{"id":47,"date":"2021-06-12T22:58:55","date_gmt":"2021-06-12T20:58:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/?page_id=47"},"modified":"2022-02-04T12:24:25","modified_gmt":"2022-02-04T11:24:25","slug":"aufnahmeprozess","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/aufnahmeprozess\/","title":{"rendered":"Die Frage nach musikalischer Inspiration"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_47 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_47')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_47').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Eine interviewzentrierte Spurensuche<\/span><\/span><\/h2>\n<p>von <span class=\"TextRun SCXW256063152 BCX2\" lang=\"DE-DE\" xml:lang=\"DE-DE\" data-contrast=\"none\"><span class=\"NormalTextRun SCXW256063152 BCX2\" data-ccp-parastyle=\"Text A\">Luisa Herbe, Miriam Reker, Rabea Suhre und Vivien Surrey, <\/span><\/span>Version 1.0,\u00a0<em>02.02.2022 15:30<\/em><\/p>\n<h5 class=\"western\">Inhalt<\/h5>\n<ul>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc105_3580049720\">Zara Akopyan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc107_3580049720\">Alex Nolte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc109_3580049720\">KID DAD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc111_3580049720\">Maybebop<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc113_3580049720\">LISA WHO<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc115_3580049720\">Fazit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc117_3580049720\">Quellenverzeichnis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#__RefHeading___Toc119_3580049720\">Literaturverzeichnis<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie kommen die ersten Ideen f\u00fcr einen Song zustande? Wo finden K\u00fcnstler*innen Inspiration? Und inwieweit l\u00e4sst sich dies in Kompositionsprozessen nachvollziehen? Diesen Fragen sind wir in unseren Interviews mit f\u00fcnf Musiker*innen nachgegangen und werden auf dieser Basis im Folgenden exemplarische Strategien der Ideensuche aufzeigen.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Ursprung von Inspirationen ist nicht neu. Louise Duchesneau stellte dazu in <i>The Voice of the Muse: A Study of the Role of Inspiration in Musical Composition <\/i>bereits 1986 drei Kategorien der Herkunft auf: Die Kategorie der <i>inspiration from above<\/i> beschreibt gottgegebene Inspiration auf metaphysisch-religi\u00f6ser Ebene. (Vgl. Duchesneau 1986, 55.) In die psychologisch-physiologische Kategorie <i>inspiration from inside<\/i> fallen Inspirationen, die im Traum entstehen oder aus dem Nichts kommen. (Vgl. ebd.) <i>Inspiration from outside<\/i> umfasst \u00e4u\u00dfere Eindr\u00fccke auf soziologisch-kultureller Ebene, die Inspiration anregen und Ausl\u00f6ser f\u00fcr Ideen sind. (Vgl. ebd.)<\/p>\n<p>Wir stellen im Folgenden bewusst keine Aufarbeitung des Diskurses zum Themas der Inspiration an, ziehen die genannten Kategorien aber als Muster heran und befragen unsere Interviews im Sinne einer Spurensuche auf Duchesneaus Basis: Spielen diese Kategorien heute \u00fcberhaupt noch eine Rolle innerhalb der Inspirationsfindung der von uns befragten K\u00fcnstler*innen? Die folgende Ausarbeitung ordnet also Aussagen der schaffenden K\u00fcnstler*innen Alex Nolte, KID DAD, LISA WHO, Maybebop und Zara Akopyan den genannten Kategorien zu, um die Art und Weise, wie bei ihnen Inspiration ,flie\u00dft\u2018, nachvollziehbar zu machen und exemplarische Wege der Inspiration innerhalb popularmusikalischer Produktionsprozesse zu verdeutlichen.