{"id":333,"date":"2023-11-03T11:20:49","date_gmt":"2023-11-03T10:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/?p=333"},"modified":"2024-04-25T14:56:34","modified_gmt":"2024-04-25T12:56:34","slug":"erste-generation-promotion-mentoring-ein-angebot-fuer-erstakademikerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/2023\/11\/03\/erste-generation-promotion-mentoring-ein-angebot-fuer-erstakademikerinnen\/","title":{"rendered":"Erste Generation Promotion Mentoring+ \u2013 ein Angebot f\u00fcr Erstakademiker*innen"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_333 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_333')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_333').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/mentoring\\\/2023\\\/11\\\/03\\\/erste-generation-promotion-mentoring-ein-angebot-fuer-erstakademikerinnen\\\/\",\"post_id\":333,\"post_title_referrer_track\":\"Erste+Generation+Promotion+Mentoring%2B+%E2%80%93+ein+Angebot+f%C3%BCr+Erstakademiker%2Ainnen\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Mentoring-Programm \u201eErste Generation Promotion Mentoring+\u201c der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln unterst\u00fctzt Promovierende und Promotionsinteressierte mit einem nichtakademischen Familienhintergrund. Erstakademiker*innen entscheiden sich deutlich seltener f\u00fcr einen wissenschaftlichen Karriereweg. Die Ursachen hierf\u00fcr sind pers\u00f6nliche sowie systemische H\u00fcrden, die es zu meistern gilt.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-424\" style=\"aspect-ratio:1.499267935578331;width:439px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/files\/2024\/04\/Universitaet-Koeln2-AMGC_29-min-624x416.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungschancen ist in Deutschland besonders gro\u00df. Wir wissen dies haupts\u00e4chlich f\u00fcr das Schulsystem, aber auch f\u00fcr den Zugang zum Abitur. W\u00e4hrend 79 von 100 Akademiker*innenkindern nach der Schule ein Studium beginnen, sind es bei Nichtakademiker*innenkindern lediglich 27 von 100.<a href=\"\/\/3989EC7A-F953-4636-9172-5EA02F9DF2AE#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Mit dem erfolgreichen Start eines Studiums h\u00f6rt dieser Einfluss jedoch nicht auf zu wirken. Vielmehr zeigen Untersuchungen, dass sogenannte Arbeiter*innenkinder seltener in wissenschaftlichen Berufsfeldern vertreten sind \u2013 ihr Anteil unter Promovierenden, Postdocs und Professor*innen ist deutlich geringer als der von Akademiker*innenkindern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben individuellen Faktoren, die eine Rolle dabei spiele, ob eine Person sich f\u00fcr oder gegen eine wissenschaftliche Karriere entscheidet,gibt es einige systemische Aspekte, die dazu beitragen, dass diese Personengruppe in der Wissenschaft unterrepr\u00e4sentiert ist. H\u00e4ufig geh\u00f6ren hierzu neben fehlenden finanziellen Ressourcen vor allem Fremdheitserfahrungen gegen\u00fcber der Hochschule oder der Familie, fehlendes informelles Wissen sowie weniger tragf\u00e4hige Netzwerke, in denen solches Wissen zumeist weitergegeben wird. Dessen Effekte zeigen sich nicht selten bereits im Studium, bekommen aber mit dem Beginn einer Promotion bzw. dem Wunsch zu promovieren noch einmal zus\u00e4tzlich Gewicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau an diesem Punkt setzt das K\u00f6lner Programm \u201e<a href=\"http:\/\/www.uni-koeln.de\/egp\">Erste Generation Promotion Mentoring+<\/a>\u201c&nbsp;an. Es richtet sich an Promovierende und Promotionsinteressierte mit einem nichtakademischen Familienhintergrund und unterst\u00fctzt diese bei der erfolgreichen Aufnahme und Durchf\u00fchrung einer Promotion. Seit Herbst 2017 werden jedes Jahr 15 Mentees in das einj\u00e4hrige Programm aufgenommen. Bewerben k\u00f6nnen sich Mitglieder aller Fakult\u00e4ten und Geschlechter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Herzst\u00fcck des Mentorings bildet das One-to-one-Mentoring. Alle Mentees werden jeweils von einer*einem Mentor*in begleitet, die*der bereits erfolgreich promoviert ist und ebenfalls einen nichtakademischen Familienhintergrund hat. Die Erfahrung der geteilten Herkunft bildet dabei das Fundament des gemeinsamen Austauschs auf Augenh\u00f6he und ohne Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis. Es kann inhaltlich dabei um alle Fragen rund um die Promotion, aber auch um Themen wie Karriereentwicklung oder die eigene Life-Work-Balance gehen. Das Tandem teilt zumeist den gleichen fachlichen Hintergrund, sodass die Mentees von den Erfahrungen und dem Wissen ihrer*ihres Mentor*in profitieren k\u00f6nnen. Mindestens vier gemeinsame Treffen sollen w\u00e4hrend des Programmzeitraums stattfinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Besonderheit des EGP-Mentorings im Vergleich zu anderen Programmen ist die Datenbank potenzieller Mentor*innen. Da die Informationen \u00fcber den sozialen Hintergrund einer Person meist nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich sind, suchen die Mentees sich ihre Mentor*innen nicht selbst aus, sondern bekommen zum Start des Programms eine*n Mentor*in zugewiesen. Das sogenannte Matching \u00fcbernimmt die Programmkoordination auf Grundlage der W\u00fcnsche, die die Mentees \u00e4u\u00dfern. Aktuell haben wir etwas mehr als 100 potenzielle Mentor*innen in der Datenbank. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, befinden sich auf unterschiedlichen Karrierestufen, arbeiten innerhalb sowie au\u00dferhalb der Wissenschaft, an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln als auch an anderen Institutionen. Was sie neben ihrer nichtakademischen Herkunft teilen, ist das Engagement f\u00fcr mehr Bildungsgerechtigkeit in der Wissenschaft und den Wunsch mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen eine*n junge*n Wissenschaftler*in auf dem Weg zur Promotion zu unterst\u00fctzen. Viele von ihnen h\u00e4tten sich selbst eine solche Begleitung auf dem eigenen Weg gew\u00fcnscht und melden sich daher proaktiv, um im Programm mitzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem Mentoring als wichtigstem Baustein des Programms gibt es ein verpflichtendes Workshopangebot f\u00fcr die Mentees. Hierbei handelt es sich um Workshops, die sich spezifisch an die Zielgruppe richten und Themen aufgreifen, die von der Zielgruppe h\u00e4ufig als problematisch empfunden werden. Ein Beispiel sind etwa informelle Spielregeln und Kommunikationssituationen, wie z.B. der Small Talk in der Kaffeepause w\u00e4hrend einer Konferenz. Neben der Vermittlung solcher Softskills sowie dem Raum f\u00fcr pers\u00f6nliche Reflexion \u00fcber die eigene Herkunft geht es vor allem um den gemeinsamen Austausch innerhalb der Gruppe. Die Erkenntnis, dass viele von ihnen gleiche oder \u00e4hnliche Erfahrungen in ihrem Studium und w\u00e4hrend ihrer Promotion gemacht haben bzw. machen, ist h\u00e4ufig eine gro\u00dfe Entlastung. Zeigen doch gerade diese geteilten Erfahrungen die strukturelle Ebene von Chancenungleichheit im akademischen System auf. Der Austausch in der Peergruppe und die Erkenntnis, dass \u201ees nicht nur mir so geht\u201c, st\u00e4rken das Selbstvertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten und schaffen einen sicheren Raum f\u00fcr gegenseitiges Empowerment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn das Programm bereits seit einigen Jahren erfolgreich l\u00e4uft, bleibt es bisher deutschlandweit das Einzige institutionalisierte Angebot, das sich ausschlie\u00dflich an diese Zielgruppe richtet. Soziale Herkunft als Diversit\u00e4tskategorie und Chancengerechtigkeit r\u00fccken jedoch immer mehr in den Fokus von Universit\u00e4ten und Hochschulen. Dabei geht es zum einen darum, die beschriebenen H\u00fcrden abzubauen und die Zielgruppe zu unterst\u00fctzen. Zum anderen stehen wir vor der Herausforderung unsere tradierten Vorstellungen von Universit\u00e4ten, Wissenschaft und Wissenschaftler*innen kritisch zu hinterfragen, um unsere Institutionen vielf\u00e4ltiger und chancengerechter zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Ann-Kristin Kolwes ist Expertin f\u00fcr Bildungsgerechtigkeit im Hochschulkontext. Sie koordiniert das Programm \u201eErste Generation Promotion Mentoring+\u201c und ist Gr\u00fcndungsmitglied des&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.egp-verein.de\/\">Vereins Erste Generation Promotion<\/a>. Als Erstakademikerin ist Bildungsgerechtigkeit f\u00fcr sie ein echtes Herzensthema.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"\/\/3989EC7A-F953-4636-9172-5EA02F9DF2AE#_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;Stifterverband, Vom Arbeiterkind zum Doktor. Der H\u00fcrdenlauf auf dem Bildungsweg von Erststudierenden, 2021, S. 3. https:\/\/www.hochschulbildungsreport.de\/2021\/chancengerechte_bildung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Mentoring-Programm \u201eErste Generation Promotion Mentoring+\u201c der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln unterst\u00fctzt Promovierende und Promotionsinteressierte mit einem nichtakademischen Familienhintergrund. Erstakademiker*innen entscheiden sich deutlich seltener f\u00fcr einen wissenschaftlichen Karriereweg. Die Ursachen hierf\u00fcr sind pers\u00f6nliche sowie systemische H\u00fcrden, die es zu meistern gilt.&nbsp; Der Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungschancen ist in Deutschland besonders gro\u00df. Wir wissen dies [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":9259,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-333","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gastbeitraege"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9259"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=333"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":425,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/333\/revisions\/425"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/mentoring\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}