{"id":517,"date":"2016-09-06T15:11:06","date_gmt":"2016-09-06T13:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/evth\/?p=517"},"modified":"2016-09-06T15:14:25","modified_gmt":"2016-09-06T13:14:25","slug":"religion-und-sexualitaet-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/evth\/2016\/09\/06\/religion-und-sexualitaet-erschienen\/","title":{"rendered":"&#8222;Religion und Sexualit\u00e4t&#8220; erschienen"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_517 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_517')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_517').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Der Band ist im Ergon-Verlag W\u00fcrzburg erschienen.<\/p>\n<p><strong>Religion und Sexualit\u00e4t<\/strong><br \/>\nWie halten es die Weltreligionen mit Sexualit\u00e4t und Erotik? Was ist erlaubt, was nicht? Wie steht es um die Sexualit\u00e4t des<!--more--> Mannes aus Nazareth? D\u00fcrfen Christen Pornos gucken? Schlaglichtartig werden in\u00a0dem Buch \u201eReligion und Sexualit\u00e4t\u201c neueste Forschungen zu ausgew\u00e4hlten Fragen pr\u00e4sentiert, die an der Schnittstelle von Religion und Sexualit\u00e4t angesiedelt sind. Die Ergebnisse gehen auf eine Ringvorlesung des Zentrums f\u00fcr Religion und Gesellschaft der Universit\u00e4t Bonn zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201eWenn Religionskulturen sich mit der Bewertung sexuellen Erlebens und sexueller Praktiken besch\u00e4ftigen, dann arbeiten sie immer zugleich an Deutungen ihrer selbst\u201c, sagt Herausgeber Prof. Dr. Jochen Schmidt von der evangelischen Systematischen Theologie der Universit\u00e4t Paderborn. Aus diesem Grund seien die vielf\u00e4ltigen kritischen und affirmativen Auseinandersetzungen von Religionen und Sexualit\u00e4t besonders aufschlussreich f\u00fcr das Verstehen von Religionen.<\/p>\n<p><strong>Was sagt das Neue Testament zur Homosexualit\u00e4t?<\/strong><br \/>\nDa es sich bei Homosexualit\u00e4t um einen erst im 19. Jahrhundert entstandenen Begriff handelt, sei die Bewertung der antiken Termini schwierig, so Prof. Dr. G\u00fcnter R\u00f6hser von der Evangelisch-Theologischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Bonn. Der Wissenschaftler f\u00fchrt aus, dass f\u00fcr Paulus allein das \u201eirregeleitete, s\u00fcndige Verhalten\u201c z\u00e4hle. Paulus gehe davon aus, dass es sich \u201eum einen bewusst gesetzten Akt wider besseres Wissen\u201c handelt. Es sei zu hinterfragen, ob man den modernen Ausdruck \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c \u00fcberhaupt f\u00fcr die in den biblischen und fr\u00fchj\u00fcdischen Texten gemeinten Verhaltensweisen verwenden sollte. \u201eWir wissen heute, dass ein gro\u00dfer Teil der in gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebenden Menschen einer irreversiblen Grundveranlagung folgt und keineswegs `wider besseres Wissen\u00b4 handelt\u201c, so Prof. R\u00f6hser. Als dauerhafte Orientierung geh\u00f6re Homosexualit\u00e4t zur Identit\u00e4t und d\u00fcrfe nicht pathologisiert werden. Dauerhaftigkeit, Verl\u00e4sslichkeit, Treue und Respekt seien Herausforderungen und Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr jede ernsthafte Lebensgemeinschaft \u2013 sei sie hetero- oder homosexuell.<\/p>\n<p><strong>Wie steht es um die Sexualit\u00e4t des Mannes aus Nazareth?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Martin Leutzsch von der evangelischen Biblischen Theologie der Universit\u00e4t Paderborn spricht von einer \u201epopul\u00e4ren Jesusvorstellung\u201c, wenn es um Fragen zur sexuellen Identit\u00e4t und die sexuelle Orientierung des Jesus von Nazareth geht. Bezogen auf den heterosexuell aktiven Jesus, untersucht der Beitrag von Prof. Leutzsch genauer die Entstehung, Karriere und Mediengeschichte dieser Jesusvorstellung und ordnet sie in das Spektrum neuzeitlicher Jesuskonstruktionen ein.<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrfen Christen Pornographie konsumieren?<\/strong><br \/>\n\u201ePornographie und deren Produktionsbedingungen sind mitunter, aber nicht grunds\u00e4tzlich aus moralischer Sicht abzulehnen\u201c, meint Herausgeber Prof. Dr. Jochen Schmidt von der evangelischen Systematischen Theologie der Universit\u00e4t Paderborn. Grunds\u00e4tzlich sei der Konsum pornographischer Produkte nicht verwerflich, denn es gebe daf\u00fcr keine theologischen oder andere prinzipiellen Gr\u00fcnde. Der Konsum von Pornographie sei dann nicht verwerflich, wenn das jeweilige pornographische Artefakt unter fairen Produktionsbedingungen entstanden ist, die Darsteller nicht entw\u00fcrdigt und Pornographie keinen negativen Einfluss auf die Einstellungen der Konsumenten zur Sexualit\u00e4t hat. Prof. Schmidt: \u201eAlle diese Punkte sind allerdings aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden strittig, und daher bleibt auch die Bewertung von Pornographie strittig.\u201c Allerdings seien theologische Bewertungen von Pornographie umso weniger \u00fcberzeugend, je st\u00e4rker sie von einer sexualfeindlichen Grundeinstellung geleitet sind, da sich eine solche Einstellung ihrerseits nicht theologisch begr\u00fcnden lasse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse einer Ringvorlesung des Zentrums f\u00fcr Religion und Gesellschaft der Universit\u00e4t Bonn wurde von Prof. Dr.\u00a0Jochen Schmidt herausgegeben. Der Band ist im Ergon-Verlag W\u00fcrzburg erschienen. 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