{"id":1171,"date":"2014-11-26T09:17:09","date_gmt":"2014-11-26T07:17:09","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/?p=1171"},"modified":"2019-05-15T10:44:36","modified_gmt":"2019-05-15T08:44:36","slug":"beobachtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/2014\/11\/26\/beobachtungen\/","title":{"rendered":"Beobachtungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1171 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1171')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1171').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. N\\u00e4heres erfahren Sie durch einen Klick auf das <em>i<\\\/em>.\",\"settings_perma\":\"Dauerhaft aktivieren und Daten\\u00fcber-tragung zustimmen:\",\"info_link\":\"http:\\\/\\\/www.heise.de\\\/ct\\\/artikel\\\/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html\",\"uri\":\"https:\\\/\\\/blogs.uni-paderborn.de\\\/fips\\\/2014\\\/11\\\/26\\\/beobachtungen\\\/\",\"post_id\":1171,\"post_title_referrer_track\":\"Beobachtungen\",\"display_infobox\":\"on\"});}});\n\/* ]]> *\/<\/script><\/div><p><em>Carla Bohndick<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Form der Datenerhebung ist die Beobachtung, deren gro\u00dfer Vorteil ist, dass sie sehr h\u00e4ufig angewendet werden kann. Allerdings d\u00fcrfen Beobachtungen nicht mit einfachem Zuschauen oder so genannten Alltagsbeobachtungen verwechselt werden, die relativ beliebig durchgef\u00fchrt werden. Bei einer systematischen Beobachtung legen Sie demgegen\u00fcber im Vorhinein Regeln fest, was Sie wie und wann beobachten wollen und was f\u00fcr die Beobachtung nicht von Interesse ist. So ist es z.B. wichtig, dass Sie eine Fragestellung haben, die Sie beantworten wollen und dadurch in Ihrer Beobachtung geleitet werden. Besondere Vorsicht bei einer Beobachtung sollten Sie auch darauf legen, dass Sie schrittweise vorgehen, erst beobachten, das Beobachtete festhalten und erst im Anschluss deuten und interpretieren. Dies ist besonders wichtig, damit Sie die <a title=\"Planung von Studien\" href=\"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/2015\/02\/13\/planung\/\">G\u00fctekriterien<\/a> einhalten k\u00f6nnen. Der erste Schritt bei einer Beobachtung w\u00e4re also beispielsweise festzuhalten, dass eine Person die Mundwinkel hochzieht. Erst im Schritt der Interpretation, k\u00f6nnten Sie vermuten, dass die Person l\u00e4chelt.<\/p>\n<h1><b>Formen der Beobachtung<\/b><\/h1>\n<p>Bevor Sie also einen solchen Beobachtungsplan f\u00fcr Ihre Beobachtung erstellen, sollten Sie sich zwischen verschiedenen Arten der Beobachtung entscheiden. Dabei gibt es folgende Formen der Beobachtung:<\/p>\n<ul>\n<li>Es wird zun\u00e4chst zwischen einer teilnehmenden und einer nicht teilnehmenden Beobachtung sowie einer offen oder verdeckten Beobachtung unterschieden. Bei einer teilnehmenden Beobachtung nehmen Sie aktiv am Gegenstand Ihrer Beobachtung teil. Sie sammeln also beispielsweise Daten \u00fcber eine Gruppendiskussion an der Sie selber teilnehmen. Bei einer nicht teilnehmenden Beobachtung beobachten Sie das Geschehen nur, ohne daran teilzunehmen. Sie w\u00fcrden hier also nicht an der Gruppendiskussion teilnehmen, sondern sie etwas abseits lediglich beobachten.<\/li>\n<li>Eine offene Beobachtung ist es dann, wenn die beobachteten Personen wissen, dass eine Beobachtung stattfindet, eine verdeckte Beobachtung ist den beobachteten Personen nicht bewusst.<\/li>\n<li>Au\u00dferdem m\u00fcssen Sie sich zwischen einer strukturierten und einer unstrukturierten Beobachtung entscheiden. Mit den Vor- und Nachteilen von Standardisierung besch\u00e4ftigt sich auch <a title=\"Standardisierung\" href=\"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/2014\/11\/26\/standardisierung\/\">dieser Beitrag<\/a>. Eine offene Beobachtung bedeutet, dass im Vorhinein nur wenige Beobachtungsrichtlinien festgelegt werden, nach denen die Beobachtung aufgebaut ist. Je standardisierter die Beobachtung, desto genauer ist festgelegt, was beobachtet wird und wie dies festgehalten wird.