{"id":1022,"date":"2020-03-17T22:19:46","date_gmt":"2020-03-17T21:19:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/?page_id=1022"},"modified":"2020-06-19T16:53:36","modified_gmt":"2020-06-19T14:53:36","slug":"pola-reuth","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/pola-reuth\/","title":{"rendered":"Pola Reuth"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1022 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1022')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1022').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Film Schau Buch. T\u00fcbingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 1990, S. 205f.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Atemberaubend Kool Killer \u2014 ein Experimentalfilm der Frankfurter Filmemacherin Pola Reuth. Er kritisiert seine eigene Widmung: \u201eKool Killer ist gewidmet einem seelenlosen Sch\u00f6nheitskult, wie er schon Leni Riefenstahl wichtiger war als zuweilen mehr als fragw\u00fcrdiges Arbeitsmaterial; (&#8230;)\u201c (Programmheft). Die Handlung des 8 Minuten-Films: der Sprung eines muskul\u00f6sen, sportlich trainierten Mannes vom F\u00fcnfmeterbrett ins Schwimmbecken. Die Aufnahme dieses Sprungs ist bearbeitet worden, vom Fernsehen und, in slow motion, vom Schneidetisch abgefilmt \u2014 das Spiel mit den Effekten verschiedener Medien ist Formprinzip des Films. Bewu\u00dftsein dar\u00fcber, in der Situation eines Medienrezipienten zu sein, radikalisiert die Tonspur: Aufnahmen von Live-Konzerten der Stones, aber nicht die Songs, sondern das Toben des Publikums zwischen den Nummern, aufgepeitscht von Mick Jagger. ,,People see you! Yeah, people see you!\u201c \u00dcberh\u00f6ht die narzistische (sic!) Sammlung des Bodybuilding-Mannes vor dem Sprung und vernichtet durch das ironische Zusammenspiel von Bild und Ton ihre Wirkung. Zerfall heroischer Rhetorik: der im Ansatz dreimal angehaltene Sprung.<br>Der st\u00e4ndig gegenw\u00e4rtige Applaus kann nicht als Ausdruck gel\u00f6ster Energie mi\u00dfkannt werden, das Konfektionelle pointiert die \u201aBebilderung\u2019 des Publikums \u2014 Mannequins und Dressmen, aus Warenhauskatalogen reproduziert.<br>Weiteres Spiel mit dem Szenarium von Virilit\u00e4t etabliert den politischen Kontext des \u201eseelenlosen Sch\u00f6nheitskultes\u201c \u00fcber die psychologische Begr\u00fcndung des Narzismus hinaus. Diaaufnahmen wei\u00dfer Marmorstatuen, Sportler in verschiedenen Posen, aus dem Mussolini-Stadion bei Rom. \u00dcberblendungen: der Held des Films stellt diese Posen nach, mit einem Tennisschl\u00e4ger, einem Paar Skiern, einem Diskus \u2014 aber es ist kein Diskus, sondern ein Frisbee, das er weich und spielerisch aus dem Bild gleiten l\u00e4\u00dft. Die elegante Sequenz verleugnet nicht die Faszination des K\u00f6rperkults, im libidin\u00f6sen Umgang mit der sonnenwarmen Haut etwa. Sie verfl\u00fcchtigt diesen Affekt aber auch: der Mann steht auf einem H\u00fcgelkamm, die Kamera sieht zu ihm auf \u2014 Tarzan, ein absurder He\u00acros im Dreiecksh\u00f6schen aus Leopardenimitat.<br>Der Film deckt den Zusammenhang auf zwischen faschistischer \u00c4sthetisierung \u2014 anstelle der Aufnahmen aus dem Mussolini-Stadion h\u00e4tten auch Bilder aus Leni Riefenstahls Olympia Fest der V\u00f6lker, Fest der Sch\u00f6nheit stehen k\u00f6nnen; der Inszenierung von Massenhysterie in Rockkonzerten \u2014 Mick Jagger liegt Leni Riefenstahl zu F\u00fc\u00dfen, der Rockheros David Bowie hat eine Schw\u00e4che f\u00fcr Adolf Hitler: \u201eSympathy for the Devil\u201c; und den M\u00e4nnlichkeitskult in Institutionen von Bodybuilding und Sport.<br>Die Erscheinungsweisen heroischer Natur sind durch und durch synthetisch, ihr Gemeinsames ist die Gewalt der Medien. Sie wird in dieser filmischen Mischung von Reizen der M\u00e4nnlichkeit \u201aeffeminiert\u2019. Keine Molle mit Korn, sondern \u2014 Singapore Sling.<br><em>Heide Schl\u00fcpmann, Karola Gramann: \u201eInternationale Filmwoche Mannheim 1981\u201c. In: Frauen und Film, Heft 31, Berlin: Rotbuch Verlag, 1982, S. 39-41, hier: S. 40f.