{"id":146,"date":"2021-11-18T22:54:59","date_gmt":"2021-11-18T21:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/?page_id=146"},"modified":"2022-03-02T15:49:17","modified_gmt":"2022-03-02T14:49:17","slug":"maybebop","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/maybebop\/","title":{"rendered":"Maybebop"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_146 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_146')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_146').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Nach dem Abitur studierte er Schulmusik (Schwerpunkt Gesang) und Mathematik, sp\u00e4ter absolvierte er in Essen den Studiengang Jazz\/Rock\/Pop mit dem Hauptfach Komposition\/Arrangement.<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW155642216 BCX2\"> Er ist bekannter Arrangeur der deutschen Chorszene und war f\u00fcnf Jahre lang Teil des Dozententeams des Lehrgangs \u201eJazz- und Popchorleitung B\u201c der Bundesakademie f\u00fcr kulturelle Bildung. Oliver ist Gr\u00fcndungsmitglied und k\u00fcnstlerischer Leiter des A cappella-Quartetts Maybebop, mit der er seit 2002 deutschlandweit auftritt. In seiner kompositorischen Herangehensweise ist es ihm besonders wichtig, stilistisch immer wieder neue Dinge auszuprobieren.<\/span><\/span><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Interview mit Oliver Gies von Maybebop\" width=\"840\" height=\"473\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2tNtXjMm0Dk?list=PLG-cTcBygJd1Ic5bmS4iv7PE-mOyv0C3P\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Interview mit Oliver Gies von Maybebop<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<h1>Transkription des Interviews<\/h1>\n<p>Interview zwischen Luisa Herbe und Oliver Gies, Hannover, 06.09.2021.<\/p>\n<p>Quelle: #HowToPop: \u201eInterview mit Oliver Gies\u201d, 06.01.22, Youtube, URL: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2tNtXjMm0Dk\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2tNtXjMm0Dk<\/a>\u00a0 (letzter Abruf: 14.02.2022)<\/p>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"#_Toc96079586\">Eingangsfrage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079587\">Inspirationen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079588\">Musikalische Bildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079589\">Ziele<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079590\">Arbeitsteilung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079591\">Komposition\/Preproduction<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079592\">Produktion\/Aufnahme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079593\">Postproduction<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#_Toc96079594\">Ende<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<h2><a name=\"_Toc\"><\/a><a name=\"_Toc96079586\"><\/a>Eingangsfrage<\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>[00:00:08]<\/p>\n<p>Luisa: Ja dann danke erstmal, dass du das Gespr\u00e4ch mit uns f\u00fchrst; wir untersuchen in unserem Projekt, wie unterschiedliche K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen ihre Songs schreiben und produzieren und da gibt es ja ganz viele M\u00f6glichkeiten dabei und um einige davon darzustellen, w\u00fcrden wir uns freuen, wenn du uns in paar Einblicke geben k\u00f6nntest. Daher jetzt an dich die Frage: Wenn du die erste Idee hast f\u00fcr einen Song, wie f\u00e4ngst du dann an?