{"id":957,"date":"2021-12-20T12:00:00","date_gmt":"2021-12-20T11:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/?p=957"},"modified":"2022-01-05T10:16:30","modified_gmt":"2022-01-05T09:16:30","slug":"und-taeglich-gruesst-das-murmeltier-die-kmk-vs-lehrkraeftemangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/12\/20\/und-taeglich-gruesst-das-murmeltier-die-kmk-vs-lehrkraeftemangel\/","title":{"rendered":"Und t\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier \u2013 Die KMK vs. Lehrkr\u00e4ftemangel"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_957 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_957')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_957').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Man muss aber deutlich differenzieren, wie wir auch schon in unserer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/10\/06\/quereinstieg-ins-lehramt-im-licht-der-bildungsforschung-3-4\/\" target=\"_blank\">Blogreihe zum Quer- und Seiteneinstieg ausf\u00fchrlich beschrieben haben<\/a>. Denn der oft beschriebene Lehrkr\u00e4ftemangel, so stellte es die Kultusministerkonferenz schon 2020 fest, herrscht bezogen auf weiterf\u00fchrende Schulen vor allem in den sogenannten MINT-F\u00e4chern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften (hier insb. Physik &amp; Chemie) und Technik (z.B. Elektrotechnik am Berufskolleg). Ein Jahr nach dieser Feststellung gibt es nun erste Ergebnisse und Vorschl\u00e4ge gegen diesen Mangel vorzugehen. Prim\u00e4r sieht die KMK hier die Wahrnehmung der Mangelf\u00e4cher und Sichtbarkeit der Lehramtsoption als Schl\u00fcssel um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen. In diesem Beitrag m\u00f6chten wir kurz \u00fcber die f\u00fcnf Bereiche und die darin enthaltenen verschiedenen Ans\u00e4tze der KMK berichten und auch zeigen, wie unsere Performanztests hier eine Rolle spielen k\u00f6nnten!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1)<\/strong> <strong>Schule<\/strong><br><br>Idee der KMK ist es, das Bild der MINT-Lehrkr\u00e4fte zu verbessern, damit Sch\u00fcler*innen die F\u00e4cher tendenziell positiver in Erinnerung haben: \u201eUm ein Lehramtsstudium in diesem Bereich in Erw\u00e4gung zu ziehen, wird vor allem das Erleben der MINT-Lehrkr\u00e4fte von Bedeutung sein. Werden diese als Vorbilder wahrgenommen, erscheint ein entsprechender Studien- und Berufswunsch eher wahrscheinlich\u201c (KMK, 2021, 3). Diese Aussage wird z.B. auch im Hinblick auf die Berufswahl <em>Informatiklehrkraft<\/em> von Dorothee M\u00fcller unterst\u00fctzt, die dem \u201eErleben oder auch Fehlen des eigenen Informatikunterrichts&#8220; (2017, 135) einen \u201eentscheidenden Einfluss&#8220; (ebd.) zuspricht. Zwar ist hier eine langfristige Ver\u00e4nderung unabdingbar, nur ist es fraglich, ob sich mit diesem Wunsch der schon f\u00fcr 2030 prognostizierte Mangel an Lehrkr\u00e4ften aufhalten l\u00e4sst. Doch es gibt auch konkretere Handlungsempfehlungen wie \u201ehochschulische Angebote f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u201c (KMK, 2021, 5). Ganz konkret gibt es hier schon Projekte wie z.B. so genannte Hochschultage, an denen Sch\u00fcler*innen eine Hochschule besuchen, Informationen zu Studieng\u00e4ngen erhalten oder auch in Veranstaltungen hereinschauen k\u00f6nnen. Interessant sind auch Ans\u00e4tze, die Sch\u00fcler*innen schon in der Schulzeit den Beruf als Lehrkraft n\u00e4herbringen, z.B. durch Werbung von Praktikant*innen oder Patenschaften von Lehramtsstudierenden.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>2) Eltern, Familie, Freunde, Bekannte, Peergroup<\/strong><br><br>Dieser so wichtige Bereich der beruflichen Sozialisation wird zwar genannt, aber da es \u201ebesonders schwierig [sei], hierauf Einfluss zu nehmen\u201c (KMK, 2021, 3) gibt es keine konkreten Ma\u00dfnahmen, sondern es werden oberfl\u00e4chlich alle MINT-Lehrkr\u00e4fte zu Botschafter*innen des Bekanntenkreises ernannt. Dabei g\u00e4be es hier z.B. durch gezielte Aufkl\u00e4rungsarbeit bei Elterngespr\u00e4chen und Elternabenden \u00fcber die Anforderungen an den Beruf und die ausgezeichneten Jobm\u00f6glichkeiten eine sehr gute M\u00f6glichkeit, das famili\u00e4re Umfeld f\u00fcr die T\u00e4tigkeit zu sensibilisieren.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>3) Medien und Werbung<\/strong><br><br>Hier m\u00f6chte die KMK an die Erfolge ankn\u00fcpfen, die zur Verbesserung des Gesamtansehens des MINT-Bereichs gef\u00fchrt haben. Da diese Aufbesserung des MINT-Bildes aber eher mit wirtschaftlichen Aspekten verkn\u00fcpft ist, soll hier ebenso langfristig das Bild von MINT-Lehrkr\u00e4ften durch eine auf einen l\u00e4ngeren Zeitraum angelegte Werbe- und Imagekampagne verbessert werden.