{"id":231,"date":"2013-04-28T17:44:22","date_gmt":"2013-04-28T15:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anza\/?p=231"},"modified":"2013-04-28T17:44:22","modified_gmt":"2013-04-28T15:44:22","slug":"zascerinskij_fd_positionsbestimmung_forschendeslehren_ss_2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anza\/2013\/04\/28\/zascerinskij_fd_positionsbestimmung_forschendeslehren_ss_2013\/","title":{"rendered":"Zascerinskij_FD_Positionsbestimmung_ForschendesLehren_SS_2013"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_231 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_231')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_231').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Anhand theoriegeleiteter und praxisorientierter Literatur m\u00f6chte ich mein eigenes Verst\u00e4ndnis vom Lehrer als Forscher herleiten und unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Das Rahmenkonzept des &#8222;Forschenden Lehrens&#8220; kann nicht durch eine allumfassende und einheitliche Begriffsbestimmung definiert werden. Der Bedarf des &#8222;Forschenden Lehrens&#8220; findet seinen Ursprung in der Ver\u00e4nderung der Umwelt. Die akademische Ausbildung ist ein stetiger Entwicklungsprozess, der &#8222;professionstheoretische Reformulierung des Lehrerhandelns&#8220; (Altrichter\/Posch 2007: 337) impliziert. Die Reformulierung des Lehrerhandelns bedeutet gleichzeitig, dass die Entwicklung der Kompetenzen w\u00e4hrend der Lehrerbildung an institutionelle und organisatorische Rahmenbedingungen anzupassen ist. Auch Kremer und Ertl (2005) st\u00fctzen ihren Ausgangspunkt auf Ver\u00e4nderungen der Umwelt. Dazu z\u00e4hlt der Wandel des \u201egesellschaftlichen Wertepluralismus\u201c, der \u201eInterkulturalit\u00e4t\u201c und der \u201eAnspr\u00fcche der heutigen Wissensgesellschaft\u201c (Ertl\/Kremer 2005: 1). Der Wandel unserer Gesellschaft stellt gleicherma\u00dfen einen Anspruch an Lehrkr\u00e4fte, die mit dem Umgang mit neuen Herausforderungen und curricularen Rahmenbedingungen konfrontiert werden (vgl. Ertl\/Kremer 2005: 1). Die Besonderheiten der Arbeitsumgebung wie die unterschiedlichen Bildungsma\u00dfnahmen und die Organisation des Berufskollegs sind damit bei der Unterrichtsvorbereitung zu ber\u00fccksichtigen (vgl. Kremer 2011: 341f.). Kremer und Ertl (2005) verweisen zudem auf ein \u201eSpannungsfeld zwischen den Bed\u00fcrfnissen der Lernenden, den Anforderungen der fachlichen Dom\u00e4ne und den Anspr\u00fcchen des Lehrenden an sich selbst\u201c (Ertl\/Kremer 2005: 1). Diese Diskrepanz setzt ein anderes Selbstverst\u00e4ndnis der Lehrkr\u00e4fte sowie neue Anforderungen voraus (vgl. Altrichter\/Posch 2007: 320). Aufgrund dessen wird eine \u201eInnovationsf\u00e4higkeit und \u2013bereitschaft\u201c (Ertl\/Kremer 2005: 2) gefordert. Altrichter und Posch begr\u00fcnden die Notwendigkeit zur Innovation und vorhergehenden Forschung damit, dass die Verbesserung des Unterrichts nicht dadurch gekennzeichnet werden kann, dass Standards vorgegeben werden. Vielmehr ist es wichtig, dass Lehrer eine Expertise und F\u00e4higkeit sowie Bereitschaft zur Weiterentwicklung ver\u00e4u\u00dfern. (vgl. Altrichter\/ Posch 2007, S. 23). Meiner Meinung kann die theoretische Ausbildung diese Kompetenz lediglich f\u00f6rdern, jedoch nicht ausreichend vorbereiten. Lehrer werden immer mehr mit neuen und komplexeren Situationen konfrontiert. Die akademische Ausbildung liefert jedoch nur begleitende Instrumente und ein Fundament systematischer Erkenntnisse, die in situationsgebundenen Problemen hilfreich sind. Die F\u00e4higkeit mit Entwicklungen und Ver\u00e4nderungen umzugehen, kann eine theoretische Ausbildung jedoch nicht vollst\u00e4ndig leisten (vgl. Ertl\/Kremer 2005: 2).