<\/li>\n<li>Auch der Ort an dem Sie beobachten, spielt eine Rolle. Die Beobachtung kann entweder im Feld oder im Labor stattfinden. Eine Beobachtung im Feld bedeutet, dass die Personen in ihrem nat\u00fcrlichen Umfeld agieren. Im Feld k\u00f6nnen Sie also zum Beispiel das Verhalten einer Sch\u00fclerin in einer konkreten Unterrichtssituation beobachten. Bei einer Beobachtung im Labor ist die Umgebung vorbereitet, um zum Beispiel St\u00f6rquellen zu vermeiden.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><b>Dokumentation der Beobachtung<\/b><\/h1>\n<p>Damit Ihre Beobachtung f\u00fcr andere und sp\u00e4ter auch f\u00fcr Sie noch nachvollziehbar ist, sollten Sie sich Gedanken \u00fcber die Dokumentation Ihrer Beobachtung machen. Daf\u00fcr stehen Ihnen verschiedene M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Sie k\u00f6nnen technische Hilfsmittel nutzen und beispielsweise Videokameras einsetzen, um so ihr Beobachtungsmaterial zu erstellen oder zu erweitern und die M\u00f6glichkeit zu haben, zeitlich unabh\u00e4ngig und auch mehrmals die gefilmte Situation zu beobachten.<\/p>\n<p>Die Wahl der Dokumentationsmethode h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie Sie mit den erhobenen Daten weiter verfahren wollen und wie offen bzw. standardisiert Sie beobachten wollen. So k\u00f6nnen Sie z.B. <a title=\"Transkription\" href=\"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/2014\/11\/26\/transkription\/\">Transkripte<\/a> der beobachteten Situationen anlegen. Eine Alternative sind Strichlisten, wenn Sie beispielsweise nur das Meldeverhalten beobachten und aufzeichnen wollen. H\u00e4ufig werden auch Ratingskalen (also z.B. von 1 \u201etrifft gar nicht zu\u201c bis 5 \u201etrifft voll und ganz zu\u201c) eingesetzt. F\u00fcr viele Fragestellungen existieren auch Beobachtungsb\u00f6gen, die Ihnen die Beobachtung erleichtern.<\/p>\n<h1><b>Beobachtungsb\u00f6gen<\/b><\/h1>\n<p>Ein beispielhafter Beobachtungsbogen ist der Bogen zur Einblicknahme in die Lehr- und Lernsituation (ELL[1]). Dieser Bogen eignet sich insbesondere f\u00fcr Unterrichtsbeobachtungen. Unterteilt in verschiedene Bereiche (z.B. Klassenmanagement oder Aktivierung) sollen hier verschiedene Aussagen auf einer f\u00fcnfstufigen Skala von 1 (trifft nicht zu) bis 4 (trifft zu) beurteilt werden. Zus\u00e4tzlich steht die Angabe \u201enicht beurteilbar\u201c zur Verf\u00fcgung. Die einzelnen Aussagen werden in einem Anhang weiter ausgef\u00fchrt und durch Beispiele und Gegenbeispiele veranschaulicht. So wird z.B. die Aussage \u201eDie Sch\u00fcler\u00e4u\u00dferungen sind gut verstehbar.\u201c durch das Beispiel \u201eDie Sch\u00fcler\u00e4u\u00dferungen sind im gesamten Klassenraum m\u00fchelos verstehbar\u201c und das Gegenbeispiel \u201eNachfragen (\u201eWie bitte?\u201c) oder Missverst\u00e4ndnisse lassen auf mangelnde akustische Verstehbarkeit schlie\u00dfen, z.B. infolge von zu hohem L\u00e4rmpegel\u201c illustriert. Au\u00dferdem werden im Anhang noch einige Hinweise zur Anwendung des ELL gegeben.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen auch selber einen Beobachtungsbogen entwickeln oder bestehende B\u00f6gen f\u00fcr sich anpassen. Bevor Sie diesen Bogen allerdings einsetzen, sollten Sie ihn zun\u00e4chst ausprobieren. Dabei sollten Sie immer darauf achten, dass<\/p>\n<ul>\n<li>die Aufgaben f\u00fcr den Beobachtenden nicht zu umfangreich sind,<\/li>\n<li>die Aufgabe unmissverst\u00e4ndlich ist,<\/li>\n<li>die zu beobachteten Facetten auch wirklich beobachtbar sind (\u201eDie Sch\u00fcler sind motiviert\u201c ist bspw. schwer zu beobachten.)<\/li>\n<\/ul>\n<h1><b>Beobachtungsfehler<\/b><\/h1>\n<p>Verschiedene Fehlerquellen f\u00fchren dazu, dass Beobachtungsfehler gemacht werden. Einige Probleme k\u00f6nnen Sie schon mindern, wenn Sie diesen Text aufmerksam gelesen haben (und z.B. zun\u00e4chst beobachten und erst sp\u00e4ter interpretieren). Weitere Probleme entstehen beispielsweise durch (s.a. Abel, M\u00f6ller &amp; Treumann, 1998):<\/p>\n<ul>\n<li>Sympathie und Antipathie mit den Beobachtenden: Durch eine solche Identifizierung kann es schwerfallen, objektiv zu beobachten.<\/li>\n<li>Selektivit\u00e4t der Wahrnehmung: Sie k\u00f6nnen nicht alles, was passiert, beobachten, sondern immer nur einen Ausschnitt. Das was Sie beobachten, ist durch Ihre Erfahrungen und auch durch Ihre Vorurteile beeinflusst. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass Sie Dinge \u00fcbersehen, die f\u00fcr Sie selbstverst\u00e4ndlich sind.<\/li>\n<li>Auswahl der Beobachtungsperiode: Es kann sein, dass Sie nicht alle relevanten Situationen beobachten. Sie sollten also versuchen, m\u00f6glichst alle f\u00fcr Ihre Fragestellung relevanten vorkommenden Situationen zu beobachten.<\/li>\n<li>Verf\u00e4lschung der Situation durch die Beobachtung: Wenn es sich um eine offene Beobachtung handelt, kann es sein, dass die Beobachtenden sich anders verhalten, als sie es sonst t\u00e4ten.<\/li>\n<\/ul>\n<h1><b>Mehrere Beobachtende<\/b><\/h1>\n<p>Um Aussagen \u00fcber die Objektivit\u00e4t Ihrer Beobachtung machen zu k\u00f6nnen, ist es sinnvoll, zumindest teilweise mit mehreren Beobachtenden zu beobachten. In jedem Fall sollten die Beobachtenden gut geschult sein und die Ziele, Kategorien und Indikatoren der Beobachtung kennen. Es bietet sich an, die Beobachtung mit Hilfe von Videos zu \u00fcben. Unten finden Sie eine Reihe von Internetseiten, auf denen Sie Unterrichtsvideos ansehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn zwei oder mehr Beobachtende eingesetzt wurden, k\u00f6nnen Sie die Beobachter\u00fcbereinstimmung untersuchen. Dazu werden Beobachtungen Kategorien zugeordnet. Um die prozentuale Beobachter\u00fcbereinstimmung zu bestimmen, werden ganz einfach alle \u00dcbereinstimmungen bei der Wahl der Kategorien zusammengez\u00e4hlt und durch die Anzahl der beobachteten Objekte geteilt. Eine hohe Prozentzahl steht f\u00fcr eine hohe \u00dcbereinstimmung. Da aber bei diesem Verfahren eine zuf\u00e4llige Klassifizierung der Beobachter nicht ber\u00fccksichtigt wird, wurde ein neues Ma\u00df, das sogenannte cohens kappa entwickelt. Es ber\u00fccksichtigt neben der prozentualen \u00dcbereinstimmung eine Sch\u00e4tzung f\u00fcr die zu erwartende \u00dcbereinstimmung der beobachteten Objekte. Ein kleiner Wert entspricht einer schlechten, Werte ab 0,60 einer guten Beobachter\u00fcbereinstimmung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><b>Unterrichtsvideos:<\/b><\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.unterrichtsdiagnostik.info\/video\/\">http:\/\/www.unterrichtsdiagnostik.info\/video\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/Koviu\/\">https:\/\/www.uni-muenster.de\/Koviu\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.timssvideo.com\/\">http:\/\/www.timssvideo.com\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.guterunterricht.de\/GU\/Videos.html\">http:\/\/www.guterunterricht.de\/GU\/Videos.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><b>Literatur:<\/b><\/h1>\n<p>Abel, J., M\u00f6ller, R. &amp; Treumann, K. P. (1998). <i>Einf\u00fchrung in die empirische P\u00e4dagogik<\/i>. Stuttgart: Kohlhammer.<\/p>\n<p>Atteslander, P. (2008). <i>Methoden der empirischen Sozialforschung <\/i>(12. Aufl.). Berlin: Erich Schmidt.<\/p>\n<p>Bortz, J. &amp; D\u00f6ring, N. (2006). <i>Forschungsmethoden und Evaluation. F\u00fcr Human- und Sozialwissenschaftler <\/i>(4. Aufl.). Heidelberg: Springer.<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p>[1] Abrufbar unter http:\/\/unterrichtsdiagnostik.info\/media\/files\/Link%208_ELL_V6_2.pdf<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carla Bohndick &nbsp; Eine Form der Datenerhebung ist die Beobachtung, deren gro\u00dfer Vorteil ist, dass sie sehr h\u00e4ufig angewendet werden kann. Allerdings d\u00fcrfen Beobachtungen nicht mit einfachem Zuschauen oder so genannten Alltagsbeobachtungen verwechselt werden, die relativ beliebig durchgef\u00fchrt werden. Bei &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/2014\/11\/26\/beobachtungen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1091,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[81,71],"tags":[],"class_list":["post-1171","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-beobachtung","category-durchfuehrung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1091"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1171"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5697,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1171\/revisions\/5697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/fips\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}