{"id":201,"date":"2021-08-25T14:21:31","date_gmt":"2021-08-25T12:21:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/?p=201"},"modified":"2021-11-10T17:25:02","modified_gmt":"2021-11-10T16:25:02","slug":"das-hast-du-aber-gut-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/performla\/2021\/08\/25\/das-hast-du-aber-gut-gemacht\/","title":{"rendered":"\u201eDas hast du aber gut gemacht!\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_201 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_201')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_201').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Wenn wir kochen, wird gesagt wie es schmeckt, wenn wir eine (vermeintlich) lustige Anekdote erz\u00e4hlen, wird (hoffentlich) gelacht und wenn wir in der Schule eine Pr\u00fcfung ablegen, wird uns gesagt, wie gut oder schlecht unsere Leistung war. Doch obwohl Leistungsr\u00fcckmeldungen in der Schule zu den allt\u00e4glichen Aufgaben der Lehrkr\u00e4fte z\u00e4hlen, ist dieser Aspekt in der universit\u00e4ren Lehramtsausbildung nicht ad\u00e4quat repr\u00e4sentiert. Um dem entgegenzuwirken, soll ein performanznahes Pr\u00fcfungsformat entwickelt werden, welches genau diesen Kompetenzbereich bei angehenden Lehrkr\u00e4ften pr\u00fcft und f\u00f6rdert. Um ein solches Pr\u00fcfungsformat entwickeln zu k\u00f6nnen, muss allerdings das Konstrukt \u201aFeedback\u2018 n\u00e4her beleuchtet werden. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Was ist Feedback und brauchen wir es \u00fcberhaupt?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine g\u00e4ngige Definition von Feedback ist bei Hattie &amp; Timperley zu finden, welche dieses als \u201e<strong>information provided by an agent (e.g., teacher, peer, book, parent, self, experience) regarding aspects of one\u2019s performance or understanding\u201d <\/strong>(2007, S. 81) verstehen. Grunds\u00e4tzlich folgt diese Definition einer kognitivistischen Auffassung von Feedback, die es als eine unidirektionale Vermittlung von Wissen darstellt (Ajjawi &amp; Boud, 2017, S. 252).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sollten wir \u00fcberhaupt Feedback geben? In der Forschung wird Feedback eine generelle Effektst\u00e4rke zwischen <em>d<\/em>=0,79 und <em>d<\/em>=0,48 auf den Lernerfolg von Sch\u00fcler*innen zugeschrieben was einen gro\u00dfen bis mittleren Effekt bedeutet (Wisniewski et al. 2020). Doch Feedback ist nicht gleich Feedback und auch nicht ausschlie\u00dflich positiv zu betrachten. So hat ca. ein Drittel des gegebenen Feedbacks negative Auswirkungen und ist nicht lernf\u00f6rderlich (Narciss, 2014). Es ist daher wichtig dieses diverse Konstrukt detailliert zu betrachten. Ein zentrales Ergebnis aus der Studie von Hattie &amp; Timperley (2007) ist, dass Feedback auf vier Ebenen gegeben werden kann:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Aufgabe,<\/li><li>Prozess,<\/li><li>Selbstregulation und<\/li><li>Selbst.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem kann Feedback in drei Perspektiven erfolgen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Feed back: Wie hat es geklappt?<\/li><li>Feed up: Wo geht es hin?<\/li><li>Feed forward: Was muss getan werden, um dahin zukommen?<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>In der Studie stellte sich au\u00dferdem heraus, dass Feedback vor allem dann effektiv ist, wenn es auf die Aufgabe, den Prozess und die Selbstregulation bezogen ist (<em>high-information Feedback<\/em>), wohingegen R\u00fcckmeldungen auf der Ebene des Selbst, also z.B. Lob oder Kritik an der Person selbst, sogar hinderlich sein kann (Hattie &amp; Timperley, 2007; Zierer, 2019). Schaut man sich also die \u00dcberschrift nochmal an, stellt man schnell fest, dass diese Art von R\u00fcckmeldung inhaltsleer ist, sich nur auf die Person bezieht und damit wenig effektiv ist. Weiterhin f\u00fchren Hattie &amp; Wollenschl\u00e4ger (2014) an, dass weniger bedeutsam ist, welches Feedback Lehrkr\u00e4fte geben, sondern was bei den Lernenden ankommt &#8211; und diese interessiert vor allem, wie sie sich verbessern k\u00f6nnen (siehe auch Zierer, 2019, S. 7).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Feedback, doch nicht so einseitig?