{"id":192,"date":"2012-06-08T19:29:18","date_gmt":"2012-06-08T19:29:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/?p=192"},"modified":"2012-06-08T19:29:18","modified_gmt":"2012-06-08T19:29:18","slug":"aufgabenblock-6-notenvergabe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/2012\/06\/08\/aufgabenblock-6-notenvergabe\/","title":{"rendered":"Aufgabenblock 6 &#8211; Notenvergabe"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_192 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_192')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_192').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Sie bieten die Entscheidungsgrundlage f\u00fcr Auslese und Berechtigungen, genauso wie ihnen eine entscheidende Rolle im Machtgef\u00fcge der Schule zukommt.<\/p>\n<p>Was dies im Einzelnen bedeutet, soll im Folgenden noch etwas deutlicher werden: Die inhaltlichen Attribute der Leistung eines Sch\u00fclers werden \u00fcbersetzt in eine Zahl, eine vom Lehrer zuteilte Note. Dies spiegelt nun zwar nicht die inhaltlichen Kriterien wieder, erf\u00fcllt hier aber eine wichtige p\u00e4dagogische Funktion der R\u00fcckmeldung, welche ein entscheidendes Moment des Lernens darstellt: Sie gibt Auskunft \u00fcber erreichte, oder nicht erreichte Ziele, \u00fcber den Leistungsstand eines individuellen Sch\u00fclers oder gleich einer ganzen Klasse in Bereich eines Faches, oder ihrer f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Gesamtleistung, die dann sowohl die Sch\u00fcler selbst, als auch Eltern und Lehrer nachvollziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auf diesem Wege findet ein Akt der Kommunikation statt. Und das rekurriert nicht nur auf das hierarchische Beziehungsgef\u00fcge zwischen Lehrer und Sch\u00fcler (der Lehrer als anleitende Instanz bewertet die SuS) , sondern bedient generell den Kommunikationsaspekt, indem durch die Notenvergabe sowohl Lob, als auch Ansporn oder Tadel ausgedr\u00fcckt werden kann, die der Benotete dann von der Ziffer in die jeweilige Aussage dekodieren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>b)\u00a0 Inwieweit erf\u00fcllen Schulnoten die Testg\u00fctekriterien?<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sei festgehalten, dass es sich bei Noten ganz oberfl\u00e4chlich betrachtet um Sch\u00e4tzurteile zu Leistungen handelt. Sie sind dabei jedoch nicht unbedingt Messinstrument, da es ist immer ein Mensch ist, der seiner Beurteilung in einer Note zum Ausdruck bringt. Die Qualit\u00e4t des Urteils steht dabei in Abh\u00e4ngigkeit zu der Qualifikation zur Beurteilung, also vom behandelten Gegenstand, dem Vorgehen des Lehrer (schlie\u00dflich befinden wir uns im Aktionsfeld <em>Schule<\/em>), seinen Kriterien und davon, wie gut er die Sch\u00fcler kennt.<\/p>\n<p>Bereits hier k\u00f6nnte man infrage stellen, wie hoch die Messqualit\u00e4t von Schulnoten tats\u00e4chlich ist, da Bewertungswege sehr unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen. Gleiche Leistung kann durch unterschiedliche Lehrer auch durchaus unterschiedlich benotet werden. Zumindest klassenintern lassen sich aber auf diesem Wege Vergleiche zwischen Sch\u00fclern und deren Leistungen ziehen \u2013 klassen-, bzw. schul\u00fcbergreifend gestaltet sich diese Verfahren jedoch weitaus schwieriger. Darin liegt das Ideologie- und Legitimationsproblem von Schulnoten und die Begr\u00fcndung, warum sie nur bedingt als Testg\u00fctekriterien einsetzbar sind. Man wird mit ihrer Anwendung stets nur einen groben Referenzrahmen zur Beurteilung erhalten.<\/p>\n<p>Desweiteren mangelt es dem schulischen Benotungssystem an Objektivit\u00e4t und Validit\u00e4t \u2013 den wohl mitunter entscheidendsten, unbedingt erforderlichen Testg\u00fctekriterien. Besonders problematisch wird es, wenn die Benotung durch Urteilsfehler belastet und ihre Aussagekraft durch sachfremde Einfl\u00fcsse beeintr\u00e4chtigbar wird. F\u00fcr derartige F\u00e4lle lie\u00dfe sich nur dann eine Verbesserung erzielen, wenn die Benotung in ihren Kriterien an sich inhaltlich klarer ausdifferenziert w\u00e4re, und dies insbesondere auf dem Gebiet der Leistungsbeurteilung.