{"id":794,"date":"2022-07-01T15:00:00","date_gmt":"2022-07-01T13:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/?p=794"},"modified":"2022-07-01T13:36:01","modified_gmt":"2022-07-01T11:36:01","slug":"taeuschen-schummeln-und-betruegen-an-der-hochschule-im-licht-der-bildungsforschung-4-7-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2022\/07\/01\/taeuschen-schummeln-und-betruegen-an-der-hochschule-im-licht-der-bildungsforschung-4-7-teil-1\/","title":{"rendered":"T\u00e4uschen, Schummeln und Betr\u00fcgen an der Hochschule im Licht der Bildungsforschung 4\/7 &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_794 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_794')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_794').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Nach einer etwas l\u00e4ngeren Pause setzen wir daher hier im Blog heute unsere Artikelreihe zum T\u00e4uschen und Betr\u00fcgen bei Pr\u00fcfungen im Studium fort, also zu Aktivit\u00e4ten, die auch als akademisches Fehlverhalten bezeichnet werden. In dieser Reihe werfen wir insbesondere einen Blick darauf, welche Ergebnisse empirischer Bildungsforschung vorliegen. Im <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/11\/04\/tauschungen-bei-prufungen-im-licht-der-bildungsforschung-1-7\/\">ersten Beitrag<\/a> ging es um verschieden Arten des akademischen Fehlverhaltens im Studium, im <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/11\/11\/taeuschen-schummeln-und-betruegen-an-der-hochschule-im-licht-der-bildungsforschung-2-7\/\">zweiten Beitrag<\/a> um Methoden, dieses Verhalten auch empirisch zu erfassen (Wer gibt es schon gerne zu?) und im <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/11\/26\/taeuschen-schummeln-und-betruegen-an-der-hochschule-im-licht-der-bildungsforschung-3-7\/\">dritten Beitrag<\/a> darum, wie verbreitet verschiedene Formen akademischen Fehlverhaltens eigentlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Warum t\u00e4uschen Studierende denn nun?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag schaut genauer auf Gr\u00fcnde f\u00fcr T\u00e4uschungen bei Pr\u00fcfungen im Studium. <strong>Es geht also um die Frage, welche Faktoren akademischen Fehlverhalten beg\u00fcnstigen bzw. mit welchen (Risiko-)Faktoren akademisches Fehlverhalten von Studierenden zusammenh\u00e4ngt.<\/strong> Mit der Beantwortung dieser Frage ist auch das Ziel verbunden, Ansatzpunkte f\u00fcr passende Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung von Fehlverhalten zu entwickeln und in Studieng\u00e4nge zu implementieren. In der empirischen Bildungsforschung liegen hierzu <strong>Ergebnisse aus einer gro\u00dfen Menge unterschiedlicher Studien<\/strong> vor, die sich darin unterscheiden, welche Formen des akademischen Fehlverhaltens, welche Pr\u00fcfungsformate und welche m\u00f6glichen Einflussfaktoren betrachtet werden (Parnther, 2020; Awasthi, 2019; Moss et al., 2018). Viele dieser Studien wurden mit Bezug zu komplexen theoretischen Modellen geplant, durchgef\u00fchrt und ausgewertet (z.B. <em>Wert-Erwartungs-Theorie<\/em>, vgl. Eccles &amp; Wigfield, 2002; <em>Theorie geplanten Verhaltens<\/em>, vgl. Ajzen, 1991). Andere Studien haben Zusammenh\u00e4nge eher explorativ untersucht (z.B. Gama et al., 2013). Dabei kamen jeweils auch unterschiedliche Methoden der (statistischen) Auswertung