{"id":988,"date":"2020-03-17T22:06:38","date_gmt":"2020-03-17T21:06:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/?page_id=988"},"modified":"2020-06-19T15:33:25","modified_gmt":"2020-06-19T13:33:25","slug":"mara-mattuschka","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/mara-mattuschka\/","title":{"rendered":"Mara Mattuschka"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_988 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_988')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_988').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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M. erst auf ihr Spiegelbild anwendet, um eine Gehirnh\u00e4lfte reinzuwaschen, und das sie in der Folge auf ihren K\u00f6rper auftr\u00e4gt: Sie bespr\u00fcht alle Zeich(nung)en, ersetzt diese Flecken durch die neue Farbe, verklebt dann mit dem Wundermittel ihre Sinne: erst die Scham, dann die Achseln, schlie\u00dflich Augen, Mund und Ohren. Am Ende setzt die leicht devastierte und solcherma\u00dfen gereinigte Hausfrau eine Per\u00fccke auf und richtet ihren Blick pr\u00fcfend in den Kamera-Spiegel. <em>Christa Bl\u00fcmlinger, Die Gesichter der Mara Mattuschka, in: Alexander Horwath, Lisl Ponger, Gottfried Schlemmer (Hrsg.): Avantgardefilm. \u00d6sterreich. 1950 bis heute, Wien 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In this film, a 1 1\/2 minute long satire on TV commercials, Mara Mattuschka uses black and white live animation. The star, Mimi Minus, has been invited to introduce the sale of a new product: a sticky-black brain washing soap, which M.M. first applies to her reflection, in order to wash one of her brain hemispheres clean, afterwards she applies the soap to her body: she sprays all the marks on her body and changes the spots to a new shade, then she numbs her senses with the miracle soap: first the pubic area, then the armpits, then the eyes, mouth and ears. In the end, the slightly devastated and freshly-cleansed housewife puts on a wig and looks scrutinizingly into the camera\/mirror. <br><em>Christa Bl\u00fcminger, Die Gesichter der Mara Mattuschka, in: Alexander Horwath, Lisl Ponger, Gottfried Schlemmer (Hrsg.): Avantgardefilm. \u00d6sterreich. 1950 bis heute, Vienna 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Links<\/em><br><a href=\"https:\/\/sixpackfilm.com\/de\/catalogue\/filmmaker\/121\/\">https:\/\/sixpackfilm.com\/de\/catalogue\/filmmaker\/121\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Es hat mich sehr gefreut<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/matt_es_hat_mich_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/matt_es_hat_mich_1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1232\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1987<br>2 min<br>s\/w<br>Magnetton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Und der alte Kaiser sagte: &#8222;Danke, es war sehr sch\u00f6n, es hat mich sehr gefreut!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sich die Schauspielerin\/Filmemacherin\/Malerin in einem kaum \u00fcberbietbaren Ma\u00dfe in ihren Filmen exponiert, vermag sie immerzu durch ihren abgr\u00fcndigen Humor und zeitlich genau bestimmte visuelle oder akustische Kunstgriffe eine notwendige Distanz zum eigenen Exhibitionismus zu schaffen. In Es hat mich sehr gefreut entziehen Kameraspr\u00fcnge in eine \u00fcberbelichtete glei\u00dfende Berglandschaft die auf einer schwarzen Decke masturbierende Mimi Minus der Schaulust des Zusehers; die \u00fcbergro\u00dfen schwarzen spiegelnden Brillen sch\u00fctzen ihre Augen vor der Blendung, aber ebenso auch vor den Blicken der anderen: Erst am Ende, nach dem \u00fcber den Ton evozierten H\u00f6hepunkt der Lust &#8211; das schallende Lachen geht in ein woll\u00fcstiges St\u00f6hnen \u00fcber -, erscheint Mimi Minus wieder gut sichtbar nah vor der Kamera, um die Brille abzunehmen, ihr aufgel\u00f6stes Gesicht dem Zuseher entgegenzurichten und sich mit einem &#8222;Es hat mich sehr gefreut&#8220; aus dem Off zu verabschieden. <br><em>Christa Bl\u00fcmlinger, Die Gesichter der Mara Mattuschka, in: Alexander Horwath, Lisl Ponger, Gottfried Schlemmer (Hrsg.): Avantgardefilm. \u00d6sterreich. 