{"id":488,"date":"2024-09-10T10:58:38","date_gmt":"2024-09-10T08:58:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/?p=488"},"modified":"2026-01-13T11:25:57","modified_gmt":"2026-01-13T10:25:57","slug":"unterwegs-im-mentoring-programm-fuer-doktorandinnen-als-safespace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/2024\/09\/10\/unterwegs-im-mentoring-programm-fuer-doktorandinnen-als-safespace\/","title":{"rendered":"Unterwegs im Mentoring-Programm f\u00fcr Doktorandinnen als \u201aSafespace\u2018"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_488 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_488')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_488').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Im Anschluss an das Peer-Mentoring-Programm Einblick! ist sie nun Mentee im Mentoring f\u00fcr Doktorandinnen, da sie in der Promotionszeit Austausch, Rat, ein Netzwerk, \u2026 einen Safespace suchte. Bereits als 1st-Generation-Studentin stellte sie fest, dass in der Wissenschaft viel Wissen und zahlreiche Regeln ungeschrieben und implizit sind. Im Interview erz\u00e4hlt sie von ihrem Weg in die Wissenschaft und von ihren Erfahrungen im Mentoring.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stichwort \u201aMentoring\u2018: Was geht dir durch den Kopf?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Begriff Mentoring verbinde ich respektvolle und bereichernde Kommunikation, Unterst\u00fctzung und wertsch\u00e4tzenden Austausch auf Augenh\u00f6he. Ich sehe eine Tandembeziehung zwischen einer noch unerfahreneren und einer schon erfahrenen Person (zumeist weiblich) vor meinem inneren Auge. Im Peer-Mentoring-Programm Einblick! f\u00fcr Studentinnen, das mir geholfen hat, meine Entscheidung f\u00fcr die Promotion zu treffen, habe ich praktisch erfahren, wie unterst\u00fctzend&nbsp;&nbsp;der gemeinsame Austausch unter Gleichgesinnten und die Weitergabe von Erfahrung und informellem Wissen sein k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dein Weg in die Wissenschaft \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe irgendwann mit dem Gedanken gespielt, zu promovieren. Aber eigentlich ist das, so dachte ich, nur etwas f\u00fcr die richtig Guten, f\u00fcr die anderen, aber nicht f\u00fcr mich<em>.<\/em>&nbsp;Ich plante, Lehrerin zu werden. Eine Promotion lag nicht in meinem Horizont, ich hatte auch keinerlei Ber\u00fchrungspunkte mit Promovierenden. Zahlreiche Begegnungen, Gespr\u00e4che und Erfahrungen sp\u00e4ter ist mir jedoch bewusst geworden, dass ich nicht in der Schule arbeiten m\u00f6chte. Dies hat verschiedene Gr\u00fcnde \u2013 aber kurz und knapp: Die Erwartungen und Haltungen im Beruf als Lehrer*in entsprechen nicht dem, was ich im Studium gelernt habe und wovon ich (insbesondere bezogen auf guten Unterricht) \u00fcberzeugt bin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das wissenschaftliche Arbeiten, das Forschen, die stetigen Herausforderungen im Studium und meine SHK- und WHB-Jobs haben mir sehr viel Spa\u00df gemacht. Nach meinem abgeschlossenen Referendariat entschied ich mich deshalb bewusst daf\u00fcr, in die Wissenschaft zur\u00fcck zu kehren und zu promovieren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 Und los ging die wilde Fahrt. Finanzierung sichern, Thema finden, Fachbereichs- und Betreuungswechsel, Expos\u00e9 schreiben, Karriereplanung, Wieder-ins-Wissenschaftliche-Arbeiten-Kommen, Literatur lesen, KI-Tools kennen lernen, Up-to-Date-Bleiben, Lehre und Betreuung von Hausarbeiten, Hochschulpolitik, Auslandsaufenthalte planen und so vieles mehr. Ein stetes Auf und Ab der Gef\u00fchle. Stolz, Verzweiflung, Freude, Entt\u00e4uschung, \u2026 Ich f\u00fchlte mich zwischendurch enorm verloren. Ist die Promotion vielleicht doch nicht das Richtige? Bin ich die einzige, der es so geht? Was machen andere anders, wie gehen sie vor? Mir wurde bewusst, dass ich erneut Austausch und Rat brauchte \u2013 eine ehrliche Au\u00dfenperspektive. Aber von wem? Im hierarchisch und hoch kompetitiven Wissenschaftssystem eine heikle Frage. Wem kann ich von meinen Sorgen und Zweifeln erz\u00e4hlen und dann auch noch eine ehrliche Antwort erwarten?