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Andere Ans\u00e4tze sehen Feedback als wesentlich komplexeres Konstrukt, in welchem die Lernenden eine aktive Rolle spielen und nicht lediglich passiv Informationen empfangen, so wie es die Definition eingangs impliziert. So definieren Boud &amp; Molloy (2012) Feedback als \u201e<strong> process whereby learners obtain information about their work in order to appreciate the similarities and differences between the appropriate standards for any given work, and the qualities of the work\u201c. <\/strong>Den Lernenden wird somit eine gr\u00f6\u00dfere Autonomie im eigenen Lernprozess zugeschrieben, was essenziell f\u00fcr eine h\u00f6here Lernmotivation und damit auch f\u00fcr h\u00f6heren Lernerfolg ist (vgl. Deci &amp; Ryan, 1985). Teil dieses Feedbackprozesses ist ein Dialog zwischen den Lernenden und der Feedbackquelle, in der das ben\u00f6tigte Feedback ausgehandelt wird (vgl. Boud &amp; Molloy, 2012, S. 90). Ziel dieser Feedbackaushandlungen ist es herauszufinden, welche Informationen und Hilfestellungen die Lernenden ben\u00f6tigen, um sich zu verbessern. Aljaafreh &amp; Lantolf (1994) bedienen sich in ihrer Studie Vygotskys soziokulturellem Ansatz (Vygotsky, 1978) und dem Modell der \u201eZone der n\u00e4chsten Entwicklung\u201c. Diese Zone beschreibt das Lernpotential von Lernenden, welches sie mit Unterst\u00fctzung von Expert*innen aussch\u00f6pfen k\u00f6nnen. In ihrer Studie konnten sie zeigen, dass Feedback effektiv ist, wenn es im Dialog gef\u00fchrt wird und gestuft innerhalb Zone der n\u00e4chsten Entwicklung ausgehandelt wird. So kann gezielt auf die Bed\u00fcrfnisse der individuellen Lernenden eingegangen werden und das Feedback wird adaptiv gestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Forschungsprojekt lassen sich so erste wesentliche Erkenntnisse und Kriterien ableiten, die f\u00fcr das im Performanztest angestrebte Konstrukt relevant sind. Feedback sollte\u2026<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>sich auf Aufgabe, Prozess und Selbstregulation beziehen,<\/li><li>die drei Perspektiven feed back \/ feed up \/ feed forward ber\u00fccksichtigen, wobei letzteres f\u00fcr Lernende am bedeutsamsten ist,<\/li><li>im Dialog stattfinden und<\/li><li>auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse eingehen, also adaptiv sein.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Neben dem ist es auch wichtig, fachspezifische Aspekte von Feedback zu beleuchten, was Thema eines n\u00e4chsten Beitrags sein wird. Darin wird ein expliziter Fokus auf das Feedback im Kompetenzbereich Schreiben f\u00fcr Lernende einer Fremdsprache gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Literatur<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ajjawi, R. &amp; Boud, D. (2017). Researching feedback dialogue: an interactional analysis approach. <em>Assessment &amp; Evaluation in Higher Education<\/em>, <em>42<\/em>(2), 252\u2013265. (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/02602938.2015.1102863\">Online<\/a>)<\/li><li>Aljaafreh, a. &amp; Lantolf, J. P. (1994). Negative Feedback as Regulation and Second Language Learning in the Zone of Proximal Development. <em>The Modern Language Journal<\/em>, <em>78<\/em>(4), 465-483.<\/li><li>D. Boud &amp; E. Molloy (Hrsg.), <em>Feedback in Higher and Professional Education<\/em>. Routledge. (<a href=\"http:\/\/780203074336-6\">Online<\/a>)<\/li><li>Deci, E. L. &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior<\/em>. Springer US. (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-1-4899-2271-7\">Online<\/a>)<\/li><li>Hattie, J. &amp; Timperley, H. (2007). The Power of Feedback. <em>Review of Educational Research<\/em>, <em>77<\/em>(1), 81-112. (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3102\/003465430298487\">Online<\/a>)<\/li><li>Hattie, J. &amp; Wollenschl\u00e4ger, M. (2014). A conceptualization of feedback. In H. Ditton &amp; A. M\u00fcller (Hrsg.), <em>Feedback und R\u00fcckmeldungen: Theoretische Grundlagen, empirische Befunde, praktische Anwendungsfelder <\/em>(S.&nbsp;135\u2013149). Waxmann.<\/li><li>Narciss, S. (2014). Modelle zu den Bedingungen und Wirkungen von Feedback in Lehr-Lernsituationen. In H. Ditton &amp; A. M\u00fcller (Hrsg.), <em>Feedback und R\u00fcckmeldungen: Theoretische Grundlagen, empirische Befunde, praktische Anwendungsfelder <\/em>(43-). Waxmann.<\/li><li>Vygotskij, L. S. (1978). <em>Mind in society: The development of higher psychological processes<\/em> (M. Cole, V. John-Steiner, S. Scribner &amp; E. Souberman, Hg.). Harvard University Press.<\/li><li>Wisniewski, B., Zierer, K. &amp; Hattie, J. (2020). The Power of Feedback Revisited: A Meta-Analysis of Educational Feedback Research. <em>Frontiers in psychology<\/em>, <em>10. <\/em><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fpsyg.2019.03087\">(Online)<\/a><\/li><li>Zierer, K. (2019). Erfolgreiches Feedback ist nicht einfach, aber es ist wirkm\u00e4chig. <em>Friedrich Jahresheft<\/em>, 6\u20139.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum das kein gutes Feedback ist und wie Feedback mit Lernenden effektiv gestaltet werden kann Was auch immer wir tun, nicht selten bekommen wir eine R\u00fcckmeldung &#8211; oder Feedback &#8211; dar\u00fcber, wie wir es getan haben. 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