<\/p>\n<p>[00:00:32]<\/p>\n<p>Oliver: Das h\u00e4ngt ja davon ab, was die erste Idee ist. Manchmal ist es ein Textfragment, manchmal ist es eine kleine Melodie, manchmal ist es auch eine Stimmung. Und je nachdem, womit es losgeht, ist das der Samen und daraus w\u00e4chst dann hoffentlich was. Also wenns ein Textfragment ist zum Beispiel, dann versuche ich erstmal mit dem Textfragment irgendwas anzustellen, dass es mehr wird als ein Fragment. Wenn es eine Melodie ist, habe ich noch gar keinen Text und versuche mir erstmal vorzustellen, wohin k\u00f6nnte sich diese Melodie entwickeln. H\u00e4ufig hab ich dann auch schon irgendwie im Kopf: ja hier m\u00fcsste es jetzt textlich in diese Richtung gehen. Dann entstehen auch schon kleine Textbausteine. Aber es ist immer wieder ganz anders.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc1\"><\/a><a name=\"_Toc96079587\"><\/a>Inspirationen<\/h2>\n<p>[00:01:18]<\/p>\n<p>Luisa: Und was inspiriert dich? Wo findest du Inspiration f\u00fcr neue Musik?<\/p>\n<p>[00:01:24]<\/p>\n<p>Oliver: Das finde ich eine ganz schwierige Frage, denn wenn ich das w\u00fcsste, k\u00f6nnte ich das gezielt einsetzen. Es ist h\u00e4ufig so, dass ich irgendwas schreiben muss, weil ein neues Album entsteht zum Beispiel und ich sitze dann da vor dem leeren Blatt Papier und es passiert einfach gar nichts. Das ist ganz schlimm, sehr qu\u00e4lend und h\u00e4ufig kommen aber Ideen auch aus dem Nichts: Bei irgendeinem Gespr\u00e4ch sagt einer irgendwas Witziges und das triggert im Hirn irgendwas, wo ich denke \u201eah das ist gut, daraus k\u00f6nnte man vielleicht was machen\u201c. Oder im Vorbeigehen im Bahnhof belausche ich, ohne es zu wollen, ein Gespr\u00e4ch beim Vorbeigehen und denke \u201eah das ist gut, das ist gut\u201c. Manchmal ist es auch so, dass ich einfach da sitze und mir irgendwas ausdenken muss und dann kommt auch tats\u00e4chlich irgendwas. Wo das dann herkommt, kann ich nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>[00:02:14]<\/p>\n<p>Luisa: Gibt es denn auch irgendwelche musikalischen Vorbilder oder Stile, die deine Musik beeinflussen oder beeinflusst haben?<\/p>\n<p>[00:02:21]<\/p>\n<p>Oliver: Immer, denn ich schreibe ja haupts\u00e4chlich St\u00fccke f\u00fcr Maybebop und wir versuchen schon immer nicht so Klischee-A cappella-Musik zu machen, sondern nehmen uns immer vor, stilistisch so breit gef\u00e4chert wie m\u00f6glich aufzutreten. Und da ist es dann h\u00e4ufig so, dass wir denken, wie zum Beispiel beim Album \u201eSistemfeler\u201c ein Bollywood-Song, den hatten wir noch nie. Und dann h\u00f6r ich mir Bollywood-Sampler an und versuche diesen Stil irgendwie zu treffen. Also da war die Grundidee, wir wollten einen Bollywood-Song, es gab keine musikalische Idee, es gab keine Textidee, wir wollten nur diesen Stil. Und davon ausgehend ist dann dieses Lied entstanden: \u201eIch versteh das\u201c. Und so ist es h\u00e4ufig so, dass wir versuchen, irgendeinen Stil markant abzubilden mit unseren Stimmen. Und so hab ich jetzt nicht die eine Referenz und versuche immer alles so zu machen wie Sting zum Beispiel, den ich sehr sch\u00e4tze, sondern von St\u00fcck zu St\u00fcck haben wir immer wieder eine andere Referenz.<\/p>\n<p>[00:03:26]<\/p>\n<p>Luisa: Und inwiefern hat auch Au\u00dfermusikalisches dabei Auswirkungen auf die Musik?<\/p>\n<p>[00:03:33]<\/p>\n<p>Oliver: \u00c4h, wie meinst\u2019n das?<\/p>\n<p>[00:03:38]<\/p>\n<p>Luisa: Ja au\u00dfermusikalische Eindr\u00fccke, also vielleicht auch politische, pers\u00f6nliche Sachen, die man vielleicht auch verarbeitet.<\/p>\n<p>[00:03:48]<\/p>\n<p>Oliver: Achso.<\/p>\n<p>[00:03:49]<\/p>\n<p>Luisa: Gedanklich.<\/p>\n<p>[00:03:50]<\/p>\n<p>Oliver: Ja das steckt nat\u00fcrlich auch in jedem St\u00fcck irgendwie drin. Da gibt es St\u00fccke mit politischer Aussage, die irgendwas kommentieren. Das sind dann nat\u00fcrlich Impulse, die dann von au\u00dfen kommen, vom Zeitung lesen, vom Nachrichten gucken oder da zieht eine Corona-Leugner-Demo an meinem Haus vorbei und ich denke immer \u201enaja \u2026\u201c. Also ja, das steckt nat\u00fcrlich immer drin, sonst h\u00e4tten die St\u00fccke ja nichts zu sagen. Also ich muss ja, wenn ich ein St\u00fcck schreibe, irgendwie was von mir erz\u00e4hlen, ansonsten hat das St\u00fcck ja keinen Wert.