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>4) Studienwahl<\/strong><br><br>Es m\u00fcssen sich mehr Sch\u00fcler*innen f\u00fcr ein Lehramtsstudium in den MINT-F\u00e4chern entscheiden, damit es mehr MINT-Lehrkr\u00e4fte gibt. Um dies zu unterst\u00fctzen sollen z.B. Stipendienprogramme f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte mit MINT-F\u00e4chern geschaffen oder ausgebaut werden. An dieser Stelle, m\u00f6chten wir auf bereits bestehende Stipendien verweisen, wie die Ford MINT-Didaktikstipendien an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Im Rahmen des Deutschlandstipendiums, einer Initiative des BMBFs, werden in Kooperation mit Unternehmen ebenfalls Studierende mit Stipendien unterst\u00fctzt \u2013 unter anderem durfte auch Thomas in seinen ersten beiden Semestern 2015\/2016 davon profitieren. Denn das hier erw\u00e4hnte Stipendium unterst\u00fctzt, wie von der KMK jetzt auch gefordert, gezielt Lehramtsstudierende mit MINT-F\u00e4chern, wie Thomas selbst einer war. <br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>5) Studium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch es reicht nicht, sich f\u00fcr ein Studium zu entscheiden \u2013 man sollte es auch durchhalten und abschlie\u00dfen. Hier spricht die KMK der Studieneingangsphase zurecht eine besondere Bedeutung zu und m\u00f6chte ein gr\u00f6\u00dferes und fokussiertes Beratungsangebot auf den Weg bringen. Wichtig ist im Studium z.B. auch die Wertsch\u00e4tzung, die Studierenden in MINT-F\u00e4chern w\u00e4hrend des Studiums von Dozierenden entgegengebracht wird. Diese kann einen Einfluss auf das Belastungserleben und somit auch auf einen m\u00f6glichen Studienabbruch haben (Carstensen et al., 2021). Diese aktuelle Studie hat festgestellt, dass Lehramtsstudierende in MINT-F\u00e4chern sich weniger wertgesch\u00e4tzt f\u00fchlen als Lehramtsstudierende anderer F\u00e4cher (ebd.). So w\u00e4re es auch ein wichtiger Aspekt, hier an den Hochschulen direkt anzusetzen und die Dozierenden der Fachwissenschaften gezielt auf diese Problematik hinzuweisen, denn schlie\u00dflich sind es die Studierenden der Zukunft, die von diesen Lehrkr\u00e4ften ausgebildet werden und die &#8211; wie in 1) erw\u00e4hnt &#8211; Vorbilder sein sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer sehr interessanter Punkt in dem KMK Papier ist folgender Absatz: \u201eLehrkr\u00e4fteausbildung in der ersten Phase strukturell und inhaltlich professionsorientierter gestalten, ohne dabei die bestehende hohe fachwissenschaftliche Qualit\u00e4t zu beeintr\u00e4chtigen\u201c (KMK, 2021, 7). Diesem Punkt k\u00f6nnen wir uns voll und ganz anschlie\u00dfen. Eine praxisorientiertere erste Phase k\u00f6nnte Signalwirkung auf das gesamte Studium haben und dieses weiter aufwerten. Eine M\u00f6glichkeit das Studium professionsorientierter zu gestalten sind beispielsweise Performanztests, so wie wir diese als rollenspielbasierte Simulationen entwickeln. Durch Einf\u00fchrung und Etablierung handlungsnaher Pr\u00fcfungen, die die <em>Performance<\/em> bewerten, m\u00fcssen diese F\u00e4higkeiten auch schon in den Kursen trainiert werden, wodurch das gesamte Studium an Praxisn\u00e4he gewinnen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Fazit m\u00f6chten wir festhalten, dass die Initiativen der KMK deutlich zu begr\u00fc\u00dfen sind und hoffentlich den anstehenden Versorgungsengp\u00e4ssen an Schulen entgegenwirken. Es bleibt zu w\u00fcnschen, dass die beschriebenen Ma\u00dfnahmen, sofern es diese nicht schon in Ans\u00e4tzen gibt, auch ergriffen werden. Wir sind gespannt, wie die ebenfalls angek\u00fcndigte Evaluation des Unterfangens ausfallen wird. Zur Wirkung einzelner dieser Ma\u00dfnahmen existieren auch schon mehr oder weniger umfangreiche empirische Erkenntnisse. Diese werden wir in zuk\u00fcnftigen Blogbeitragen auch einmal n\u00e4her vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Literatur:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Carstensen, B., Lindner, C. &amp; Klusmann, U. (2021). Wahrgenommene Wertsch\u00e4tzung im Lehramtsstudium.<em> Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, 1-14. (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000337\">Online<\/a>)<\/li><li>KMK (2021). Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur St\u00e4rkung des Lehramtsstudiums in Mangelf\u00e4chern. Beschluss der KMK vom 09.12.2021. (<a href=\"https:\/\/bildungsklick.de\/fileadmin\/user_upload\/www.bildungsklick.de\/PDFs\/2021-12-09_Polit-Vorhaben-_Empfehlung_Lehrkraefte-Mangelfaecher.pdf\">Online<\/a>)<\/li><li>M\u00fcller, D. (2017). Berufswahl Informatiklehrkraft. In I. Diethelm (Hrsg.),&nbsp;<em>Informatische Bildung zum Verstehen und Gestalten der digitalen Welt<\/em> <em>&#8211; 17. GI-Fachtagung Informatik und Schule <\/em>(S. 127-136)<em>.<\/em> Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland fehlt es an Lehrkr\u00e4ften. Alle Jahre wieder h\u00f6rt man diesen Satz und er sorgt f\u00fcr Unruhe an allen Stellen im Bildungssystem. Man muss aber deutlich differenzieren, wie wir auch schon in unserer Blogreihe zum Quer- und Seiteneinstieg ausf\u00fchrlich beschrieben haben. 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