{"id":291,"date":"2023-11-16T18:24:00","date_gmt":"2023-11-16T17:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/?page_id=291"},"modified":"2023-11-16T18:45:32","modified_gmt":"2023-11-16T17:45:32","slug":"experimentalfilm","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/filmsammlung\/ueber-die-filmsammlung\/experimentalfilm\/","title":{"rendered":"ARCHIV F\u00dcR DEN BUNDESDEUTSCHEN EXPERIMENTAL- UND AVANTGARDEFILM VON FRAUEN"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_291 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_291')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_291').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Das Archiv \u2013 pr\u00e4ziser als Sammlung zu bezeichnen \u2013 umfasst 40 Kopien und konzentriert sich auf die 1980er Jahre, ein besonders produktives Jahrzehnt f\u00fcr experimentelles Filmschaffen in der BRD allgemein und den \u201eAufbruch\u201c der Frauen im Besonderen. An den Kunsthochschulen Bremen, Hamburg und Braunschweig entstanden Filme, deren Augenmerk auf einer Auseinandersetzung mit der Materialit\u00e4t des Filmstreifens und dem handwerklichen Umgang mit Filmtechnik lag. Dies machte die Filme f\u00fcr die Sammlung in zweierlei Hinsicht besonders interessant: zum einen dienen sie damit als historisch markante Beispiele einer Material\u00e4sthetik, die im analogen Filmstreifen wurzelt, und andererseits stellen sie Experimente vor der Entstehung und Bedeutungszunahme digitaler Produktionsformen dar. Im Rahmen der universit\u00e4ren Lehre erm\u00f6glichen sie den bewussten Vergleich zwischen analogen und digitalen Datentr\u00e4gern, \u00c4sthetiken und Wahrnehmungsformen. Die Filme der Sammlung liegen alle als neue Kopien vor und sie werden regelm\u00e4\u00dfig in Experimentalfilmseminaren analog projiziert. Bei der Einrichtung des Seminarraums wurde h\u00f6chste Sorge getragen, dass f\u00fcr die Auff\u00fchrung der Filme die besten Bedingungen herrschen: vollst\u00e4ndige Verdunkelung, Leinwand mit Kasch, stufenlos umschaltbarer 16mm-Projektor (sowie ein professioneller Super 8-Projektor) und ein Steenbeck Schneidetisch bilden eine gut gewartete Grundausstattung. Damit bietet das Institut f\u00fcr Medienwissenschaften Bedingungen, wie sie au\u00dferhalb von Archiven an keiner anderen deutschen Universit\u00e4t zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Experimentalfilme von Frauen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Im Experimentalfilm liegen die M\u00f6glichkeiten der Dekonstruktion wie der Konstruktion und Rekonstruktion \u2013 von Autorschaft, Geschichte und Ideologie \u2013 sowie die formale und inhaltliche Konfrontation mit und Infragestellung von etablierten Normen der \u201eFilmkunst\u201c. Im \u00e4sthetischen Experiment such(t)en Filmemacherinnen die Auseinandersetzung mit einer patriarchal gepr\u00e4gten Filmsprache und ihren Gesetzen. Parallel zu den Bem\u00fchungen der Literatur um eine \u201eweibliche Sprache\u201c ging es dabei um Fragen der M\u00f6glichkeiten, Bedingungen und Sinnhaftigkeit einer \u201eweiblichen \u00c4sthetik\u201c und der generellen Beziehung von Film zu geschlechtsspezifischer Schaulust und Subjektkonstitution. Es sind vor allem die Filme der 1980er Jahre, die von einer Aufbruchsbewegung der Filmemacherinnen und der Lust am \u00e4sthetischen Experiment zeugen. Reiner Strukturalismus ist selten, die Auseinandersetzung mit M\u00e4nnlichkeiten, weiblicher Sexualit\u00e4t und Subjektivit\u00e4t, Innen- und Au\u00dfenr\u00e4umen, Geschichte, Macht und Ideologie spielt immer eine Rolle, oft im Zusammenhang mit haptischer Materialit\u00e4t. Die Sammlung konzentriert sich daher auf den Erwerb und die Bewahrung der Filme aus dieser Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kopienlage dieser fr\u00fchen Werke war oft prek\u00e4r. Negative waren unzureichend