{"id":182,"date":"2017-06-10T21:54:09","date_gmt":"2017-06-10T19:54:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/dfriedl\/?p=182"},"modified":"2017-06-10T23:03:43","modified_gmt":"2017-06-10T21:03:43","slug":"zwei-moeglichkeiten-der-nutzung-digitaler-medien-im-unterricht-das-digitale-schulbuch-und-die-digitale-exkursion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/dfriedl\/2017\/06\/10\/zwei-moeglichkeiten-der-nutzung-digitaler-medien-im-unterricht-das-digitale-schulbuch-und-die-digitale-exkursion\/","title":{"rendered":"Zwei M\u00f6glichkeiten der Nutzung digitaler Medien im Unterricht: das digitale Schulbuch und die digitale Exkursion"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_182 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_182')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_182').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Stellvertretend f\u00fcr das <strong>digitale Schulbuch<\/strong> haben wir einen genaueren Blick auf das <a href=\"https:\/\/mbook.schule\/digitale-schulbuecher\/\" target=\"_blank\">mBook<\/a> geworfen, beispielhaft f\u00fcr eine <strong>virtuelle Exkursion<\/strong> besuchten wir die digitale Umsetzung des <a href=\"http:\/\/www.annefrank.org\/de\/Subsites\/Home\/\" target=\"_blank\">Anne-Frank-Museums<\/a>. Die beiden folgenden Abschnitte beinhalten meine Gedanken \u00fcber die Potentiale der digitalen Umsetzungen im Vergleich zu ihren analogen Vorbildern.<\/p>\n<p><u>1.) Das digitale Schulbuch<\/u><\/p>\n<p>Ein Anspruch, den man an ein Schulbuch stellt, ist, dass es m\u00f6glichst den aktuellen <strong>Forschungsstand<\/strong> des jeweiligen Faches widergeben sollte. Bei einem analogen Schulbuch ist dieser Anspruch nur sehr eingeschr\u00e4nkt zu erf\u00fcllen, denn die jeweilige Schule w\u00e4re gezwungen, in sehr hoher Frequenz neue B\u00fccher anzuschaffen. Dass dies schon allein aus Kostengr\u00fcnden unm\u00f6glich ist, versteht sich von selbst. Eine umsetzbare L\u00f6sung k\u00f6nnte hierbei das digitale Schulbuch bieten. Anstatt das komplette Buch neu anzuschaffen, m\u00fcsste die Schule lediglich das Schulbuch auf den neusten Stand &#8222;updaten&#8220;, indem die aktualisierte Datei des Herstellers heruntergeladen wird. Je nach Vertrag mit dem Hersteller sollte es so m\u00f6glich sein, kosteng\u00fcnstiger den aktuellen Forschungsstand darzustellen. Vorstellbar w\u00e4re etwa ein Zeitvertrag zwischen Schule und Hersteller, in welchem der Hersteller f\u00fcr einen Zeitraum regelm\u00e4\u00dfige Updates auf den aktuellen Forschungsstand garantiert. Ein weiterer Vorteil des digitalen Schulbuchs besteht in der <strong>Vielfalt der Aufgaben und der Quellen<\/strong>. W\u00e4hrend sich die medialen Darstellungsformen in einem analogen Schulbuch zwangsweise auf Bilder und Texte beschr\u00e4nken, k\u00f6nnen in einem digitalen Schulbuch zus\u00e4tzlich Videos und Audiospuren genutzt werden, um sowohl Quellen als auch Aufgaben darzustellen. In dem mir vorliegendem mBook besteht zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, sich Bilder in hoher Aufl\u00f6sungen anzusehen und in sie hineinzuzoomen. Die Gr\u00f6\u00dfe eines abgedruckten Bildes ist im Gegensatz dazu durch die Gr\u00f6\u00dfe des Buches limitiert. Nicht nur k\u00f6nnen Aufgaben durch weitere Medien vielf\u00e4ltiger gestaltet werden, auch bei der <strong>Binnendifferenzierung <\/strong>kann das digitale Schulbuch der Lehrkraft eine Hilfe sein. Es w\u00e4re etwa denkbar, dass den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern individuell abh\u00e4ngige Aufgaben angezeigt werden, die sich sowohl methodisch als auch inhaltlich unterscheiden. Um das Textverst\u00e4ndnis eines