Du bist nicht allein.

Im Rahmen unserer Arbeit möchten wir nach und nach die einzelnen Anlaufstellen in und um Paderborn vorstellen, die wir in den letzten Wochen besucht und portraitiert haben. Den Anfang macht die Initiative Du bist nicht allein:

 

Unsere Initiative beschäftigt sich allgemein mit dem Problem von Druck und Stress im Studium, mit Problemen rund um das Studium sowie mit privaten Problemen. Wir sind eine Anlaufstelle von Studierenden, für Studierende. Da es manchmal schwierig ist sich an Menschen zu wenden, die man bereits kennt, bilden wir eine neutrale Instanz.

Du bist nicht allein

mit: Lilian Izsak und Sumaya Islam

Wir heben uns von der Zentralen Studienberatung dadurch ab, dass diese sehr viel professioneller ist. […] Bei uns findet man neutrale Beratung auf Augenhöhe. Unsere Mitglieder sind von der psychosozialen Beratung der ZSB der Universität Paderborn geschult. Dadurch haben wir Methoden der Gesprächsführung kennengelernt.

 

Arbeitet ihr viel mit der psychosozialen Beratung der ZSB zusammen?
Die psychosoziale Beratung steht immer hinter uns und ist dafür verantwortlich, die Mitglieder unserer Initiative zu schulen. Außerdem können wir uns jederzeit an die Mitarbeitenden wenden und Fälle weiterleiten. An sich sind wir aber eine unabhängige Initiative.

 

Wie kam die Initiative zu Stande?
Wir persönlich hatten in unserem Freundeskreis einige Leute die Probleme hatten und haben gemerkt, dass sich niemand traut, etwas zu sagen. Da ist die Idee in der Fachschaft entstanden: Was kann man gegen den Stress machen? Erst mal ging es um die Idee für das Thema zu sensibilisieren und die Leute drauf aufmerksam zu machen, dass das Problem existiert. Wir wollten dazu auffordern, offen darüber zu sprechen. Die Idee hat sich weiterentwickelt zu einer Anlaufstelle mit neutralen Personen, an die man sich wenden kann, weil sich viele nicht trauen, zu ihren Freunden zu gehen. Sie denken, dass sie ihre Freunde nicht noch mehr belasten möchten, weil sie selber auch ihre eigenen Probleme haben. Mindestens genau so viele wie man selber.

 

Richtet sich eure Initiative nur an den Wirtschaftsbereich/Fakultät WiWi?
Jeder kann mit einem Problem zu uns kommen. Fast alle Mitglieder der Initiative studieren WiWi oder IBS. Weil sich die Initiative aus den Fachschaften Wirtschaftswissenschaften und International Business Studies gegründet hat, haben wir hauptsächlich Mitglieder aus dieser Fachrichtung, bis auf einen Lehramtsstudenten. Neue Mitglieder, auch aus anderen Bereichen, sind aber auch gern gesehen.

 

Ist er auf euch zugekommen?
Wir haben mit allen Fachschaften Kontakt aufgenommen und haben versucht aus jeder Fachschaft einen Ansprechpartner zu bekommen. Dadurch konnten wir unsere Initiative vorstellen und Informationen aus den Fachschaften bekommen. Zum Beispiel haben wir erfragt, welche Vorlesungen in den verschiedenen Studiengängen am meisten besucht werden. In diese Vorlesungen sind wir dann gegangen und haben dort unsere Initiative vorgestellt, um eine breite Masse zu erreichen.

 

Mit welchen Problemen kommen die Studenten zu euch?
Wir sind für alles offen, aber bisher war es wirklich nur Stress im Studium. Meistens ist es so, dass 3-4 Probleme aufeinandertreffen und die Studenten dann merken, dass sie an einem Punkt sind, an dem sie nicht mehr weiter sehen, irgendwie blockiert sind. Es kommen dann meistens so 2-3 Sachen zusammen wie das Studium, die Familie, und dann noch irgendwas mit den Freunden. Wir versuchen dann im Gespräch, gemeinsam einen Lösungsansatz zu finden.

 

Was ratet ihr den Studenten?
Das ist sehr individuell. Wir versuchen durch das Gespräch überhaupt auf die Probleme zu kommen, meistens sehen sie ihr eigenes Problem noch nicht. Sie wissen nur, dass sie gerade einfach zu viel haben. Unsere Aufgabe ist es herauszufinden, wovon zu viel ist. Wir versuchen die einzelnen Probleme zu identifizieren und dann zu lösen. Sobald man das Problem erkannt hat, ist es einfacher, die Situation der Überforderung zu bekämpfen.

 

Kann bei euch jeder mitmachen? Sucht ihr auch von anderen Fachschaften neue Mitglieder?
Super gerne. Wir würden uns auch freuen, wenn aus anderen Bereichen Leute mitmachen wollen. Bei uns läuft es so ab, dass man zuerst geschult wird und dann kann man auch Gespräche anbieten. Davor muss man aber keine Angst haben. Ein Beratungsgespräch – wie wir es machen – hat eigentlich jeder schon mal mit Freunden gemacht. Das ist relativ ähnlich, nur, dass wir das Problem von außen betrachten und nicht involviert sind.

Ganz wichtig ist, dass die Leute die wirklich mitmachen wollen, es auch erst meinen, weil es ein sehr sensibles Thema ist. Sobald sie motiviert sind, können sie uns gerne ansprechen. Wir brauchen auch nicht nur bei den Beratungsgesprächen Hilfe, sondern auch dabei, die Initiative weiter aufzubauen.

 

Wie viele Mitglieder seid ihr?
Wir sind 12-13 Studierende, wobei einige auch im Ausland sind und uns von da aus unterstützen.

 

Habt ihr regelmäßige Treffen?
Die Mitglieder treffen sich circa alle zwei Wochen, um zu besprechen, was ansteht und wer welche Aufgaben übernimmt (beispielsweise Flyer in der Mensa verteilen). Außerdem bieten wir Sprechstunden montags und donnerstags von 13-14 Uhr in ME0.227 an, die offen für jeden sind. Oder man kann uns kontaktieren, dann können wir einen individuellen Termin vereinbaren. Das machen wir privat unter dubistnichtallein@upb.de und dann suchen wir intern einen Verantwortlichen.

 

Abschlussstatement:
Alle, die Probleme haben sind nicht alleine damit. Wir alle haben Probleme. Genauso muss es keiner alleine bekämpfen. Ob man sich an Freunde oder eine Anlaufstelle wendet, das ist relativ egal. Das Problem sollte nur frühzeitig erkannt werden bevor viele Kleinigkeiten zu einem großen Problem werden und man im schlimmsten Fall Depressionen bekommt.

[…]

 

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