gelagert oder gar verschollen, oder das zum Ziehen einer Kopie n\u00f6tige Material wurde nicht mehr hergestellt. Wir waren auf die Kooperation mit anderen Archiven, Filmmuseen und Kopierwerken angewiesen und konnten in den vielen Jahren des Aufbaus unseres Archivs auf zahlreiche best\u00e4tigende und begl\u00fcckende Momente in der Zusammenarbeit sowohl mit den Filmemacherinnen, den Kopierwerken als auch den Archiven zur\u00fcckblicken. Manchmal besitzen wir mittlerweile die einzige gut erhaltene Kopie eines Films. Das Archiv ist allerdings ein reines Lehr- und Forschungsarchiv, kein Verleih. Ziel ist es, in der Lehre Wahrnehmungshorizonte zu erweitern, den Blick zu schulen, Interesse und Aufmerksamkeit f\u00fcr Filmformen jenseits des konventionellen Spielfilms zu erzeugen. F\u00fcr viele Studierende stellen die Sichtungen eine neuartige Erfahrung dar, die sie von alleine kaum suchen oder finden w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Experimentalfilm von Frauen und kulturelles Erbe<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Geschichtsschreibung spiegelt die vorwiegend m\u00e4nnliche Kodierung des kulturellen Ged\u00e4chtnisses. Dadurch stellt sich die Frage nach der Geschlechterdifferenz in Bezug auf das kulturelle Ged\u00e4chtnis auf besondere Weise. Der offizielle Diskurs bis hin zur Sprache schlie\u00dft weibliche Praxen aus, welche sich oft als minorit\u00e4re entziehen. Dieses Faktum betrifft in einem starken Ma\u00dfe die Filmarbeit von Frauen, die sich in ihren Produktionen oft bewusst von etablierten Konventionen abheben, um auf konkrete Lebensrealit\u00e4ten in einer Weise aufmerksam zu machen, die nicht in formalen Konventionen aufgehoben oder neutralisiert wird. Solche Filme aber, die keine kommerzielle Verwertung fanden, bleiben in der Regel von der Archivierung ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Film nimmt als eine spezifische Form der kulturellen \u00c4u\u00dferung f\u00fcr die Vermittlung weiblicher Kultur\/Arbeit einen besonderen Stellenwert ein. Im Experimentalfilm von Frauen findet eine Auseinandersetzung mit herrschender Kultur, ihren Formen der Tradierung und gerade auch der Festschreibung der Frau als Objekt des Blicks in der Bildkultur statt. Gerade Experimentalfilme stellen st\u00e4rker als Spielfilme Verk\u00f6rperungen von Erfahrung dar, die der Wahrnehmung zugef\u00fchrt werden und damit teilbar und mitteilbar werden. Bezogen auf das kulturelle Erbe erm\u00f6glicht das Archiv daher auch, solche Praxen dem offiziellen Diskurs zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig, dieses kulturelle Erbe, die Filmarbeit von Frauen, in ihrem urspr\u00fcnglichen Material \u2013 als Filmkopien \u2013 zu erhalten und neue Kopien zu erm\u00f6glichen. Film (Zelluloid, Acetat, Polyester) ist bis heute das sicherste und langfristigste Material der Archivierung, das von keinem anderen Tr\u00e4ger \u00fcbertroffen wird. Die stabile Technik funktioniert seit \u00fcber 100 Jahren in derselben Weise zuverl\u00e4ssig. Sch\u00f6n w\u00e4re, wenn mit dem Experimentalfilmarchiv an der Universit\u00e4t Paderborn nicht nur der Grundstein gelegt w\u00e4re f\u00fcr einen Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt zum Avantgarde- und Experimentalfilm in Deutschland, sondern vor allem auch zur Erforschung und Dokumentation kultureller Praxen von Frauen und der Schreibung einer anderen Geschichte. Neue Aufmerksamkeit nicht nur f\u00fcr diese Filme, sondern auch eine verdr\u00e4ngte Geschichte weiblicher, \u00e4sthetischer Praxen in Lehre und Forschung zu wecken und ein Bewusstsein bei den Studierenden f\u00fcr diese Produktionen zu schaffen, hat sich das Archiv in diesem Sinne zur Aufgabe gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>(Text\/Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/experimentalfilmsammlung\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/experimentalfilmsammlung\/\" target=\"_blank\">Annette