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc105_3580049720\"><\/a><b>Zara Akopyan<\/b><\/h5>\n<p>Betrachten wir zun\u00e4chst die Produktionsprozesse am Beispiel von Zara Akopyan: Wie findet sie Inspiration f\u00fcr ihre Musik? Im Interview wurde deutlich, dass Zaras Einf\u00e4lle insbesondere beim Musizieren aufkommen, d.h. sobald sie sich an ihre Gitarre setzt und einfach ,drauf los probiert\u2018. Ihre ersten Einf\u00e4lle sind oft musikalische bzw. melodi\u00f6se, im Gegensatz zu textlichen Einf\u00e4llen oder zu solchen, die die Aussage des Songs betreffen. Und sie sind weniger geplant, sondern mehr improvisiert. Diese ersten Ideen k\u00f6nnen somit als <i>inspiration from inside <\/i>(vgl. Duchesneau, 98) angesehen werden, denn weder bedient sich Zara dabei an bereits vorhandenem Notenmaterial und improvisiert dar\u00fcber <i>(inspiration from outside<\/i>), noch spricht sie davon, dass ihr die ersten Melodien auf \u00fcbernat\u00fcrlichem Wege \u201avon Gott\u2018 \u00fcbermittelt wurden (<i>inspiration from above<\/i>). Die Ideen scheinen vielmehr beim Spielen der Gitarre zu flie\u00dfen und werden augenblicklich h\u00f6rbar gemacht.<\/p>\n<p>Duchesneau spricht im Fall der <i>inspiration from inside<\/i> von einer inneren Stimme, durch die viele K\u00fcnstler*innen diese Art der Inspiration und das Aufkommen der Ideen erkl\u00e4ren. (Vgl. Duchesneau, 98.) Zwar berichtet Zara Akopyan nicht von so einer inneren Stimme, doch erz\u00e4hlt sie von einer anderen Art der Inspiration, die sie sogar erst zum Komponieren angeregt habe: \u201e[M]ein absolutes Vorbild in dem Bereich war immer schon Taylor Swift, weil ich die einfach meine ganze Jugend durchgeh\u00f6rt habe und ich einfach so inspiriert war von ihr [\u2026], dass sie sich mit ihrer Gitarre dahin setzt und ihre ganzen Gef\u00fchle aussch\u00fcttet.\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/0As0z7EDm8Q?t=187\">(Zara Akopyan, 00:03:07 ff.)<\/a> Duchesnenau versteht dies als <i>inspiration from outside<\/i> (Duchesneau, 117), meint dabei aber nicht nur musikalisches Material, das als Inspirationsquelle herangezogen wird <a href=\"https:\/\/youtu.be\/0As0z7EDm8Q?t=187\">(vgl. ebd.)<\/a>, sondern auch jegliche \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse in einer Gesellschaft, wie etwa Literatur, Kunst und Wissenschaft. Auch Zara sucht ihre Inspiration nicht nur bei anderen K\u00fcnstler*innen und benennt ihre eigenen Lebensumst\u00e4nde als ausschlaggebend f\u00fcr die Themen ihrer Songs. Diese \u201aLebensumst\u00e4nde\u2018, wie Zara sie beschreibt, fassen wohl alle Bereiche, die Duchesneau unter <i>inspiration from outside<\/i> fasst, zusammen, da sie eben von der derzeitigen Kultur und Gesellschaft beeinflusst sind. Als eine indirekte Inspirationsquelle, die auch als <i>inspiration from outside <\/i>zu verstehen ist, nennt Zara schlie\u00dflich noch ihre Kommiliton*innen, die sie in ihrem Musikgeschmack beeinflusst haben und in der Folge auch die K\u00fcnstler*innen, die sie h\u00f6rt.<\/p>\n<p>Zara spricht also von drei Hauptinspirationsquellen: Von der Inspiration beim Ausprobieren mit der Gitarre (<i>inside<\/i>), von der Inspiration, die sie aus ihren eigenen Lebensumst\u00e4nden zieht <i>(outside<\/i>) und von der Inspiration, die beim H\u00f6ren anderer K\u00fcnstler*innen entsteht (<i>outside<\/i>). Alleine bei Zara l\u00e4sst sich somit erkennen, dass Inspiration vielseitig und individuell entsteht.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc107_3580049720\"><\/a><b>Alex Nolte<\/b><\/h5>\n<p>Alex Nolte ist u.a. Schlagzeuger in der Band Julia\u2019s Mind und schreibt in diesem Fall nicht f\u00fcr sich alleine Songs, sondern arbeitet in einer Gruppe, in der jede und jeder mit Ideen und Inspirationen ein Mitspracherecht hat. Vor allem die textlichen Ideen und ersten Arrangements am Klavier kommen \u00fcberwiegend von der S\u00e4ngerin Julia, denn \u201eda ist sie viel, viel besser drin als wir und sie hat [\u2026] immer die Inspiration und kann sofort aus irgendwelchen Situationen irgendwas machen\u201c. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=339\">(Alex Nolte, 00:05:39 ff.)<\/a> Gemeinschaftlich wird an ersten Ideen weitergearbeitet. Diese ersten Ideen k\u00f6nnen aus kleinen Melodien bestehen, einem Chorus oder sie k\u00f6nnen auch schon ein fertig arrangierter Song sein. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=56\">(Vgl. ebd., 00:00:56 ff.)