1950 bis heute, Wien 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es hat mich sehr gefreut besteht aus vierzehn Einstellungen. Mimi Minus, in Gro\u00dfaufnahme, breitet in einer nicht n\u00e4her definierbaren Landschaft ein Liegetuch aus, legt sich nieder, leckt an den Fingern, spreizt die Beine, greift sich an die Scham und beginnt zu masturbieren. In sieben raschen Einstellungen entfernt sich die Kamera, Mimi Minus schrumpft auf die Gr\u00f6\u00dfe eines Punktes, verschwindet schlie\u00dflich im harten Kontrast des Filmmaterials, w\u00e4hrend der Schrei des Orgasmus in die Gates eines elektronischen Tonger\u00e4ts verhallt. Letzte Einstellung: noch einmal kommt ihr Kopf ins Bild, ein ersch\u00f6pfter Blick, das Make-up devastiert, und aus dem Off sagt ihre Stimme: &#8220; Danke. Es hat mich sehr gefreut.&#8220; Dieser Satz wird auch in einem Schriftinsert gezeigt; die Buchstaben verrinnen. <br><em>Peter Tscherkassky, Mimi Minus oder Die angewandte Chaosforschung, in: Peter Illetschko (Hrsg.), Gegenschu\u00df, 16 Regisseure aus \u00d6sterreich, Wien 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em> (Auswahl)<br>Buenos Aires Festival Int. de Cine Independiente 2004<br>Stuttgart 96 &#8211; 8. Int. Trickfilm-Festival 1996<br>Locarno 97 &#8211; Festival int. del film 1997<br>Aix-en-Provence &#8211; Festival Tous Courts 1998<br>Regensburg \u2013 Kurzfilmwoche 1999<br>Sao Paolo &#8211; Mix Brasil 2003<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Untergang der Titania<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/untergang_der_titanic.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/untergang_der_titanic.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1234\" width=\"300\" height=\"191\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1985<br>4 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Titania, ein pubert\u00e4rer Trampel, in der Wanne, \u00fcber dem Abflussrohr, das die Eintrittsstelle f\u00fcr eine dunkle Welt voller Dreck, Tiere und Gefahren darstellt und \u00fcber das man mit s\u00e4mtlichen Arschl\u00f6chern dieser Welt verbunden ist. Diese Welt geistert nun \u00fcber die Kacheln, w\u00e4hrend Mimi Minus \u00fcber die Liebe und ihre Unm\u00f6glichkeit sinniert. <br><em>Peter Tscherkassky<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Niemand kann die Liebe besser verstehen als eine Frau, die sie vielleicht zum letzten Mal genie\u00dft.<br><em>Mara Mattuschka \u2013 In: Verleihkatalog Sixpackfilm 2006, S. 126.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em> (Auswahl)<br>Braunschweig \u2013 Filmfest 2000<br>Regensburg \u2013 Kurzfilmwoche 2002<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">S.O.S. Extraterrestria<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_extrat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"169\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_extrat.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1236\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1993<br>10 min<br>s\/w<br>Magnetton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>The world as a plaything for a giantess from outer space.<br>A Godzilla-imitation on the way to herself: the giantess from outer space in the streets of a big city, fooling around, producing destruction, copulating with the Eiffel Tower. An orchestra of big feelings, the melodrama, defamed in infantile sounds and absurd costume, in make-up-persiflage and grotesque body-art-performances. E.T. staggers through the night &amp; the City, looks like Mimi Minus and grabs little projected human beings with her hand, just like the huge infatuated monkey of the horror genre. And the cinema of war and catastrophies watches with an open mouth until a toy city &#8211; which desperately tries to be a real one &#8211; finally collapses laconically. <br><em>Stefan Grissemann \u2013 In: Sixpackfilm Verleihkatalog 2006, S. 128.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>AVE-Arnheim 95 1995<br>Ankara 95 &#8211; 7. Int. Film Festival 1995<br>Ann Arbor 95 &#8211; 33. Film Festival 1995<br>Dortmund &#8211; femme totale 95 &#8211; 5. Int. Frauenfilmfestival 1995<br>Miami 95 &#8211; South Beach Film Festival 1995<br>Onion City 95 &#8211; Film Festival Chicago 1995<br>Saarbr\u00fccken 95 &#8211; 16. Filmfestival Max Oph\u00fcls Preis 1995<br>Stuttgart \/ Wand 5 \/ 95 &#8211; 8. Filmwinter 1995<br>Triest 95 &#8211; 6. Alpe Adria Cinema Film Festival 1995<br>Stuttgart \/ Wand 5 \/ 97 &#8211; 10. Filmwinter 1997<br>Aix-en-Provence &#8211; Festival Tous Courts 1998 \/ 2000<br>Braunschweig \u2013 Filmfest 2000<br>Diagonale, Festival des \u00d6sterreichischen Films 2005<br>K\u00f6ln &#8211; feminale &#8211; Int. Frauenfilmfestival 1999<br>Oberhausen &#8211; Int. Kurzfilmtage 2000<br>Regensburg \u2013 Kurzfilmwoche 2002<br>Sao Paolo &#8211; Mix Brasil 2003<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Parasympathica<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattsuchka_parasym.