<\/p>\n<p>Kritiker w\u00fcrden, zur Distanzierung der Noten von wissenschaftlichen Tests wohl anf\u00fchren, dass erstgenannte auf unterschiedlich gehandhabten, subjektiven, instabilen, beeinflussbaren Vergleichs- und Sch\u00e4tzungsvorg\u00e4ngen bestehen. Um Messfehler dieser Art zu umgehen, m\u00fcssten Lehrer allerdings die von ihnen verteilten Noten als tats\u00e4chlich begr\u00fcndete, aber subjektive Sch\u00e4tzungen klassifizieren, dies hingegen w\u00fcrde ihre Qualifikation als Beurteilende ggf. infrage stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>c)\u00a0 Auf Grundlage von Aufgaben a) und b): Inwieweit erf\u00fcllen Schulnoten die Ihnen angedachten Zwecke? Beschreibe f\u00fcr mindestens eine Funktion eine aus Deiner Sicht bessere Alternative.<\/strong><\/p>\n<p>So sehr Felix Winter sich auch darauf versteht, die Vergabe von Schulnoten mit vielen, aber doch recht inhaltsleeren Worten zu kritisieren, kann ich dennoch nicht anders, als das Benoten sch\u00fclerischer Leitung als durchaus zweckhaft zu empfinden.<\/p>\n<p>Ihre Verteilung durch den Lehrer mag vielleicht nicht den Testg\u00fctekriterien entsprechen, aber dieses ist, meinem Erachten nach auch nicht von oberster Priorit\u00e4t, da die Beziehung zwischen Sch\u00fcler und Lehrer schlie\u00dflich keine prim\u00e4r wissenschaftlich-hypothetische ist, sondern ein reziprokes \u00a0Personengef\u00fcge, bei dem aus der personalen Interaktion heraus die Bewertung der Sch\u00fcler erfolgt. Ohne Kommunikation keine R\u00fcckmeldung \u00fcber die vorliegenden Leistung, ohne R\u00fcckmeldung keine Ver\u00e4nderung oder Aufrechterhaltung der Arbeitsweise eines Sch\u00fclers. Jedes Individuum ben\u00f6tigt Responsion zur eigenen Best\u00e4tigung, oder zum Erkennen gemachter Fehler.<\/p>\n<p>Besonders Winters Argumentation, die Benotung nicht ausreichender Leistung k\u00f6nnte das Selbstwertgef\u00fchl der Sch\u00fcler beeintr\u00e4chtigen und sich negativ auf ihre Gef\u00fchlswelt auswirken, halte ich f\u00fcr ausgesprochen redundant. Da gerade in der heutigen Zeit, die Klassen sehr h\u00e4ufig eine starke Vermischung von Leistungsstufen und \u2013 und das ist in keiner Weise unbedeutend \u2013 Ethnien aufweisen, erschwert sich die Aufgabe des Lehrers, die Unterrichtsinhalt allen Sch\u00fclern in gleichem Ma\u00dfe zu vermitteln. Und wenn Herr Winter ehrlich zu sich selbst w\u00e4re, m\u00fcsste er sich eingestehen, dass es durchaus auch Sch\u00fcler gibt, die einfach keine Motivation zur Leistungserbringung haben und demzufolge dann nicht der \u201eWillk\u00fcr\u201c des Lehrers ausgesetzt sind, sondern schlichtweg das in Form einer Zahl, Schwarz auf Wei\u00df, quittiert bekommen, was sie erbracht haben \u2013 nichts.<\/p>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich auch solche, denen nicht die Motivation fehlt, sondern das Verst\u00e4ndnis der Arbeitstechniken (Ja, ich war auch nicht gut in Mathe, obwohl ich das gern gewollt h\u00e4tte), aber eben dazu dient die Notenverteilung: Zur Erkenntnis eigener St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der Sch\u00fcler. Zur Best\u00e4tigung der von ihnen erbrachten Leistung. Eine gute Zensur bedeutet, dass die M\u00fche sich gelohnt hat, die investierte Arbeit nicht umsonst war. Wenn doch, dann kann der Sch\u00fcler auch daraus einen Nutzen ziehen: entweder, er wei\u00df, dass die Fehlleistung an mangelnder Vorbereitung lag und f\u00fchl sich von nun an zu mehr Flei\u00df angespornt, oder er gewinnt eine Ausrichtung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Pr\u00fcfungssituationen. Salopp gesagt: Mit \u2018ner Sechs in Mathe, studiere ich nicht BWL, aber <em>das <\/em>wei\u00df ich dann wenigstens schon <em>vorher<\/em>!<\/p>\n<p>Um nun doch noch der Forderung der Aufgabe c) gerecht zu werden, soll an dieser Stelle ein Vorschlag f\u00fcr eine Alternativregelung stehen:<\/p>\n<p>Dass diese Methode nicht auch die Gef\u00fchle der Sch\u00fcler verletzt, kann nat\u00fcrlich nicht gew\u00e4hrleistet werden, dennoch w\u00e4re vielleicht ein schriftlich ausformuliertes Zeugnis eine inhaltlich konkret auf die erbrachte Leistung rekurrierende Ma\u00dfnahme, die sowohl dem Lehrer die M\u00f6glichkeit g\u00e4be, zu begr\u00fcnden, warum seine Notenwahl so ausfiel, wie sie ausfiel, als auch dem Sch\u00fcler mehr bietet, als nur eine Zahl, die es zu interpretieren gilt. Diese Weise sollte dem Kommunikationsaspekt gerecht werden und demzufolge auch Sch\u00fcler und Lehrer gleicherma\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0a)\u00a0 Welche Funktionen sollen Schulnoten erf\u00fcllen? Schulnoten sind in ihrer Funktion nicht auf ein Moment beschr\u00e4nkt, sondern erf\u00fcllen gleichsam mehrere Aufgaben. 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