{"id":262,"date":"2020-09-15T13:05:38","date_gmt":"2020-09-15T11:05:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/?p=262"},"modified":"2020-09-23T11:29:16","modified_gmt":"2020-09-23T09:29:16","slug":"bildbetrachtung-ii-brautmystik-in-barocker-kunst-und-literatur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/2020\/09\/15\/bildbetrachtung-ii-brautmystik-in-barocker-kunst-und-literatur\/","title":{"rendered":"Bildbetrachtung II: Brautmystik in barocker Kunst und Literatur"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_262 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_262')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_262').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/rubensdigital\\\/2020\\\/09\\\/15\\\/bildbetrachtung-ii-brautmystik-in-barocker-kunst-und-literatur\\\/\",\"post_id\":262,\"post_title_referrer_track\":\"Bildbetrachtung+II%3A+Brautmystik+in+barocker+Kunst+und+Literatur\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\"><em>Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina<\/em>&nbsp;<br>(Entwurf f\u00fcr das Hochaltarbild der Augustinerkirche in Antwerpen) von Peter Paul Rubens (1628) &amp; Georg Neumarks&nbsp;<em>Liebeslied<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"811\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/files\/2020\/09\/Katharina-811x1024.jpg\" alt=\"\" data-id=\"264\" data-link=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/?attachment_id=264\" class=\"wp-image-264\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/files\/2020\/09\/Katharina-811x1024.jpg 811w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/files\/2020\/09\/Katharina-238x300.jpg 238w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/files\/2020\/09\/Katharina-768x969.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 811px) 100vw, 811px\" \/><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Peter Paul Rubens: Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina (Entwurf f\u00fcr das Hochaltarbild der Augustinerkirche in Antwerpen). R\u00fcckseite: zwei Reiterk\u00e4mpfe. 1628, \u00d6l auf Eichenholz. CC BY-SA 4.0 St\u00e4del Museum, Frankfurt am Main. https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.de.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Georg Neumark<\/em><br><strong>Liebeslied.<\/strong><br>An das liebe Jesulein \/ welches Er vor alles erwehlet und liebet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"font-size:0\">Jener mag in seinem Leben \/<br>    So und so bem\u00fchet seyn \/&nbsp;<br>Jch wil einig mich ergeben<br>    Meinem trautsten Jesulein.<br>Du O liebstes Jesulein \/<br>Solst nur mein\u2019 Ergetzung seyn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nichts nach Himmel und nach Erden \/<br>    Frag\u2019 ich hier in dieser Welt \/<br>Werd\u2019 ich nur erfreuet werden \/<br>    Einst mit Dem \/ was mir gef\u00e4llt \/<br>Nur mit dir O Jesulein \/<br>So will ich vergn\u00fcget seyn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nu \/ So fa\u00df mich in dein Hertze \/<br>    Liebe mich \/ O Gotteslamm \/<br>Weil ich lieb\u2019 im Liebesschmerze \/<br>    Dich mein Seelen-Br\u00e4utigamm.<br>Denn bey reinem Liebes-Schein \/<br>Mu\u00df ja Gegenliebe seyn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Neumark, Georg: Liebeslied. An das liebe Jesulein \/ welches ER vor alles erwehlet und liebet. (Auszug Strophe 6-8). In: Lyrik des Barock I. Hg. v. Marian Szyrocki. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt 1971 (= Rowohlts Klassiker der Literatur und der Wissenschaft). S. 98 f.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Betrachtung der Bildelemente:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dem hier vorliegenden Gem\u00e4lde handelt es sich um die Skizze des von Peter Paul Rubens entworfenen und ausgef\u00fchrtem Altargem\u00e4ldes&nbsp;<em>Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina<\/em>, das er f\u00fcr die<em>&nbsp;<\/em>Augustinerkirche in Antwerpen entwarf. Die Skizze hat eine Gr\u00f6\u00dfe von 64&#215;49,2cm und ist in \u00d6l auf Eichenholz umgesetzt. Rubens verwendete das Material dabei doppelt: Die R\u00fcckseite schm\u00fcckt wiederum eine Skizze zweier Reiterk\u00e4mpfe, die er f\u00fcr einen Gro\u00dfauftrag f\u00fcr Maria de\u2019 Medici anfertigte.