<\/a><\/p>\n<p>Alex benennt das aufmerksame Musikh\u00f6ren als die f\u00fcr ihn wichtigste Inspirationsquelle f\u00fcr Musik und Text. Vor allem neue, ihm bis dato unbekannte Musik bringt ihm viel Inspiration. Es gehe darum, \u201eselber auf Konzerte zu gehen, [\u2026] dann auch Musiker bei der Arbeit zu sehen\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=125\">(ebd., 00:02:05 ff.)<\/a> und \u201eeinfach ganz, ganz viel Musik [zu] h\u00f6ren.\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=125\">(ebd., 00:02:05 ff.)<\/a> Nach Duchesneaus Kategorien l\u00e4sst sich diese Art der Inspiration vor allem in die Kategorie <i>inspiration from outside <\/i>einordnen, also in die Kategorie der Inspiration durch \u201eoutside influences and stimuli\u201c (Duchesneau 1986, 55). Der \u00e4u\u00dfere Eindruck der Musik f\u00f6rdert demnach das Entwickeln eigener neuer musikalischer Ideen. Diese Form der Inspirationsquelle von \u201emusical influences\u201c (ebd., 124) f\u00fchrt auch Duchesneau auf: \u201eIn order to produce music, one must have lived with it and assimilated it\u201c (ebd.). Sie beschreibt, auch wenn K\u00fcnstler*innen ihren eigenen Stil gefunden haben, spiele andere Musik immer eine Rolle in der Schaffung neuer, eigener Musik. (Vgl. ebd.)<\/p>\n<p>Auch die visuelle Wahrnehmung erzeugt Ideen, die Alex z.B. bei Zugfahrten einfallen, sobald er anf\u00e4ngt, \u201esich gewisse Sachen zu \u00fcberlegen\u201c und \u201eirgend so eine Melodie in den Kopf\u201c kommt. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=125\">(Alex Nolte, 00:02:05 ff.)<\/a> Nach Duchesneau lie\u00dfe sich dieses Ph\u00e4nomen der Kategorie <i>inspiration from inside<\/i> zuordnen. (Vgl. Duchesneau 1986, 98.) Auch wenn Alex nicht die von Duchesneau beschriebene innere Stimme erw\u00e4hnt, bezeugt das unbewusste Entstehen von Ideen eine Inspiration von innen heraus, die Duchesneau als sogenannte \u201emusical visions\u201c (ebd., 103\u2013109) beschreibt.<\/p>\n<p>Alex betont au\u00dferdem, dass er die Quellen der Inspiration im Nachhinein oft wiedererkennt, indem eine Song-Idee mit einer Erinnerung verbunden ist. \u201eUnd das kann im Umkehrschluss dann nat\u00fcrlich auch wieder eine Inspiration sein, was Neues zu machen [\u2026].\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/zEgwF4Swm0o?t=269\">(Alex Nolte, 00:04:29 ff.)<\/a> Auch diese Art von Inspiration, die durch Erinnerung entsteht, l\u00e4sst sich der Kategorie <i>Inspiration from inside<\/i> zuordnen.<\/p>\n<p>Es zeigt sich also, dass Alex\u2018 Inspiration vor allem durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse \u2013 in seinem Fall vor allem durch das Musikh\u00f6ren \u2013 gepr\u00e4gt ist, aber auch viele Gedankenspiele und spontane Ideen seine Inspiration f\u00f6rdern. Es wird deutlich, dass sich kaum abgrenzen l\u00e4sst, inwiefern eine Inspiration wirklich von innen oder au\u00dfen kommt. Ein Gedankengang wird in Alex\u2018 Fall durch einen geh\u00f6rten Song, ein Bild oder eine andere \u00e4u\u00dfere Wahrnehmung \u2013 bspw. auf einer Zugfahrt &#8211; angesto\u00dfen. Die erste Idee kommt also von au\u00dfen und nach Duchesneau fiele die Inspiration in die Kategorie <i>Inspiration from outside<\/i>. Durch das Schweifen der Gedanken ist im Nachhinein aber nicht immer r\u00fcckzuschlie\u00dfen, von wo der Gedankengang \u2013 auch unbewusst &#8211; angesto\u00dfen wurde. Die Abgrenzung zur <i>Inspiration from inside <\/i>verschwimmt also.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc109_3580049720\"><\/a><b>KID DAD<\/b><\/h5>\n<p>Die vierk\u00f6pfige Band KID DAD betont, dass alle Mitglieder auf unterschiedliche Weise und aus unterschiedlichen Richtungen ihre Inspiration finden und so eine Vielf\u00e4ltigkeit der Songs entsteht: \u201eUnd das gibt uns die M\u00f6glichkeit so diverse, so unterschiedlich inspirierte Mukke zu machen\u201c, so Marius. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=437\">(KID DAD, 00:07:17 ff.)<\/a> Vielseitige Ergebnisse entstehen durch kleinschrittige gemeinsame Arbeit, sobald \u201everschiedene Gedankenwelten aufeinandertreffen\u201c. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=551\">(ebd., 00:09:11 ff.)