<\/p>\n<p>Die Liste der Kompetenzen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte kann daher ins Unendliche fortgef\u00fchrt werden. Ich m\u00f6chte jedoch im Folgenden darauf eingehen, welche Kompetenzen im Zuge des &#8222;Forschenden Lehrens&#8220; relevant sind und wie diese mit der akademischen Ausbildung im Zusammenhang stehen. Ausgangspunkt des \u201eForschenden Lehrens\u201c ist professionelles Lehrerhandeln. Professionelle Kompetenzen werden innerhalb der Ausbildung durch Erfahrung und Routine erworben (vgl. Bl\u00f6meke 2003; Sch\u00f6nknecht 2011: 1). Basierend auf Wissen, Routine und dem Berufsethos geht es darum, dass Lehrkr\u00e4fte \u00fcber ein breites und spezifisches Wissen verf\u00fcgen und dieses Wissen auch vermitteln k\u00f6nnen. Lehrer agieren als Experten, in dem sie Probleme und Schwierigkeiten erkennen und anhand \u00e4hnlicher Situationen Entscheidungen treffen und handeln (vgl. Sch\u00f6nknecht 2011: 1). Sch\u00f6nknecht beschreibt in ihren Ausf\u00fchrungen, dass die Lehrerausbildung jedoch einen geringen Einfluss auf professionelles Lehrerhandeln hat, da dieses in der Berufspraxis erworben wird und \u201ebiographisches Lernen hier keine Rolle spielt\u201c (Sch\u00f6nknecht 2011: 20). Kremer und Zoyke (2007) bezeichnen die Bereitschaft das eigene Handeln zu ver\u00e4ndern und zu verbessern als einen wichtigen Baustein f\u00fcr professionelles Lehrerhandeln. \u201eInnovieren\u201c wird daher als eine Hauptaufgabe von Lehrkr\u00e4ften angesehen (vgl. Kremer\/Zoyke 2007: 5). Altrichter und Posch sprechen von der F\u00e4higkeit Entwicklung zu erfassen und den Unterricht durch Expertise zu verbessern (vgl. Altrichter\/Posch 2007: 23). \u201eInnovieren setzt somit Forschen voraus\u201c (Kremer\/Zoyke 2007: 5) und ist daher eine zentrale Kompetenz des \u201eForschenden Lehrens\u201c. Lehrende sollen in der Lage sein, Probleme und Defizite zu erkennen, Verbesserungsm\u00f6glichkeiten zu entwickeln und Ma\u00dfnahmen einzuleiten, die in ihrem Arbeitsalltag langfristig integriert werden k\u00f6nnen (vgl. Kremer\/Zoyke 2007: 5; Altrichter\/Posch 2007: 13ff.). In den Standards f\u00fcr Lehrerbildung der Kultusministerkonferenz aus 2004 (KMK) ist Innovieren als einer der vier Hauptkompetenzen neben Unterrichten, Beurteilen und Erziehen aufgef\u00fchrt. Dazu geh\u00f6rt es die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln, sich an schulischen Projekten zu beteiligen und den Lehrerberuf als \u201eeine st\u00e4ndige Lernaufgabe zu verstehen\u201c (KMK 2004: 12f.). Im Fokus der Kompetenz steht die kritische Reflexion der eigenen Einstellung und des Handelns sowie die Nutzung von Ergebnissen aus der Bildungsforschung f\u00fcr eigene T\u00e4tigkeiten (KMK 2004: 12; Altrichter\/Posch 2007: 337f.).