zum Einsatz. Der Erkenntnisstand zu (m\u00f6glichen) Ursachen von bzw. Einflussfaktoren auf akademisches Fehlverhalten kann daher nicht umfassend in einem Blogbeitrag dargestellt werden (Was schon an der L\u00e4nge der Literaturliste erkennbar ist \ud83d\ude09 ). Wir beschreiben ihn daher eher \u00fcberblicksartig und geben an, wenn Ergebnisse aus internationalen Studien sich von Forschungen, die sich auf Studierende in Deutschland beziehen, unterscheiden (z.B. Kroher, 2020; Sattler &amp; Diewald, 2013). F\u00fcr eine angenehmere Lesbarkeit im Blog, haben wir den Beitrag zudem auf zwei Posts aufgeteilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>Welche Faktoren haben einen Einfluss?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie oben erw\u00e4hnt, betrachteten viele Untersuchungen unterschiedliche Aspekte, die sich zwischen einzelnen Studien mehr oder weniger stark unterscheiden (Parnther, 2020; Awasthi, 2019; Moss et al., 2018; Park, 2003). H\u00e4ufig wurde auch eine Vielzahl solcher Faktoren gleichzeitig betrachtet, um abzusch\u00e4tzen, welche Aspekte wesentliche Einfl\u00fcsse auf akademisches Fehlverhalten haben und welche vielleicht eher vernachl\u00e4ssigbar sind (z.B. Kroher, 2020; Yu et al., 2017). <strong>Trotz dieser Unterschiede  k\u00f6nnen diese Faktoren aber nach drei verschiedenen Merkmalskategorien unterschieden werden.<\/strong> Zwar ist die Zuordnung einzelner Faktoren nicht immer ganz trennscharf, sie erm\u00f6glichen es aber dennoch, eine gute \u00dcbersicht zu erstellen.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><em>Merkmale der Studierenden: <\/em>Gemeint sind hiermit Faktoren, die sich auf die Studierenden als Individuum beziehen und unterschiedlich zwischen einzelnen Personen ausgepr\u00e4gt sein k\u00f6nnen, wie z.B. das Vertrauen in die eigene Leistungsf\u00e4higkeit oder auch demografische Merkmale wie das Geschlecht.<\/li><li><em>Merkmale der Institution:<\/em> Hiermit sind Faktoren gemeint, die sich auf die jeweilige Hochschule, die Studienorganisation oder die konkrete Lernumgebung beziehen, in denen Pr\u00fcfungssituationen eingebettet sind. Dies meint z.B. festgelegte Sanktionen f\u00fcr Fehlverhalten, die <em>Workload<\/em> im Studium oder auch die Inhalte von Lehrveranstaltungen.<\/li><li><em>Merkmale des sozialen Umfelds:<\/em> Dies bezeichnet Faktoren des weiteren sozialen Kontextes, in dem akademisches Fehlverhalten auftreten kann, wie z.B.  ob Mitstudierende h\u00e4ufig t\u00e4uschen oder ob eine gro\u00dfe Konkurrenz zwischen Studierenden herrscht.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Folgenden beschreiben wir Zusammenh\u00e4nge von akademischem Fehlverhalten und verschiedenen Faktoren entlang dieser drei Ebenen. Bei der Interpretation der Ergebnisse sollte beachtet werden, dass sie meistens mit Formaten des <em>direct response<\/em> erhoben wurden, die Studierenden also direkt befragt wurden (siehe hierzu unseren  <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/11\/11\/taeuschen-schummeln-und-betruegen-an-der-hochschule-im-licht-der-bildungsforschung-2-7\/\">zweiten Beitrag<\/a>). Dar\u00fcber hinaus handelt es sich bei den meisten Untersuchungen um Querschnittsbefragungen, bei denen die Studierenden also zu einem festen Zeitpunkt befragt wurden. Diese Ergebnisse werden zwar meist dahingehend interpretiert, dass die gefundenen korrelativen Zusammenh\u00e4nge auch Ursachen f\u00fcr Fehlverhalten beschreiben. Streng genommen liefern sie allerdings nur einen Hinweis auf m\u00f6gliche Ursachen und k\u00f6nnen keine Kausalit\u00e4t begr\u00fcnden. Hierzu w\u00e4ren bspw. L\u00e4ngsschnittstudien notwendig (vgl. Reinders, 2006).