{"id":549,"date":"2024-05-15T17:43:36","date_gmt":"2024-05-15T15:43:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/?page_id=549"},"modified":"2024-05-21T23:47:10","modified_gmt":"2024-05-21T21:47:10","slug":"lehrfilm-erforschen-abstracts","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/lehrfilm-erforschen-abstracts\/","title":{"rendered":"LEHRFILM ERFORSCHEN | Online-Workshop am 23.\/24.05.2024 | ABSTRACTS"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_549 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_549')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_549').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Die Verschr\u00e4nkungen von Gesellschafts-, Mentalit\u00e4ts- und Institutionengeschichte, von filmischem Text und (edukativem) Dispositiv stellen dabei eine besondere methodische Herausforderung dar, die den Versuch eines integralen, wenn auch fragmentarischen Forschungsansatzes n\u00f6tig macht.<br><em><br>Christoph A. B\u00fcttner ist wiss. Mitarbeiter an der Universit\u00e4t Bayreuth. Promotion mit einer Arbeit \u00fcber filmische Arbeitswelten und Repr\u00e4sentationen des Sozialen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>ERWIN FEYERSINGER \/ CLAUDIUS STEMMLER<\/strong>: <strong>Animation im deutschsprachigen Lehrfilm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Animation umfasst eine Vielzahl visueller Darstellungstechniken. Im Lehrfilm finden diese vielf\u00e4ltige Anwendung, sowohl was die Verwendung spezifischer Techniken als auch ihre Funktion innerhalb der Filme betrifft. Verbesserte Zugriffsm\u00f6glichkeiten mittels digitaler Methoden erm\u00f6glichen eine Ausweitung der bisher nur punktuellen Auseinandersetzung mit diesen Aspekten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dr. Erwin Feyersinger arbeitet als akademischer Rat auf Zeit am Institut f\u00fcr Medienwissenschaft der Universit\u00e4t T\u00fcbingen. Seine Forschung befasst sich mit Wissenschaftskommunikation, Datenvisualisierungen, Filmwissenschaft und Animation Studies. Er ist einer der Unit Heads des <\/em>Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence (RHET AI)<em>, Co-Direktor des <\/em>Research Center for Animation and Emerging Media<em> und leitet das Forschungsprojekt <\/em>AniVision \u2013 Animation in Ephemeral Films from Austria, East &amp; West Germany between 1945 and 1989: A Combined Film Analysis and Computer Vision Approach<em>. Er ist Co-Sprecher der AG Animation der Gesellschaft f\u00fcr Medienwissenschaft (GfM).<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Claudius Stemmler studierte Filmwissenschaft an der Universit\u00e4t Mainz und Medienwissenschaft an der Universit\u00e4t Siegen. Im Anschluss begann er mit einem Stipendium des House of Young Talents der Universit\u00e4t Siegen seine Dissertation \u00fcber den japanischen Videospieldesigner Hideo Kojima. Seit Februar 2023 ist er als akademischer Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Medienwissenschaft im Projekt <\/em>AniVision<em> t\u00e4tig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>THEODOR FRISORGER<\/strong>: <strong>Filmvermittelnder Film im Fernsehen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201efilmvermittelnde Film\u201c (Baute\/Pantenburg 2008) nutzt filmische Mittel, um sich mit dem Medium des Films analytisch auseinanderzusetzen. Sein Zweck ist zu erl\u00e4utern, was Film ist und wie er funktioniert. Sein Status ist meist ephemer und sekundierend. Zum heterogenen Korpus des filmvermittelnden Films geh\u00f6ren unter anderem Videoessays, Experimentalfilme, DVD-Bonusmaterialen oder auch die televisuelle Filmberichterstattung. Gerade Letztere leitet sich \u2013 etwa im Fall von Westdeutschland \u2013 von einem explizit edukativen Impetus ab, n\u00e4mlich vom f\u00f6deralen Bildungsauftrag des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Vor diesem Hintergrund frage ich in meinem Impuls nach der wechselseitigen Produktivit\u00e4t von Lehrfilmforschung und dem filmvermittelnden Film im Fernsehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Solche filmvermittelnden Filme richten sich nicht nur an vereinzelte <em>film buffs,<\/em> sondern adressieren eine deutlich weitl\u00e4ufigere Fernseh\u00f6ffentlichkeit. Dazu nutzen sie ganz unterschiedliche Formen: etwa Motivanalysen, Regieportraits, Drehberichte, Industriefilme, o.