Hausaufgabe Nr. 6
a) Auf welche umschriebene Teilleistungsstörung kann man schließen? Welche Differentialdiagnosen sind zu beachten?
Im Fall von Timo kann man davon ausgehen, dass keine geistige Behinderung, Sehstörung, Gehirnschädigung oder ungenügende Beschulung dafür gesorgt hat, dass er ungewöhnlich schlecht in den Diktaten und Leseübungen war. Laut Text hat er ein gutes Verständnis für die Schulmathematik der 5. Klasse. Die eine mögliche AD(H)S-Krankheit dafür sorgte, dass Timo sich so schlecht in den Aufgaben des Deutschunterrichts beweisen konnte, ist unwahrscheinlich. Laut dem Lehrer ist er unauffällig gewesen. Jedoch verdreht er Buchstaben, vergisst welche, hat Probleme mit der Groß-und Kleinschreibung usw. Außerdem ist er ein langsamer und unsicherer Leser. Nichts desto trotz scheint er nicht nach ICD-10 kategorisiert werden zu können, da er wie schon erwähnt, gute Eigenschaften in Mathematik zeigt, und eine Eigenschaft von ICD-10 die Rechenschwäche ist. Daher handelt es sich eher um F.81.0, eine kombinierte Form der Lese-und Rechtschreibschwäche.
b) Welche diagnostischen Schritte sind als nächstes sinnvoll?
Anamnese und Exploration: Die Befragung der Eltern zu der Lebensgeschichte des Kindes und schulischen Erfahrung mit dem Thema Rechtschreibung sind wohl der erste Schritt, den ein verantwortungsvoller Lehrer tun sollte. Was der Lehrer in unserem Beispiel auch getan hat. Um wirklich alle Möglichkeiten auszuschöpfen, können Intelligenztests gemacht werden, aber auch die geistige wie körperliche Gesundheit des Kindes könnte untersucht werden, um sicher zu gehen, dass es nicht eventuell an einer gesundheitlichen Schwierigkeit liegt, dass der Schüler so schlechte Leistungen vollbringt.
c) Welche Interventionsmaßnahmen bieten sich an?
Laut dem Text aus dem Petermann-Lehrbuch kann schon im Vorschulalter mithilfe des Bielefelder Screening Verfahren (BISC) Intervention betrieben werden. Mithilfe des Tests kann ermittelt werden, ob die Kinder Probleme in späteren Schulverlauf mit der Rechtschreibung haben werden. Allgemein werden heutzutage viele Programme angeboten, mit denen die Kinder schon vor ihrer Schulzeit auf mögliche spätere Probleme getestet werden können.
Dazu zählt gezielte Therapie des Lesens und Rechtschreibens, die Behandlung der begleitenden behindernden Symptome, aber auch Elterntraining und Familienberatung können helfen. Im Falle von schweren Ausprägungen raten Experten zu Einzeltherapien. In diesen Therapien können dementsprechend auch individuelle Fehleranalysen angefertigt werden.