{"id":841,"date":"2026-05-22T19:39:01","date_gmt":"2026-05-22T17:39:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/?page_id=841"},"modified":"2026-07-16T00:29:20","modified_gmt":"2026-07-15T22:29:20","slug":"seminar2026_16mm-im-seminar","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/projekte\/seminar2026_16mm-im-seminar\/","title":{"rendered":"16mm-Lehrfilme im Seminar: Meine Erfahrungen mit der Filmsammlung"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_841 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_841')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_841').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Jahrhundert gesichtet, die jeweils einzeln auf dem Projektor eingelegt und analog vorgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich war besonders beeindruckend, wie sehr die physische Beschaffenheit der Filmrollen das Seherlebnis beeinflusst. Die Filme konnten nicht einfach beliebig angehalten oder zur\u00fcckgespult werden, sodass man den Moment der Sichtung viel bewusster erlebt hat. Abnutzungsspuren fallen sofort auf, das Surren des Projektors ist im Hintergrund h\u00f6rbar und man nimmt das Tempo des Films intensiver wahr. Digitale Versionen bieten diese Erfahrung nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kleine Besch\u00e4digungen oder Verf\u00e4rbungen zeigen au\u00dferdem, dass das Material schon h\u00e4ufig genutzt wurde. So werden die Nutzung und Geschichte der Filme direkt erfahrbar und der Projektor wird zu einem aktiven Teil der Rezeption. Filmrollen, Gebrauchsspuren und technische Einschr\u00e4nkungen sind damit ein genauso wichtiger Teil der Sammlung wie die Inhalte selbst. Und all diese Einsichten waren nur m\u00f6glich, weil wir die Filme physisch und analog erleben konnten. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Bewusstsein f\u00fcr Materialit\u00e4t beeinflusste auch, wie ich die Inhalte wahrgenommen habe. Besonders spannend war die Auseinandersetzung mit Lehrfilmen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, weil viele Filme aus heutiger Sicht veraltet, \u00fcberholt oder sogar problematisch wirken. Gerade dadurch wird deutlich, welche Vorstellungen von richtigem Verhalten, Rollenbildern und gesellschaftlichen Normen vermittelt werden sollten. Gleichzeitig war es interessant, die gleichen Filme zu sehen, die schon fr\u00fchere Generationen in der Schule geschaut haben. So wurde mir nochmal bewusst, wie Bildung und Erziehung damals im Vergleich zu heute organisiert waren und welche Vorstellungen jungen Menschen mitgegeben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Filme haben nicht nur bestimmte Werte erkennbar gemacht, sondern auch gezeigt, welche p\u00e4dagogischen Ans\u00e4tze damals verfolgt wurden. Als Lehrfilme waren sie urspr\u00fcnglich vor allem Informationsmedien. Sie sollten Wissen vermitteln, das zu ihrer Entstehungszeit als richtig und aktuell galt. Mit den Jahren verliert dieser Informationswert aber je nach Film an Relevanz. W\u00e4hrend einige Filme bereits nach wenigen Jahren \u00fcberholt sind, behalten andere Inhalte l\u00e4nger ihre G\u00fcltigkeit. Gleichzeitig gewinnen die Filme mit der Zeit als Zeitdokumente an Bedeutung. Gerade das, was heute veraltet oder problematisch erscheint, sagt viel dar\u00fcber aus, wie damals gelernt und unterrichtet wurde. Der Lehrfilm verschiebt sich damit von einem Medium der Wissensvermittlung hin zu einer Quelle, die etwas \u00fcber ihre Zeit erz\u00e4hlt. Nicht die inhaltliche Richtigkeit des Films ist entscheidend, sondern die Perspektive, mit welcher man den jeweiligen Lehrfilm anschaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach jeder Sichtung folgten immer wieder kurze Gespr\u00e4che im Seminar. Dabei ging es nicht darum, endg\u00fcltige Bewertungen zu finden, sondern vielmehr um das Austauschen von Beobachtungen und die Diskussion von Fragen: Warum wurden bestimmte Szenen so gezeigt? Wie wurde der Film urspr\u00fcnglich im Unterricht eingesetzt? Was sagt er \u00fcber