\u00e4.. Diese \u00e4sthetische Varianz wird mein Vortrag materialnah abbilden und fragen, welche unterschiedlichen Vorstellungen, was Film sei, hierin jeweils vermittelt werden. \u00dcbergeordnet stellt sich hierbei auch die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Epistemologie und Deixis: Produziert der filmvermittelnde Film ein genuin filmisches Wissen oder nutzt er die filmische Form zur Verdeutlichung von Erkenntnissen?<\/p>\n\n\n\n<p>Daneben skizziert mein Kurzvortrag die institutionellen und redaktionellen Rahmen in denen filmvermittelnde Filme im westdeutschen Fernsehen bis 1980 stattfanden und thematisiert gleicherma\u00dfen die gegenw\u00e4rtige Quellen- und Forschungslage in TV-Archiven. Mein Impuls macht die \u2013 heute meist vergessenen \u2013 filmkundliche Fernsehprogramme sichtbar, befragt ihre didaktischen Verfahren und verortet sie in einer historischen Kontaktzone von westdeutscher Film- und Fernsehkultur.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Theodor Frisorger<\/strong> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt \u201eFr\u00fchgeschichte des Making-of-Films. Produktionskulturen des Kinos in Drehberichten des westdeutschen Fernsehens\u201c an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Daneben verfasst er an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum seine Dissertation \u201eLIFE am Set. Produktionsfotografien und die visuelle Kultur der Filmarbeit\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>JING TZE PEK<\/strong>: <strong><em>Lehre<\/em> and Experience in early dffb Women\u2019s and Children\u2019s Films<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>My short presentation will explore how the early Deutsche Film und Fernsehen Akademie Berlin (dffb) films <em>Women\u2019s Camera<\/em> (dir. various, 1971) and <em>Kinder sind keine Rinder<\/em> (dir. Helke Sander, 1969) depict the self-organization, development, and transformation of the female or child subject\u2019s experience. Made with pedagogical and informational intent, and thematizing the worlds of women and children, these dffb films constitute alternative Lehrfilme characterized by the learning of making, doing, and play, as opposed to more familiar contemporary dffb films in the genre that offered instruction via the didactic explication of concepts. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Ying Sze Pek is a scholar of global modern and contemporary art and a postdoctoral researcher at the DFG research training group \u201cDocumentary Practices: Excess and Privation\u201d at the Ruhr University Bochum, where she is developing the book project \u201cSchooling Vision in Postwar West Germany.\u201d This research excavates the country\u2019s media histories of film pedagogy and exhibition to explore the aesthetics and aestheticization of instruction, and studies how experiments in film contributed to ideas of \u201cre-education,\u201d learning, and unlearning. She completed her PhD dissertation \u201cReality Expanded: The Work of Hito Steyerl, 1998-2015\u201d at the Department of Art and Archaeology at Princeton University in 2022.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>JOHANN PIBERT: \u201eGespr\u00e4che \u00fcber das Wichtige\u201c. Wie Russland seine 17,7 Millionen Schulkinder durch Lehrfilm indoktriniert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit September 2023 werden in Russland jeden Montag s\u00e4mtliche Schulkinder in den verpflichtenden \u201eGespr\u00e4chen \u00fcber das Wichtige\u201c durch ausgekl\u00fcgelte Mediensammlungen Propaganda ausgesetzt. Dieser Impulsvortrag l\u00e4dt dazu ein, anhand einer konkreten Unterrichtsstunde (<a href=\"https:\/\/razgovor.edsoo.ru\/topic\/91\/\">https:\/\/razgovor.edsoo.ru\/topic\/91\/<\/a>) sowie mittels deskriptiver filmpsychologischer Analyse die \u00c4sthetik und Wirkung der eigesetzten Lehrfilme zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dipl.-Psych. Johann Pibert \u00fcbertr\u00e4gt gegenw\u00e4rtig die von ihm entwickelte affektiv-integrative Filmpsychologie auf das Theater und andere performative K\u00fcnste. Zuvor Mitarbeiter der Hochschulleitung an der Hochschule f\u00fcr Schauspielkunst Ernst Busch und akademischer Mitarbeiter an der Filmuniversit\u00e4t Babelsberg KONRAD WOLF.