch einem Rechtschreibtest,<br \/>\nbei dem es sich meist um einen L\u00fcckentext handelt, wird die<br \/>\nRechtschreibeleistung in Beziehung zur Norm gesetzt, um so Abweichungen<br \/>\nfestzustellen. Wichtig f\u00fcr eine Diagnose ist dann, dass bei der Testauswertung<br \/>\ndas \u201eDoppelte Diskrepanzkriterium \u201cerf\u00fcllt ist. Dieses besagt das die Leistung<br \/>\ndes betroffenen Sch\u00fclers eindeutig weder alters- noch klassenm\u00e4\u00dfig in der<br \/>\nNorm\u00a0 und gleichzeitig mindestens 1,2 Standardabweichungen (zw. 1 und 1,5) unter dem durch den IQ erwarteten Wert liegt.<br \/>\nErst dann kann eine Rechtschreibst\u00f6rung diagnostiziert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Welche Interventionsma\u00dfnahmen bieten sich an?<\/strong><\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Aspekte bei der Intervention ist die enge Zusammenarbeit zwischen betroffenem Sch\u00fcler, Eltern und Schule, bzw. Lehrer. Neben der Therapie und \u00dcbung mit dem Sch\u00fcler ist sowohl ein Elterntraining, das hei\u00dft eine Aufkl\u00e4rung, eine Erziehungsberatung und Hilfestellungen f\u00fcr eine zielgerichtete Hausaufgabenbetreuung, als auch ein Lehrercoaching und Ma\u00dfnahmen an der Schule wichtig. Denn nur so ist eine globale und angemessene F\u00f6rderung m\u00f6glich. Desweiteren kann eine teilstation\u00e4re psychotherapeutische Intervention bei schwerer Begleitssymptomatik hilfreich sein.<br \/>\nIn Timos Fall jedoch befinde ich das nicht f\u00fcr n\u00f6tig, da keine weiteren<br \/>\npsychologischen Problematiken aufgetreten sind.<\/p>\n<p>Allgemein l\u00e4sst sich au\u00dferdem noch hinzuf\u00fcgen, dass eine st\u00e4ndige Orientierung am Entwicklungsstand und den individuellen Schwierigkeiten des Betroffenen essenziell ist.<\/p>\n<p>Eine Intervention ist\u00a0dann meist in drei Behandlungsaufgabenfelder unterteilt:<\/p>\n<p>1.Gezielte Therapie des Lesens und Rechtschreibens<\/p>\n<p>2.Unterst\u00fctzung des Kindes bei der psychischen Bew\u00e4ltigung der bestehenden und gegebenenfalls bleibenden Lese- oder Rechtschreibschw\u00e4che<\/p>\n<p>3.Behandlung der begleitenden psychischen Symptome (in Timos Fall, w\u00fcrde dieser Bereich meiner Meinung entfallen)<\/p>\n<p>In der Schule l\u00e4sst sich auf diesen Grundlagen mehrere Interventionsbereiche<br \/>\nausfindig machen. So ist beispielweise ein Arbeiten mit Arbeitsmaterial,<br \/>\nwelches auf die individuellen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen des Sch\u00fclers abgestimmt ist<br \/>\nhilfreich. Desweiteren ist eine zweite F\u00f6rderhilfskraft im Unterricht n\u00fctzlich,<br \/>\ndie dann gezielt mit dem betroffenen Sch\u00fcler ein am Lernplan orientiertes F\u00f6rdermaterial durcharbeitet und gezielt unterst\u00fctzen kann. Um dies noch weiter zu<br \/>\nspezifizieren, besteht die M\u00f6glichkeit von spezifischen F\u00f6rderunterrichten, in<br \/>\ndenen Sch\u00fcler mit Lese- Rechtschreibschw\u00e4chen zusammen in Kleingruppen Material er- und bearbeiten. Eine weitere Form kann dar\u00fcber hinaus auch ein<br \/>\nl\u00e4ngerfristiger Intensivkurs mit ggf. einem Internatsaufenthalt sein, in dem<br \/>\ndann ganz gezielt und konzentriert an den Lernschwierigkeiten gearbeitet werden<br \/>\nkann.<\/p>\n<p>Dennoch k\u00f6nnen au\u00dferschulische Behandlungen erg\u00e4nzend und<br \/>\nsehr hilfreich sein. Dabei sind besonders die LRS-Therapien von Legasthenie-<br \/>\noder Lerntherapeuten zu nennen, die es in fast jeder Stadt gibt und deren<br \/>\nAdressen bei Schulpsychologen zu erfragen sind. Vorsicht ist hierbei allerdings<br \/>\ngeboten, da die Therapien sich teilweise stark in ihrer Art und Qualit\u00e4t<br \/>\nunterscheiden. Man sollte sich daher im Vorhinein gut informieren und auf<br \/>\nRatschl\u00e4ge von Experten h\u00f6ren. Allgemein gibt es eine gro\u00dfe Menge von Literatur<br \/>\nzu dieser Thematik und gut ausgearbeitete F\u00f6rderprogramme, wie beispielsweise<br \/>\ndie \u201eLautgetreue Lese- Rechtschreibf\u00f6rderung\u201c (Reuter-Liehr, 2000) oder \u201eKieler Lese- und Rechtschreibaufbau\u201c (Dummer-Smoch &amp; Hackethal, 1993a, b) zu dem neben Lese-und \u00dcbungsheften, Spiele, Karteikarten und eine Software enthalten ist. Besonders f\u00fcr Rechtschreibschwierigkeiten geeignet und auf ihre Wirksamkeit getestet ist das \u201eMarburger Rechtschreibtraining\u201c (Schulte-K\u00f6rne &amp; Mathwig, 2004). Bei diesem sollen die Kinder \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren systematisch Wissen \u00fcber die wichtigsten Rechtschreibregeln erwerben. Bei dem Lernprozess werden besonders auch die Eltern mit einbezogen, welche das Lernen kontrollieren und begleiten sollen. Das Training verbessert nachweislich die Rechtschreibkompetenz (Die Fehlerquote verringerte sich von 40% auf 15%) und hat dar\u00fcber hinaus einen positiven Effekt auf das Selbstwertvertrauen der Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a) Auf welche umschriebene Teilleistungsst\u00f6rung kann man schlie\u00dfen? Welche Differentialdiagnosen sind zu beachten? &nbsp; Laut den diagnostischen Kriterien nach ICD-10 leidet Timo aus dem angef\u00fchrten Fallbeispiel an einer Isolierten Rechtschreibst\u00f6rung. 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