<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Zus\u00e4tzlich zur Handhabe des Materials gibt die Skizze einen guten Einblick in die Arbeitsweise des Malers. Am unteren Ende des Bildes ist eine Messleiste erkennbar, die mit den Ziffern eins bis zw\u00f6lf versehen wurde und dazu diente, das Werk in Quadrate einzuteilen, um die Umsetzung in das Gro\u00dfformat des Altargem\u00e4ldes zu erleichtern.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bild thematisiert die Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina von Siena mit Jesus Christus. Katharina von Siena (1347-1380) verschrieb sich schon als Kind vollkommen ihrem Glauben und trat bereits fr\u00fch einem christlichen Orden bei, den Schwestern von der Reue des hl. Domenikus in Siena.<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;1367 erlebte sie eine Vision von Jesus und der Gottesmutter Maria, die als&nbsp;<em>mystische Hochzeit<\/em>&nbsp;bekannt ist: \u201eDie Gottesmutter Maria gab ihrem Sohn Katharinas Hand, der ihr an den Finger einen wunderbaren Ring zum Zeichen der Verm\u00e4hlung steckte, der nur ihr zeitlebens sichtbar war.\u201c<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Diese Vision ist damit in die Tradition der&nbsp;<em>Brautmystik<\/em>&nbsp;einzuordnen, die, aus dem Kontext des Hohenliedes stammend, eine mystische Einswerdung der Seele mit Gott im Sinnbild der Verlobung oder Verm\u00e4hlung beschreibt.<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>Mit der Metaphorik der Braut kann eine einzelne Person oder die Kirchengemeinde, wie dies von Apostel Paulus ausgelegt wurde, gemeint sein. Im Ausdruck der \u201eVerm\u00e4hlung\u201c wohnt damit die Treue und vollkommende Hinwendung zum Glauben inne.<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Grunds\u00e4tzliches klerikales Thema des Gem\u00e4ldes ist damit die vollkommene Zusicherung des Glaubens an Jesus Christus bzw. die katholische Kirche.&nbsp;<br>Diese Botschaft setzt Rubens durch eine helle Farbgebung in hellen Erdt\u00f6nen sowie eine besondere Dynamik im Gem\u00e4lde um, die durch den skizzenhaften Charakter au\u00dferdem verst\u00e4rkt wird. Die Szenerie ist dabei auf mehreren Ebenen angelegt, auf denen sich die einzelnen Figuren verteilen. Auf der unteren Ebene sind die Heiligen Sebastian, Georg, Augustins, Laurentius, Klara von Montefalco, Apollina, Agnes und Nicolas de Tolentino abgebildet. Eine Ebene dar\u00fcber befinden sich Petrus und Paulus, Johannes der T\u00e4ufer sowie Jesus, Maria und Katharina, die in der Mitte der Aufteilung platziert sind.<sup>&nbsp;<a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/sup>&nbsp;Die Aufteilung in verschiedene Ebenen sowie die erkennbare Empore, auf der sich Petrus und Paulus befinden, die S\u00e4ulen sowie der Vorsprung, auf dem die Verlobungsszenerie angesiedelt ist, erwecken den Eindruck einer B\u00fchne bzw. eines Theaters. Damit kn\u00fcpft Rubens an die Vorstellung des&nbsp;<em>theatrum mundi<\/em>, also der Welt als Theater an, die ein bestimmendes Leitmotiv der Epoche des Barocks war.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der barocken Kunst soll der Betrachter \u00fcberw\u00e4ltigt und mit ins Geschehen hineingezogen werden. Dies wird hier \u00fcber die Figur des hl. Augustinus, erkennbar an Bischofsstab und -m\u00fctze unten rechts im Bild, umgesetzt. Er deutet mit Stab und Hand auf die Verm\u00e4hlungsszenerie, blickt dabei zur\u00fcck \u00fcber die linke Schulter \u2013 gewisserma\u00dfen aus dem Bild heraus \u2013 und lenkt damit die Perspektive des au\u00dferhalb des Gem\u00e4ldes stehenden Betrachters in die Szene hinein. Links neben Augustinus, nur mit einem wei\u00dfen Tuch um die H\u00fcften bekleidet und erkennbar an Palmzweig sowie Pfeilen, richtet der hl. Sebastian seinen Blick auf die Szene. Der K\u00f6rper ist dem Betrachter zugewandt, sein Blick f\u00e4llt \u00fcber die linke Schulter