{"id":152,"date":"2012-05-26T18:15:57","date_gmt":"2012-05-26T18:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/?p=152"},"modified":"2012-06-08T19:31:10","modified_gmt":"2012-06-08T19:31:10","slug":"diagnose-und-forderung-aufgabenblock-v","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/janarose\/2012\/05\/26\/diagnose-und-forderung-aufgabenblock-v\/","title":{"rendered":"Diagnose und F\u00f6rderung &#8211; Aufgabenblock V"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_152 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_152')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_152').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Das ist nicht allein ihre individuelle Einstellung (obwohl sie gerade bei Lehrer vermutlich recht h\u00e4ufig auftritt), sondern ganz generell der menschliche Hang zur Suche nach sinnvollen Zusammenh\u00e4ngen, die an sich m\u00f6glichst widerspruchsfrei sind.<\/p>\n<p>Um solche eventuellen Zusammenh\u00e4nge zu erschlie\u00dfen, hat Frau Lingen nun die M\u00f6glichkeit auf vier unterschiedliche Ebenen der Attribution zur\u00fcckzugreifen: Zun\u00e4chst w\u00e4re es m\u00f6glich, internal-stabil zu argumentieren, das hei\u00dft, Klaus\u2018 Verhalten dahingehend zu deuten, dass ihm weder das Thema liegt, noch eine signifikante M\u00f6glichkeit der Leistungssteigerung besteht, das der Sch\u00fcler an sich einfach \u201eschlecht\u201c ist. W\u00e4re die Ursache allerdings internal -variabel, so w\u00e4re Klaus nicht hinreichend vorbereitet gewesen.<\/p>\n<p>Frau Lingen k\u00f6nnte aber durchaus auch darauf ausgerichtet attribuieren, dass in Klaus\u2018 Angelegenheit eine external-stabile Ursache vorliegt, das bedeutete eine schlechte\/strenge Lehrerin, oder aber eine external-variable, was dann auf schlichtes Pech zur\u00fcckzuf\u00fchren w\u00e4re, da Klaus selbst den Unterrichtsstoff eigentlich beherrschte. (Dieses Modell kann nat\u00fcrlich ebenso gut auf den positiven Fall angewandt werden.)<\/p>\n<p>Wie sich bereits vermuten l\u00e4sst, neigt der Mensch dazu, immer geeigent zu attribuieren, wobei besonders bei der externalen Argumentationslinie das Selbstkonzept (also die individuelle Auffassung des eigenen Seins\/ der eigenen Selbstvorstellung) weniger gesch\u00e4digt wird, als dies bei einer internalen der Fall w\u00e4re. Deshalb sind sowohl Wahrnehmungs-, als auch Attributionfehler nicht unwahrscheinlich. Insbesondere der \u201efundamental Attributionsfehler\u201c muss bei einem solchen Beispiel bedacht werden. Dieser charakterisiert sich dadurch, dass man viel eher geneigt ist, bei anderen stabil und internal zu attribuieren (eine Person die einmal unp\u00fcnktlich ist, muss es also grunds\u00e4tzlich unp\u00fcnktlich sein), bei uns selbst aber external und variabel (stets mit der Einschr\u00e4nkung \u201e\u2026nur, weil\u2026\u201c).<\/p>\n<p>Mit diesem Wissen als Grundlage stellt sich nun also die Frage, ob die Lehrerin nicht zum Schutze des eigenen Selbstkonzeptes, die Gr\u00fcnde f\u00fcr sein Verhalten bei ihrem Sch\u00fcler sucht und nicht Klaus selbst, sondern eventuell der Unterricht, oder die Lehrart und \u2013weise Frau Lingens nicht Ursache f\u00fcr seine Fehlleistungen sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit der fehlerhaften Wahrnehmung, einer unbewussten Beeinflussung ihres Urteils, k\u00f6nnte aber auch in Form des Halo-Effekts gegeben sein. In diesem Fall w\u00fcrde eine an Klaus wahrgenommene Eigenschaft sein \u00fcbriges Verhalten derart \u00fcberstrahlen, dass dies ausreichte, Frau Lingens Urteils \u00fcber Klaus\u2018 \u00fcbrige Eigenschaften zu f\u00e4rben. Verh\u00e4lt sich ihr Sch\u00fcler