die damaligen Bildungs- und Gesellschaftsvorstellungen aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie Susanne Pollert i<em>n<\/em> <em>Film- und Fernseharchive (1996) <\/em>beschreibt, geht es vielen Archiven nicht nur um das Aufbewahren von Filmen. Besonders Universit\u00e4tsarchive verfolgen zudem das Ziel, ihre Best\u00e4nde aktiv nutzbar zu machen &#8211; vor allem f\u00fcr Bildung, Forschung und medienp\u00e4dagogische Zwecke. Das passiert zum Beispiel durch Seminare und studentische Sichtungen, bei denen Filme direkt erlebt und analysiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Susanne Pollert schreibt dazu: \u201e<em>Die T\u00e4tigkeit \u00f6ffentlicher Filmarchive dient einer Nutzbarmachung von Moving Images als Kulturgut und historische Quelle. Sie zielt im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten auf eine nichtkommerzielle Nutzung in Wissenschaft und Bildung, Forschung und Lehre sowie auf die Propagierung und Unterst\u00fctzung einer nationalen Filmkultur ab<\/em>\u201c (S. 72). Im Seminar konnten wir genau das erleben. Wir durften die 16mm-Lehrfilme analog sichten und ausw\u00e4hlen, sodass wir direkt nachvollziehen konnten, wie Filmarchive Filme als Quellen und Kulturgut nutzbar machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized has-custom-border\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-843\" style=\"border-top-left-radius:60px;border-top-right-radius:60px;border-bottom-left-radius:60px;border-bottom-right-radius:60px;aspect-ratio:0.7499999746812137;width:321px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-225x300.jpg 225w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/files\/2026\/05\/IMG_3102-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Institut f\u00fcr Medienwissenschaften gibt es eine analoge Sammlung mit mehr als 2000 Filmen auf 16mm, 8mm und Super 8. Unsere gemeinsamen Sichtungen im Seminar waren nicht nur einzelne Filmstunden, sondern Teil eines gr\u00f6\u00dferen Systems, das Filme als kulturell und historisch wichtige Quellen versteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings bieten nicht alle Archive solche Sichtungsm\u00f6glichkeiten an. Universit\u00e4re Archive, wie an der Universit\u00e4t Paderborn, sind in der Regel leicht zug\u00e4nglich und erm\u00f6glichen die direkte Verwendung ihrer Best\u00e4nde f\u00fcr Seminare und Lehrveranstaltungen. Pollert beschrieb 1996 die Nutzung \u00f6ffentlicher Filmarchive vor allem f\u00fcr nicht-kommerzielle Zwecke, wobei der Grad des Zugriffs auf ein Archiv auch damals schon vom jeweiligen Archivtyp abhing. So ist es auch heute. Im Vergleich zu Universit\u00e4tsarchiven sind Fernseharchive beispielsweise oft st\u00e4rker reguliert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeit mit 16mm-Lehrfilmen hat mir die M\u00f6glichkeit gegeben, zu erleben, wie anders es ist, Filme in ihrer analogen Version zu sehen. Das w\u00e4re au\u00dferhalb solcher Seminare sonst kaum m\u00f6glich. Erst durch das physische Arbeiten mit den Filmrollen entstehen Eindr\u00fccke, die ansonsten verloren gegangen w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pollert, Susanne (1996): <em>Film- und Fernseharchive: Bewahrung und Erschlie\u00dfung audiovisueller Quellen in der Bundesrepublik Deutschland<\/em>. Potsdam: Verlag f\u00fcr Berlin-Brandenburg. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\">\u1405 <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/projekte\/seminar2026_uebersicht\/\" data-type=\"page\" data-id=\"872\">Zur\u00fcck zur Seminar-Projekt-Seite<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Diana Jasperneite Im Wintersemester 2025\/2026 hatte ich im Seminar zur Filmsammlung der Universit\u00e4t Paderborn die Gelegenheit, mit historischen Lehrfilmen zu arbeiten. Im Seminar haben wir ausschlie\u00dflich 16mm-Filme aus dem 20. Jahrhundert gesichtet, die jeweils einzeln auf dem Projektor eingelegt und analog vorgef\u00fchrt wurden. 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