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du hast dich f\u00fcr die Teilnahme am Mentoring-Programm f\u00fcr Doktorandinnen entschieden \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau. Das Programm bietet die M\u00f6glichkeit, in einem gesch\u00fctzten Rahmen \u00fcber die vielen Fragen und Herausforderungen zu sprechen, die man ggf. nicht mit Kolleg*innen, Chef*in und\/oder Betreuer*in der Dissertation teilen m\u00f6chte. \u00dcber so vieles wird nicht gesprochen, es sind Tabuthemen, die stillschweigend mit am Arbeitsplatz sitzen. Zugleich erm\u00f6glicht mir das Mentoring-Programm nicht nur den Austausch mit anderen Promovendinnen, sondern ich erhalte auch die Unterst\u00fctzung bzw. den Rat und das direkte Feedback einer Mentorin &#8211; einer Professorin, die ihre Erfahrungen in der Wissenschaft mit mir teilt. Dies hilft mir dabei, zu fokussieren, Priorit\u00e4ten zu setzen, Situationen besser einzusch\u00e4tzen und mit Herausforderungen angemessen umzugehen. Und: Dass das Mentoring-Programm f\u00fcr Frauen konzipiert ist, sch\u00e4tze ich als sehr wertvoll ein. Ich kenne Kollegen*, die sagen, sie h\u00e4tten ein solches Mentoring auch gut gebrauchen k\u00f6nnen. Und das stimmt. Trotzdem genie\u00dfen M\u00e4nner* (so divers sie auch sind) noch immer Privilegien, werden als kompetenter wahrgenommen, ernster genommen, k\u00f6nnen Familien- und Karriereplanung anders angehen, die biologische Uhr tickt leiser, kein Stellenverlust wegen Schwangerschaft, keine Anpassung an ein patriarchales System, mehr Vorbilder des eigenen Geschlechts, weniger Mental Load und keine Sanktionen, weil sie Selbstbewusstsein und Durchsetzungsverm\u00f6gen an den Tag legen. Es gibt Herausforderungen, denen sich M\u00e4nner* in einem System, von dem sie st\u00e4rker profitieren als Frauen*, nicht stellen m\u00fcssen. Ich arbeite momentan in einem tollen Fachbereich und Team. Doch es ist auch klar, dass es den Gender-Pay-Gap, den Gender-Care-Gap, den Gender-Competence-Gap usw. gibt und nach Abschluss meiner Promotion weiterhin \u2013 auch an anderen Universit\u00e4ten \u2013 geben wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wem und wie nutzt das Programm?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Mentoring f\u00fcr Doktorandinnen richtet sich an Promovendinnen aller Fakult\u00e4ten, die gerne in den Austausch mit anderen gehen, ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterst\u00fctzen m\u00f6chten. Der Karriereweg der Wissenschaftlerin braucht neben fachlichen F\u00e4higkeiten, Gl\u00fcck &amp; Co. auch Netzwerke und das Netzwerk im Mentoring ist eines, das Mut macht, Kraft schenkt und Freude bereitet. Hier wird offen \u00fcber pers\u00f6nliche oder \u201erisikobehaftete\u201c Themen gesprochen und implizites Wissen (unabh\u00e4ngig vom Fach), das ich als 1st-Generation-Promovierende nicht besitze, expliziert. Der Rat der professoralen Mentorin schenkt Selbstvertrauen und unterst\u00fctzt eine realistische Situations- und Selbsteinsch\u00e4tzung. Fragen zur Ausrichtung der eigenen Forschungsschwerpunkte k\u00f6nnen ebenso besprochen werden, wie Fragen zur Qualifikation oder zur Chance auf eine Professur. Was muss ich alles daf\u00fcr tun und wissen? Was kommt auf mich zu? Wie will ich damit umgehen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kannst du ein erstes Fazit zu deiner Teilnahme ziehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe festgestellt, dass es mir zu Beginn der Promotionsphase mit all ihren Unsicherheiten so geht wie vielen anderen auch. Meine Mentorin sagte einmal: \u201eFischen im Tr\u00fcben geh\u00f6rt gerade am Anfang einfach dazu. Hab Vertrauen in den Prozess!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mentoring-Programm habe ich viele gute Ratschl\u00e4ge erhalten und auch viele schon zur\u00fcckgeben k\u00f6nnen. In den Kleingruppen \u2013 unter uns Doktorandinnen \u2013 k\u00f6nnen wir uns austauschen, lachen, Probleme l\u00f6sen und Fragen stellen. Auch die Workshops zu spezifischen Themen und die gemeinsamen Schreibtage im Programm unterst\u00fctzen die eigene Karriereentwicklung und erm\u00f6glichen Reflexionsmomente. Ich erlange stetig neue Einsichten und f\u00e4lle Entscheidungen gezielter und bewusster.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Blick nach vorn \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich blicke nach wie vor mit Unsicherheit in die Zukunft. Das hat das Wissenschaftssystem z.B. angesichts der prekarisierten Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse samt WissZeitVG leider an sich. Aber ich wei\u00df, dass es vielen anderen genauso geht und wir wissen wiederum, dass wir ein Netzwerk haben, das wir uns aufgebaut haben und auf das wir setzen k\u00f6nnen. Das schafft tats\u00e4chlich eine Art von Sicherheit in einem unsicheren System. Ich habe nach wie vor das Berufsziel, Universit\u00e4tsprofessorin zu werden. Viele F\u00e4higkeiten und viel (implizites) Wissen bringe ich inzwischen mit \u2026 oder ich wei\u00df, wie ich diese(s) erlange.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lea Biere ist aktuell Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bildungssoziologie und promoviert zu den Themen KI und soziale Ungleichheit im Kontext der Hochschulbildung. Im Anschluss an das Peer-Mentoring-Programm Einblick! ist sie nun Mentee im Mentoring f\u00fcr Doktorandinnen, da sie in der Promotionszeit Austausch, Rat, ein Netzwerk, \u2026 einen Safespace suchte. 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