<\/p>\n<p>In diesem Bildungskomplex \u201eschl\u00fcpft\u201c der Lehrende in unterschiedliche Rollen. Zum einen ist er Forscher und Lehrender und zum anderen ist er selbst Lernender (vgl. Kremer 2011: 341). Die Innovationskompetenz stellt an Lehrkr\u00e4fte den Anspruch, dass sie sich mit Lernprozessen auseinandersetzen (Kremer\/Zoyke 2007: 7). Aus meiner Sicht kann Lernen als eine Basis von Lehren angesehen werden. Damit eine Wissensvermittlung stattfinden kann, muss die Lehrperson erst mal dieses Wissen aneignen. Dann m\u00fcssen Methoden und Formen der Wissensvermittlung gegeneinander abgewogen werden, um dann zu entscheiden, wie das Wissen an die Lernenden herangetragen werden kann. Somit besch\u00e4ftigt sich eine forschende Lehrkraft sowohl mit dem \u201eForschenden Lehren\u201c als auch mit dem \u201eforschenden Lernen\u201c. Forschendes Lernen ist daher ein \u201emethodisches Prinzip f\u00fcr die Gestaltung von Lehre\u201c (Euler 2005: 14), indem Konzepte darauf untersucht und evaluiert werden, ob sie Werkzeuge zur Erkl\u00e4rung und Gestaltung von Praxis sind (vgl. Euler 2005: 16). Somit ist der Lehrende selbst ein Forscher. Betrachtet man \u201eForschendes Lehren\u201c unter dieser Annahme, k\u00f6nnen Parallelen zur Aktionsforschung (action research) gezogen werden (vgl. Kremer\/Zoyke 2007: 7; Altrichter\/Posch 2007: 12ff.).<\/p>\n<p>\u201eAction research is a common-sense approach to personal and professional development that enables practitioners everywhere to investigate and evaluate their work, and to create their own theories of practice.\u201c (McNiff 2002: 1)<\/p>\n<p>Diese Definition der Aktionsforschung fokussiert insbesondere den Aspekt der kritischen Reflexion des eigenen Handelns und verweist zudem darauf, dass eigene Konzepte und Theorien abgeleitet werden k\u00f6nnen. \u201eAction research involves learning in and through action and reflection [&#8230;]. (McNiff\/Whitehead 2005: 15). Der Ansatz der Aktionsforschung verdeutlicht zudem, dass der Lehrende als ein Bestandteil des Forschungsgegenstands in einem sozialen Gef\u00fcge zu betrachten ist (vgl.t McNiff\/Whitehead 2005: 15f.)<\/p>\n<p>Bislang l\u00e4sst sich aus den vorherigen Ausf\u00fchrungen entnehmen, dass \u201eForschendes Lehren\u201c ein Konzept ist, das ma\u00dfgeblich die Innovationskompetenz der Lehrkr\u00e4fte anspricht. Lehrpersonen befinden sich demnach in einem st\u00e4ndigen Lernprozess, der sie dazu antreibt das eigene Handeln zu hinterfragen, zu evaluieren, zu reflektieren und zu verbessern, um sich an wandelnde Rahmenbedingungen anzupassen. Diese wissenschaftliche Handlungsform setzt somit eine forschende Haltung des Lehrenden voraus. Aufgabe eines forschenden Lehrenden ist es die eigenen Kompetenzen stetig weiter zu entwickeln, um diese Erfahrungen in die Unterrichtsqualit\u00e4t einzubringen und die berufliche Handlungskompetenz auszubauen. Um es mit den Worten von Euler zu vollenden, l\u00e4sst sich sagen:<\/p>\n<p><i>\u201eWissenschaft ist demnach ein kontinuierlicher Prozess der Erkenntnisgewinnung, der prinzipiell nie abgeschlossen ist. Die Lehre speist sich aus der Forschung, das Erlernen von wissenschaftlichem Denken geschieht am wirkungsvollsten durch die Teilhabe an der Forschung.\u201c (Euler 2005: 3)<\/i><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>Literaturverzeichnis <\/b><\/p>\n<p><strong>Altrichter, H.\/ Posch, P. (2007).