{"id":281,"date":"2012-07-01T16:57:28","date_gmt":"2012-07-01T16:57:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/?p=281"},"modified":"2012-07-01T16:57:35","modified_gmt":"2012-07-01T16:57:35","slug":"aufgabenblock-viii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/2012\/07\/01\/aufgabenblock-viii\/","title":{"rendered":"Aufgabenblock VIII"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_281 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_281')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_281').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Da sich aber das Lese-Rechtschreibdefizit von Timo nicht ausschlie\u00dflich auf die Schreibf\u00e4higkeit beschr\u00e4nkt, sondern ebenfalls eine Beeintr\u00e4chtigung seiner Lesef\u00e4higkeit vorliegt, k\u00f6nnen wir bei ihm mit einer kombinierten Schw\u00e4che rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Zu diesem Schluss kommt man leicht, betrachtet man die Merkmale seiner St\u00f6rung, so wie Herr Karasek sie als Klassenlehrer schildert:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Was er bereits deutlich erkennt, sind orthographische Probleme, sowohl im Verh\u00e4ltnis zu Vokalen, egal ob lang oder kurz, Konsonanten, einfach, ebenso wie doppelt, aber auch gro\u00dfe Fehleransammlungen in Diktat und L\u00fcckentext. Auch zeigt Timo im Unterricht eine Beeintr\u00e4chtigung der Leseentwicklung, die sich in fehlerhaftem, langsamen, sowie m\u00fchevollem Lesen \u00e4u\u00dfert. Anders als bei vergleichbaren F\u00e4llen, wirkt sich dies jedoch nicht auf das Leseverst\u00e4ndnis des Sch\u00fclers aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Fachlich diagnostiziert, erkennt man an seinem Beispiel eine St\u00f6rung des phonologischen Bewusstseins. Timo mangelt es ganz offensichtlich an einer Einsicht in die Lautstruktur. Es gelingt ihm nur schwerlich, W\u00f6rter in Phoneme zu zergliedern und diese dann im Umkehrschluss wieder zu W\u00f6rtern zusammenzusetzen. Er scheitert an der Dekodierung und Repr\u00e4sentation der Buchstabenfolge im Ged\u00e4chtnis, was bedeutet, dass seine generelle F\u00e4higkeit, schriftliche Symbole lautsprachlich zu rekodieren, defizit\u00e4r ist und er dadurch bedingt sehr lange f\u00fcr diesen Vorgang ben\u00f6tigt. Dies kann mitunter auch den Zugriff auf sein semantisches Lexikon negativ beeinflussen, da es Sch\u00fcler mit dieser Problematik meist schwer f\u00e4llt, bedeutungshaltige von bedeutungsleeren Worten zu unterscheiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das Beispiel Timo legt ebenso ein Defizit in der seriellen Benennungsgeschwindigkeit vor. Da der Deutschunterricht nicht das einzige Fach ist, das f\u00fcr ihn eine H\u00fcrde darstellt, ist davon auszugehen, dass seine Fertigkeiten, Zahlen und Gegenstandsbilder zu benennen, \u00e4hnlich wie das Verm\u00f6gen beim Lesen von einem Wort aufs n\u00e4chste \u201eumzuschalten\u201c, doch recht stark im R\u00fcckstand liegen. Die Buchstabenfolgen der W\u00f6rter im orthographischen Lexikon werden nicht schnell genug aktiviert, die zu leesenden W\u00f6rter dadurch nicht schnell genug erkannt. Timo hat also offenkundig Defizite in der Speicherung von Schriftw\u00f6rtern, wodurch sich langsames Lesen und Rechtschreibfehler einstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>b)\u00a0\u00a0\u00a0 Welche diagnostischen Schritte sind als n\u00e4chstes sinnvoll?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Zu den Methoden, die Herr K. bei seinem Sch\u00fcler durchaus anwenden k\u00f6nnte, z\u00e4hlt zun\u00e4chst die W\u00fcrzburger Leise-Lese-Probe, die die Lesegeschwindigkeit von Sch\u00fclern erfasst, in dem einem geschriebenen Wort ein passendes Bild aus jeweils vier m\u00f6glichen zugeordnet werden soll. Es best\u00fcnde aber auch die M\u00f6glichkeit, L\u00fcckentextdiktate einzusetzen, oder die Variante des Salzburger-Lese- und Rechtschreibtests, der ganz generell zur \u00dcberpr\u00fcfung des Leistungsstandes dient: Die Sch\u00fcler werden konfrontiert mit der Behandlung unterschiedlich langer, unterschiedlich vertrauter W\u00f6rter, sowie mit sog. Pseudow\u00f6rtern. Dabei wird bei der Rechtschreibung