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"224\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattsuchka_parasym.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1238\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1985<br>5 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sympathicus und Parasympathicus sind Teile des Nervensystems, die f\u00fcr die Ruhe- und Aktivphasen zust\u00e4ndig sind. Ohne einander k\u00f6nnen sie nicht sein, sonst k\u00e4me es zu einer unglaublichen Ersch\u00f6pfung. In einer spanischen Zeitschrift habe ich eine Liste von Eigenschaften gefunden, die die katholische Kirche positiv und negativ sieht. Die positiven sind mit zwei Ausnahmen die passiven Einstellungen. Faul und das Wort passiv sind negativ, arbeitsliebend und aktiv positiv, aber sonst ist immer das Passivum positiv. Curiosa z. B., die Neugier, ist f\u00fcr die Kirche negativ! Dabei ist Neugierde doch der Hunger des Gehirns, so wie die Sehnsucht der Hunger der Seele ist. Jedenfalls sieht man im Film diese zwei Pole, indem ich meinen K\u00f6rper in zwei H\u00e4lften getrennt habe, schwarz und wei\u00df bemalt, und dar\u00fcber eine Krone trage als Zeichen f\u00fcr die Einheit, die man bildet, egal wie widerspr\u00fcchlich man ist. Die Begriffsauflistung h\u00f6rt man im Ton und ich stelle sie mimetisch dar. Dazwischen sind Einzelbildaufnahmen, wo ich mich abwechselnd nach links und nach rechts drehe, was dann in der Projektion wieder zu verschmelzen scheint. Mit Trickaufnahmen lasse ich auch die S\u00e4fte von Sympathicus und Parasympathicus \u00fcber den K\u00f6rper flie\u00dfen: Tr\u00e4nen, Schwei\u00df, Ejakulat, M\u00f6sens\u00e4fte.<br>Die Schmetterlinge wiederum, \u00fcber die der deutsche Text spricht, sind mein Sinnbild f\u00fcr die Symmetrie.<br>Ich bevorzuge keine der beiden Seiten, ich propagiere auch nicht die Faulheit. Ich glaube eher, wir arbeiten viel zu wenig, bzw. viel zu sehr am Unwesentlichen. <br><em>Mara Mattuschka \u2013 In: Peter Tscherkassky, Das Glitzern der Augen. Im Gespr\u00e4ch mit Mara Mattuschka, in: Peter Illetschko (Hrsg.), Gegenschu\u00df, 16 Regisseure aus \u00d6sterreich, Wien 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>VIPER 96 &#8211; Int. Film und Video Festival Luzern 1996<br>Locarno 97 &#8211; Festival int. del film 1997<br>Diagonale 98 &#8211; Festival des \u00f6sterr. Films 1998<br>Diagonale, Festival des \u00d6sterreichischen Films 2001<br>Hiroshima &#8211; Int. Animation Festival 1998<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kaiser Schnitt<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_kaiserscnitt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"208\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_kaiserscnitt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1240\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1987<br>4 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>In Kaiser Schnitt werden die Buchstaben aus einer Vagina geboren, die wiederum aus einem Schnitt \u00fcber ein Blatt Papier filmisch entsteht. Dann wird das Alphabet buchstabiert, bevor es ins Abstrakte verschwimmt. <br><em>Bert Rebhandl \u2013 In: Sixpackfilm Verleihkatalog 2006, S. 127.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Les Miserables<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/les_miserables.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/les_miserables.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1242\" width=\"300\" height=\"193\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1987<br>2 min<br>sw<br>Lichtton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Augen und Ohren gehen leicht verlohren&#8230;&#8220; (M.M.)