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc2\"><\/a><a name=\"_Toc96079588\"><\/a>Musikalische Bildung<\/h2>\n<p>[00:04:22]<\/p>\n<p>Luisa: Woher hast du das Know-How, wenn es darum geht, Musik zu schreiben oder auch zu produzieren?<\/p>\n<p>[00:04:28]<\/p>\n<p>Oliver: Learning by doing w\u00fcrde ich mal sagen. Ich schreib jetzt seit vielleicht 15 Jahren Songs, St\u00fccke von vor 15 Jahren finde ich jetzt teilweise nicht mehr so gut [<em>lacht<\/em>], ich kann aber auch benennen, warum nicht. Das ist nat\u00fcrlich ein Prozess, dass ich jetzt mit Abstand auf St\u00fccke sehe und sage \u201eah, so, heute h\u00e4tte ich das und das anders gemacht\u201c und so entwickelt sich das halt, der innere Zensor wird immer stabiler und m\u00e4chtiger.<\/p>\n<p>[00:05:03]<\/p>\n<p>Luisa: Und wo hat dieser Learning-by-doing-Prozess bei dir angefangen? Hattest du musikalischen Unterricht oder hast du studiert?<\/p>\n<p>[00:05:10]<\/p>\n<p>Oliver: Ich habe Musik auf Lehramt studiert und hatte da nat\u00fcrlich auch Tonsatzunterricht und war auch schon immer kompositorisch interessiert; ich hab schon immer Arrangements geschrieben damals schon f\u00fcr eine Sch\u00fclerband, f\u00fcr die Schul-Bigband, f\u00fcr irgendwelche Projekte an der Schule, also das war schon immer mein Ding, seit ich Musik mache. Aber ich hab nat\u00fcrlich einfach gemacht am Anfang, ohne zu wissen, wie es geht.<\/p>\n<p>[00:05:38]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, du hast ja eben schon gesagt, du hast manchmal auch als erste Idee so Musikfetzen; wenn du die dann weiter schreibst, machst du das so durch Experimentieren oder auch mit musiktheoretischem Hintergrundwissen, wenn du jetzt Harmonien oder Akkorde oder Melodien ausf\u00fchrst?<\/p>\n<p>[00:05:54]<\/p>\n<p>Oliver: Ich w\u00fcrde mal sagen: sowohl als auch. Ich hab nat\u00fcrlich musiktheoretischen Hintergrund und bei bestimmten Akkordverbindungen wei\u00df ich dann auch \u201eja, wenn ich jetzt zu diesem Akkord gehe, das wird gut klingen\u201c, aber beim Melodienschreiben lass ich mich doch sehr von meiner Intuition leiten und auch von der Stimme. Also wenn ich St\u00fccke f\u00fcr uns schreibe, also f\u00fcr Maybebop, dann singe ich in einer Tour leise vor mich hin. Die Familie, die kennt das schon, das ist dann immer so ein bisschen autistisch, dass ich da sitze und [<em>singt<\/em>]. Wie transkribiert ihr das denn? Ja, weil die Stimme h\u00e4ufig andere Wege findet als der Kopf und Melodien dadurch sanglicher werden und dass ich sie tats\u00e4chlich ausprobiere und versuche, dass die Stimme einen Weg findet, den sie vielleicht, wenn ich nur dr\u00fcber nachdenke, nicht finden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>[00:06:49]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, und als A cappella-Gruppe ist das mit der Stimme ja noch pr\u00e4gnanter als in anderen Gruppen; wie ist das denn zum Beispiel, wenn ihr eine neue Singtechnik oder einen neuen Sound mit reinbringen wollt? Wie macht ihr das dann?<\/p>\n<p>[00:07:04]<\/p>\n<p>Oliver: Es war schon ein paarmal so, dass irgendjemand in der Band, weil er es irgendwo geh\u00f6rt hat oder einfach nur aus Jux zu einem neuen Stimmsound gekommen ist. Unser Beatboxer Lukas zum Beispiel hat irgendwann den, wie hei\u00dft das denn, den Lippenbass, den Lipbass f\u00fcr sich irgendwo aufgeschnappt von irgendeiner britischen A cappella-Gruppe war das glaub ich, und hat versucht das nachzumachen. Ich kann das nicht. Das ist [<em>macht Lippenflattern<\/em>] und das auf Ton. Und hat gesagt, \u201ehier ich kann das jetzt, das m\u00fcssen wir bitte unbedingt mal machen.