Brauerhoch<\/a>) <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">FILMEMACHER:INNEN <\/h2>\n\n\n\n<p>Im Archiv f\u00fcr den bundesdeutschen Experimentalfilm von Frauen finden sich Arbeiten der folgenden Filmemacherinnen, zu deren Werken sich weitere Informationen auf der Website von Prof. Dr. em. Annette Brauerhoch finden (jeweils verlinkt):<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/experimentalfilmsammlung\/filmemacherinnen-a-z\/ute-aurand\/\" target=\"_blank\">Ute Aurand<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/christine-noll-brinckmann\/\" target=\"_blank\">Christine Noll Brinckmann<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/linda-christanell\/\" target=\"_blank\">Linda Christanell<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/anja-czioska\/\" target=\"_blank\">Anja Czioska<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/helga-fanderl\/\" target=\"_blank\">Helga Fanderl<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/baerbel-freund\/\" target=\"_blank\">B\u00e4rbel Freund<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/monika-funke-stern\/\" target=\"_blank\">Monika Funke Stern<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/eva-heldmann\/\" target=\"_blank\">Eva Heldmann<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/cathy-joritz\/\" target=\"_blank\">Cathy Joritz <\/a>| <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/hille-koehne\/\" target=\"_blank\">Hille K\u00f6hne<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/maria-lang\/\" target=\"_blank\">Maria Lang<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/lilo-mangelsdorff\/\" target=\"_blank\">Lilo Mangelsdorff<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/mara-mattuschka\/\" target=\"_blank\">Mara Mattuschka<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/elfi-mikesch\/\" target=\"_blank\">Elfi Mikesch<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/dore-o\/\" target=\"_blank\">Dore O.<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/ulrike-ottinger\/\" target=\"_blank\">Ulrike Ottinger<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/laura-padgett\/\" target=\"_blank\">Laura Padgett<\/a>| <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/ingrid-pape-sheldon\/\" target=\"_blank\">Ingrid Pape-Sheldon<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/maija-lene-rettig\/\" target=\"_blank\">Maija-Lene Rettig<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/pola-reuth\/\" target=\"_blank\">Pola Reuth<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/rosi-s-m\/\" target=\"_blank\">Rosi S.M.<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/renate-sami\/\" target=\"_blank\">Renate Sami<\/a>&nbsp;| <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/claudia-schillinger\/\" target=\"_blank\">Claudia Schillinger<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/helke-sander\/\" target=\"_blank\">Helke Sander<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/karola-schlegelmilch\/\" target=\"_blank\">Karola Schlegelmilch<\/a> | <a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/ula-stoeckl\/\">Ula <\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/ula-stoeckl\/\" target=\"_blank\">St\u00f6ckl<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/anja-telscher\/\" target=\"_blank\">Anja Telscher<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 2004 bis 2014 hat Professorin Annette Brauerhoch am Institut f\u00fcr Medienwissenschaften der Universit\u00e4t Paderborn kontinuierlich am Aufbau eines kleinen, sehr speziellen Archivs mit Avantgarde- und Experimentalfilmen von Filmemacherinnen mit einem Schwerpunkt in Deutschland gearbeitet. 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