<\/p>\n\n\n\n<p>Mara Mattuschka, alias Mimi Minus, gibt sich allemal zwiesp\u00e4ltig. Nie wei\u00df man so recht, wer mit wem spricht, wer \u00fcberhaupt gemeint ist, nie, wie \u201ewirklich\u201c zu verstehen ist. In ihrem Film Les Miserables verweigert M. M. ihren gezeichneten Figuren eine eindeutige geschlechtsspezifische Zuerkennung, Kaum gibt sie Orientierungshilfen f\u00fcr eine einseitige Identifikation. <br><em>Claudia Preschl<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In Les Miserables arbeitet Mattuschka ausschlie\u00dflich mit Animationsbildern. die fr\u00f6hlichen Zeichentrickfiguren Mimi und Max haben etwas Kindlich-Bisexuelles an sich, auch wenn es augenscheinlich um das Begehren und Differenzieren des anderen Geschlechts geht: &#8222;Schau&#8216; einmal, was ich da vielleicht hab'&#8220;, sagt Mimi, wenn sie ihren Rock l\u00fcftet, und bekommt als Replik: &#8222;Ist das echt &#8230;? &#8220; Der Witz ist, da\u00df alle Figuren von ein- und derselben Stimme (Mara Mattuschka) gesprochen werden und insoferne sich auch auf eine einzige imagin\u00e4re \u00c4u\u00dferungsinstanz verdichten. Der Kindergesang &#8222;Augen und Ohren gehen leicht verloren&#8220; oder der Streit darum, ob es besser ist, blind oder taub zu sein, referieren auf einer Metaebene auf die beiden grundlegenden Wahrnehmungssinne des Kinog\u00e4ngers, aber auch der Autorin, die augenscheinlich die Figuren auf der Leinwand geschaffen hat. <br><em>Christa Bl\u00fcmlinger, Die Gesichter der Mara Mattuschka, in: Alexander Horwath, Lisl Ponger, Gottfried Schlemmer (Hrsg.): Avantgardefilm. \u00d6sterreich. 1950 bis heute, Wien 1995.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>Stuttgart 96 &#8211; 8. Int. Trickfilm-Festival 1996<br>Diagonale, Festival des \u00d6sterreichischen Films 2001<br>K\u00f6ln &#8211; feminale &#8211; Int. Frauenfilmfestival 2004<br>Stuttgart &#8211; Int. Trickfilm-Festival 1998<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">NabelFabel<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_nabelfabel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"226\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_nabelfabel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1246\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1984<br>3 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>NabelFabel ist aus einer Aktion entstanden. Dabei sind jede Menge Fotos gemacht worden, und dadurch hatte ich die Idee. Eigentlich wollte ich ausprobieren, wie sich ein Gesicht unter einer Maske ver\u00e4ndert, auch das nicht Individuelle, aber auch die Assoziation zum Kriminellen. Na, ja und dann ist NabelFabel gemacht worden: ein Geburtsfilm, Geburtstraumatik. <br><em>Mara Mattuschka<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>In NabelFabel verpa\u00dft sich Mara Mattuschka durch etliche Strumpfhosen hindurch eine zweite Geburt. Ihr K\u00f6rper kriecht derart deformiert und angestrengt aus den Nylonschichten, da\u00df der schiere \u00dcberlebenskampf sichtbar wird. <br><em>Peter Tscherkassky \u2013 In: Sixpackfilm Verleihkatalog 2006, S. 125.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>Sao Paolo &#8211; Mix Brasil 2003<br>Tampere &#8211; Short Film Festival 2004<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Pascal G\u00f6del<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_pascal_goedel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/mattuschka_pascal_goedel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1248\" width=\"300\" height=\"182\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1986<br>5 min<br>s\/w<br>stumm<br>16mm<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem der sich widerstreitenden Prinzipien wird auch in Pascal-G\u00f6del behandelt. Mimi Minus breitet ein Papier mit Schachbrettmuster vor sich aus und trinkt immer wieder eine dunkle Fl\u00fcssigkeit aus einer Flasche, die sich nie leert. Zunehmend wird das Schachbrett mit chaotischer Malerei bedeckt, bis es am Ende zur Seite gerollt wird und darunter wieder ein klares Schachbrett zum Vorschein kommt. In sehr dicht gesetzten Schnitten komponiert der Film unendliche Variationen prim\u00e4rer Gegens\u00e4tze: schwarz gegen weiss, Kreis gegen Quadrat, Ordnung gegen Chaos. <br><em>Heike Kippel \u2013 In: Sixpackfilm Verleihkatalog 2006, S. 127.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unternehmen Arschmaschine<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/unternehmen_arschmaschine.