\u201c Und anfangs war er aber noch nicht so tonstabil, er konnte noch nicht eine Tonfolge damit machen, sondern er konnte sich auf einen Ton einstimmen und den hat er dann einigerma\u00dfen stabil gehalten und so ist dann das Arrangement entstanden f\u00fcr \u201eEs war ein K\u00f6nig in Thule\u201c, wo er die ganze Zeit nur auf einem Ton diesen Lippenbass machen muss. Und sp\u00e4ter hatte er seinen Skill erweitert und dann kam der Song \u201eNimm mich mit\u201c, bei dem das auf unterschiedlichen Tonstufen passiert. Das ist so ein Beispiel daf\u00fcr, da hat einer ein neues Ding drauf und bestellt quasi bei mir irgendein Lied oder ein Arrangement, damit er das mal zeigen und einsetzen kann. Und wir erweitern dadurch wieder unser Klangspektrum.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc3\"><\/a><a name=\"_Toc96079589\"><\/a>Ziele<\/h2>\n<p>[00:08:17]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, und welche Ziele verfolgst du mit deiner Musik oder ihr als Gruppe?<\/p>\n<p>[00:08:25]<\/p>\n<p>Oliver: Ich verfolge, wenn ich f\u00fcr uns St\u00fccke schreibe, das Ziel, dass wir in W\u00fcrde altern, sag ich mal. Es gibt St\u00fccke von vor 10, 15 Jahren, die w\u00fcrden wir heute nicht mehr singen wollen, weil die inhaltlich nicht mehr zu uns passen. Damals waren wir 15 Jahre j\u00fcnger und hatten andere Dinge im Kopf und jetzt bin ich alt [<em>lacht<\/em>] und werde immer \u00e4lter und da geht das irgendwie nicht mehr, \u00fcber bestimmte Dinge so salopp und leichtfertig zu singen. Und jede CD, jedes Programm, das wir machen, ist immer wieder ein Marker: Gelingt es uns, mit neuen Liedern auf der B\u00fchne zu stehen, die zu uns passen? Also nichts ist peinlicher, finde ich, als wenn man versucht, sich so am Jungsein festzuhalten und dann hampelt man da irgendwann auf der B\u00fchne rum und die Leute sch\u00e4men sich f\u00fcr einen. Das ist eben immer wieder die Herausforderung, dass uns das nicht passiert und ich hoffe, wir schaffen da rechtzeitig den Absprung.<\/p>\n<p>[00:09:31]<\/p>\n<p>Luisa: Gibts denn auch eine spezielle Zielgruppe, auf die ihr abzielt, wo du ja gerade schon die verschiedenen Altersklassen schon angesprochen hast oder versucht ihr das offen zu halten?<\/p>\n<p>[00:09:40]<\/p>\n<p>Oliver: Ich denke mal, unsere Kernzielgruppe ist etwa so alt wie wir, also so zwischen 30 und 50. In den Konzerten sitzen aber immer wieder ganze Familien, also von ganz klein bis ganz alt. Und auch da ist es wieder eine Stilfrage. Zum Beispiel haben wir den Song \u201ePlatzhalter\u201c [sic], den alle nur kennen unter \u201eHier Bandname einf\u00fcgen\u201c [sic], der so deutschen Proll-Rap parodiert und da ist die Sprache nat\u00fcrlich eine ganz andere als wenn ich jetzt irgendeinen hochgeistigen Chanson schreibe. Deswegen w\u00e4re die Zielgruppe f\u00fcr diesen Song eigentlich eine ganz andere als bei irgendeinem anderen Lied. Aber in Summe macht es eben diese Vielseitigkeit, und auch das Publikum muss verstehen, dass es sich um eine Parodie handelt. Ja, deswegen ist unsere Zielgruppe wahrscheinlich gutb\u00fcrgerlich und so alt wie wir.<\/p>\n<p>[00:10:39]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, du hast dann ja gerade schon angesprochen, dass ihr auch St\u00fccke in verschiedenen Stilen habt und wenn ihr dann ein neues Album macht, ahnt ihr dann schon ungef\u00e4hr, was vielleicht besser ankommt als andere St\u00fccke? Und welche so ein Hitpotenzial \u2013 sag ich mal \u2013 haben?<\/p>\n<p>[00:10:53]<\/p>\n<p>Oliver: Das ahnen wir manchmal, liegen damit aber ganz gerne mal daneben. Da gab es schon St\u00fccke, die wir jetzt selber nicht so dolle fanden, die sich dann aber als absolute Bringer erwiesen haben. Genauso wie St\u00fccke, von denen wir total \u00fcberzeugt waren, die haben wir dann zehnmal aufgef\u00fchrt, das Publikum hat einfach nicht reagiert und dann haben wir sie wieder weggelassen.