<\/strong> Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung. 4. Auflage. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.<\/p>\n<p><strong>Bl\u00f6meke, S. (2003).<\/strong> Professionelles Lehrerhandeln. Kriterien und aktuelle empirische Erkenntnisse aus der Unterrichtsforschung. Vortrag an der Universit\u00e4t Passau. 11.10.2003<\/p>\n<p><strong>Ertl, H.\/Kremer, H.-H. (2005) (Hrsg.).<\/strong> Innovationskompetenz von Lehrkr\u00e4ften an beruflichen Schulen. In: Innovationen in schulischen Kontexten. Ansatzpunkte f\u00fcr berufsbegleitende Lernprozesse bei Lehrkr\u00e4ften. Paderborn: Eusl. Online: <a href=\"http:\/\/www.bwpat.de\/spezial2\/ertl_kremer_spezial2-bwpat.pdf\">http:\/\/www.bwpat.de\/spezial2\/ertl_kremer_spezial2-bwpat.pdf<\/a> (28.04.2013).<\/p>\n<p><strong>Euler, D. (2005).<\/strong> Forschendes Lernen. In: Wunderlich, W.\/Spoun, S. (Hrsg.): Studienziel Pers\u00f6nlichkeit. Beitr\u00e4ge zum Bildungsauftrag der Universit\u00e4t heute. Frankfurt\/ New York: Campus, S. 253-272. Online: <a href=\"http:\/\/www.edudoc.ch\/static\/infopartner\/iwp_fs\/2005\/iwp27_250105.pdf\">http:\/\/www.edudoc.ch\/static\/infopartner\/iwp_fs\/2005\/iwp27_250105.pdf<\/a> (26.04.2013).<\/p>\n<p><strong>McNiff, I. (2002).<\/strong> Action research and principles and practice. London: Routledge.<\/p>\n<p><strong>McNiff, J.; Whitehead, J. (2005).<\/strong> Action research for teachers \u2013 a practical guide. London: David Fulton.<\/p>\n<p><strong>KMK (2004).<\/strong> Standards f\u00fcr die Lehrerbildung: Bildungswissenschaften. Online: <a href=\"http:\/\/www.kmk.org\/fileadmin\/veroeffentlichungen_beschluesse\/2004\/2004_12_16-Standards-Lehrerbildung.pdf\">http:\/\/www.kmk.org\/fileadmin\/veroeffentlichungen_beschluesse\/2004\/2004_12_16-Standards-Lehrerbildung.pdf<\/a> (28.04.2013).<\/p>\n<p><strong>Kremer, H.-H. (2011).<\/strong> Praxisphasen und Professionalisierung in der Lehrerbildung \u2013 \u00dcberlegungen zur Gestaltung des Praxissemesters. In: Prie\u00df, W. (Hrsg.), Wirtschaftsp\u00e4dagogik zwischen Erkenntnis und Erfahrung \u2013 Strukturelle Einsichten zur Gestaltung von Prozessen. Norderstedt: Books on Demand GmbH.<\/p>\n<p><strong>Kremer, H.-H.\/ Zoyke, A. (2007).<\/strong> Fachdidaktisches Praktikum als Ankerpunkt der Professionalisierung. In: Berufs- und Wirtschaftsp\u00e4dagogik \u2013 Online. Ausgabe Nr. 12: Qualifizierung von Berufs- und Wirtschaftsp\u00e4dagogen zwischen Professionalisierung und Polyvalenz. Online: <a href=\"http:\/\/www.bwpat.de\/ausgabe12\/kremer_zoyke_bwpat12.pdf\">http:\/\/www.bwpat.de\/ausgabe12\/kremer_zoyke_bwpat12.pdf<\/a> (28.04.2013).<\/p>\n<p><strong>Sch\u00f6nknecht, G. (2011)<\/strong>. Die Entwicklung der Innovationskompetenz von Lehrer\/-innen aus (berufs-) biographischer Perspektive. In: Innovationen in schulischen Kontexten. Ansatzpunkte f\u00fcr berufsbegleitende Lernprozesse bei Lehrkr\u00e4ften. Paderborn: Eusl. Online: <a href=\"http:\/\/www.bwpat.de\/spezial2\/schoenknecht_spezial2-bwpat.pdf\">http:\/\/www.bwpat.de\/spezial2\/schoenknecht_spezial2-bwpat.pdf<\/a> (28.04.2013).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fokus dieses Beitrags steht die Positionsbestimmung zum Konzept des &#8222;Forschenden Lehrens&#8220;. 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