{"id":26292,"date":"2013-06-18T14:47:05","date_gmt":"2013-06-18T12:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mia\/?p=26292"},"modified":"2022-04-06T14:25:20","modified_gmt":"2022-04-06T13:25:20","slug":"grenzen-setzen-vortragsreihe-sexualisierte-diskriminierung-und-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mia\/2013\/06\/18\/grenzen-setzen-vortragsreihe-sexualisierte-diskriminierung-und-gewalt\/","title":{"rendered":"Grenzen setzen &#8211; Vortragsreihe Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_26292 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_26292')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_26292').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Und genauso schnell wie es in den Medien aufgebauscht wurde, ist es auch wieder in der Versenkung verschwunden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sexismus ist jedoch ein wichtiges und stets aktuelles Thema, f\u00fcr das vielerorts die n\u00f6tige Sensibilierung und Aufkl\u00e4rung fehlt. Daher haben der Gender- und Frauenprojektbereich MIA, die Gleichstellungsbeauftrage der Universit\u00e4t Paderborn und der AStA in Zusammenarbeit die Veranstaltungsreihe &#8222;Grenzen setzen &#8211; Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt&#8220; ins Leben gerufen, die insgesamt drei Vortr\u00e4ge umfasst und heute mit der ersten Veranstaltung beginnt.<\/strong><br \/>\n<!--more--><strong><br \/>\nDie Veranstaltungen im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n<p><strong>Di, 18.6. * 18 Uhr * D1.312<\/strong><br \/>\n<em>Vortrag der Kriminalkommissarin Sonja Biermann<\/em><\/p>\n<p>In einer offenen Diskussionsrunde wird im Anschluss an den Vortrag besprochen,<br \/>\nwo Gefahren f\u00fcr Menschen liegen,<br \/>\nwie Betroffene sich wehren k\u00f6nnen (sowie \u00fcber den Notwehrparagraphen),<br \/>\nh\u00e4usliche Gewalt,<br \/>\nWeiterverfolgung als Straftat auch wenn kein Strafantrag vorliegt,<br \/>\nsexuelle Bel\u00e4stigung im Berufsleben,<br \/>\nStalking,<br \/>\nKO-Tropfen,<br \/>\nInfos zu und \u00fcber Beratungsstellen.<\/p>\n<p><strong>Di, 25.6. * 18 Uhr * E5.333<\/strong><br \/>\n<em>Vortrag von Diplom-Psychologin Charlotte Diehl: &#8222;Sexuelle Bel\u00e4stigung &#8211; das Ausspielen m\u00e4nnlicher Macht oder doch nur ein missgl\u00fcckter Flirtversuch?&#8220;<\/em><\/p>\n<p>An der &#8222;Sexismus-Debatte&#8220;, die seit dem Erscheinen des &#8222;Herrenwitz&#8220;-Artikels im Stern \u00fcber Rainer Br\u00fcderle in den Medien gef\u00fchrt wurde, fiel auf, dass dabei Forschungsergebnisse zu den Themen Sexismus und sexuelle Bel\u00e4stigung kaum eine Rolle spielten. Dies ist befremdlich, da viele Argumente, die in der Debatte vorgebracht wurden, mit empirischen Befunden klar widerlegt (oder zum Teil auch belegt) werden k\u00f6nnen. Verschiedene Meinungen und Aspekte wurden untersucht:<\/p>\n<p>1) Das Verhalten von Herrn Br\u00fcderle sei ein Einzelfall oder ein tolerables Verhalten, das &#8222;frau&#8220; aushalten m\u00fcsse und nicht ernst nehmen solle.<br \/>\n2) Sexistisches Verhalten und Bel\u00e4stigung k\u00e4men durchaus vor, aber in beiden Richtungen, so dass etwa gleich h\u00e4ufig auch M\u00e4nner die Opfer und Frauen die T\u00e4terinnen seien.<br \/>\n3) Eine Frau k\u00f6nne sich doch (heutzutage und \u00fcberhaupt) einfach gegen sexistische Anmache und Bel\u00e4stigung wehren und zwar verbal oder, wenn n\u00f6tig, nonverbal.<br \/>\n4) Frauen erf\u00e4nden Vorw\u00fcrfe sexueller Bel\u00e4stigung oder bauschten sie auf, so dass M\u00e4nner zu Opfern w\u00fcrden.<br \/>\n5) Frauen (oder Feministinnen) beanspruchten die Deutungshoheit, was unangemessenes Verhalten sei. Sie bewerteten als solches auch v\u00f6llig harmlose Dinge, ohne dass es M\u00e4nnern m\u00f6glich sei, das nachzuvollziehen oder zu antizipieren. Es handelt sich also um eine Schuldumkehr: M\u00e4nner m\u00fcssten in st\u00e4ndiger Angst leben, dass ihnen normales &#8222;gut gemeintes&#8220; Verhalten als Sexismus ausgelegt werde.<br \/>\n6) Auch die stetig wiederkehrende Diskussion, ob sexistisches Verhalten das Ausspielen m\u00e4nnlicher Macht oder doch nur einen missgl\u00fcckten Flirtversuch darstelle, wurde untersucht.<\/p>\n<p><strong>Di, 2.7. * 18 Uhr * D1.312<\/strong><br \/>\n<em>Vortrag von Barbara Degen, Juristin und Feministin, zum Thema: &#8222;Sexualisierte Gewalt an der Hochschule&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Barbara Degen stellt unter anderem die Entwicklung eines Rechtssystems dar, in dem die k\u00f6rperliche Gewalt in die strukturelle Gewalt \u00fcbergeht. Dabei geht sie auch auf aktuelle Entwicklungen ein. Zur Zeit bestehe eine juristische Diskussion im Mainstream, die besage, eine erwachsene Frau k\u00f6nne nicht vergewaltigt werden. Indirekt werde damit die Frage in die Beweislastfrage und in die Glaubw\u00fcrdigkeitsfrage hineinverlagert. Die allgemeine Meinung unserer Gesellschaft sei zwar, dass Vergewaltigung verurteilenswert sei, aber im konkreten Einzelfall gehe man immer davon aus, dass irgendetwas mit der Frau nicht stimme. Eine starke Frau h\u00e4tte sich, gerade weil sie stark sei, w\u00e4ren k\u00f6nnen. Dabei werde ein Ideal eines Klischees einer vergewaltigten Frau aufgestellt, das sie in der Realit\u00e4t gar nicht erreichen k\u00f6nne. Man erreiche in den Prozessen immer wieder den Punkt, dass das Opfer nicht glaubw\u00fcrdig sei. Dies ziehe sich wie ein roter Faden durch alle Prozesse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Medienrummel um die Br\u00fcderle-Debatte hat den allt\u00e4glichen Sexismus zwar wieder f\u00fcr kurze Zeit in den Fokus ger\u00fcckt, das Thema jedoch durch stilisierte Medialisierung als verhamloste Unterhaltungseskapade abgestempelt. Und genauso schnell wie es in den Medien aufgebauscht wurde, ist es auch wieder in der Versenkung verschwunden. 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