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc4\"><\/a><a name=\"_Toc96079590\"><\/a>Arbeitsteilung<\/h2>\n<p>[00:11:11]<\/p>\n<p>Luisa: Mit wie vielen Leuten arbeitest du w\u00e4hrend der Entstehung eines Songs zusammen? Also findet Arbeitsteilung statt?<\/p>\n<p>[00:11:19]<\/p>\n<p>Oliver: Innerhalb der Band findet selten Arbeitsteilung statt. Ich bin ein ziemlicher Eigenbr\u00f6tler und pr\u00e4sentiere den Jungs meistens erst was, wenn es fix und fertig ist und wenn jede Note von unserem vierstimmigen Satz v\u00f6llig auf Papier steht. Aber nat\u00fcrlich gibt es auch Ideen, an denen wir zusammen arbeiten in der Band. Und ich habe auch Leute, mit denen ich mich immer mal wieder treffe, die nicht zur Band geh\u00f6ren: William Wahl von <em>basta<\/em>, mit dem treffe ich mich immer mal, wenn es passt, wir stellen uns gegenseitig Ideen vor und arbeiten dann gemeinsam daran.<\/p>\n<p>[00:11:51]<\/p>\n<p>Luisa: Und wie tr\u00e4gt der Input dann von anderen Mitwirkenden bei, hat das eher Vorteile, die das mit sich bringt oder gibts dann auch Probleme, wenn du zum Beispiel schon eine Idee hattest und davon \u00fcberzeugt warst und jemand hat dann daran was auszusetzen?<\/p>\n<p>[00:12:03]<\/p>\n<p>Oliver: So unterm Strich ist das immer gut. Denn auch wenn es so ist, dass ich von etwas total \u00fcberzeugt bin und ein Bandkollege sagt \u201edas finde ich jetzt aber nicht so, mach mal lieber so\u201c, dann hat er vermutlich Recht, auch wenn ich das im ersten Moment vielleicht nicht einsehen will. Und jedes Input von au\u00dfen ist ja immer eine Bereicherung. Alles, was \u00fcber meinen eigenen Tellerrand hinausgeht, kann ja nur ein Gewinn sein.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc5\"><\/a><a name=\"_Toc96079591\"><\/a>Komposition\/Preproduction<\/h2>\n<p>[00:12:30]<\/p>\n<p>Luisa: Wenn dir dann eine Idee gekommen ist, wie und wo h\u00e4ltst du die Kompositionsideen fest?<\/p>\n<p>[00:12:37]<\/p>\n<p>Oliver: Wenn ich unterwegs bin, dann mach ich mir schnell eine Sprachnotiz, eine Singnotiz ins Handy. Ich hab aber auch meistens ein Laptop dabei und kann Dinge mit einem Notationsprogramm sehr schnell skizzieren. Und hab einen riesigen Fragmente-Ordner mit lauter Bausteinchen, die mir irgendwo eingefallen sind.<\/p>\n<p>[00:12:54]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, jetzt haben wir ja schon viel \u00fcber die Idee und das erste Ausprobieren gesprochen, was kommt dann als n\u00e4chstes bei euch?<\/p>\n<p>[00:13:02]<\/p>\n<p>Oliver: Gezielt bei Maybebop?<\/p>\n<p>[00:13:04]<\/p>\n<p>Luisa: [<em>nickt<\/em>]<\/p>\n<p>[00:13:06]<\/p>\n<p>Oliver: Sehr viel Zeit, Selbstzweifel auch manchmal Hass, wenn nichts passiert und eine recht z\u00e4he Phase, bis dann tats\u00e4chlich irgendwas da steht. Das ist selten so, dass es mir sehr leicht f\u00e4llt, h\u00e4ufig ist es recht m\u00fchsam, bis es dann tats\u00e4chlich fertig ist, was auch damit zusammenh\u00e4ngt nat\u00fcrlich, dass ich nicht mehr so schnell zufriedenzustellen bin wie vor 15 Jahren. Also inzwischen wei\u00df ich mehr, was einen guten Song ausmacht oder wann ich ihn gut finde und der Weg ist steinig bis es vorne und hinten passt und mir alles gef\u00e4llt. Ich finde es auch manchmal, \u2026 ich weiche dem manchmal aus. Ich hab eine gute Idee und denke, das k\u00f6nnte ein super Lied werden, aber ich scheue dann den Prozess, immer wieder das Gef\u00fchl zu haben, gegen eine Wand zu rennen und nicht mehr weiterkomme und mach dann lieber erstmal andere Dinge und lasse diesen kleinen Baustein, von dem ich der Meinung bin, das wird irgendwann mal super, lieber irgendwo an der Seite liegen und freue mich dann dar\u00fcber, \u201edas wird irgendwann super\u201c aber will mich nicht damit auseinandersetzen, dass es vielleicht nicht so super wird, wie ich denke.