<\/a> Da jeder der Musiker ein anderes Instrument spielt, treffen unterschiedliche Startpunkte von Inspiration aufeinander, auf denen gemeinsam aufgebaut werden kann. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=1333\">(Vgl. ebd., 00:22:13 ff.)<\/a><\/p>\n<p>Inspiration finden sie vor allem in anderer Musik. Sie wollen diese aber \u201enicht kopieren, sondern einfach sich selber als Musiker so ein bisschen weiterentwickeln und Einfl\u00fcsse aufsaugen und das sich zu eigen machen und sein eigenes Ding daraus entwickeln\u201c, so Joshi <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=970\">(ebd., 00:16:10 ff.)<\/a>. Wie Marius beschreibt, entsteht Inspiration durch die Stimmung, in die sie beim H\u00f6ren von Songs gelangen. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=1390\">(Vgl. ebd., 00:23:10 ff.)<\/a> In Bezug auf Duchesneaus Kategorien der Inspirationsfindung l\u00e4sst sich Inspiration durch Musik der Kategorie der <i>inspiration from outside<\/i> genau wie bei Alex Nolte als \u201emusical influence\u201c zuordnen (Duchesneau 1986, 124). Die Stimmung, die beim Musikh\u00f6ren erzeugt wird, schafft Inspiration f\u00fcr neue, eigene Musik.<\/p>\n<p>Mehr und mehr bieten auch \u00e4u\u00dfere, vor allem politische Themen Inspiration f\u00fcr Songinhalte: Die politischen Unruhen in den USA \u2013 etwa der Sturm auf das US-Kapitol \u2013 rund um den Wahlkampf 2020\/2021 und auch erkennbare Ver\u00e4nderungen in der deutschen Politik, in der \u201egef\u00fchlt alles viel populistischer und plumper\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=1841\">(KID DAD, 00:30:41 ff.)<\/a> wurde, waren laut Max Anlass f\u00fcr den Song \u201eAs Soon As America\u201c.\u00a0 Marius best\u00e4tigt, dass ihre Songs fr\u00fcher eher auf das eigene Ich bezogen waren, mit der Zeit aber \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse und Themen wie die Klimapolitik zentraler wurden: \u201eWir haben uns einfach nicht nur moralisch dazu verpflichtet gef\u00fchlt, sondern auch irgendwie als Person das wirklich gewollt, einfach was dazu zu sagen, zu Dingen, mit denen wir aufgewachsen sind, die jetzt gipfeln [\u2026]\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=1932\">(ebd., 00:32:12 ff.)<\/a>. \u201eSo beeinflusst eben Weltgeschehen oder auch einfach das, was wir so in unserem Umfeld wahrnehmen auch unsere Musik\u201c. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=2029\">(ebd., 00:33:49 ff.)<\/a> Die von der Band beschriebenen, durch soziale Medien hervorgerufene N\u00e4he zu diesen Ereignissen, erweckte eine emotionale pers\u00f6nliche Reaktion, welche der Grundstein f\u00fcr die Idee war. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6l2TUcvQU5k?t=2029\">(ebd., 00:33:49)<\/a> Diese Form der <i>inspiration from outside<\/i> beschreibt auch Duchesneau: \u201eIt is expected of a composer from any given historical period that he sometimes creates out of direct emotional reaction to a personal experience, either out of love or sorrow at the death of a loved-one\u201c. (Duchesneau 1986, 137.)<\/p>\n<p>Es ist also zu erkennen, dass die Band haupts\u00e4chlich in \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen Inspiration findet, besonders in Musik anderer K\u00fcnstler*innen und zunehmend in gesellschaftspolitischen Themen, die sie umgeben.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc111_3580049720\"><\/a><b>Maybebop<\/b><\/h5>\n<p>Die Inspirationen, die Oliver Gies \u2013 Bariton, Komponist und Arrangeur des A-cappella-Pop-Quartetts Maybebop \u2013 beschreibt, lassen sich haupts\u00e4chlich der Kategorie <i>inspiration from outside <\/i>zuordnen. (Vgl. Duchesneau 1986, 117.) Er benennt als Hauptinspirationsquelle \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse wie Gespr\u00e4chsfetzen, die man \u2013 beispielsweise am Bahnhof \u2013 unbewusst aufschnappt und \u00e4u\u00dfere Impulse \u2013 wie Politik oder auch Druck, wenn ein Album oder ein Song fertig werden m\u00fcssen. Ein weiterer Einfluss sind Stile, die man nachahmen m\u00f6chte. All dies bezeichnet Oliver als Ideen, die durch \u00e4u\u00dfere Impulse ausgel\u00f6st werden und \u2013 wie er es in seinem Interview ausdr\u00fcckte \u2013 aus dem Nichts kommen. (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/2tNtXjMm0Dk?t=84\">Vgl. Maybebop, 00:01:24 ff<\/a>, <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2tNtXjMm0Dk?t=141\">00:02:21 ff.