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><em><strong>1. Merkmale der Studierenden<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Vertrauen in die eigene Leistungsf\u00e4higkeit:<\/em> Ein wesentlicher Faktor, von dem sich in vielen Studien gezeigt hat, dass er mit akademischem Fehlverhalten unterschiedlicher Formen zusammenh\u00e4ngt, ist das <strong>Vertrauen Studierender in die eigene Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong> (Parthner, 2020; Moss et al., 2018). Nehmen Studierende sich selbst als weniger leistungsstark bzw. &#8222;gut&#8220; wahr, dann geben sie eher an, im Studium schon (ein- oder mehrmals) get\u00e4uscht zu haben. Dies zeigt sich in Studien z.B. in Zusammenh\u00e4ngen zwischen Fehlverhalten und der eingesch\u00e4tzten eigenen Kompetenz oder Selbstwirksamkeit (Fatima et al., 2020; Sattler &amp; Diewald, 2013; Kaldo &amp; Reiska, 2012; Marsden et al., 2005; Whitley, 1998), der von Studierenden eingesch\u00e4tzten Wahrscheinlichkeit eine Pr\u00fcfung zu bestehen (z.B. Fatima et al., 2020), der Angst vor Nicht-Bestehen und damit verbundenen Konsequenzen f\u00fcr die eigene Zukunft (z.B. Fatima et al., 2020), subjektiv wenig wahrgenommenen Erfolgserlebnissen im Studium (z.B. Liebend\u00f6rfer &amp; G\u00f6ller, 2016) oder darin, dass sie ihre eigene Vorbereitung auf Pr\u00fcfungen als unzureichend empfinden (z.B. Yu et al., 2017). Bei diesem Einflussfaktor stellt sich auf Basis der bestehenden Studien allerdings generell die Frage: &#8222;<strong>Was war zuerst da? &#8211; Misserfolgserlebnisse oder ein geringes Vertrauen in die eigene Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong> (vgl. Liebend\u00f6rfer &amp; G\u00f6ller, 2016)?&#8220; Ein klassisches <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Henne-Ei-Problem\">Henne-Ei-Problem<\/a> also.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Fehlende F\u00e4higkeiten und Kenntnisse:<\/em> Der Zusammenhang zwischen akademischen Fehlverhalten und geringer Leistungsf\u00e4higkeit zeigt sich nicht nur in der subjektiven Wahrnehmung, sondern auch im Zusammenhang zu etwas &#8222;objektiveren&#8220; Ma\u00dfen von Leistungsf\u00e4higkeit wie dem <strong>Notenschnitt im Studium<\/strong> (z.B. McCabe et al., 2012; Straw, 2002; vgl. Foster, 2016). Dies gilt allerdings nicht unbedingt f\u00fcr Untersuchungen, die Studierende in Deutschland betrachtet haben (z.B. Kroher, 2020). Auch konnten einige Studien beobachten, dass akademisches Fehlverhalten (haupts\u00e4chlich beim Plagiieren) auch mit fehlenden Kenntnissen korrekten Verhaltens zusammenh\u00e4ngt (Perry, 2010; Park, 2003; vgl. Moss et al., 2018; vgl. Sattler &amp; Diewald, 2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Weitere motivationale Merkmale:<\/em> Neben dem Vertrauen in die eigene Leistungsf\u00e4higkeit wurden auch Zusammenh\u00e4nge zwischen der H\u00e4ufigkeit akademischen Fehlverhaltens und weiteren motivationalen Merkmalen von Studierenden beobachtet. Studierende, die bzgl. ihres Studiums