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>KATRIN PILZ<\/strong>: <strong>Geschnitten und recycelt \u2013 Der historische Lehrfilm als nachhaltiges Bildungsmedium?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Impulsvortrag besch\u00e4ftigt sich mit der historisch dokumentierten Praxis der Wiederverwendung von Lehrfilmen jenseits ihrer urspr\u00fcnglichen Produktions- und Auff\u00fchrungskontexte. Dabei wird diskutiert, wie diese Filme durch Schnitt, Titelab\u00e4nderung und das Entfernen von veralteten oder \u201epolitisch bedenklichen&#8220; Symbolen und Inhalten bewertet und neu interpretiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Katrin Pilz, Historikerin und Kulturwissenschaftlerin erforscht Lehrfilme in der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte sowie in diversen weiteren Kontexten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>CAROLIN POMMERT<\/strong>: <strong>Materialgeschichte. Rekonstruktion der Entwicklung von Filmprodukten in der DDR.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Lehrfilmbestand des Charit\u00e9 Filmstudios (1.500 Filmrollen div. Formate) kann zur Untersuchung in der DDR produzierter Filmmaterialien in der VEB Filmfabrik Wolfen \/ ORWO (bis 1964 Agfa) genutzt werden. Der Fokus liegt auf der damals stetigen chemischen Weiterentwicklung der Filmqualit\u00e4t und deren Verteilung in einem politischen System mit wenig Materialressourcen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Carolin Pommert (MA) ist wissenschaftliche Leiterin der Bibliothek &amp; Sammlung Medical Humanities am Institut f\u00fcr Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin an der Charit\u00e9. Pommert ist Restauratorin\/Konservatorin in den Bereichen Fotografie, Film und Time Based Media Art. Damit einhergehend hat sie sich zeitig mit der Digitalisierung von Best\u00e4nden, Datenmanagement und Digitaler Langzeitarchivierung auseinandergesetzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>JOACHIM SCH\u00c4TZ<\/strong>: <strong>&#8222;Was hat die Werbung in der Schule zu suchen?&#8220; \u2013 Unternehmensfilme im Unterricht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Beitrag skizziert die zunehmende Auswertung von Wirtschaftsfilmen im Schuleinsatz in \u00d6sterreich ab Mitte der 1960er und einige ihrer institutionellen, technologischen und p\u00e4dagogischen Kontexte. Damit wird auch die Frage der Abgrenzungen und \u00dcberlappungen in der Zuordnung \u201eLehrfilm&#8220; ber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Joachim Sch\u00e4tz, Filmwissenschaftler, leitete 2019-2023 das FWF-Projekt &#8222;Educational film practice in Austria&#8220; <\/em>(<a href=\"https:\/\/www.lehrfilmpraktiken.at\">https:\/\/www.lehrfilmpraktiken.at<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>LENA SEROV<\/strong>: <strong>Das \u201aeffektivste aller Lehrmittel\u2018? Zur Erforschung des Films im sowjetischen Schulunterricht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In meinem Beitrag m\u00f6chte ich mich mit den ersten Versuchen besch\u00e4ftigen, den Lehrfilm in den Schulunterricht in der Sowjetunion zu integrieren. Dies erfolgte im Kontext experimenteller empirischer Forschung sowie in interdisziplin\u00e4rer Perspektive (in einem Verbund aus Psychologie, P\u00e4dagogik und Kunstforschung). Ergebnisse dieser Forschung wurden in Zeitschriften diskutiert, die die Grundlage meiner Forschung bilden. Einschl\u00e4gig in diesen Auseinandersetzungen ist das Konzept des \u201aFilmunterrichts\u2018 (kinourok), d.h. eine inhaltliche und methodische Ausrichtung des Schulunterrichts auf den Film als Lehrmittel. Dementsprechend wird der Film im Klassenraum zum einen als Medienverbund modelliert, zum anderen in Medienkonkurrenz mit anderen Elementen \u2013 dem Lehrer, dem Buch, dem naturwissenschaftlichen Experiment. Anhand der historischen Quellen werden die spezifischen Bedingungen und M\u00f6glichkeiten des Filmeinsatzes im Unterricht in der Sowjetunion rekonstruiert.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Lena Serov schlie\u00dft derzeit ihr Dissertationsprojekt zum sowjetischen popul\u00e4rwissenschaftlichen Film an der Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar ab. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Theorie und Geschichte des nichtfiktionalen Films und des sowjetischen Kinos. Publikation: Lena Serov (2023): The Development of Educational Cinema for Schools in the Soviet Union in the 1930s: From the Cinefication of Schools to the Film Lesson. In: Reserach in Film and History 5, Sonderausgabe: Educational Film Practices, URL: https:\/\/filmhistory.org\/issues\/text\/educational-cinema-schools<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>ALEXANDER STARK<\/strong>: <strong>Flie\u00dfende Grenzen \u2013 Polyvalenz und Hybridit\u00e4t als Herausforderung f\u00fcr die Lehrfilmforschung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Impuls skizziert anhand von Beispielen der Filmemacherin Elisabeth Wilms (1905\u20131981) den Umstand, dass der Low-Budget-Bereich des Gebrauchsfilmsektors in historischer Perspektive aufgrund wirtschaftlicher Zw\u00e4nge u.a. dadurch gekennzeichnet war, dass Filme im Laufe ihrer Karriere mehrere Zwecke (auch edukative) zu erf\u00fcllen hatten und zugleich aus Versatzst\u00fccken \u00e4lterer Produktionen bestanden, die ihrerseits f\u00fcr andere Zwecke gedacht worden waren. Diese heute teils schwer nachweisbaren Aspekte gilt es bei der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Lehrfilm zu ber\u00fccksichtigen, was eine Analyse vor allem von Produktions- und Zirkulationskontexten n\u00f6tig macht, wenn man Form und Inhalt manch \u201esperriger\u201c Produktionen verstehen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Alexander Stark ist Filmhistoriker an der Uni Marburg und Projektkoordinator bei NFDI4Culture. In seiner Dissertation (publiziert 2023 bei Sch\u00fcren) untersuchte er die historischen Schnittpunkte von Amateur- und Gebrauchsfilmproduktion in der BRD bis 1981 anhand des Fallbeispiels der Dortmunder Filmemacherin Elisabeth Wilms.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>ROBERT STOCK<\/strong>: <strong><em>The Long Cane<\/em> (1953): Lehrfilm, Blindheit und unabh\u00e4ngige Mobilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vortrag konzentriert sich auf eine spezifische \u201ecultural location of disability\u201c (Mitchell und Snyder 2006). Ich befasse mich mit der Entstehung der &#8222;Touch Cane Technik&#8220;: Ich werde mich auf den Lehrfilm <em>The Long Cane<\/em> (1953, 62min) konzentrieren, der von der Veteran&#8217;s Association produziert wurde. Ich frage danach, wie dieses audiovisuelle Medium Blindheit als Wissensobjekt rahmt und wie die Verbreitung dieses Lehrfilms zu einer ver\u00e4nderten Auffassung von Blindheit beigetragen hat, die die F\u00e4higkeit blinder Menschen hervorhebt, unabh\u00e4ngig mobil zu sein und ihr Leben au\u00dferhalb institutioneller Betreuung zu f\u00fchren. Der Vortrag wird die materiell-sensorische Technik des Langstocks historisch situieren: Im Jahr 1944 wurden erblindete Veteranen des Zweiten Weltkriegs in den USA durch Richard Hoover (1950, 1967; Gobetz 1967; Ferguson 2007) und andere mit der neu entwickelten Technik des Langstocks vertraut gemacht. \u00dcbersetzt als Mobilit\u00e4tshilfe ver\u00e4nderte sich der Langstock materiell und wurde in der Folge zu einem Element in Mobilit\u00e4tsformationen zur akustischen und taktilen Erkundung von Umgebungen, eine Praxis, die heute als Orientierungs- und Mobilit\u00e4tstraining (O&amp;M) bezeichnet wird und ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung von blinden\/sehbehinderten Menschen ist (Wiener, Welsh und Blasch 2010). Dabei wird auch die Frage danach aufgeworfen, welche (sehenden\/blinden) Personen als Mobilit\u00e4tstrainer*innen und Wissensmultiplikator*innen anerkannt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Robert Stock ist Juniorprofessor f\u00fcr Kulturen des Wissens am Institut f\u00fcr Kulturgeschichte und -theorie der HU Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Environmental Dis\/Humanities, Beziehungen zwischen digitalen Medien und Behinderungen, Access Politics und luso-afrikanische Dekolonisierungsprozesse. Er ist Mitbegr\u00fcnder des Forschungsnetzwerks &#8222;Dis-\/Abilities and Digital Media&#8220; (gef\u00f6rdert von der DFG). Mitherausgeber des Sammelbandes <\/em>Techniques of Hearing. Geschichte, Theorie und Praktiken<em> (Routledge 2023). Sein aktuelles Buchprojekt <\/em>Blind on the Road. A Sensory History of Automobility and Urban Walking<em> (Arbeitstitel) fragt nach Blindheit, assistiven Technologien und Mobilit\u00e4tspraktiken.