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc6\"><\/a><a name=\"_Toc96079592\"><\/a>Produktion\/Aufnahme<\/h2>\n<p>[00:14:22]<\/p>\n<p>Luisa: Und wenn der Song dann fertig ist, wie l\u00e4uft das Aufnehmen dann bei euch ab?<\/p>\n<p>[00:14:26]<\/p>\n<p>Oliver: Im Idealfall stelle ich den Jungs einen Song vor, dann proben wir den erstmal ein bisschen und dann muss es ja erstmal allen gefallen, manchmal ist es auch so, dass die Jungs sagen \u201eah das find ich super aber hier an der Stelle, w\u00e4r noch geil, wenn das dahin gehen k\u00f6nnte\u201c oder \u201edas hier find ich irgendwie unn\u00f6tig\u201c und dann \u00fcberarbeite ich den noch mal. Und wenn wir den geprobt haben, f\u00fchren wir den Song im Idealfall auch zwei, drei, vier, f\u00fcnfmal auf, weil er sich dadurch immer noch mal ver\u00e4ndert, durch die Publikumsreaktion ergeben sich Dinge anders als wir die vorher beim Proben uns ausdenken. Und wenn wir das dann gemacht haben und jeder ein Gef\u00fchl daf\u00fcr hat, dann wird eine Session im Studio angelegt, eine Aufnahmesession mit MIDI-File im Hintergrund und jeder singt einzeln seine Stimme ein. Und zwar so, wie er die Stimme sonst mit uns gemeinsam singen w\u00fcrde, aber wir nehmen das einzeln auf, weil wir die einzelnen Stimmen dann besser editieren k\u00f6nnen. Jetzt, in der Corona-Zeit, war es bei vielen Songs auch so, dass wir die aufgenommen haben, ohne die jemals miteinander geprobt zu haben. Wir durften nicht reisen, alle waren bei sich zuhause, alle haben ein Studio-Setup und wir sprechen uns dann nur mal in einer Telefonkonferenz oder via Zoom ab, \u201edas ist so und so und das ist so und so\u201c und dann singt jeder einfach sein Zeug und dann hofft man, dass das hinterher passt und alles, was nicht passt, muss dann noch mal korrigiert werden.<\/p>\n<p>[00:15:51]<\/p>\n<p>Luisa: Gibts denn bei vierstimmigem Gesang bei euch dann auch improvisatorische Elemente oder kommts dann wirklich darauf an, dass es bei jeder Taktzeit aufeinanderpasst?<\/p>\n<p>[00:16:03]<\/p>\n<p>Oliver: Wir haben letzten November ein Kinderalbum rausgebracht und da sind Passagen bei mit sehr viel Improvisation, wo einfach Dinge passiert sind im Studio und die haben wir dann so gelassen, damit das Album ein bisschen lebendiger wird. Bei vielen St\u00fccken ist es aber auch so, dass wir recht peinlich genau das singen, was da steht und nichts anderes.<\/p>\n<p>[00:16:27]<\/p>\n<p>Luisa: Und wenn ihr Arrangements habt, wo mehr als vier Stimmen sind, wie macht ihr das dann live? Wird das dann runtergebrochen oder weggelassen?<\/p>\n<p>[00:16:38]<\/p>\n<p>Oliver: Manchmal machen wir vierstimmige Sachen f\u00fcr live und nehmen die auf und denken im Studio \u201emh \u2026 jetzt h\u00e4tten wir ja die M\u00f6glichkeit, das noch ein bisschen zu pimpen\u201c und dann machen wir das einfach. Das sind dann Sachen, die waren im urspr\u00fcnglichen Arrangement gar nicht vorgesehen. Manchmal ist es auch so, wie jetzt bei der Volkslieder-CD, die erscheinen wird am 17. September, da hat Christoph ein St\u00fcck arrangiert im Stile der \u201eSingers Unlimited\u201c; das waren vier S\u00e4nger in den 60ern, 70ern, deren Markenzeichen war das, Studiosessions zu bauen mit 100 Stimmen, die sind auch niemals live aufgetreten, das war ein reiner Studio-Act, und diesen Stil wollte er gerne auch mal machen und hat uns ein St\u00fcck arrangiert in diesem Stil, was jetzt auch tats\u00e4chlich so klingt und um das live aufzuf\u00fchren, hat er noch mal quasi ein Live-Arrangement zu seinem eigenen Arrangement geschrieben. Also musste sich quasi ein zweites Mal hinsetzen und noch mal ein Arrangement schreiben, was nat\u00fcrlich ganz anders klingt als jetzt das Studiost\u00fcck.<\/p>\n<p>[00:17:38]<\/p>\n<p>Luisa: Benutzt ihr auch Samples oder \u00e4hnliches?