schw\u00e4cheren Sch\u00fcler zu unterst\u00fctzen, k\u00f6nnte ein Text beispielsweise zus\u00e4tzlich in gesprochener Form durch eine Audiospur vermittelt werden. Darauf aufbauend bietet das digitale Schulbuch M\u00f6glichkeiten die <strong>Diagnose<\/strong> von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern f\u00fcr die Lehrkraft zu erleichtern. Es ist etwa vorstellbar, dass das Programm dem Sch\u00fcler\/ der Sch\u00fclerinn und der Lehrkraft automatisch R\u00fcckmeldung \u00fcber die Richtigkeit der bearbeiteten Aufgabe gibt. Sowohl der Sch\u00fcler\/ die Sch\u00fclerinn selbst als auch die Lehrkraft k\u00f6nnen sich so einen \u00dcberblick \u00fcber die jeweiligen Schw\u00e4chen und St\u00e4rken verschaffen. Auch w\u00e4re es theoretisch m\u00f6glich, dass das Programm mithilfe dieser Daten die Aufgaben automatisch an das Individuum anpasst und dadurch wiederum die Binnendifferenzierung f\u00f6rdert. Auch eine leichtere Hausaufgabenkontrolle w\u00e4re durch eine Online-Abgabe denkbar. Einen letzten Vorteil des digitalen Geschichtsbuches im Vergleich mit einem analogen, den ich hier noch vorstellen will, ist die M\u00f6glichkeit, <strong>Kommentare<\/strong> zu setzen; eine Funktion, die auch in dem mir vorliegendem mBook angeboten wird. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen hierbei beliebige Stellen im Buch markieren und kommentieren und dadurch etwa unsichere Stellen oder Fragen zu bestimmten Themen leicht wiederfinden. Auch die Lehrkraft kann diese Funktion nutzen und die jeweiligen Kommentare sogar f\u00fcr anderes Lehrpersonal sichtbar schalten. Den Lehrkr\u00e4ften erm\u00f6glicht dies eine erleichterte Absprache etwa \u00fcber Fehler innerhalb des Schulbuches oder \u00fcber Stellen, an denen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler h\u00e4ufig auf Probleme sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Doch meine ich auch artspezifische Nachteile eines digitalen Schulbuches zu erkennen. Einerseits ist es zwar, wie schon beschrieben, f\u00fcr die Schule g\u00fcnstiger mithilfe von Updates auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben, andererseits wird allerdings ein, im Vergleich mit einem physischen Buch, relativ <strong>teures Ger\u00e4t<\/strong> ben\u00f6tigt, um das digitale Schulbuch \u00fcberhaupt nutzen zu k\u00f6nnen. Zwar kann man mittlerweile, und in der nahen Zukunft noch mehr, davon ausgehen, dass jeder Sch\u00fcler so ein Ger\u00e4t besitzt, doch auch diese k\u00f6nnen ausfallen und dies wird wahrscheinlich h\u00e4ufiger geschehen als bei einem analogen Buch. Auch f\u00e4llt mir, jedenfalls bei diesem speziellen mBook, negativ auf, dass Videos h\u00e4ufig nicht in dem Programm an sich gespeichert sind, sondern nur auf ein <strong>Youtube-Video<\/strong> verwiesen wird. Dadurch ergeben sich mir zwei Probleme. Erstens bedeutet dies eine Abh\u00e4ngigkeit vom Internet. Gerade in einer Schule mit vielen Sch\u00fclern, in der man noch nicht einmal davon ausgehen kann, dass das Internet \u00fcberhaupt in einer stabilen Weise zur Verf\u00fcgung steht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Internetverbindung schlicht zu langsam ist, um das Video allen Sch\u00fclern zur Verf\u00fcgung zu stellen. Zweitens macht sich der Hersteller des digitalen Schulbuches damit meiner Meinung nach zur sehr von dem Anbieter des Videos abh\u00e4ngig. Dieser kann das Video etwa\u00a0 jederzeit l\u00f6schen oder es kann wegen falschen Nutzungsrechten gesperrt werden. Zuallerletzt besteht noch die Gefahr, dass Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler durch ein digitales Schulbuch leichter <strong>abgelenkt<\/strong> werden als mit einem analogen. Es k\u00f6nnte beispielsweise dazu kommen, dass sich die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler lieber dazu entscheiden, alle Videos anzuschauen, anstatt auch die Texte zu lesen. Auch bieten die Ger\u00e4te, an denen das digitale Buch genutzt wird, selbstverst\u00e4ndlich noch weitere Funktionen, wie etwa das Surfen im Internet; ein Vorgang, welcher von der Lehrkraft schwer zu kontrollieren ist.