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><strong>DANIELA WENTZ<\/strong>: <strong>\u201eWir haben zusammen einen Film gemacht, \u2026 so kam das einfach in Bewegung\u201c.<\/strong> <strong>Lehrfilme des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Psychiatrie in M\u00fcnchen und die Genealogie<\/strong> <strong>der Verhaltenswissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich arbeite derzeit an einem Forschungsprojekt, das sich mit der Geschichte und den epistemologischen Bedingungen gegenw\u00e4rtiger KI-Technologien zur Diagnose und Therapie von Autismus besch\u00e4ftigt. Ich betreibe eine Medienarch\u00e4ologie dieser Technologien und der durch sie ins Werk gesetzten Therapieformen und verorte ihre Entstehung in den Experimenten und Studien der fr\u00fchen angewandten Verhaltenswissenschaft, insbesondere radikal behavioristischer Pr\u00e4gung. Interaktionsbasierte Technologien und avancierte heterogene Medienensembles spielten im Verhaltensexperiment und in der angewandten Verhaltensanalyse bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts eine entscheidende Rolle. Im Kontext dieser Forschung bin ich auf eine Reihe von Filmen zur Verhaltenstherapie gesto\u00dfen, deren Funktion und Stellenwert, sowie einige formal\u00e4sthetische Besonderheiten ich im Rahmen des Workshops gerne diskutieren w\u00fcrde. Es handelt sich dabei um 2 Filme des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Psychiatrie in M\u00fcnchen gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) sowie eine vom Bayerischen Rundfunk produzierte Dokumentation, die teilweise mit dem Material eines der erstgenannten Filme arbeitet. Alle drei Filme wurden in den 1970er Jahren produziert. W\u00e4hrend die erstgenannten Filme im vom FWU mitver\u00f6Zentlichten Beiheft dezidiert als Lehrfilme gef\u00fchrt werden, \u00fcber deren Reichweite allerdings nichts bekannt ist, zeigt die Rezeptionsgeschichte der Fernsehproduktion, dass sie nach der Fernsehausstrahlung zu einem Lehrfilm wird. Eine meiner Thesen, die ich zur Diskussion stellen m\u00f6chte, ist, dass diese Filme (und vergleichbare) eine mindestens dreifache Funktion erf\u00fcllten: eine epistemische, eine edukative und nicht zuletzt eine popularisierende. Sie bilden damit bislang g\u00e4nzlich unbeachtete Bedingungen eines Wissens um und einer Wissenschaft vom \u00bbVerhalten\u00ab, und arbeiten so sowohl an der Frage nach dessen Normalisierung bzw. Pathologisierung als auch an der Etablierung und Institutionalisierung einer therapeutischen Schule mit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Daniela Wentz ist Postdoc an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, wo sie im interdisziplin\u00e4ren Forschungsprojekt \u201eInteract! New Forms of Social Communication with Intelligent Systems\u201c ein medienwissenschaftliches Teilprojekt zu aZective computing\/ emotionaler KI bearbeitet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte, Theorie und \u00c4sthetik digitaler und visueller Medien, Neurodiversit\u00e4t, Bildpraktiken in digitalen Kulturen, Diagrammatik und Serialit\u00e4t. Aktuelle Ver\u00f6ffentlichungen: \u00bbThe Network as a Mode of Being. Fernand Deligny\u2019s Infrastructure of Gesture\u00ab, in: Infrastructures of Sense\/Making, hg. v. Beate Ochsner, Christoph Brunner and Mathias Denecke, erscheint 2024; \u00bbThrough the Autism Glass. Behaviourist Interfaces and the (Inter)action Order\u00ab, in: Interface Critique 4, 2023 ; \u00bbTales from the Loop. Autismus, Technologien und Subjektivierung\u00ab, in: Feministische Studien (2\/2022), \u00bbSubjektivierungsweisen des Digitalen\u00ab, S. 260-275; \u00bbNudged to normal. Images, Behaviour and the Autism Surveillance Complex\u00ab, in: Digital Culture and Society 02\/2021, Issue \u00bbNetworked Images in Surveillance Capitalism\u00ab, S. 265-286.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CALL FOR PAPERS | PROGRAMM | ABSTRACTS CHRISTOPH B\u00dcTTNER: Lehrfilm als historische Diskursformation: Zum Versuch eines integralen Forschungsansatzes Lehrfilm interessiert mich in meiner Forschung als Teil einer spezifischen und historisch benennbaren Diskursformation (der Etablierung eines demokratischen Staatswesens in der Bundesrepublik). 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