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/unternehmen_arschmaschine.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1250\" width=\"300\" height=\"240\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1997<br>Mara Mattuschka, Gabriele Szekatsch<br>17 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Kamera: Alexandra Brandt<br>Licht: Alexandra Brandt, Doro Carl<br>Darstellerinnen: Baby Puh, Mimi Minus<br>Ausstattung: Andrea Gergely, Oliver Hangl<br>Verleih: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Im Fabrikskeller rumort es. Die Zelle spaltet sich. Der virtuelle Salon hat seine Niederungen er\u00f6ffnet. Zwei obsessive und sich aus Gr\u00fcnden der Symmetrie \u00e4hnelnde Wissenschaftlerinnen untersuchen die Entwicklungsstadien der Evolution. Und das alles ohne zu bumsen. Im Sog des wissenschaftlichen Sprachsystems geraten die beiden in den analen Schaltkreis. Sie n\u00e4hern sich dem schwarzen Loch und setzen eine pataphysische Maschine in Gang. Der Prototyp wird den Namen \u201cOmega\u201d tragen. <br><em>Mara Mattuschka \u2013 In: Sixpackfilm Verleihkatalog 2006, S. 131.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>Diagonale, Festival des \u00d6sterreichischen Films 1998<br>Linz &#8211; Ars Electronica 2000<br>Winterthur \u2013 Kurzfilmtage 1998<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\" \/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kugelkopf<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/kugelkopf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/files\/2020\/03\/kugelkopf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1252\" width=\"300\" height=\"183\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>A 1985<br>6 min<br>s\/w<br>Lichtton<br>16mm<br>Produktion: sixpackfilm<\/p>\n\n\n\n<p>Der ganze Film ist vom Kugelkopf der Schreibmaschine inspiriert &#8211; deshalb auch der Untertitel &#8222;Ode an IBM&#8220;. Die Musik zu Beginn stammt aus der &#8222;Carmen&#8220;. Die Kastagnetten sind das Ger\u00e4usch und der Rhythmus der Schreibmaschine. In die ist eine Klopapierrolle eingespannt, deren Bl\u00e4tter als Sinnbild f\u00fcr die mechanischen Wiederholungen des Alltags abgerissen werden. Dann schert sich Mimi Minus die Haare. Ihr einbandagierter Kopf wird zum Kugelkopf, ihr Blut zur Tinte. Als sich die Bandagen l\u00f6sen, beginnt sie mit Mund, Nase, Ohren, Z\u00e4hnen und Zunge zu schreiben, bis die ganze Leinwand bedeckt ist. <br><em>Mara Mattuschka<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em> (Auswahl)<br>VIPER 96 &#8211; Int. Film und Video Festival Luzern 1996<br>Dortmund &#8211; femme totale 97 &#8211; Int. Frauenfilmfestival 1997<br>Locarno 97 &#8211; Festival int. del film 1997<br>Stuttgart \/ Wand 5 \/ 97 &#8211; 10. Filmwinter 1997<br>Rotterdam 98 &#8211; 27. Int. Filmfestival 1998<br>Aix-en-Provence &#8211; Festival Tous Courts 1998<br>Regensburg \u2013 Kurzfilmwoche 1999<br>Austin &#8211; Cinetexas &#8211; Int. short film&amp;video&amp;new media festival 2001<br>Diagonale, Festival des \u00d6sterreichischen Films 1997 \/ 2001<br>Oberhausen &#8211; Int. Kurzfilmtage 2000<br>Brest &#8211; Festival du Film Court 2001<br>Sao Paolo &#8211; Short Film Festival 2001 \/ 2003<br>Cork &#8211; Int. Film Festival 2002<br>Wunsiedel &#8211; Grenzland Filmtage 2003<br>Pesaro &#8211; Film Festival 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cerolax II A 19853 mins\/wLichtton16mmVerleih: sixpackfilm In Cerolax II, einer eineinhalbmin\u00fctigen Werbe-Persiflage Marke Mara Mattuschka, Realtrick in Schwarzwei\u00df, bewirbt der Star Mimi Minus ein neues klebrig-schwarzes Gehirnsp\u00fclmittel, das M. M. erst auf ihr Spiegelbild anwendet, um eine Gehirnh\u00e4lfte reinzuwaschen, und das sie in der Folge auf ihren K\u00f6rper auftr\u00e4gt: Sie bespr\u00fcht alle Zeich(nung)en, ersetzt diese [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8606,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-988","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8606"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=988"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/988\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1585,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/988\/revisions\/1585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}