{"id":94,"date":"2017-04-12T08:42:31","date_gmt":"2017-04-12T06:42:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anmu3\/?p=94"},"modified":"2017-04-12T01:48:29","modified_gmt":"2017-04-11T23:48:29","slug":"buchverleih-hexenprozess-grundlegende-datenbankstrukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anmu3\/2017\/04\/12\/buchverleih-hexenprozess-grundlegende-datenbankstrukturen\/","title":{"rendered":"Buchverleih &amp; Hexenprozess &#8211; Grundlegende Datenbankstrukturen"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_94 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_94')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_94').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Die Frage war dabei welche Variablen erhoben werden m\u00fcssen, wie diese organisiert und in Beziehung gesetzt werden sollen.<\/p>\n<p><strong>Grundlage<\/strong><\/p>\n<p>Grundlegend besteht eine Datenbank aus mehreren Tabellen, die zueinander in Beziehung stehen. Jede Tabelle erfasst dabei Variablen zu einem Datentyp. Ziel ist es dabei m\u00f6glichst wenige Redundanzen (also Doppeleintr\u00e4ge) zu erzeugen. Eine Datenbank stellt dabei immer eine Abstraktion dar, die Informationen f\u00fcr die Analyse aufbereitet, selbst jedoch erst durch die Interpretation des Forschenden aussagekr\u00e4ftig wird.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung f\u00fcr das Buchungssystem war dabei eine Tabelle zu den Personendaten (Bibliotheksausweisnummer, Name, Geburtstag, Alter etc.) eine Tabelle zu den B\u00fcchern (Titel, Autor, Verlag etc.) und eine Tabelle zu den Buchungen (Buchungsnummer, Buch ID, Personen ID), welche die beiden anderen Tabellen zueinander in Bezug setzt.<\/p>\n<p><strong>Problemstellung<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr meine eigene Forschung habe ich derzeit eine einfache Tabelle als &#8222;Datenbank&#8220; zu den mir beforschten Hexenprozessakten angelegt. Diese konzentriert verschiedene Informationen wie Namen der Angeklagten, Ort, Datum, Urteil, Folter, biografische Informationen etc. Die Reflexion \u00fcber den Vortrag und das Beispiel des Buchungssystems hat mich dazu veranlasst, diese Struktur grundlegend zu \u00fcberdenken. Ziel ist es dabei eine wachsende Datenbank f\u00fcr den eigenen Forschungsbedarf anzulegen, in denen die Informationen zu den Hexenprozessen systematisch erfasst werden.<\/p>\n<p><strong>Konzeption<\/strong><\/p>\n<p>Ausgehend von der dreigliedrigen Aufteilung des Buchungssystems habe ich dieses in Beziehung zu meinem Material gesetzt. Parallel zu den Personendaten des Bibliothekssystems schien es sinnvoll die Daten der Prozessopfer in einer eigenen Tabelle zu erfassen (Namen, Alter, Geburtsort, Biografie etc.). Der Tabelle zu den B\u00fcchern entsprach dabei eine Tabelle zu den Prozessakten\/Dokumenten (Dokumentname, Typ, Datum, Quellangabe). Die Parallele zur &#8222;Buchung&#8220; stellte abschlie\u00dfend der Prozess dar (Prozessdatum, Ort, Richter, Urteil\/Ausgang etc.). In Microsoft Access sah die abschlie\u00dfende Beziehung zwischen den Tabellen dabei in etwa wie folgt aus:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-96\" src=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anmu3\/files\/2017\/04\/2017-04-12-300x169.png\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anmu3\/files\/2017\/04\/2017-04-12-300x169.png 300w, https:\/\/blogs.uni-paderborn.de\/anmu3\/files\/2017\/04\/2017-04-12.png 755w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/p>\n<p><strong>Offene Problemstellung<\/strong><\/p>\n<p>Diese theoretisch sehr einfache Konzeption stie\u00df jedoch in der Praxis auf ein spezifisches Problem, die Definition des &#8222;Prozesses&#8220;. W\u00e4hrend Personen und Dokumente sehr eindeutig zu definieren sind, erweist sich die Definition des juristischen Prozesses als sehr schwierig.<\/p>\n<p>Nimmt man an, ein Prozess sei eine Einheit aus Anklage-Verh\u00f6r-Urteil, so st\u00f6\u00dft man auf das Problem, der fragmentarischen \u00dcberlieferung. Wie ist beispielsweise ein Dokument zu fassen, das den Foltertod einer Angeklagten erfasst (wie in Hainburg 1617\/18 Mahrech Legesch\u00fcrzin)? Offenbar geht dem ein juristischer Prozess voraus, weder Urteil, noch Anklage, noch Verh\u00f6r oder Richter sind aber bekannt. Selbst wenn man hier den Rahmen weit spannt und feststellt, jeder Prozess der zumindest durch Urteil, Verh\u00f6r <em>oder<\/em> Anklage greifbar wird, wird als einzelner Eintrag erfasst, stellt sich noch ein weiteres Problem.<\/p>\n<p>Sollen Einzel- oder Sammelprozesse erfasst werden? Sind beispielsweise die 19 in Hainburg von November 1617 bis April 1618 zu Tode gekommenen Frauen einem gemeinsamen Prozess zuzuordnen? Oder handelt es sich in der Erfassung in der Datenbank um 19 Eintr\u00e4ge? Die Prozesse werden in drei Urteilen behandelt, also k\u00f6nnte man diesen Prozess auch als drei Prozesse erfassen. Was ist jedoch mit den 18 in Rostock 1584 hingerichteten Personen? Sie verbindet teilweise ein gleicher Hinrichtungstag, ob die Prozesse getrennt oder gemeinsam gef\u00fchrt wurden, l\u00e4sst sich nicht feststellen. Wo ist hier die Grenze zwischen unerw\u00fcnschter Redundanz und \u00fcberm\u00e4\u00dfiger (m\u00f6glicherweise k\u00fcnstlicher) Zusammenfassung zu ziehen?<\/p>\n<p>Diese Problemstellung konnte bisher noch nicht befriedigend gekl\u00e4rt werden, verdeutlicht aber wiederum, dass eine Datenbank eine Abstraktion vom Material darstellt, die keineswegs &#8222;neutral&#8220; ist und genau reflektiert und begr\u00fcndet werden sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge eines Vortrags zur grundlegenden Vermittlung von Datenbankwissen wurden die Teilnehmer der Spring School mit der Aufgabe und L\u00f6sung konfrontiert, wie eine simple Datenbank eines Buchausleihsystems f\u00fcr eine Bibliothek aufzubauen w\u00e4re. Die Frage war dabei welche Variablen erhoben werden m\u00fcssen, wie diese organisiert und in Beziehung gesetzt werden sollen. 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