eher <strong>extrinsisch motiviert<\/strong> sind (z.B. durch die Aussicht auf eine externe Belohnung) tendieren eher dazu zu T\u00e4uschen, als Studierende, die eher <strong>intrinsisch motiviert<\/strong> sind (z.B. durch Interesse an ihrem Studienfach) (Sattler &amp; Diewald, 2013; vgl. Davy et al., 2007; aber vgl. Nitsche et al., 2014;). Der Einfluss negativ ausgepr\u00e4gter motivationaler Merkmale zeigt sich auch bei geringer Anstrengungsbereitschaft (Sattler &amp; Diewald, 2013), bei geringer wahrgenommener eigener Konzentrationsf\u00e4higkeit (Sattler &amp; Diewald, 2013) oder bei einer gering wahrgenommenen Kontrolle \u00fcber eigenes Verhalten (Yu et al., 2018; Yu et al., 2017). Diese Merkmale werden auch h\u00e4ufig im Konzept der <strong>Prokrastination<\/strong> zusammengefasst untersucht, also einem generellen Aufschiebeverhalten im Studium. Ist dieses bei Studierenden (subjektiv) st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, berichten sie auch h\u00e4ufigeres akademisches Fehlverhalten in allen Formen (Patrzek et al., 2015; Sattler &amp; Diewald, 2013). Da dieses Verhalten auch eher bei Studierenden auftritt, die ihr Studium mit einem starken Fokus auf sich selbst bestreiten (<em>self-focused purpose<\/em>, Yu et al., 2017), zeigen sich auch <strong>Zusammenh\u00e4nge von Fehlverhalten und ausgepr\u00e4gteren au\u00dfercurricularen und Freizeitaktivit\u00e4ten<\/strong> (Yu et al., 2017).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Einstellungen zu akademischem Fehlverhalten: <\/em>Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor bezieht sich darauf, wie akademisches Fehlverhalten von Studierenden selbst bewertet wird. Studierende, die akademisches Fehlverhalten selbst <strong>moralisch st\u00e4rker verurteilen <\/strong>bzw. negativ betrachten, geben weniger h\u00e4ufig solches Verhalten an, als Studierende, die Fehlverhalten eher akzeptieren oder positiver bewerten (Yu et al., 2017; Nitsche et al., 2014; Sattler et al., 2013; Sattler &amp; Diewald, 2013; Whitley, 1998). Es zeigt sich auch ein Zusammenhang dazu, wie bedeutsam Studierende Ehrlichkeit als Wert f\u00fcr sich selbst einsch\u00e4tzen (Kroher, 2020). Dabei unterscheiden sich die Einstellungen und Normen Studierender durchaus auch zwischen verschiedenen Pr\u00fcfungsformen (z.B. Nitsche et al., 2014; Sattler &amp; Diewald, 2013). Bspw. wird von Studierenden in der Untersuchung von (Kroher, 2020) die Regeltreue bei Klausuren als subjektiv bedeutsamer eingesch\u00e4tzt, als bei Hausarbeiten. Ebenfalls wird die moralische Norm, kein akademisches Fehlverhalten zu zeigen, von Studierenden in Beziehung zu weiteren Bedingungsfaktoren gesetzt. <strong>So wird bspw. akademisches Fehlverhalten als akzeptabler betrachtet, wenn bestimmte Umst\u00e4nde vorliegen (z.B. kranke Familienmitglieder, um die man sich k\u00fcmmern muss)<\/strong> (Davy et al., 2007; Granitz &amp; Loewy, 2007).  Dabei kann es sich allerdings auch um eine nachtr\u00e4gliche Rationalisierung eigentlich als unethisch betrachteten Verhaltens handeln (Sykes &amp; Matza, 1957). Zum Schutz des eigenen Selbstbildes als moralische Person, wird dabei das eigene Fehlverhalten mit schlechten externen Bedingungen auch vor sich selbst entschuldigt (Roig &amp; Caso, 2005). Die eigentliche Ursache f\u00fcr akademisches Fehlverhalten kann aber eigentlich in anderen Faktoren liegen (vgl. Moss et al., 2018).