{"id":944,"date":"2020-03-17T21:52:36","date_gmt":"2020-03-17T20:52:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/?page_id=944"},"modified":"2020-06-17T21:51:00","modified_gmt":"2020-06-17T19:51:00","slug":"linda-christanell","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/linda-christanell\/","title":{"rendered":"Linda Christanell"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_944 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_944')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_944').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Auf diese Weise arbeite ich mehr mit dem Unbewu\u00dften. Den Film Fingerf\u00e4cher habe ich in einem Tag gefilmt, ohne Drehbuch, spontan aus der Handlung mit der Kamera. Auch die L\u00e4nge der Szene ist dann eine &#8222;gef\u00fchlte Zeit&#8220; und keine errechnete. Ich habe eine Sammlung von Gegenst\u00e4nden aller Art. Wenn ich nun zu arbeiten beginne, suche ich mir aus dieser Sammlung Dinge aus, zu denen ich gerade eine besondere Affinit\u00e4t habe. Dinge sind in der von mir verwendeten Weise Bedeutungstr\u00e4ger, Instrumente, Agitationsvehikel und stehen f\u00fcr einen innerpsychischen Zustand. Sie weisen auf etwas, das sie nicht sind.<br>Im November 1978 schrieb ich \u00fcber die Arbeit an Objekten: &#8222;Ich verwende jeweils die Materialien und das Medium, das meiner Arbeit am besten dient; sei es die Zeichnung, der Bau eines Objektes, das Foto, der Film oder die Performance &#8230; Ich liebe Gegenst\u00e4nde. Jeden Gegenstand kann ich meditieren, ich kann mich mit ihm identifizieren, ich sehe an ihm die Zeit vergehen, ich kann ihn zerst\u00f6ren und oft \u00fcberdauert er den Menschen &#8230; &#8222;<br>In letzter Zeit verwende ich oft Schmuckgegenst\u00e4nde: Ohrgeh\u00e4nge, Boutons und Krimskrams, der zum Leben der Frau geh\u00f6rt &#8230; und mache Fetische daraus, versuche, diese Dinge in neue Zusammenh\u00e4nge zu stellen, wo sie Energie ausstrahlen und versuche, ihre sexuelle Bedeutung sichtbar zu machen, teils ironisch, teils ernsthaft. Ich arrangiere mit ihnen Szenen. Die Stra\u00dfbrosche in Vaginaform oder das Ohrgeh\u00e4nge mit N\u00e4geln aus der Sado-Maso-Szene &#8211; oder der Bouton in dem Film Fingerf\u00e4cher mit der Schrift: &#8222;time &#8211; vision &#8211; action&#8220;. Mit diesen Dingen mache ich Zusammenh\u00e4nge sichtbar. Der Tigermann, auch in dem Film Fingerf\u00e4cher, steht f\u00fcr den Kult einer wilden M\u00e4nnlichkeit. Mit vielen Dingen, die man in der &#8222;In-Szene&#8220; bekommt, werden sexuelle W\u00fcnsche transportiert. Der Fingerf\u00e4cher ist ein von mir gemachtes Objekt. Der F\u00e4cher hat eine vielf\u00e4ltige, symbolische Bedeutung; er ist ein Wandlungssymbol, in alten Mythologien steht er auch f\u00fcr das Geschlecht der Frau.<br>Ich erz\u00e4hle eine Geschichte, meine Geschichte, meine Geschichte mit meinen Problemen als Frau. Ich vermeide jedoch eindeutige Aussagen und habe eine verschl\u00fcsselte, vieldeutige Aussage lieber. Es kann das sein, es kann jenes sein, es kann etwas ganz anderes sein. Ich arbeite mit den bewegten Bildern des Filmes. Der Ton wird in dem Film Fingerf\u00e4cher als Zitat zur Vermittlung eines bestimmten Gef\u00fchlszustandes eingesetzt.<br>Die meisten meiner Filme spielen sich in Innenr\u00e4umen ab, auf meinem Arbeitstisch oder Boden, wo die Gegenst\u00e4nde liegen. Ich filme oft mich selber mit, oder einen Teil meiner Ausr\u00fcstung, wie z. B. in Fingerf\u00e4cher die Ketten meines Arri-Stativs, auf die gerade w\u00e4hrend der Arbeit mein Blick fiel und die ich in das Bild einspiegelte. In dem Film stehen Symbole f\u00fcr Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit einander gegen\u00fcber. In einigen Filmen gibt es lange Szenen in Innenr\u00e4umen, in denen das Leben der Frau oft beschr\u00e4nkt ist, mit Schmuck und Flitter eingeschlossen &#8211; und dann Bilder der Befreiung wie in Fingerf\u00e4cher am Schlu\u00df des Films der Blick aus dem Fenster und die von den D\u00e4chern fliegenden Tauben.<br>Zur Technik der Filme: Ich arbeite gerne mit Fotos, die ich teils illusionistisch, teils als Medium einsetze &#8211; mit Animation der Gegenst\u00e4nde &#8211; mit Cash, Filter und Spiegel &#8211; mit Abfilmen und \u00dcberblendungen. Oft gibt es eine sehr langsame Zeit, wie wenn eine Schnecke kriecht, oft fallen die Bilder, durch Einzelbilder immer rascher, von oben nach unten, wie von einer gerissenen Perlenkette. F\u00fcr mich ist auch der Schwarzfilm zwischen den Szenen wichtig &#8211; ein Blackout &#8211; oder in &#8222;Augenzumachen&#8220;. Die Filmbewegung entsteht aus der Abfolge von einzelnen statischen Kadern und seltener gibt es eine tats\u00e4chliche Bewegung, einer Person z. B., auf den Kadern. Mich fasziniert Ver\u00e4nderung der Farbigkeit einzelner Szenen. Ganz unmerklich und langsam gibt es eine Ver\u00e4nderung von schwarz-wei\u00df zu Farbe, von Helligkeit zu Dunkelheit. In dem Film Anna vertrocknen am Ende des Films Rosen und ver\u00e4ndern dann durch das Hineinspiegeln von Rotlicht dauernd ihre R\u00f6te. Oder eine Szene verliert pl\u00f6tzlich die Farbigkeit, wird ganz hell und der Blankfilm wird sichtbar.<br><em>Linda Christanell<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Links<\/em><br><a href=\"https:\/\/www.sixpackfilm.com\/en\/catalogue\/filmmaker\/54\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.sixpackfilm.com\/en\/catalogue\/filmmaker\/54\/ (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">https:\/\/www.sixpackfilm.com\/en\/catalogue\/filmmaker\/54\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>Osnabr\u00fcck 1984<br>Oberhausen 1984<br>Wels \u2013 film fest 1994, Werkschau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fingerf\u00e4cher A 198210:30 mins\/wLichtton16mm Ein Film, \u00fcber den es keine Worte gibt &#8211; eine Handlung mit der Kamera &#8211; Dinge erz\u00e4hlen eine beliebige Geschichte &#8211; Dinge sind Obsessionstr\u00e4ger &#8211; geben als Fetische Energie ab.Linda Christanell Linkshttp:\/\/www.sixpackfilm.com\/de\/catalogue\/show\/55 Linda Christanell: Wie ich arbeite (zum Film Fingerf\u00e4cher) Wenn ich filme, versuche ich mich in einen Zustand der &#8222;fliessenden&#8220; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8606,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-944","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8606"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=944"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1531,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/944\/revisions\/1531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}