in Richtung der Verm\u00e4hlung. Eine Stufe \u00fcber Sebastian sind die drei Frauenfiguren der hl. Agnes, der hl. Klara von Montefalco sowie der hl. Apollina abgebildet, die sich ebenfalls teilweise mit den Blicken dem Geschehen zuwenden oder dar\u00fcber zu sprechen scheinen. Zwischen der obersten Frauenfigur und der hl. Katharina von Siena ist ein Engel abgebildet, der beide Figuren(-gruppen) zu verbinden scheint. Der Blick des Betrachters wird durch Rubens\u2019 Arrangement der Figuren also in einer Art Bogen von Augustinus in das Bild hinein und schlie\u00dflich auf das Thema des Gem\u00e4ldes, die Verm\u00e4hlungsszenerie gelenkt. Aber auch die Figuren, die sich rechts von Augustinus befinden (v.l.n.r. hl. Laurentius, Nikolas de Tolentino, Johannes der T\u00e4ufer), bilden eine Art Rahmung des Geschehens und haben dabei ihre Blicke auf die Verm\u00e4hlung gerichtet. Mit dieser Bogen- bzw. Rahmenbewegung verleiht Rubens der Szenerie eine besondere Dynamik. Diese wird zus\u00e4tzlich durch den skizzenhaften Stil, der durch die einzelnen erkennbaren Farbstriche entsteht, die teils deutlich zu erkennen sind und ineinander verlaufen, unterst\u00fctzt. So sind einzelne Bestandteile des Gem\u00e4ldes nur schemenhaft angedeutet (z.B. die Gesichter der Frauenfiguren), w\u00e4hrend andere besonders detailliert ausgearbeitet sind (z.B. die Gesichtsz\u00fcge von Augustinus). Dies kann von der Zweckgebundenheit des Werkes, einer Vorskizze, abgeleitet werden, k\u00f6nnte allerdings auch auf eine etwaige Priorisierung einzelner Komponenten hinweisen. Die durch die Perspektive und Figurenanordnung erzeugte Bewegung innerhalb des Gem\u00e4ldes bewirkt eine Hervorhebung der Verm\u00e4hlung von der hl. Katharina mit Jesus im Zentrum des Ganzen.<br>Hier kniet die hl. Katharina von Siena, bekleidet mit blauem Rock und wei\u00dfer Bluse vor dem Jesuskind und Maria. Ihr Blick ist dabei vom Betrachter nicht einsehbar, scheint aber auf Jesus gerichtet. Maria, bekleidet mit rot-gr\u00fcnem Gewand sitzt auf einem Hocker, und tr\u00e4gt dabei Jesus im Arm, der als Kleinkind mit Heiligenschein dargestellt ist. Sie reicht Katharina Jesus entgegen, der dieser eine Hand oder einen Finger entgegenstreckt. Dabei ist der Blick der Gottesmutter von den beiden abgewandt und f\u00e4llt beine ausdruckslos von der Empore herunter oder ist dem Betrachter zugewandt \u2013 dies l\u00e4sst sich aufgrund der skizzenhaften Umsetzung nicht eindeutig erkennen. Die hl. Katharina hingegen nimmt den ausgestreckten Finger bzw. die ausgestreckte Hand des Gottessohns in beide H\u00e4nde und f\u00fchrt diese an ihr Gesicht. Die Szenerie dr\u00fcckt damit vor allem die dem\u00fctige und dankbare Haltung Katharinas von Siena gegen\u00fcber Jesus sowie dessen Zuwendung und Annahme aus.<br>Die Bestimmung des Bildes als Altargem\u00e4lde, auf das die Augen der Gl\u00e4ubigen w\u00e4hrend der Eucharistie gerichtet sind, unterstreicht dabei die Bedeutung, die dieser Botschaft, also die vollkommene Hinwendung zum Glauben und zum Bekenntnis zur katholischen Kirche, innewohnt.\u00a0<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe f\u00fcr die Informationen zum Werk: Peter Paul Rubens. Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina (Entwurf f\u00fcr das Hochaltarbild der Augustinerkirche in Antwerpen). In: Digitale Sammlung St\u00e4delmuseum. Gesehen am: 11.09.2020 https:\/\/sammlung.staedelmuseum.de\/de\/werk\/die-mystische-vermaehlung-der-heiligen-katharina.<br><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Unger, Helga: Der Berg der Liebe. Europ\u00e4ische Frauenmystik. Freiburg [u.a]: Herder 1991. S. 219.<br><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;Unger: Der Berg der Liebe. S. 220. Hier bereits zitiert nach: Raimund von Capua: Das Leben der heiligen Katharina von Siena (Legenda maior des Raimund von Capua). Hrsg., eingeleitet und \u00fcbersetzt von Adrian Schenker. D\u00fcsseldorf 1965. S. 91 f.<br><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Heimbach-Steins, Marianne: Brautsymbolik II. Brautmystik. In: Lexikon f\u00fcr Theologie und Kirche. Zweiter Band Barclay bis Damodos. 