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Erfahrungen mit T\u00e4uschungshandlungen:<\/em> Ein ebenfalls sehr relevanter Einflussfaktor f\u00fcr die H\u00e4ufigkeit bzw. Wahrscheinlichkeit f\u00fcr akademisches Fehlverhalten ist das <strong>T\u00e4uschungsverhalten w\u00e4hrend der Schulzeit vor dem Studium <\/strong>(Kroher, 2020). Studierende, die Fehlverhalten zuvor als erfolgreiches Mittel f\u00fcr das Erreichen von Zielen erlebt haben (z.B. durch Spicken eine Klausur zu bestehen), tendieren auch dazu, dieses Mittel im Studium h\u00e4ufiger anzuwenden (Davy et al., 2007; Whitley, 1998).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Demografische Faktoren:<\/em> In verschiedenen Studien wurden auch Zusammenh\u00e4nge von akademischem Fehlverhalten und verschiedenen demografischen Merkmalen der Studierenden untersucht. In internationalen Studien deuten sich z.B. Tendenzen an, dass <strong>m\u00e4nnliche Studierende h\u00e4ufiger Fehlverhalten als weibliche Studierende<\/strong> berichten (z.B. Yu et al., 2017; Crown &amp; Spiller, 1998; Whitley, 1998), was allerdings in Untersuchungen, die sich auf Studierende in Deutschland beziehen nicht eindeutig beobachtet wurde (Kroher, 2020; Sattler &amp; Diewald, 2013). Ebenfalls geben <strong>j\u00fcngere Studierende bzw. Studienanf\u00e4nger*innen h\u00e4ufigeres Fehlverhalten<\/strong> an als \u00e4ltere Studierende (vgl. Kroher, 2020; Sattler &amp; Diewald, 2013; Whitley, 1998; Newstead et al., 1996). Zudem werden Unterschiede im Fehlverhalten zwischen Studierenden verschiedener F\u00e4cher (Bertram et al., 2014; Nitsche et al., 2014; Sattler &amp; Diewald, 2013) und verschiedener Kulturen (Ison, 2018; vgl. Awasthi, 2019) berichtet. Die politische oder religi\u00f6se Orientierung von Studierenden scheint hingegen nicht mit akademischem Fehlverhalten zusammenzuh\u00e4ngen, wobei diese Faktoren allerdings auch eher im anglo-amerikanischen Forschungsraum untersucht wurden (Yu et al., 2017; vgl. Davy et al., 2007). Wohl aber geben Studierende mit einem vorteilhafteren sozi\u00f6konomischem Hintergrund bzw. in einer vergleichsweise guten finanziellen Situation tendenziell eher weniger akademisches Fehlverhalten an (Yu et al., 2017; vgl. Park, 2003).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle diese Merkmale h\u00e4ngen nat\u00fcrlich ebenfalls miteinander zusammenh\u00e4ngen (z.B. Prokrastinationsverhalten und Leistungsangst), so dass es schwierig ist, die Gr\u00f6\u00dfe des Einflusses eines bestimmten Faktors einzuordnen (vgl. Park, 2003) bzw. zu identifizieren, welche Faktoren auf der individuellen Ebene die zentralen Ursachen sind. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\"><em>War das schon alles?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben individuellen Merkmalen, liegen &#8211; wie oben schon beschrieben &#8211; auch Erkenntnisse zu Einfl\u00fcssen der Institution und des sozialen Kontextes auf akademisches Fehlverhalten im Studium vor. Diese werden im zweiten Teil dieses Beitrags n\u00e4her erl\u00e4utert. Er wird an dieser Stelle verlinkt. Sobald er online ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Literatur<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ajzen, I. (1991). The theory of planned behavior.