<\/a> sowie Duchesneau 1986, 36.).<\/p>\n<p>Doch besonders beim Schreiben der Melodien l\u00e4sst sich der Musiker \u201evon [s]einer Intuition leiten und auch von der [Struktur der Sing-]Stimme\u201c <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2tNtXjMm0Dk?t=354\">(Maybebop, 00:05:54 ff.)<\/a>, sodass sich dieser Prozess hingegen der Kategorie <i>inspiration from inside <\/i>zuordnen l\u00e4sst: \u201eThis is inspiration which results from outside influences and stimuli. An outside object, influence, ideology is retained as stimulus of a work of art\u201c (Duchesneau 1986, 55). Dabei greift er aber \u2013 neben den im Kopf entstandenen Melodie-Ideen und musikalischen Skizzen \u2013 auch auf musiktheoretisches Wissen zur\u00fcck, welches der Musiker sich im Laufe seines Lebens durch unterschiedliche Einfl\u00fcsse \u2013 z.B. das Arrangieren f\u00fcr seine damalige Sch\u00fclerband oder im Tonsatzunterricht des Lehramtsstudiums \u2013 angeeignet hat. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2tNtXjMm0Dk?t=310\">(Vgl. Maybebop, 00:05:10 ff.)<\/a> Dies nutzt er jedoch prim\u00e4r zur harmonischen Ausarbeitung der St\u00fccke und kaum zum Schreiben der Melodien. Besonders bei der Konzeption des gew\u00fcnschten Klanges und dem Einbringen neuer Sounds und Effekte beteiligen sich aber auch die anderen Mitglieder der A-cappella-Gruppe: \u201eEs war schon ein paar Mal so, dass irgendjemand in der Band \u2013 weil er es irgendwo geh\u00f6rt hat oder einfach nur aus Jux \u2013 zu einem neuen Stimmsound gekommen ist. Unser Beatboxer Lukas z.B. hat irgendwann den [\u2026] Lipbass f\u00fcr sich irgendwo aufgeschnappt von irgendeiner britischen A-Capella-Gruppe [\u2026] und hat versucht, das nachzumachen\u201c. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2tNtXjMm0Dk?t=424\">(ebd., 00:07:04 ff.)<\/a> Auch hier ist wieder nach Duchesneau die Kategorie <i>from outside <\/i>zutreffend. Sie beschreibt diese Art der Inspiration als musikalisches Material:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px\">Musical material, that is the sounds, rhythms, timbres and dynamics, which make up the elements of music has, according to composers, its own power, which they seek to grasp and channel. The musical elements have a dormant strength and character of their own, which the composer must be able to awaken and yet shape to fulfill his need. (Duchesneau 1986, 177.)<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc113_3580049720\"><\/a><b>LISA WHO<\/b><\/h5>\n<p>LISA WHO beschreibt Inspiration als einen \u201eFunken\u201c, welcher sich in verschiedenen Formen zeigen kann. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=65\">(LISA WHO, 00:01:05 ff.)<\/a> Als Beispiel daf\u00fcr nennt sie zun\u00e4chst Wortkombinationen, auf die sie beim Lesen st\u00f6\u00dft und die dann eine \u201eKette\u201c ausl\u00f6sen, indem sie bestimmte Dinge mit dem Gelesenen assoziiert. Auf diese Weise entstehen Formulierungen, welche sie f\u00fcr ihre Texte verwenden kann. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=65\">(Vgl. ebd., 00:01:05 ff.)<\/a> Bei ideengebender Literatur handelt es sich um <i>inspiration from outside<\/i>. Als Beispiele daf\u00fcr nennt LISA WHO Erich K\u00e4stner und Erich Fried, deren Gedichte sie gezielt liest, um Inspiration zu finden. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=277\">(Vgl. ebd., 00:04:37 ff.)<\/a> Louise Duchesneau beschreibt Literatur als eine Quelle der Inspiration, welche die komponierende Person mit Ideen und Material ausstattet (vgl. Duchesneau 1986, 127) und nicht nur bei Libretti oder Gedichtvertonungen eine Rolle spielt, sondern auch zu einer bestimmten musikalischen Stimmung inspirieren kann. (Vgl. ebd., 130.) LISA WHO schildert hier in erster Linie Inspiration f\u00fcr ihre eigenen Texte. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=277\">(Vgl. LISA WHO, 00:04:37 ff.)<\/a><\/p>\n<p>Zudem spricht sie von musikalischer Inspiration, bei der entweder ein Musikst\u00fcck ein Gef\u00fchl in ihr ausl\u00f6st, welches sie dazu inspiriert, etwas \u00e4hnliches erzeugen zu wollen, oder bei der sie eine Melodie oder eine Akkordkombination h\u00f6rt, die sie auch verwenden m\u00f6chte. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=65\">(Vgl. ebd., 00:01:05 ff.)<\/a> Auch hierbei handelt es sich um <i>inspiration from outside. <\/i>Duchesneau erl\u00e4utert, dass Musik immer einen musikalischen Kontext braucht, um entstehen zu k\u00f6nnen und musikalische Inspiration daher sehr \u00fcblich ist. (Vgl. Duchesneau 1986, 124.)<\/p>\n<p>LISA WHO nennt hier zwei Arten, wie Musik sie bewusst inspiriert. Hinsichtlich konkreter musikalischer Inspirationen berichtet sie von dem Beispiel, wie die instrumentale Melodie aus der Serie Twin Peaks sie zu einem ihrer Lieder inspiriert hat. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=432\">(Vgl. LISA WHO, 00:07:12 ff.)<\/a> Ihr zufolge ist von dieser Stimmung, die sie dort nachahmen wollte, im Endeffekt nicht mehr viel zu h\u00f6ren, da sich die Idee und das Lied im Prozess immer weiter ver\u00e4ndert haben und so zu etwas Eigenem wurden. (Vgl. ebd., 00:07:38 ff.) Selbst bei so konkreten und bewussten Formen von <i>inspiration from outside <\/i>ist also nicht sicher, dass sich die urspr\u00fcngliche Inspiration sp\u00e4ter noch wieder erkennen l\u00e4sst. Dasselbe beschreibt auch Duchesneau: \u201e[T]here may not be evidence in the final product of the idea which sparked the composer\u2018s imagination in the first place\u201c (Duchesneau 1986, 177.)<\/p>\n<p>Des Weiteren erl\u00e4utert LISA WHO, wie sie sich in Bezug auf ihre Stimme Inspiration von K\u00fcnstler*innen aus dem Jazz, wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday oder Peggy Lee holt. Gruppen wie Kings of Convenience oder The Beatles inspirieren sie bez\u00fcglich der \u201eLeichtigkeit\u201c, \u201eW\u00e4rme\u201c und \u201eWeichheit\u201c ihrer Musik. Von K\u00fcnstler*innen wie Lana Del Rey oder Pink Floyd erh\u00e4lt sie Inspiration in Richtung sph\u00e4rischer und psychedelischer Stimmungen. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=277\">(Vgl. LISA WHO, 00:04:37 ff.)<\/a> Und obwohl sie erl\u00e4utern kann, inwiefern die einzelnen Musiker*innen sie inspirieren und was sich in ihrer eigenen Musik widerspiegelt, beschriebt sie diese Einfl\u00fcsse als weitestgehend unbewusst. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=432\">(Vgl. ebd., 00:07:12 ff.)<\/a> Dieser Eindruck passt zu der Rolle, die Duchesneau der Musik als <i>inspiration from outside <\/i>zuschreibt.<\/p>\n<p>Als weitere Quellen der Inspiration geht LISA WHO noch auf Natur, Kunst und Politik ein. Sie beschreibt eine \u201ekindliche Faszination\u201c, die sie f\u00fcr die Natur empfindet, und dass sie Kraft, Gl\u00fcck und Inspiration aus ihr sch\u00f6pfen kann. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=569\">(Vgl. ebd., 00:09:29 ff.)<\/a> Als Beispiel f\u00fcr inspirierende Kunst nennt sie \u00d3lafur El\u00edasson, von dem sie eine f\u00fcr sie faszinierende Ausstellung besuchte. Sie beschreibt Kunst als eine potentiell sehr gro\u00dfe und einflussreiche Quelle f\u00fcr neue Gedanken, die sie allerdings eher selten nutzt. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=569\">(Vgl. ebd., 00:09:29 ff.)<\/a><\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Politik als Inspirationsquelle beschreibt LISA WHO ein interessantes Ph\u00e4nomen: Sie erz\u00e4hlt, dass politische Themen bislang nur eine Inspiration f\u00fcr sie waren, wenn sie Lieder f\u00fcr die Band Madsen geschrieben hat. Als LISA WHO habe sie f\u00fcr politische Themen aber noch keine \u201eStimme gefunden\u201c; sie hat noch keinen Weg gefunden, sich auf ihre Weise zu politischen Themen zu \u00e4u\u00dfern. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=737\">(Vgl. ebd., 00:12:17 ff.)<\/a> Deshalb ist Politik keine Inspirationsquelle, wenn sie Lieder f\u00fcr sich selbst schreibt. Die Quellen, aus denen K\u00fcnstler*innen Inspiration ziehen, m\u00fcssen also demnach auch zu der pers\u00f6nlichen Ausdrucksweise, bzw. dem eigenen Stil passen. Natur, Kunst und pers\u00f6nliche \u00dcberzeugungen werden auch von Duchesneau als Beispiele f\u00fcr <i>inspiration from outside<\/i> beschrieben (vgl. Duchesneau 1986, 141) und Natur bezeichnet sie als eine \u201eInspirative Force\u201c. (Ebd., 132.)<\/p>\n<p>Insgesamt nennt LISA WHO viele verschiedene Quellen, aus denen sie Inspiration zieht: Literatur, Musik, Natur, Kunst, Gespr\u00e4che, Nachrichten, Serien oder Filme. Sie sagt, sobald man zu etwas ein Gef\u00fchl hat, \u201ewird es [\u2026] sofort pers\u00f6nlich\u201c und so k\u00f6nnen Gedanken angesto\u00dfen werden und Ideen kommen. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=896\">(LISA WHO, 00:14:56 ff.)<\/a> LISA WHO erkl\u00e4rt, dass sich diese ersten Ideen auf Textpassagen, Melodien oder auch auf Sounds beziehen k\u00f6nnen, welche dann weiter ausgebaut werden. Dabei setzt sie auch nicht jede Idee um und verwirft manche wieder. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=157\">(Vgl. ebd., 00:02:37 ff.)<\/a> Manchmal sucht sie gezielt nach Inspiration, z.B. durch das Lesen von Gedichten und manche Dinge inspirieren sie unterbewusst, wie etwa die Musik, die sie h\u00f6rt. Sehr konkrete Inspirationsquellen, wie beispielsweise eine bestimmte Melodie, ver\u00e4ndern sich im Entstehungsprozess des Liedes meistens wieder, sodass die urspr\u00fcngliche Inspiration nicht mehr zu h\u00f6ren ist. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=458\">(Vgl. ebd., 00:07:38 ff.)<\/a><\/p>\n<p>Bei den von LISA WHO geschilderten Inspirationen handelt es sich, Duchesneaus Erl\u00e4uterungen und Beispielen folgend, ausschlie\u00dflich um <i>inspiration from outside<\/i>, welche sich aber wiederum direkt oder indirekt, bewusst oder unbewusst \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. LISA WHO betont dabei immer wieder, wie pers\u00f6nlich Musik und ihre Inspiration ist und dass etwas ein Gef\u00fchl in ihr ausl\u00f6sen muss, um sie inspirieren zu k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/pvjhYPwvGj4?t=896\">(Vgl. ebd., 00:14:56 ff.)<\/a><\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc115_3580049720\"><\/a><b>Fazit<\/b><\/h5>\n<p>Vergleicht man alle Aussagen der K\u00fcnstler*innen miteinander, f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass Inspirationen aus der Kategorie <i>inspiration from outside<\/i> am h\u00e4ufigsten und <i>inspiration from above<\/i> gar nicht genannt werden. Das k\u00f6nnte darauf hindeuten, dass die Kategorie <i>inspiration from above<\/i> bei der Ideenfindung in der popul\u00e4ren Musik wenig Relevanz hat und m\u00f6glicherweise nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist. Zumindest scheint sie f\u00fcr die hier befragten K\u00fcnstler*innen irrelevant. Bez\u00fcglich der <i>inspiration from outside<\/i> nennen alle das H\u00f6ren von Musik, es werden aber auch Lebensumst\u00e4nde, Politik, Gespr\u00e4che oder Gespr\u00e4chsfetzen, Literatur, Kunst oder Natur beschrieben. In die Kategorie der <i>inspiration from inside<\/i> lassen sich das Improvisieren am Instrument, die Intuition beim Komponieren oder spontane Ideen auf Reisen nennen. Allerdings scheint die Grenze zwischen <i>inspiration from outside<\/i> und <i>inspiration from inside<\/i> nicht immer ganz deutlich zu sein. Wenn Inspiration sowohl bewusst als auch unterbewusst erfolgen kann, ist es dann \u00fcberhaupt immer m\u00f6glich, unbewusste Inspirationen aus dem Inneren von unbewussten Inspirationen von au\u00dfen unterscheiden zu k\u00f6nnen? Eine spontane Idee von Innen k\u00f6nnte auch von \u00e4u\u00dferen Dingen angesto\u00dfen worden sein, was wiederum der Kategorie <i>inspiration from outside<\/i> entspr\u00e4che. Auf der anderen Seite kann man sagen, dass Inspirationen von au\u00dfen durch die pers\u00f6nlichen Gef\u00fchle und Assoziationen der K\u00fcnstler*innen erst zu einer Inspiration von Innen werden, was auch f\u00fcr eine Vermischung der beiden Kategorien sprechen w\u00fcrde. Dementsprechend sind die Kategorien Duchesneaus\u2018 nicht immer klar trenn- und anwendbar.