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Programmreihe: Internationale kurze Dokumentarfilme<br>Die 14. frankfurterfilmschau pr\u00e4sentiert Programme mit internationalen Dokumentarkurzfilmen. Die Filme bewegen sich an R\u00e4ndern und gesellschaftlichen Nischen, sp\u00fcren Outlaws und Freaks nach und denen, die immer zu kurz kommen und eigentlich gar nicht z\u00e4hlen. Zuweilen wird vor der Kamera spektakul\u00e4res verhandelt: Zeitzeugen aufgerufen, Anklage erhoben und dagegen gehalten, es kommt zu leidenschaftlichen Pl\u00e4doyers, Wertungen werden vorgenommen und Urteile gef\u00e4llt. Ein breites Spektrum interessanter filmischer Formen und Inhalte soll durch die Auswahl der Filme garantiert sein.<br>Erg\u00e4nzend stellt die frankfurterfilmschau in Zusammenarbeit mit verschiedenen Dokumentarfilmfestivals wie z.B. dem Dokumentarfilm Festival M\u00fcnchen, dem Internationalen Leipziger Festival f\u00fcr Dokumentar- und Animationsfilm, der Duisburger Filmwoche oder dem International Documentary Filmfestival Amsterdam aktuelle kurze Dokumentarfilmprogramme zusammen.<br>Eine historische Programmreihe mit experimentellen Dokumentarfilmen Kino Prawda\/Direct Cinema vervollst\u00e4ndigt das aktuelle Programm. Hier sollen Filme aus den wichtigsten filmischen Epochen der 20er Jahre bis hin zur Moderne gezeigt werden, die sowohl den Dokumentarfilm als auch die Avantgarde gepr\u00e4gt haben.<br>In dieser Tradition entstanden in den 70er, 80er und 90er Jahren Filme in Hessen in den Filmklassen des St\u00e4del, der HfG in Offenbach und in ihrem Umfeld. Pola Reuth montiert in \u201eKool Killer\u201c athletische K\u00f6rper von Sportlern auf satirische Weise mit Statuen der Antike. Der Film erinnert an die konstruktivistische Tradition der Kino-Prawda. Einzelbildmontierte Filme von Roland Kr\u00fcger (\u201eChicago\u201c) und Filme von Wilhelm Orlopp (\u201eWhat&#8217;s Your Name?\u201c, der aus kurzen Einstellungen montiert ist), k\u00f6nnen eher mit der Tradition der Neuen Sachlichkeit in Verbindung gebracht werden. Die Filme sind formal durch Rhythmus und Bewegung gestaltet. Karsten Bott beobachtet (vergleichbar der amerikanischen Avantgarde der 60er Jahre) in seinem Film \u201eTag und Nacht\u201c mit starrer Kameraeinstellung und Einzelbildaufnahmen in einem Zeitraum von drei Jahren kontinuierlich das Leben einer Frau auf ihrem Balkon. In den ca. 3 min\u00fctigen Kamerafilmen von Helga Fanderl dominiert die Farbe. Die Filme \u201eanalysieren\u201c jeweils einen \u201eGegenstand\u201c, ein Schlo\u00df, einen Platz oder z.B. einen Pfau und eine Taube. Gunter Deller verfremdet seine Dokumentaraufnahmen, indem er mit Doppelbelichtungen arbeitet. So entstehen \u201ezuf\u00e4llige\u201c Sinn- und Bewegungszusammenh\u00e4nge.<br>In vier Programmen soll ein filmischer Bogen von den 20er Jahren bis in die 90er Jahre gespannt werden.<br><em>14. Frankfurter FIlmschau 1999<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Auff\u00fchrungen<\/em><br>14. Frankfurter Filmschau 1999<br>Internationale Filmwoche Mannheim 1981<\/p>\n\n\n\n<p><em>Festivals<\/em><br>Osnabr\u00fcck 1982<br>Oberhausen 1982<\/p>\n\n\n\n<p><em>Preise<\/em><br>Experimentalfilmpreis der Filmjournalisten in Oberhausen 1982<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kool Killer BRD 19815 minFarbeLichtton16mmD: Peter Tippelt KOOLKILLER ist gewidmet &#8211; einem seelenlosen Sch\u00f6nheitskult, wie er schon Leni Riefenstahl wichtiger war als zuweilen mehr als fragw\u00fcrdiges Arbeitsmaterial&#8211; dem gesundheitlichen Zusammenbruch Jean Vigos infolge des au\u00dfergew\u00f6hnlich rauen Wetters bei den Dreharbeiten zu seinem kommerziell erfolglosen letzten Film&#8211; Der Frage nach einer sinnvollen Filmhandlung, die ebenso selten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":8606,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1022","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8606"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1022"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1022\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1607,"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1022\/revisions\/1607"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/brauerhoch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}