&nbsp;<em>Organizational behavior and human decision processes<\/em>,&nbsp;<em>50<\/em>(2), 179-211. (<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/074959789190020T\">Online<\/a>)<\/li><li>Ali, I., Sultan, P., &amp; Aboelmaged, M. (2021). A bibliometric analysis of academic misconduct research in higher education: Current status and future research opportunities. <em>Accountability in research<\/em>, 1-22. (<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/abs\/10.1080\/08989621.2020.1836620\">Online<\/a>)<\/li><li>Awasthi, S. (2019). Plagiarism and academic misconduct: A systematic review.&nbsp;<em>DESIDOC Journal of Library &amp; Information Technology<\/em>,&nbsp;<em>39<\/em>(2). (<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Shipra-Awasthi\/publication\/332568987_Plagiarism_and_Academic_Misconduct_A_Systematic_Review\/links\/602d249c92851c4ed57abb5e\/Plagiarism-and-Academic-Misconduct-A-Systematic-Review.pdf\">Online<\/a>)<\/li><li>Bertram Gallant, T., Binkin, N., &amp; Donohue, M. (2015). Students at risk for being reported for cheating. <em>Journal of Academic Ethics<\/em>, <em>13<\/em>(3), 217-228. (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10805-015-9235-5\">Online<\/a>)<\/li><li>Crown, D. F., &amp; Spiller, M. S. (1998). Learning from the literature on collegiate cheating: A review of empirical research. <em>Journal of Business Ethics<\/em>, <em>17<\/em>(6), 683-700. (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1023\/A:1017903001888\">Online<\/a>)<\/li><li>Davy, J. A., Kincaid, J. F., Smith, K. J., &amp; Trawick, M. A. (2007). An examination of the role of attitudinal characteristics and motivation on the cheating behavior of business students.&nbsp;<em>Ethics &amp; Behavior<\/em>,&nbsp;<em>17<\/em>(3), 281-302. (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/10508420701519304\">Online<\/a>)<\/li><li>Dubljevi\u0107, V., Sattler, S., &amp; Racine, E. (2014). Cognitive enhancement and academic misconduct: a study exploring their frequency and relationship.&nbsp;<em>Ethics &amp; Behavior<\/em>,&nbsp;<em>24<\/em>(5), 408-420. (<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/10508422.2013.869747\">Online<\/a>)<\/li><li>Eccles, J. S., &amp; Wigfield, A. (2002). Motivational beliefs, values, and goals.&nbsp;<em>Annual review of psychology<\/em>,&nbsp;<em>53<\/em>(1), 109-132. (<a href=\"https:\/\/d1wqtxts1xzle7.cloudfront.net\/45895866\/Motivational_Belief_Values_and_Goals20160523-9909-naxaxa-with-cover-page-v2.pdf?Expires=1656675219&amp;Signature=AMHvN3v4YimO6ps4SnFCNJPzhOIa2ch3FT5TrMZ~uNYrEJAI2YysA767Cu3YM~nPjt6MMOzJRmxgz-8AM6HM~t5yb7s7aj51FFJxjhUc3WP3VEU-TlVbfujLCSqROKaSlb2vCdYr~qYMiGlz1IxW7hgYrQoapAi4vxfigKJ2WizLdkwJMgV43d7kSl5huIWU5kxyx9GAufUsO4l7UJ6O6ykD2Fk766hnWqr3JpVkO2xf7fDYDQ5Vb7cFGFh50tCD4rYZCh-OkmlYEJrYyqPOEHeexRgkvod0TsAt~9tB4GBFSVeicW68Kmxj1F7S-bOzgU3f6cIl8Ar6a~XKY-JNCA__&amp;Key-Pair-Id=APKAJLOHF5GGSLRBV4ZA\">Online<\/a>)<\/li><li>Fatima, A., Sunguh, K. K., Abbas, A., Mannan, A., &amp; Hosseini, S. (2020). Impact of pressure, self-efficacy, and self-competency on students\u2019 plagiarism in higher education.&nbsp;<em>Accountability in Research<\/em>,&nbsp;<em>27<\/em>(1), 32-48. (<a href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/08989621.2019.1699070\">Online<\/a>)<\/li><li>Foster, G. (2016). 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