<\/p>\n<p>[00:17:41]<\/p>\n<p>Oliver: Wir benutzen eigene Samples aber [<em>\u00fcberlegt<\/em>] ich w\u00fcsste grad nicht, dass wir schonmal so ein Fremd-Sample benutzt haben. Mag sein, vielleicht irgendwo mal.<\/p>\n<p>[00:17:55]<\/p>\n<p>Luisa: Nehmt ihr hier auf oder wo macht ihr das? Oder ist das oft auch, wie du gerade beschrieben hast, dass dann jeder seinen Teil zuhause macht oder war das jetzt eher der Ausnahmefall?<\/p>\n<p>[00:18:03]<\/p>\n<p>Oliver: Jeder hat die M\u00f6glichkeit, bei sich zuhause aufzunehmen und in der Corona-Zeit haben wir das auch viel gemacht, ansonsten ist mein Studio hier in Hannover, glaub ich auf Platz zwei, auf Platz eins ist das Studio von Lukas in Berlin, da nehmen wir am allermeisten auf.<\/p>\n<p>[00:18:16]<\/p>\n<p>Luisa: Wie viel hat denn bei euch der Text mit der Musik, wie ihr sie nachher umsetzt, zu tun? Also achtet ihr dann bei der Aufnahme auch drauf, dass sich der Charakter vom Text auch in der Musik widerspiegelt?<\/p>\n<p>[00:18:31]<\/p>\n<p>Oliver: Ja. Zumindest versuchen wir das. Ich hoffe, das klappt. [<em>lacht<\/em>]<\/p>\n<p>[00:18:37]<\/p>\n<p>Luisa: [<em>lacht<\/em>] Und welche Rolle spielt f\u00fcr dich der Aufnahmeprozess f\u00fcr das Endprodukt? Ist die Aufnahme eher Mittel zum Zweck oder ist f\u00fcr euch da noch irgendwas Tiefgr\u00fcndigeres hinter?<\/p>\n<p>[00:18:47]<\/p>\n<p>Oliver: [<em>denkt nach<\/em>] Also unsere CD-Aufnahmen, die wir machen, die machen wir, wie ich heute wei\u00df, nicht zum Geldverdienen. Fr\u00fcher dachte ich, mit CDs verdient man Geld, haben wir aber eigentlich noch nie, weil wir daf\u00fcr zu klein sind als Act, wir verkaufen nicht gen\u00fcgend CDs. Und mit CDs wird es ja sowieso insgesamt immer weniger, es wird immer mehr gestreamt. Deswegen machen wir die CD-Aufnahmen eigentlich nur aus, tja, vielleicht einem Teil Eitelkeit, weil es einfach cool ist, die St\u00fccke, die man singt, auch irgendwann als gute Aufnahme zu haben. Bei der Aufnahme putzt man ja auch alles M\u00f6gliche und bringt das auf einen hochpolierten Stand, der ja qualitativ noch Welten \u00fcber dem ist, was wir live in der Lage sind abzuliefern, weil die Studiotechnik inzwischen so weit ist. Das machen wir, um uns selber zu verwirklichen, w\u00fcrde ich mal sagen. Die CDs, die wir immer noch verkaufen, sind der Ersatz f\u00fcr das Programmheft. Die Leute finden das Konzert gut und m\u00f6chten ein Souvenir mit nach Hause nehmen und kaufen dann die CD und wir unterschreiben darauf. Quasi ist das unsere Visitenkarte, kann man sagen. Aber Mittel zum Zweck ist es nicht. Also wir w\u00fcrden die Aufnahmen nicht machen, wenn wir nicht selber der Meinung w\u00e4ren, dass die ganz gut sind. Das gef\u00e4llt uns, was wir da machen.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc7\"><\/a><a name=\"_Toc96079593\"><\/a>Postproduction<\/h2>\n<p>[00:20:24]<\/p>\n<p>Luisa: Und wenn der Song dann aufgenommen ist, dann ist der ja noch nicht ganz fertig. Wie wird dann aus der Aufnahme eine fertige Audiodatei?<\/p>\n<p>[00:20:33]<\/p>\n<p>Oliver: Unser Tenor und Beatboxer Lukas ist unser Produzent und der mischt die Aufnahmen und macht daraus den Stereomix, der dann schlie\u00dflich bei Spotify oder auf der CD ist.<\/p>\n<p>[00:20.47]<\/p>\n<p>Luisa: Und was entsteht da oder was passiert da Entscheidendes noch?<\/p>\n<p>[00:20:50]<\/p>\n<p>Oliver: Da passieren Studioschmeicheleien wie Hall, Equalizing, mit dem Stimmen noch ein bisschen im Timbre ver\u00e4ndert werden k\u00f6nnen oder eine Bassdrum, ein Schlagzeug noch fetter klingt als es eigentlich ist, Delay-Sounds, manchmal auch technische Spielereien, um T\u00f6ne zu verfremden, also das ist auch noch mal ein kreativer Prozess auf jeden Fall.<\/p>\n<p>[00:21:19]<\/p>\n<p>Luisa: Habt ihr da als Gruppe da auch Einfluss drauf, macht ihr das zusammen, dass ihr da noch mal dr\u00fcber guckt, was dann ver\u00e4ndert wurde, bevor es dann rausgeht?