auf das lauttreue Schreiben ebenso geachtet, wie auf regelgeleitete, orthographische Korrektheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Fehler, die dabei gemacht werden, unterzieht man dann einer genaueren Analyse, die Hinweise auf Entwicklungsstand der\/des Sch\u00fcler\/s und entsprechende F\u00f6rderma\u00dfnahmen gibt. Man sollte hier jedoch auch das schulische und famili\u00e4re Leseverhalten ber\u00fccksichtigen und evtl. Defizite im H\u00f6r- und Sehverm\u00f6gen und der Sprachentwicklung mit einbeziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\"><strong>c) Welche Interventionsma\u00dfnahmen bieten sich an?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u00a0Sch\u00fcler wie Timo profitieren meist nicht von Lernangeboten, da ihnen das Lesen generell keinen Spa\u00df bereitet. Sie deshalb jedoch mit weniger schriftlichem Material zu konfrontieren, stellte keine Hilfe dar \u2013 im Gegenteil. Gerade dadurch bewirkte man nur eine Vertiefung der Defizite, da mangelnde \u00dcbung zum Vergessen\u00a0 von bereits Gelerntem f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Desweiteren wird die \u00dcbung auch f\u00fcr andere F\u00e4cher ben\u00f6tigt, so zum Beispiel in Mathematik, zur L\u00f6sung von Textaufgaben oder ganz allgemein zur Aneignung von Weltwissen im Laufe der Schulzeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Auf gef\u00e4hrdete Sch\u00fcler sollte daher schon m\u00f6glichst fr\u00fch aufmerksam gemacht werden, damit eine F\u00f6rderung rechtzeitig einsetzen kann.\u00a0 Wenn sich Leistungsbereiche, in denen sie besondere Schwierigkeiten zeigen, herauskristallisieren, m\u00fcssten diese so pr\u00e4zise wie m\u00f6glich ermittelt und isoliert werden, und damit die F\u00f6rderung individuell zugeschnitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das Lesen und Schreiben der\/des \u00a0Sch\u00fcler\/s \u00a0soll systematisch verbessert werden, orientiert am aktuellen Entwicklungsstand und der jeweiligen besonderen Schwierigkeiten. Besonders in F\u00e4llen, wie dem des elfj\u00e4hrigen Timo sollte au auf eine F\u00f6rderung der Buchstabenkenntnis ebenso geachtete werden, wie auf die Ein\u00fcbung der Buchstabe-Laut-Zuordnung und die phonologische Re- und Dekodierung. W\u00e4hrend dieses Trainings verhindert die Verwendung von Pseudow\u00f6rtern, dass die Kinder schwierige Worte einfach \u00fcberspringen oder sogar auswendig lernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">\u00dcbungen dieser Art k\u00f6nnen auf unterschiedlichste Weisen durchgef\u00fchrt werden, zum Beispiel durch spielerische Formen, unter Verwendung von Reimw\u00f6rtern, Austausch von Vokalen, oder dem Vergleich \u00e4hnlich klingender Worte mit unterschiedlicher Bedeutung, um das Lautbewusstsein zu st\u00e4rken. Vielleicht k\u00f6nnten bei Timos Problematiken auch sprechmotorische \u00dcbungen, oder solche zur Artikulation zur Besserung beitragen, oder \u2013 vom Lehrer sicher leichter anwendbar \u2013 lauttreue Diktate, die die Ein\u00fcbung phonetischer Kompetenzen subventionieren und vielleicht der ganzen Klasse als unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen dienen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Im Hinblick auf das Gesamtkonzept des Unterricht b\u00f6ten sich auch immer wieder vereinzelte \u201eZusatzwerkzeuge\u201c an, wie Lese- und \u00dcbungshefte, Spiele, Karteikarten oder Lernsoftwares f\u00fcr solche, die bereits im medialen Bereich etwas fortgeschritten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Grunds\u00e4tzlich gilt jedoch bei allen Methoden: Zuerst kommt die Aneignung von basalen F\u00e4higkeiten, dann erst die eine Erh\u00f6hung des Lesetempos \u2013 dies dient der Verbesserung des Verst\u00e4ndnisses gelesener und geschriebener Worte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Insbesondere hat die Lesef\u00f6rderung Vorrang vor der Schreibf\u00f6rderung, damit mangelnde Leseentwicklung nicht auch das Rechtschreiben gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a)\u00a0\u00a0\u00a0 Auf welche umschriebene Teilleistungsst\u00f6rung kann man schlie\u00dfen? 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