<\/p>\n<p>Die Betrachtungen zeigen: K\u00fcnstler*innen werden ganz unterschiedlich und vielseitig inspiriert. Neben dem H\u00f6ren von Musik scheint Zara Akopyan z.B. besonderen Wert auf das Improvisieren an der Gitarre zu legen, Alex Nolte und Oliver Gies betonen unter anderem Ideen, die auf Reisen oder durch aufgeschnappte Gespr\u00e4chsfetzen kommen, KID DAD spricht von politischen Inspirationen und LISA WHO nennt z.B. Literatur als f\u00fcr sie wichtige Inspirationsquelle. Inspiration entsteht sehr individuell und mit Hilfe der befragten K\u00fcnstler*innen lassen sich bereits viele verschiedene Inspirationsquellen herausarbeiten, welche sich in die Kategorien <i>inspiration from outside, inspiration from inside<\/i> oder gegebenenfalls auch in eine Mischform dieser beiden Kategorien einsortieren lassen. Der Prozess der Ideenfindung ist im gesamten Produktionsprozess Popul\u00e4rer Musik also von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc117_3580049720\"><\/a><b>Quellenverzeichnis<\/b><\/h5>\n<p>#HowToPop, \u201eInterview mit Alex Nolte von Julia&#8217;s Mind\u201c, 26.01.2022, in: <i>Youtube<\/i>, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zEgwF4Swm0o&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=5\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zEgwF4Swm0o&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=5<\/a> (Abruf: 01.02.2022).<\/p>\n<p>#HowToPop, \u201eInterview mit KID DAD\u201c, 06.01.2022, in: <i>Youtube<\/i>, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6l2TUcvQU5k&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=2\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=6l2TUcvQU5k&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=2<\/a> (Abruf: 01.02.2022).<\/p>\n<p>#HowToPop: \u201eInterview mit Lisa Who\u201c, 06.01.2022, in: <i>Youtube<\/i>, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pvjhYPwvGj4&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pvjhYPwvGj4&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=4<\/a> (Abruf: 01.02.2022).<\/p>\n<p>#HowToPop: \u201eInterview mit Oliver Gies von Maybebop\u201c, 06.01.2022, in: <i>Youtube<\/i>, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2tNtXjMm0Dk&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=1\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2tNtXjMm0Dk&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=1<\/a> (Abruf: 01.02.2022).<\/p>\n<p>#HowToPop: \u201eInterview mit Zara Akopyan\u201c, 06.01.2022, in: <i>Youtube<\/i>, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0As0z7EDm8Q&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=3\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0As0z7EDm8Q&amp;list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P&amp;index=3<\/a>, 2022. (Abruf: 01.02.2022).<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading___Toc119_3580049720\"><\/a><b>Literaturverzeichnis<\/b><\/h5>\n<p>Duchesneau, Louise (1986), <i>The Voice of the Muse: A Study of the Role of Inspiration in Musical Composition<\/i> (European University Studies Bd. 19), Frankfurt am Main\/Bern\/New York: Lang.<\/p>\n\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann sind wir inspiriert? Eine interviewzentrierte Spurensuche von Luisa Herbe, Miriam Reker, Rabea Suhre und Vivien Surrey, Version 1.0,\u00a002.02.2022 15:30 Inhalt Zara Akopyan Alex Nolte KID DAD Maybebop LISA WHO Fazit Quellenverzeichnis Literaturverzeichnis Wie kommen die ersten Ideen f\u00fcr einen Song zustande? Wo finden K\u00fcnstler*innen Inspiration? Und inwieweit l\u00e4sst sich dies in Kompositionsprozessen nachvollziehen? 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