<\/p>\n<p>[00:21:26]<\/p>\n<p>Oliver: Ja. Auf jeden Fall. Also genauso, wie ich ein St\u00fcck schreibe, das allen gefallen muss und so lange Dinge ver\u00e4ndere, bis es allen gef\u00e4llt, macht auch Lukas einen ersten Mix, schickt den rum und alle geben ihren Senf dazu und sagen \u201edas find ich toll\u201c oder \u201edas find ich nicht so gut\u201c und dann schraubt er da so lange dran rum, bis er f\u00fcr alle Stellen Kompromisse gefunden hat, die allen gefallen.<\/p>\n<p>[00:21:47]<\/p>\n<p>Luisa: Und wann ist die Produktion f\u00fcr euch beendet? Gibts dann bestimme Kriterien oder macht ihr das nach Gef\u00fchl?<\/p>\n<p>[00:21:55]<\/p>\n<p>Oliver: Die Produktion ist zu Ende, wenn wir alle St\u00fccke f\u00fcr fertig erachten. Also wenn alles soweit geschrieben, produziert, gemischt ist, dass das allen gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>[00:22:05]<\/p>\n<p>Luisa: Also es gibt dann, wenn ihr einen Song von Lukas h\u00f6rt, wenn ihr dann alle sagt \u201eja, sind wir mit einverstanden\u201c, dann wird da auch nichts mehr ver\u00e4ndert, dann geht der so raus?<\/p>\n<p>[00:22:14]<\/p>\n<p>Oliver: Ja, dann wird ein Haken hinter gemacht, genau.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc8\"><\/a><a name=\"_Toc96079594\"><\/a>Ende<\/h2>\n<p>[00:22:16]<\/p>\n<p>Luisa: Ja.<\/p>\n<p>[00:22:18]<\/p>\n<p>Oliver: Also ich k\u00f6nnte noch eine Sache sagen, die bei uns noch spezieller ist als bei anderen. Also mein Bandkollege William zum Beispiel, \u00e4h nicht mein Bandkollege, William von <em>basta<\/em>, mit dem ich mich h\u00e4ufig treffe zum Schreiben, der schreibt ganz anders Songs als ich, der schreibt erst Text und dann ist der Text fertig und dann vertont er den, macht Melodie und Akkorde dazu, fertig; und wenn das ein Song f\u00fcr seine A cappella-Gruppe <em>basta<\/em> ist, f\u00e4ngt der dann [<em>sehr deutlich betont<\/em>] an, den zu arrangieren. Das sind drei v\u00f6llig voneinander unabh\u00e4ngige Schritte, das ist bei mir ganz anders. Wenn ich einen Song f\u00fcr uns schreibe, dann ist Komposition, Text, Arrangement, alles in einem Abwasch, also ich komponiere schon und denke dabei schon im Arrangement in unseren vier Stimmen. Und ich hab einen Textbaustein, dann komme ich mit dem Text nicht weiter, dann denke ich mir daf\u00fcr erstmal Musik aus und dann steht diese Musik fertig da f\u00fcr unsere vier Stimmen und dann wei\u00df ich pl\u00f6tzlich \u201eah, jetzt muss der Text so weitergehen\u201c und so w\u00fchle ich mich von Anfang bis Ende, bis es dann irgendwann soweit fertig ist, dass ich das sofort den Jungs vorlegen kann und die k\u00f6nnen das singen.<\/p>\n<p>[00:23:25]<\/p>\n<p>Luisa: Ja, dankesch\u00f6n, dass du dir die Zeit genommen hast und uns so Einblicke gegeben hast in das Schaffen eurer Musik.<\/p>\n<p>[00:23:33]<\/p>\n<p>Oliver: Gerne [<em>lacht<\/em>] Ja, danke, dass ihr mich da auf dem Schirm habt und mich fragt.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oliver Gies ist freiberuflicher Notenschreiber, Auftrags-Komponist, Arrangeur, S\u00e4nger und Juror aus Hannover. 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Er ist bekannter Arrangeur der deutschen Chorszene und war f\u00fcnf Jahre lang Teil des Dozententeams des Lehrgangs \u201eJazz- und Popchorleitung B\u201c &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/maybebop\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eMaybebop\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9061,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-146","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9061"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":596,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/146\/revisions\/596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/howtopop\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}