also in einem Aspekt negativ, auf welchen seine Lehrkraft besonders reagiert, so negiert dies automatisch, wenn auch nicht logisch, ihre Auffassung seines ganzen (!) Betragens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>b)\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0Analysiert die Probleme, die bei Klaus auftreten. Erkl\u00e4rt diese aufgrund von Motivationstheorien<\/strong><\/p>\n<p>Besonders im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit seiner Lehrerin, er\u00f6ffnen sich die Probleme, die Klaus belasten. Dabei f\u00e4llt vor allem der Aspekt ins Auge, dass Klaus aussagt, er sei lediglich seinen Eltern zuliebe auf ein Gymnasium gegangen, beurteile sich selbst jedoch nicht als zureichend talentiert. Direkt damit zusammenzuh\u00e4ngen scheinen ebenso seine Versagensangst, die Belastung, die Misserfolge bei ihm ausl\u00f6sen und die Tatsache, dass er mit seinem Berufswunsch (Informatiker) bereits abgeschlossen hat.<\/p>\n<p>Begr\u00fcnden l\u00e4sst sich all das recht wahrscheinlich damit, dass Klaus jegliche intrinsische Motivation fehlt. Er ist rein extrinsisch motiviert, sieht in seiner Lernhandlung lediglich das Herbeif\u00fchren oder die Vermeidung negativer, oder positiver Konsequenzen \u2013 Das Lernen, die St\u00e4rke und Dauer der Arbeit aber, die er investiert, ist allein von externaler Regulation abh\u00e4ngig: Er tut es, weil es von ihm erwartet wird.<\/p>\n<p>Auch seine dysfunktionale Arbeitsweise (das kurze Interesse an leichten, kombiniert mit langem Aufhalten an schweren Aufgaben) wird schlussendlich darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, dass Klaus selbst keine pers\u00f6nliche Relevanz in dem, was er tut erkennen kann, und stattdessen, introjiziert reguliert, lernt, um sich nicht schlecht zu f\u00fchlen und die Meinung, die sowohl Lehrer, als auch Sch\u00fcler von ihm haben k\u00f6nnten, zu beeinflussen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>c)\u00a0\u00a0\u00a0 Gebt stichpunktartig an, welche Handlungsm\u00f6glichkeiten sich aufgrund der Theorie f\u00fcr Frau Lingen ergeben<\/strong><\/p>\n<p><em>Steigerung des Selbstwertgef\u00fchl ihres Sch\u00fcler durch \u2026<\/em><\/p>\n<p>&#8211; Habituelle Motivation: Wiederholung einer gewohnheitsm\u00e4\u00dfig auftretendes Motivation durch z.B. Lob.<\/p>\n<p>&#8211; Zielsetzung einer identifizierten Regulation: Somit w\u00fcrden dann urspr\u00fcnglich externale Handlungsziele von Klaus als eigene akzeptiert.<\/p>\n<p>Wenn Klaus erkennt, dass er nicht f\u00fcr dritte, sondern f\u00fcr sich allein arbeitet und das Erreichen seines Berufswunsches nur von ihm abh\u00e4ngig ist, so w\u00fcrde dies vielleicht positiven Einfluss auf sein Selbstbewusstsein und somit auch auf seiner Arbeitshaltung haben.<\/p>\n<p>Damit verbunden lie\u00dfe sich sein Problem eventuell auch damit l\u00f6sen, dass man den \u201eBig fish in a little pond\u201c-Effekt dahingehend aufhebt, indem Klaus in eine andere Klasse \u2013 oder tats\u00e4chlich auf eine ihm angemessener erscheinende Schulform versetzt. Ein leistungsstarker Sch\u00fcler in einer Klasse mit durchschnittlich weniger Leistungsstarken hebt sich deutlich heraus. In einer vorwiegend leistungsstarken Klasse ist dieser jedoch weniger signifikant, f\u00fchlt sich also, bei gleichbleibendem Niveau, schlechter als die \u00fcbrigen.<\/p>\n<p>&#8211; Konzentration auf external-variable Selbstreflexion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; a)\u00a0\u00a0\u00a0 Lest den Bericht von Frau Lingen. Welche Wahrnehmungsfehler k\u00f6nnten in der Schilderung auftreten? 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