3., v\u00f6llig neu bearb. Aufl. Hg. v. Walter Kasper [u.a.]. Freiburg [u.a.]: Herder 1994. Sp. 665.<br><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;Vgl. Bechmann, Ulrike: Brautsymbolik I. Biblisch. In: Lexikon f\u00fcr Theologie und Kirche. Zweiter Band Barclay bis Damodos. 3., v\u00f6llig neu bearb. Aufl. Hg. v. Walter Kasper [u.a.]. Freiburg [u.a.]: Herder 1994. Sp. 665.<br><a href=\"\/\/BEF4FD49-D64A-4F35-8F07-DD17B9329BDD#_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;Siehe dazu auch: Giorgi, Rosa: Die Heiligen. Geschichte und Legende. Berlin: Parthas 2003 (= Bildlexikon der Kunst, Bd. 2).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auszug aus Georg Neumarks&nbsp;<em>Liebeslied<\/em>:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den hier aufgef\u00fchrten Versen handelt es sich um die letzten drei der insgesamt acht Strophen von Georg Neumarks Gedicht&nbsp;<em>Liebeslied<\/em>. Georg Neumark (1621-1681) war ein barocker Dichter und am Hof von Sachsen-Weimar angestellt. Heute ist er vor allem durch seine geistlichen Texte sowie die Mitgliedschaft im&nbsp;<em>Pegnesischen Blumenorden<\/em>&nbsp;bekannt.<a href=\"\/\/A2ECA07D-97D1-4772-B51F-49CB1E773EAA#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ersten f\u00fcnf Strophen thematisieren die Eitelkeit und Selbstbezogenheit der Menschen. Davon m\u00f6chte sich das lyrische Ich des Textes abgrenzen und im Gegenzug sein Leben vollkommen Jesus widmen. Auch hier wird diese g\u00e4nzliche Hinwendung zu Jesus \u00fcber die Metaphorik der Verm\u00e4hlung modelliert: \u201eDich mein Seelen-Br\u00e4utigam\u201c. Damit ist auch dieses Gedicht in den Kontext der&nbsp;<em>Brautmystik<\/em>&nbsp;einzuordnen. Dies wird abgesehen von dem Begriff des Seelen-Br\u00e4utigams \u00fcber die absolute Konzentration auf das Jesuskind umgesetzt. Die Liebe zu Jesus wird zum Fixpunkt des lyrischen Ichs, von der das gesamte Schicksal und Empfinden abh\u00e4ngig ist; nur gemeinsam mit und durch Jesus kann Freude empfunden werden. Damit wird eine Verbundenheit zum christlichen Glauben er\u00f6ffnet, die auf das Diesseits gerichtet ist. Der Mensch kann durch die Liebe und den Glauben zu Gott bereits im Leben Freude erfahren und muss nicht auf das Paradies warten. Die Liebe zu Gott wird hier mit Treue, Glauben und \u00dcberzeugung gleichgesetzt, wie schon der Titel des Gedichts deutlich macht. Glaube ist damit grunds\u00e4tzlich positiv konnotiert und hat nichts mit Leiden zu tun, sondern beruht, genau wie in der Hinwendung des Jesuskindes zu Katharina in Rubens\u2019 Gem\u00e4lde, auf Gegenseitigkeit: \u201eDenn bey reinem Liebes-Schein \/ Mu\u00df ja Gegenliebe seyn.\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"\/\/A2ECA07D-97D1-4772-B51F-49CB1E773EAA#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;D\u00fcnnhaupt, Gerhard: Georg Neumark. In: Deutsche Schriftsteller im Portr\u00e4t. Das Zeitalter des Barock. Hg. v. Martin Bircher. M\u00fcnchen: C.H. Beck 1979 (= Beck\u2019sche Schwarze Reihe, Bd. 200). S. 125.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag wurde von Luisa Bremer verfasst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina&nbsp;(Entwurf f\u00fcr das Hochaltarbild der Augustinerkirche in Antwerpen) von Peter Paul Rubens (1628) &amp; Georg Neumarks&nbsp;Liebeslied Peter Paul Rubens: Die mystische Verm\u00e4hlung der heiligen Katharina (Entwurf f\u00fcr das Hochaltarbild der Augustinerkirche in Antwerpen). R\u00fcckseite: zwei &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/2020\/09\/15\/bildbetrachtung-ii-brautmystik-in-barocker-kunst-und-literatur\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8908,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-262","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8908"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=262"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":296,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262\/revisions\/296"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/rubensdigital\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}