{"id":3118,"date":"2021-02-24T13:05:28","date_gmt":"2021-02-24T11:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/lehrmethoden\/?p=3118"},"modified":"2021-04-22T10:10:01","modified_gmt":"2021-04-22T08:10:01","slug":"advocatus-diaboli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/lehrmethoden\/advocatus-diaboli\/","title":{"rendered":"Advocatus diaboli"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_3118 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_3118')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_3118').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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(GyGe\/BK) im zweiten Studienjahr <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Raumsituation:<\/strong>  Das Seminar fand aufgrund der ver\u00e4nderten (Rahmen-)Bedingungen (Coronapandemie) als asynchrone Onlinelehre statt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr welche Phase der Lehrveranstaltung eingesetzt? (Einstieg, Arbeitsphase, Feedback etc.)<\/strong>:  Die Methode wurde im Seminar in der Arbeitsphase eingesetzt.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurzbeschreibung der Methode:<\/strong><br>Der Name der Methode \u201eAdvocatus diaboli\u201c stammt aus der katholischen Kirche und hat die Aufgabe, in einem vorbereitenden Seligsprechungsverfahren Argumente gegen ebendiese einzuf\u00fchren. Die Methode bietet sich ab einer Gruppengr\u00f6\u00dfe von f\u00fcnf Personen an. Die Studierenden nehmen bewusst gegens\u00e4tzliche Positionen ein. Diese k\u00f6nnen sich auf thematische Aspekte, Intentionen, W\u00fcnsche oder Erwartungen beziehen. Die Studierenden erhalten einen Text&nbsp; und bereiten eine Debatte vor. Die scheinbar vorher festgelegte st\u00e4rkere Position stellt beginnend ihre Sichtweise vor, danach antwortet die vermeintlich schw\u00e4chere Position in Form des Advocatus diaboli. Die st\u00e4rkere Position muss nun ihren Standpunkt a) verteidigen und b) rechtfertigen. Das Wechselspiel zwischen den Positionen kann sich beliebig wiederholen. Beliebte Anwendung findet diese Methode, wenn bestehende Positionen kritisch hinterfragt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie wurde die Methode durchgef\u00fchrt?<\/strong><br>Die Methode wurde im Seminar \u201cMethoden zur Gestaltung von P\u00e4dagogikunterricht\u201d im Sommersemester 2020 von mir erprobt. Die Studierenden waren in 4er-Gruppen (in Ausnahme auch 3er- oder 5er-Gruppen) eingeteilt. Wie oben bereits erw\u00e4hnt, fand der Kurs als asynchrone Onlinelehre statt. In dieser Einheit erhielten die Studierenden einen Text zum Rollenspiel nach Klaus Beyer (1997). Die Studierenden sollten sich zu Beginn den Text von Beyer (1997) aufmerksam durchlesen. In ihren Gruppen sollten sie dann ein fiktives Interview f\u00fchren, indem sie die Aspekte zu den Rollenspielen thematisieren. Als teilnehmende Personen gab es ein*e Interviewer*in und Interviewg\u00e4ste als Expert*innen, die die Studierenden im Vorfeld untereinander festlegten. Das Interview f\u00fchrten die Studierenden dann im Sinne eines Advocatus diaboli, indem sie die inhaltlichen Positionen der anderen kritisch hinterfragten und das Thema aus verschiedenen Aspekten beleuchteten. Das interview sollte dann in Form eines Zeitungsartikels schriftlich festgehalten werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welches Lernziel wollten Sie mit der Methode erreichen?<\/strong><br>Die Studierenden erwerben in dieser Einheit die Kompetenz, die Bedeutung des Rollenspiels f\u00fcr das Unterrichtsfach P\u00e4dagogik insbesondere im Hinblick auf die M\u00f6glichkeiten der individuellen F\u00f6rderung und F\u00e4higkeit zu deren Nutzung bei der Planung von Lehr-Lernszenarien mit anderen Methoden zu vergleichen und den (Nicht-)Einsatz des Rollenspiels zu begr\u00fcnden. Die Studierenden k\u00f6nnen im Anschluss an die Einheit die Phasen des Einsatzes von Rollenspielen im P\u00e4dagogikunterricht illustrieren sowie mithilfe der Methode des Advocatus diaboli die Chancen und Grenzen der Methode des Rollenspiels im P\u00e4dagogikunterricht bewerten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was empfehlen Sie ihren Kolleg*innen bzgl. dieser Methode? <\/strong>                                                  Die Methode ist geeignet, wenn Gegenpositionen erarbeitet werden sollen. Vor allem bei einem Thema, dass normativ positiv erscheint, da es zum Standardrepertoire von P\u00e4dagogiklehrer*innen z\u00e4hlt. Die Studierenden werden dazu angehalten, ihren Blickwinkel auf die Thematik zu erweitern. Der Prozess erfolgt dialogisch: Das bedeutet, dass die Studierenden mit dem Gegenstand (hier: Rollenspiel) ihren Kommiliton*innen und auch mit der eigenen Person in einen Dialog treten. Dieses dialogische Dreieck erm\u00f6glicht den Studierenden abschlie\u00dfend zu einer Beurteilung im taxonomischen Sinne nach Bloom zu gelangen. Zu beachten ist jedoch, dass die Studierenden eine gemeinsame Ausgangsbasis haben \u2013 wie zum Beispiel einen Text. Dabei kann der Text schon beide Positionen eines Themas vorgeben, allerdings ist das fakultativ. Es besteht auch die M\u00f6glichkeit, dass die Studierenden sich selbst Argumente (in jeglichen Sozialformen) \u00fcberlegen. Eine Synthese beider Wege ist nicht ausgeschlossen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worauf sollten Ihre Kolleg*innen bzgl. dieser Methode unbedingt achten?<\/strong><br>Die Methode des Advocatus Diaboli kann m.E. nicht alleine stehen, sondern muss mit anderen Methoden \u2013 sowohl m\u00fcndlicher als auch schriftlicher Form \u2013 verbunden werden. In meinem Fall sollten die Studierenden ein schriftliches Interview im Stile eines Zeitungsartikels f\u00fchren. Eine andere M\u00f6glichkeit stellen Diskussionformate wie bspw. Fishbowl dar. Wichtig zu beachten ist, dass die Methode bei den Studierenden i.d.R. unbekannt ist. Aus diesem Grund braucht es eine kurze Einf\u00fchrung. Parallel ben\u00f6tigen die Studierenden Raum und Zeit f\u00fcr kreative Vor\u00fcberlegungen f\u00fcr die nachfolgende Diskussion.<\/p>\n\n\n\n<p>Name: Mario Engemann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakult\u00e4t: Fakult\u00e4t f\u00fcr Kulturwissenschaften Veranstaltungstyp (Vorlesung, Seminar, \u00dcbung, Tutorium etc.): Seminar Anzahl der Teilnehmer: 37 Zusammensetzung der Teilnehmer (Studienanf\u00e4nger, Fortgeschrittene, B.A., M.A., etc.): Studierende des Unterrichtsfachs P\u00e4dagogik des B.Ed. (GyGe\/BK) im zweiten Studienjahr Raumsituation: Das Seminar fand aufgrund der ver\u00e4nderten (Rahmen-)Bedingungen (Coronapandemie) als asynchrone Onlinelehre statt. F\u00fcr welche Phase der Lehrveranstaltung eingesetzt? 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