<\/p>\n<p><u>2.) Die virtuelle Exkursion<\/u><\/p>\n<p>Auch die digitale Umsetzung einer Exkursion bietet viele Vorteile. Es ist um einiges einfacher, ein virtuelles Museum zu betreten, denn der Benutzer ist <strong>unabh\u00e4ngig<\/strong> von Zeit und Ort. Auch w\u00e4hrend des Besuches bleibt der Nutzer unabh\u00e4ngiger, er kann sich bestimmte Dinge so lange ansehen wie er m\u00f6chte und kann den Besuch sogar fr\u00fchzeitig abbrechen und sp\u00e4ter fortsetzen. Auch bieten virtuelle Exkursionen oft die M\u00f6glichkeit mithilfe von <strong>Rekonstruktionen<\/strong> Orte zu besuchen, die uns nicht mehr erhalten sind und in Folge dessen auch gar nicht mehr real besucht werden k\u00f6nnen, so geschehen etwa bei der antiken Stadt Troja. Bei meinem konkreten Beispiel, der virtuellen Umsetzung des Anne-Frank-Hauses, ist dies allerdings nicht der Fall, denn das Haus kann man auch &#8222;ganz in Echt&#8220; betreten. Ob man sich nun mit einer Schulklasse f\u00fcr einen Besuch im echten Anne-Frank-Museum entscheidet oder doch lieber die virtuelle Variante nutzt, ist eine Entscheidung, die von bestimmten Faktoren abh\u00e4ngig ist. Einer von ihnen ist z.B., ob \u00fcberhaupt die <strong>Zeit<\/strong> und die finanziellen Mittel zur Verf\u00fcgung stehen, um das echte Museum zu besuchen, schlie\u00dflich befindet sich das Anne-Frank-Haus in Amsterdam. Sollten diese Mittel nicht zur Verf\u00fcgung stehen, sehe ich die virtuelle Exkursion als gute Alternative an, denn man kann sich relativ frei bewegen und umsehen und auch die Sprachausgabe erinnert ein wenig an eine Museumsf\u00fchrerin. Ganz auf einen Besuch des echten Museums verzichten w\u00fcrde ich nach M\u00f6glichkeit jedoch nicht. Durch den realen Besuch bekommen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, auch durch die Aura des Ortes, verst\u00e4rkt den Eindruck, dass es sich hierbei um etwas &#8222;<strong>Besonderes<\/strong>&#8220; handelt; ein Effekt, der in hohem Ma\u00dfe das Interesse und die Neugier der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wecken kann. Auch wird die Aufmerksamkeit durch die verst\u00e4rkte emotionale Bindung an den Ort erh\u00f6ht. Die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler k\u00f6nnen sich vor Ort leichter in die Situation der Verfolgten hineinversetzen. Die virtuelle Exkursion sollte man meiner Meinung nach nicht als Ersatz, sondern nach M\u00f6glichkeit als <strong>Erg\u00e4nzung<\/strong> zur echten Exkursion verwenden. Als Erg\u00e4nzung zur echten Exkursion bietet das virtuelle Museum den Vorteil, dass in den R\u00e4umen pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde der Menschen pr\u00e4sentiert werden, die normalerweise nicht zu sehen sind. Darauf aufbauend kann das Wissen und der Eindruck, welche mit dem Besuch des Hauses entstanden sind, verfestigt werden, indem dem Benutzer erg\u00e4nzende Informationen in Form von Film, Sprache und Text dargeboten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da viele Teilnehmer der Springschool Geschichte auf Lehramt studieren, wurden zwei M\u00f6glichkeiten der Nutzung von digitalen Medien im Geschichtsunterricht vorgestellt und anschlie\u00dfend \u00fcber ihre Vor- und Nachteile diskutierte. 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